Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 18 (24.4.1936)
- Date
- 1936-04-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b. b. Seite 8 Nr. 18 — 24. April 1936 DIE WAHRHEIT -i Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftor ah-Tafel 0«b«tsnuMlen J Ijar S696 April 193S irOb sbds. 7.00 Ijar 2. 6.55 . abds. l b 8.00 Sasria-Mezaurn (111. B. 11.) Haitora > Wearboo „ 3. anoscnim Meworcbim scbeni wacbamUcbi 3. Petek ■7.45 Freitag, 24. April 6.55 Samstag. 25. April 7.45 Sonntag, 20. bis 1,,- Donnei6t.3U.April("-i::> r h- %i, t "•i 'S 7.00 „ 4. bis 8. 7.26 fassend, enttäuschen ein wenig. Die Distanz des Verfassers zu den Personen und Ereignissen der letzten neun Jahrzehnte scheint etwas ungenügend, besonders die tragische Figur des Dr. Armin Müller, des guten, bewußten Teutonen, der seiner rassenschänderischen Ehe wegen in die Emigration muß, ist psychologisch ein wenig verfehlt. Allein trotz dieser Mängel gewährt die Chronik der Sippe Müller dem gebildeten Leser viel Anregung und Erheiterung. Das Buch, das die Beiaher des Dritten Reiches gewiß als „zersetzendes jüdisch-literarisches Machwerk" — der Verfasser ist ein Verwandter des berühmten preußischen Historikers Franz Mehring, entstammt demnach einer urdeutschen Familie — in Grund und Boden verdammen werden, wurde von einem katholischen Verlage herausgegeben. Während die Majorität der österreichischen Verleger, unter ihnen auch nichtarische, heute mit Vorliebe deutsch-völkischen Bluboschund Unterschlupf gewähren, läßt ein katholisch-konservativer Verlag deutsche Emigranten — demnächst erscheint ein Roman der bekannten Schriftstellerin Hermynia zur Mühlen — zu Worte kommen. Eine bemerkenswerte Tat! Deshalb keine platonische Unterstützung, sondern tatkräftige Werbung für die Publikationen eines Verlages, der den Mut besitzt, in Oesterreich, dessen Verlagsindustrie noch immer nach Leipzig schielt, eine antinationalsozialistische Bücherreihe herauszugeben. Spectator. „Die Juden der Welt". Das unter diesem Titel kürzlich bei Erich Reis (Berlin W. 15) erschienene Werk von Dr. M. W i s c h n i t z e r ist eine Geographie der jüdischen Welt. Wer seine Brüder sucht, kann sie hier finden: in Abessinien, in Afghanistan, in Albanien und in Aegypten, in Babylonien, auf dem Balkan, in Buchara und in der Bukowina, in China und auf Ceylon, kurzum in allen Gegenden Europas, wie in allen überseeischen Ländern. Es sind keine dramatischen Essais über jüdisches Leben, alles nur Zahlen, Daten, Tatsachen, sogar ein wenig zu dürr und sachlich. Abei Auskunft gibt das Buch über das Leben unserer Brüder allenthalben, denn 75 Länder sind vertreten, nicht mitgezählt ein paar Dutzend Inseln im Mittelmeer und auf anderen Weltmeeren. Der Verlag gab dem Buche eine schöne würdige Ausstattung. Es wird ais Nachschlagewerk sehr bald, nicht allein dem Fachmann, unentbehrlich werden, wenn man sich auch manches Kapitel etwas lebendiger und farbenreicher in der Ausführung gewünscht hätte. Gerschon Bader, Illustriertes Lexikon von Gelehrten, Schriftstellern, die aus Galizien stammen (A—L, hebräisch), New York, 1935. Amerika ist bekanntlich das typische Land der „Landsmannschaften"; man findet dort Juden aus allen Weitenden und Ländern der Verstreuung. Leider entstehen auch hier gegenseitige Zurücksetzungen. Die aus Galizien stammenden Juden stehen im Wetteifer mit den jüdischen Litauern und befinden sich im Nachteil. Ist BlianzabscMflsse und SlcucrDchcnnlnissc Nenanlagen, Revisionen, Dndinadilräge sowie Sfeoereriedlgiiiigeii teder Art übernimmt BliiSMiÜK DIR. GÜSTAU R0LH1H Büro für