Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 13 (20.3.1936)
- Date
- 1936-03-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Nr. 13 — 20. März 1936 DIE WAHRHEIT JUGEND UNION Jugendgruppe der Union österreichischer Juden Sekretariat und Heim: Wien I., Schottenring 25 Telephon A-19-2-77 RÖPPMIUlNI&S-ÄilEINIP dm umEM mm am Samstag, den 21. März, 7,9 Uhr abends I., Smottenring 25 Mitternachtsakademie Kapelle Isy Geiger Eintritt incl. Garderobe Schilling 3.— Karten im Vorverkauf: Sekretariat der „Union", I., Schottenring 25, Tel. A-19-2-77 ■ Redaktion „Die Wahrheit", IL, Heinestraße 13, Tel. R-46-2-16 ■ und bei den Mitgliedern des Komitees dessen, was zur Erhaltung des Judentums .und der Judenheit erforderlich ist; Bejahung der Fundamentalforderungen, wie sie die größten, trömmsten und weisesten Lehrer in Israel festgelegt haben: Gott, Gottes Lehre, Gottes Volk, Gottes Land. Unverbrüchliche Treue gegenüber dem jüdischen Volke auf der «anzen Erde; unerschütterliche Liebe zur Heimat und Vaterland mit Aufopferung von Gut und Blut Diese Ideale zu verwirklichen, diese Forderungen zu erfüllen, ist die würdige „Union" berufen. Ich beglückwünsche den Verein „Union österreichischer Juden" in Herzlichkeit zu diesem schönen Heim: die „Union", die ich, wie nicht aäizuwiele der hier Anwesenden, seit dem ersten Monate ihres Bestehens kenne; woselbst ich seinerzeit manche Anregung empfangen und der ich manche geistige Anregung gegeben habe, in der ich aber auch manchen Kampf für meinen Glauben und mein Volk gekämpft habe. Möge die Vorsehung dieses Heim beschützen, das den Mitgliedern und Freunden der „Union" ein Mittelpunkt wahrhaft jüdischen Geistes und Lebens sein soll; ein Heim für die gepeinigten jüdischen Seelen in dieser iurchtbaren Zeit der Entseelung; ein Heim tiefer wahr-, hafter Belehrung in dieser Zeit der Unwahrhaftigkeit; der Erholung von den Kämpfen des Tages, der vornehmen Geselligkeit; ein Heim brüderlich-schwesterlichen Zusammenwirkens mit allen jüdischen Brüdern und Schwestern innerhalb und außerhalb dieses Kreises. Ich rufe dir, „Union", die Worte des Psalmisien zu: „Um willen meiner Brüder und meiner Freunde spreche ich friedlich mit dir; Um wiUen des Hauses unseres Gottes wünsche ich dir Glück. Der Ewige gebe seinem Volke Kraft und segne sein Volk mit Frieden." Ueberaus eindrucksvoll war der von Prof. Heinrich Glücksmann verfaßte und vom Dichter selbst gesprochene schöne Prolog. PROLOG zur Eröffnung des Klubheims der „Union". Von Prof. Heinrich Glück smann. Den unsern Herzen altverwurzelten Ideen und Idealen ewig reiplen Doch mit der Heimaterde fest verwachs'nerr, Unlösbar Stork verknüpften Judentums Erschließen wir dies schöne neue Heim. Die „Union" soll hier die Heimstatt finden Und Union sei Weg und Ziel zugleich; Vereinigung zu schöner Einigkeit, Die auch den Schwachen Kraft, den Kräftigen Die Macht verleiht, zu wirken für ihr Wollen. All die Gedanken und Empfindungen, Die wir seit fünfzig Jahren treu gehegt Und tneu verfochten, bringen wir hierher, Um mit entflammter Seele sie zu pflegen, Der Zeit der Not der Not der Zeit zum Tirotz Ihr Blühen und Gedeihen zu erzwingen, Dem Vaterland zum Heile, das wir lieben. Uns selbst zum Wohl und zur Befriedigung. Die Heiterkeit beherrsche dieste Räume Und sammle uns're Freunde zu Geplauder Und Spiel, das sie enthebt dem (lüstern Ernst Des Weltgeschehens mit allen seinen Tücken. Doch Sinnen nach dem Guten auch und Wirken, Es zu erringen, seien hier zu Haus. Dabei sei Kampf und Krieg nicht uins're Losung, Wir neigen uns dem Genius des Friedens, Daß unterm Schutze seiner Emgelschwingen So Stadt, wie Staat, vom Schicksalsfluche frei, Zum lang ersehnten, neuen Glück gelangen. Denn Oest'reich lieben wir und Oesterreicher Mit Gut und Blut, mit Leib und Sinn zu sein, Ist unser Streben und ist unser Stolz. Wir fühlen schmerzlich mit den Glaubensbrüdern, Die Grausamkeit von ihrer Scholle stößt, Und reichen mitleidswarm die Helferhand, Um ihnen in der Väter heil'gem Land« Balsam zu schaffen für des Hasses Wunden Und Hoffnung auf ein flaues helles Leben. Allein wir halten feste .Heimattreue Und steh'n zu Oesterreich in Leid und Lust. In diesem Fühlen flehen wir zu Gott, Daß uns der Segen des Allgütigen Geleite schenk' auf allen unsern Wegen Und grüße diesen jungen Ackerboden Für alte Saalfen und gewohnte Ernten! Dem Geist der „Union" sei er geweiht, Der uns vereint in schöner Einigkeit! Der verdienstvolle Obmann dies Heimkomitees Dir. J. Weiger sagte in seiner Begrüßung u. a.: Nachdem wir auf unser Heim den göttlichen Segen herabgefleht haben, übergeben wir es seiner Bestimmung. Dieses jüdische Heim, das Zentrum gesellschaftlichen und kulturellen Lebens österreichischer Juden, haben wir heute in gebührender feierlicher Weise eröffnet Es gereicht uns zur freudigen Genugtuung, feststellen zu können, daß unserer Einladung so viele angesehene Persönlichkeiten des österreichischen Judentums Folge geleistet haben. ' Als Obmann des Heimkomitees begrüßte nun Dir. Weiger die Festgäste. Die Aufgabe des Heh'inkomitees, dem vorzustehen ich die Ehre hatte, war es, den langgehegten Wunsch der „Union österreichischer Juden" im. 50. Jahre ihres Bucher SS Schwßdenbrückß Wien ■., Franz-Josefs-Kal;7. + Neue Biiiher befter Autoren zu tief reduzierten Preiseu + Katalog gratis Bestandes zu erfüllen: unserer Organisation ein würdiges Heim zu schaffen. Sie werden es mir ersparen, heute an diesem Tage der Freude all die großen Schwierigkeiten zu schildern, die überwunden werden mußten, um die uns gestellte Aufgabe zu verwirklichen. Sie haben heute erstmalig die Gelegenheit, unsere neuen Räume zu sehen und, wie ich wohl annehmen darf, zu bewundern. Dafür, daß dieses schöne Werk geschaffen wurde, gebührt meinen Mitarbeitern in der „Union", die sich in aufopferndster Weise in den Dienst unserer Sache stellten, mein innigster Dank. Für uns alle ist dieser heutige Tag ein Tag der reinsrten Freude. Wir begehen ihn in feierlicher Weise in dieser Stunde, die uns unvergeßlich bleiben soll, und werden ihn im gemütlichen Beisammensein mit unserem heutigen Empfangsaöend beschließen. Möge dieses Heim seine schöne Aufgabe erfüllen und eine Pflegestätte aufrechten, treuen Judentums sein. Das walte Gott! In Vertretong des durch Ortsabwesenheit verhinderten Präsidenten Reg.