Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 17 (17.4.1936)
- Date
- 1936-04-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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DIE, WAHRHEIT Nr. 17 — 17. April 1936 Seite 5 llnion-rranen-Hlob Sorela Sbcndterngt ^»F3 schon. IkkUcuoJL S<yoidsckäiwtt .^rfT3 doMM, tfwuHddiAah sparsam landsdeutschen nicht in Einklang gebracht werden kann. Qibt ein Auslandsdeutscher einmal zu, daß ein Staat oder ein Volk das Recht habe, Staatsangehörige wegen ihrer Zugehörigkeit zu einem bestimmten Volkstum oder einer bestimmten Rasse ihrer Bürgerrechte zu entkleiden, so räumt er damit auch jedem Staate oder Volke das Recht ein, von sich aus zu bestimmen, welches Volk oder welche Rasse zum Objekt solcher Entrechtung gemacht werden soll. Wenn wir an die antideutsche Propaganda während des Weltkrieges zurückdenken und dann jene Volksstimmung beobachten, die heute nicht nur in Europa, sondern fast in der ganzen Welt von Tag zu Tag an Umfang zunimmt, so wird man sich der Besorgnis nicht entschlagen können, die Einräumung solchen Rechtes könnte dazu führen, daß die passive Rolle, die der deutsche Antisemitismus heute den Juden übertragen hat, einmal auf anderem Boden den Deutschen auferlegt werde. Eines ist jedenfalls sicher: noch vor wenigen Jahren konnte man mit Bestimmtheit sagen, daß die deutsche Sprache im europäischen Osten die Verständigungssprache darstellte. An dieser Entwicklung hat die H i nneigung des Judentums zum deutschen Kulturkreise einen .sehr beträchtlichen Anteil gehabt. Heute,'wo der Jude unsanft aus dem deutschen Kulturkreise verdrängt wird, nimmt die Geltung der deutschen Sprache im Osten von Jahr zu Jahr ab -und damit die Bedeutung der deutschen Sprache als Kulturfaktor in der We 11." Londoner Stadtrat schickt keine Vertretung nach Deutschland. Der Londoner Stadtrat, der zu einem Kongreß der internationalen Union der städtischen Selbstverwaltungsbehörden, der im kommenden Juni in Berlin und München abgehalten v/erden soll, eingeladen war, hat beschlossen, keine Vertreter zu entsenden. In der Begründung der Ablehnung der Einladung wird u. a. auch der von der deutschen Regierung geführte hemmungslose antisemitische Feldzug angeführt. Hitler verlangt das Bekenntnis zur jüdischen Nation für Transiererleichterungenü Der neue Runderlaß des Leiters der deutschen Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung, durch den eine Zusammenfassung sämtlicher Devisenbestimmungen über die Auswanderung nach Palästina erfolgt ist, enthält folgende wichtige Bestimmung: Die Vergünstigungen, welche der Palästina-Transfer jüdischen Auswanderern nach Palästina gewährt, sollen nur solchen Personen zuteil werden, die Palästina nicht als Durchgangsstation in ein anderes Land benutzen, sondern ©3 zu ihrer zukünftigen Heimat machen wollen. Daher wird über den Geltungsbereich im Runderlaß festgestellt, daß seine Bestimmungen nur für solche bisher im In lande ansässigen Personen gelten, „die der Devisenstelle versichern, daß-sie Juden im Sinne des Reichsbürgergesetzes sind, sich zur jüdischen Volksgemeinschaft rechnen und nach Palästina auswandern wolle n". Beschränkung der Leidtragenden bei jüdischen Beerdigungen in Westfalen. Laut einer von den Bezirksbehörden in Arnsberg erlassenen Verordnung müssen jüdische Beerdigungen im Bezirk Arnsberg, Westfalen, von nun an in aller Stille vor sich gehen; es dürfen nicht mehr als 15 Personen teilnehmen. Ursprünglich war beabsichtigt, zu verfügen, daß Beerdigungen nur in den späten Abendstunden stattfinden dürfen. Von einer^solchen Verfügung wurde dann jedoch Abstand .genommen. Dienstag, 21. April, 6 Uhr abends, im Klubsaal, I., Schottenring 25, spricht Reg.-Rat. Dr. Hermann Oppenheim über Zwecke und Ziele der „Union". Anschließend Vortrag der Frau Bundesstaat!. Fürsorgerat Ottilie Politzer „Die Frau im Dienste der Menschlichkeit." Gäste willkommen! Katastrophale Lage der deutschen jüdischen Gemeinden. Als Beispiel für die finanzielle Belastung mittlerer jüdischer Gemeinden in Nazi-Deutschland, entstanden durch den unaufhaltsamen wirtschaftlichen Rückgang des Judentums, sei die jüdische Gemeinde Y angeführt. Sie hatte ursprünglich 1260 Seelen, heute nur noch 1020. Die jüdische Winterhilfe muß 220 Personen betreuen. Nurnoch 125 Qe meindemitglieder sind in der Lage, Steuern zu bezahlen. Der Gemeindeetat balanciert bei RM 56.000.—. Die Gemeinde erhebt 55 Prozent Zuschlag zur Reichseinkommensteuer, dazu noch einen Kopfbetrag nach Schätzung unter Berücksichtigung des Familien- und Vermögensstandes. Trotz dieser ungeheuren Anspannung der Steuerkräfte können von dem Etat von RM 56.000.— nur RM 23.000.