Buchhaltung, Bilanz und Steuerberatung Wien Hl., faborsiroüe «2 Telephon R 45-3-30 Zeitungen vom Verleger vereendst. Jovnal expedtf per l'edtteax. Falls Adressat Yerzogen, nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an Verlas »Die Wahrheit", Wien II.. HelneitraBe 13/12 leopoltistädfer TempeiYerein Aeschel Awrobom II., Pazmantiengasse 5, Tel. P 47-8-63 Anmeldungen r. Aufgeboten, Trauungen (audi unl. freiem Himmel) u. Sormizwaus Partelanverkahr «n Werktagen von 2 bis tyt4 Übt nachmlttae*. ao Sonntagen von 10 bis 12 Uhr vormittags früh 6.i« 6.30 o. 9.00 Gebets tundeo ijar 5698 abds. Jjar 2. 6.65 Sasria-Mezauru (Ul. B. M.) \ Haftora I „ 3. Wearboo anoschim J 7.45 Meworcbim sehen) wacbamiscbl I 2. Perek J „ 4. bis 8. 7.25 es Ueberhebung oder geistige Ueberlegenheit, der „Lirwak" hält sich als der „Auserwählteste" unter den osteuropäischen Juden; man findet ihn — gegenwärtig auch in Erez-Israel — stets an erster Stelle. Gerschon Bader, ein Krakauer Kind, besitzt eine hohe jüdische Gelehrsamkeit, moderne Bildung und eine flinke Feder dazu. Er lebte in Lemberg, war jahrelang in zionistischen Kreisen führend und begründete das erste zionistische Tagblatt. Einige Jahre vor Ausbruch des Weltkrieges ging er nach New York. Er selbst nimmt untei den jiddischen Zeitungsmännern eine bedeutende Rolle ein und genießt unter den wissenschaftlichen Forschern großes Ansehen. Er konnte aber der Zurücksetzung des „polnischen Juden" nicht zusehen und machte es sich zur Aufgabe, dessen Rechte innerhalb der Literaten geltend zu machen. Diesem Umstand ist das Erscheinen des obgenannten Buches zu verdanken. Es soll der Welt der Aiiteil Galiziens an das Schrifttum bewiesen werden; man darf dieses „Ländchen" nicht zurücksetzen... Von den Persönlichkeiten, die aus Galizien stammen, jedoch außerhalb Galiziens lebten und wirkten, mögen folgende genannt werden: Naftali Herz Imber, Verfasser der „Hatikwah", Professor Viktor Aptow i t z e r, Martin Bube^ Rabbi Dr. Josef S. Bloch, der hervorragende hebräische Grammatiker Ben-Sew, Simon Bernfeld, Oberrabbiner H. P. C h a j e s, Reichstagsabgeordneter H. Chajes, Prof. Ludwig Gumplowitz (Graz), der Shakespeareforscher Dr. Adolf Gelber, der Amsterdamer Oberrabbiner Dr. J. H. Dünner, der Bibliograph S. Ch. Halberstamm, der reichsdeutsche Finanzminister Dr. Rudolf Hilferding, der Ahnherr derer, von Wahrmann, der Apolegetiker Benjamin Segel, der jüngst verstorbene Schriftsteller D. J. S i 1 b e r b u s c h, der Organisator jüdischer Schulen Rumäniens Hillel Kahana, Alterspräsident des ersten Zionisten-Kongresses, Präsident des österreichisch-ungarischen Vereines in Rumänien. Dr. Karpel Lippe, Chiefrabbi of Suetafrica Prof. Dr. J. L. Landau. Das Werk Baders ist ein unschätzbarer Beitrag zur Geschichte der Juden Galiziens. Nur innige Liebe gab ihm Ansporn und Kraft, sich der mühevollen Abfassung dieses Lexikons zu unterziehen. Für diese Ehrenrettung wird ihm die in allen Ländern der Welt verstreute galizische Judenheit Dank bewahren. B. (Beeidigungen. 15. Aprü 1936: Gustav Spiegier, 52 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Dr. Julius Lorber, 50 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Chie! Steinberger, 61 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Ester Fradel Steinberger, 61 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). 