-Rat Dr. Oppenheim hielt Vizepräsident Dr. Josef Ticho die Festrede, die das Publikum zu wahrer Begeisterung entflammte und wiederholt von stürmischem Beifall unterbrochen wurde. Wir geben sie im folgenden wieder: Hochverehrte Festversammlung! Der Präsident der „Union", Herr Regierungsrat Dr. Oppenheim, der berufen war, die Festrede zur Einweihung unseres neuen Heimes zu halten, ist leider infolge dringender beruflicher Abwesenheit von Wien verhindert, diese Aufgabe zu erfüllen. Seinem Ersuchen entsprechend, begrüße ich diese Festversammlung namens der „Union" aufs herzlichste. Wir haben mit dem heutigen Tage ein neues Heim bezogen. Ich erfülle eine mir obliegende angenehme Pflicht, indem ich allen jenen, welche für die Errichtung dieses Heimes tätig waren, unser aller Dank und insbesondere den Dank der „Union österreichischer Juden" zum Ausdrucke bringe. Dieser Dank gebührt vor allem unserem bewährten und verehrten Architekten Dr. Hans Berger, der die von ihm übernommene Aufgabe in einer Weise löste, die unser aller Bewunderung hervorruft. Die Schönheit dieses Heimes ist vor allem sein Werk. Wir sind ihm zu besonderem Danke um so mehr verpflichtet, als seine Leistungen vollkommen unentgeltliche waren, was ich auch für den Fall hervorheben will, wenn Herr Dr. Berger dies in seiner Bescheidenheit nicht wünschen sollte. Dank gebührt vor allem auch dem Heimkomitee selbst, seinem rastlosen, rührigen Obmanne, Herrn Direktor Jacques Weiger, der unermüdlich tätig war, um der „Union" ein würdiges Heim zustandezubringen; Dank insbesondere, weil er immer wieder betonte, daß die „Union" ein ihrer würdiges Heim erhalten solle und haben müsse. Dank sei ausgesprochen dem Obmannstellvertreter Herrn Friedrich Feuer, welcher viel Zeit und viel Mühe aufwandte, um der „Union" ein würdiges Heim zu bereiten. Im Heimkomitee waren ferner eifrig tätig die Herren Dr. David, Dr. Julius Grünwald, Regierungsrat Dr. Max Lenk, Siegfried Mau n er, Nathan P o 11 a k, Börsenrat Heinrich Popper, Kommerzialrat A. Salzer, M. Sarfati, Dr. M. Stiglitz und E. Widrich. Lobend sei ferner hervorgehoben und innigst bedankt die Tätigkeit des Union-Frauenklubs unter der Leitung der verehrten Präsidentin Frau Regierungsrat Oppenheim. Dank gebührt ferner dem Sekretariat der „Union" und vor allem seinem Leiter, Herrn Sekretär Oskar H i r s c h f e I d, der alle seine "Zeit opferte, alle Mühe auf sich nahm, um das Gelingen des bedeutsamen Werkes zu sichern! Allen denen, welche das Zustandekommen des Heimes durch Geldspenden ermöglichten, sei besonderer Dank gesagt. Ebenso den Naturalspendern, von welchen ich die Gesellschaft für Elektrotechnik Goldenberg, den bereits genannten Herrn Friedrich Feuer, Herrn Alfred Hofmann, Inhaber der Firma Salubra & Tekko, Herrn Ing. Hugo Koditschek, die Firma Lilienleinwand-Unternehmung, die Herren Oskar Schramek und Paul Schwarzstein, sowie Herrn EIN ERLESENER GENUSS sind die nach einem speziellen Verfahren erzeugten, in Geschmack und BekömmllchkeH unerreichten STRUM MAZZOTH GRIESS die als vorzüglich, schmackhaft, hygienisch einwandfrei erzengt, bestbekannt sind und wegen Ihrer flute und Billigkeit allgemein bavoriugt werden Strums runde Mazzoth eine Delikatesse Die vielen tausende Freunde der Qaalitäts- Mazzoth „S t r U m" lassen sich keine anderen Erzeugnisse aufdrängen. Froher Pessach — nur mit Strum-Mazzoth die als das beste österr. Fabrikat anerkannt sind! Wer einmal Strum-Mazzoth genieSt, nimmt kefoe anderen, Die Mazzoth-Bäckerei H. STRUM, II., Rotensterngasse 11, steht nnter Aufsicht des ehrw. Rabbinats der israel. Kultusgemeinde Wien. Besonders in ritueller Hinsicht sind Strum-Mazzoth unbedingt einwandfrei. 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