— durch Steuern gedeckt werden. Der Rest muß von zentralen jüdischen Fonds als Lastenausgleich beigesteuert werden. Dabei muß die Gemeinde noch die Belastung eines besonderen Bezirksrabbiners tragen, da . in Union österreichischer Juden Bezirksorganisation VII. Donnerstag, den 23. April, 8 Uhr abends, im Klubzimmer des Cafe Kandlhof, Wien VII., Kaiserstraße 61 Mitgliederversammlung Tagesordnung: 1. Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim Präsident der „Union österreichischer Juden": „Unser Kampf gegen den Nationalismus" 2. Wahlen in den Bezirksausschuß S t i in iii e" geleitet, als sie in einem das jüdische Altersheim in der Seegasse beschreibenden Artikel, in dem die hervorragenden Leistungen der Unionisten für diese Institution selbstverständlich verschwiegen wurden, den jüdischnationalen Obmann der Versorgungshauskommission Dr. J. M. Körner taxfrei zum Direktor ernannte. Das Organ der Partei von Rath und Löwenherz sollte mit solchen Rangerhöhungen etwas vorsichtiger sein. Zur Schächtfrage. Das Schlagwort ist ein Kind der Oberflächlichkeit. Ohne jede wissenschaftliche Grundlage, oft sogar ohne irgendeine Begründung, werden solche Worte in die Menge geworfen, die sie wirre machen, ohne daß sie sich über den Wert und die Bedeutung dieser Schlagworte bewußt wird. Und so wird auch bei uns neuestens wieder von einer gewissen Seite ein altneues Schlagwort hervorgeholt, um ein poliltisches Süppchen) an einem Feuer zu kochen, das scheinbar mit Politik gar nichts zu tun hat. Gerade jetzt, wo die „politischen Jagden" so modern geworden sind, wo das Wild schonungslos aufgescheucht, gehetzt und erbarmungslos niedergeschossen wird, wird aus dem Arsenal der Tterschutzfreunde das Schlagwort: f t YUCHH AUS TABAK I., BALZQBXE8 6 Garantiert original englische Stoffe für Damen und Herren der Umgebung zahlreiche kleine jüdische Gemeinden vorhanden sind, die sonst ohne jegliche religiöse und unterrichtliche Betreuung wären. Der Fall dieser Gemeinde ist keineswegs besonders kraß. Es ist der durchschnittliche Status einer kleineren Gemeinde dieser Größenordnung. In den Kleingemeinden sieht es noch viel schlimmer aus. Es gibt zahlreiche Gemeinden, in denen nahezu alle Steuerzahler durch Ausschaltung und Boykott ihren Lebenstinterhalt verloren haben und die völlig auf Zuschüsse von zentralen Fonds angewiesen sind. Ein Blick genügt. Wenn man wissen will, was so nach Sinn imd Geschmack unserer Jüdischnationalen ist, muß man nur ihre Zeitungen etwas genauer ansehen. Da finden sich oft und oft Illustrationen für ihre unbewußten Ambitionen. In der Pessach- Numtner des Organs des neuen Herrn Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Ing. Stricker, der ,.N e u e n W e 11", deren Titelseite das Bild eines Seders ziert und das an mehreren Stellen den Hinweis darauf enthält, wo man den Seder gut koscher verbringen kann, findet sich an auffallendem Platze iolgendes Inserat: |R EICHENBERGE Rl \Qtkdimbeism Iwiens ailast« aastst«tt«l| Die räumliche Nähe des Griechenbeisels von der Seitenstettengasse, wo der neugebackene Vizepräsident erst jetzt einen „Stammsitz" erhalten hat, mag wohl Veranlassung für diese aufreizende Reklame für eine „Gaststätte" gewesen sein, in der ein gewisser „Stammsitz" im Wiener jüdischen Volksmund nur zu gut bekannt ist. Das Interesse dieses Stammsitzinhabers für seine „Gaststätte" erhält mit diesem deren Vorzüge preisenden Inserate eine sehr wertvolle Bestätigung. Von welchem Interesse war aber „D i e „Gegen die Tierquälerei" hervorgeholt, um gegen das jüdisch-rituelle Schlachtveriahren zu Felde zu ziehen. Es sind nicht Wissenschaftler, nicht Gelehrte, die gegen die rituelle Schlachtung auftreten, denn diese lassen sich ja nie von Schlagworten irreführen, und deshalb wollten wir gerade Aeußerungen von autoritativen Gelehrten über diese Frage bringen — vielleicht werden diese Lichtstrahlen ehrlicher Gelehrsamkeit den Dunstkreis der nebulosen Schlagworte für so manchen Laien erhellen und klären. Der Physiologe Prof. Exner behauptet, daß die rituelle Schfachtungsart die delikateste Tötungsart des Tieres sei. Prof. S a 1 k o w s k i (Berlin) erklärt, daß die Schechita vom humani- Itären Standpunkte kjein wie immer gearteter Vorwurf treffen könne, da diese Schlachtungsart den Tod sehr schnell herbeiführe. Prof. Bostroem (Gießen) meint, die rituelle Schlachtung ist als die beste Methode anzusehen, und Prof. Wisse! (Heidelberg) betont, daß sich die Schechita vor allen anderen Tötungsarten dadurch auszeichnet, weil1 durch sie jede psychische Tätigkeit sofort ausgeschaltet werde. Prof. Kiemens i e w i c z (Prag) behauptet, daß vom hygienischen und humanitären Standpunkte die Schechita alle »ruderen Methoden überrage, und Prof, Grassi (Italien) zögert nicht zu erklären, daß die Ausfälle gegen die Schechita nicht so sehr aus *i Wien II., Praterstraße 30 das Haus für elegante Wohnungseinrichtungen