16. April: Emma Weinberger, 78 Jahre, 9. Bez. (1. Tor). — Ella Wolf, 63 Jahre, 7. Bez. (I. Tor). — Matthyas v. Löbl, 77 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Sofie Austerlitz, 81 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Irma Hönigsfeld, 55 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Friedrich Reisner, 48 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Heinrich Haas, 66 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Markus Moskovitz, 77 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Katharina Kikis, 58 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — David Binder, 68 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Ludwig Brod, 60 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). 17. April: Ernestine Fröhlich, 56 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Gisela Schwarz, 67 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor(. — Manfred Wertheimer, 51 Jahre, Lang-Enzersdorf, (IV. Tor). — Hella Steiner, 42 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Prof. Dr. Moses Goldberg, 78 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Simon Schild, 69 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Regine Maler, 77 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Emanuel Grünfeld, 75 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Alfred Liebel, 66 Jahre, 14. Bez. (IV. Tor.) — Hirsch Lawetz- Fuhrmann, 57 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Lola Glücksam, 70 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Gustav Löwi, 73 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Geza Weisz, 56 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 19. April: Karoline Preis, 94 Jahre, 15. Bez. (I.Tor). — Emilie Gal, 73 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Alfred Anders, 45 Jahre, 16. Bez. (I. Tor). — Ignaz Taussig, 79 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Ignaz Papernik, 59 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Heinrich Löwy, 69 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Friedrich Weiner, 80 §ahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Max Weiniger, 36 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Lazar Salomon Garfein, 71 Jahre, Bartfeld (C. S. R.), (IV. Tor). — Don Markus Gerstler, 56 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Moriz Mendel Lindenheim, 26 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Paula Spielke, 78 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Lea Sturm, 33 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). 20. April: Moritz Robinsohn, 79 Jahre, 7. Bez. (i. Tor). — Bertha Blech, 77 Jahre, 4. Bez. (I. Tor). — Gisela Klein, 50 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Hermine Abeles, 74 Jahre, 12. Bez. (I. Tor). — Heinrich Kreisler, 26 Jahre, 3. Bez. (1. Tor.) — Karl Fromm, 70 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Albert Stern, 88 lahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Johanna Mantel, 85 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 21. April: Selma Bergmann, 50 Jahre, 9. Bez. Floridsd. Friedhof. — Theodor Hirschmann, 59 Jahre, 13. Bez. (I. Tor). — Simon Blum, 75 Jahre, 19. Bez. (I. Tor). — Helene Teltscher, 78 Jahre, 13. Bez. (I.Tor). — Oskar Krämer, 63 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Marie Statlender, 64 Jahre. 3. Bez. (IV. Tor). — Anny Mayersöhn, 37 lahre, Bucnrest, (IV. Tor). — Sarah Bardach, 81 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). BEAIRIIBAD IraiCHAElERBAD III., Linke Bahngasse 9, nächst Stadtpark I XVIII., MlOaeterstr. 12, nächst Volksoper Dampf-, Wannen-, Sdiwimm- und Heilbäder Kuren gegen Rheuma, Gicht, Ischias, gegen Erkältungen, vorzeitige Alterserscheinungen usw. 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