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Die Wahrheit · 1936-03-20 · Heft 13 (20.3.1936) · page 2

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 13 (20.3.1936)
Date
1936-03-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 13 — 20. März 1936 DIE WAHRHEIT DIE W gHHHHniiii»HHiMninnummniiHiHHimiinumniiini| ■ ■ ) ffessadk steht vor der Tilge? j Rasch also Ihren Bedarf decken an den berühmten $€hmidt~Jflazzotfi £tn Vewsuttk irfrd Sic fideneeugen! Erzeugt aus feinstem Mehl unter streng orthodoxer Aufsidit Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad Jlatnan iflroclefeßip Xemtrate: Wien, 2. tfiezirfc, JC&G&ofslsäasse HS Telephone: A 46-1-90, A 48-4-48, A 60-2-63 Die Jefimitll-Jllazxtttti und das Fabrikat JUlmtkc Sdkmtdt JZ. 23." (Mazzoth, Grieß und Farwel) sind außerdem erhältlich in alleri besseren Geschäften. wollen im Trüben fischen. Es soll und wird den jüdischnationaleii Führern nicht gelingen. die Oeffentlichkeit irrezuführen. Es kann innen nicht gelingen, einfach deshalb nicht, weil ihre Lügen und Verdrehungen allzu kurze Beine haben. Wahrlich, diese jüdischntationalen Führer haben gar rasch den deutschen Nationalisien HiUerischer Prägung abgeguckt, wie man es macht: -Erst mit hemmungsloser Gewalt und diabolischem Terror gegen den solchen Methoden abholden politischen Gegner vorgehen und dann, scheinheilig die Augen verdrehend, sich selbst als moralischen Tugendbold hinstellen und die ganze Schuld an dem hereinbrechenden Debakel dem Gegner zuschreiben. Es scheint, daß nationalen Chauvinisten eben keine anderen Kampfesmittel zur Verfügung stehen. Es wäre verlockend, die Vergleiche bis in alle Einzelheiten fortzuführen, doch es widerspricht unserem jüdischen Reinheitsgefühl, durch diesen — ekeligen Schlamm zu waten. Ueber die Sache selbst, um die es sich handelt, über Freunderl- und Parteiwirtschaft, Korruption und Vergeudung von Steuerfeldern, über die schamlose Art der „Bestellung" ihres ehrenamtlichen Parteiführers zum besoldeten Wrahlmacher, über Stricker'schen Kuhhandel usw. schweigen sie sich in ihren Parteiorganen gründlich aus, offenbar um ihre eigenen Parteianhänger an ihre selbstversorgerischen Praktiken vergessen zu machen und eine Wahlplatrform, in der von allem, nur nicht vom „Falle Löwenherz" die Rede ist, vorzubereiten. Wozu auch nur den Versuch machen, sich von Anklagen und Beschuldigungen reinzuwaschen, wozu das Risiko auf sich nehmen, das eingeschläferte Gewissen und die berechtigte Kritik in den eigenen Reihen wieder wachzurütteln, wenn man das bewährte und schon oft praktizierte Mittel zur Hand hat, die eigenen Anhänger durch lügnerische Verleumdungen des Gegners in die wahlerfolgversprechende Rage zu versetzen. Die Herrschaften machen aber ihre Rechnung ohne den Wirt: sie waren bisher bei Anwendung ihrer terroristischen Methoden gewohnt, aui unsere wahrlich oft zu weit getriebene Rücksichtnahme auf das allgemeine Wohl und die nichtjüdische Oeffentlichkeit zu bauen. Diesmial aber deckt sich unsere politische Einstellung mit dem Gemeinwohl der österreichischen Judenschaft und des Staatsganzen so vollkommen, daß wir geradezu unsere heiligen Verpflichtungen gegenüber der. österreichischen Judenschaft preisgeben würden, wenn wir diesmal <■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ Caif Pension Echsfein Semmering Emola Schokoladen — nos b& — Speise-Schokoladen, Haselnuß: u. Bitter- Schokoladen Mokka-Bohnen, Kakao-Pulver in anerkannt bester Qualität, erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner H. Schenk in der Fabrik CHOKOLATERIE GOURMET EIGEN MOLNER, Wien II., Gr. raohren$.19 dem jüdischnationalen Terror dem — sogenannten Frieden zuliebe weichen würden. Wir lassen uns nicht einschüchtern und decken die Verleumdungen auf. Die „Neue W e 11" vom 13. d. M., bekanntlich das Organ des durch Stimmenverkauf zur Ehre eines Vizepräsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde gelangten Herrn Oberbaurat Stricker, bringt unter der Balkenüberschrift „Denunzianten!" einen Vorfall zur Sprache, der sich jüngst bei einem Bezirksappell der Vaterländischn Front ereignet hat. Da meldete sich ein jüdisches Mitglied der Vaterländischen Front zu Wort und sagte — der „Neuen Welt" gemäß — folgendes: Er möchte die Aufmerksamkeit der Vaterländischen Front und aller patriotischen Oesterreicher auf die unerhörten Vorgänge in der Jüdischen Kultusgemeinde lenken. Dort hat sich ein Klüngel von Juden, die gar keine Einstellung zu Oesterreich haben, der Herrschaft bemächtigt. Es sitzen dort Herren als Vertreter der Wiener Judenschaft, die weder religiös noch vaterlandstreu sind. Ihr Vaterland erblicken sie in Palästina und nur aus praktischen Gründen tragen sie das rot-weiß-rote Band, im Herzen sind sie blau-weiß. Sie sitzen auf zwei Sesseln Er begreife nicht, wie die Regierung so etwas dulden könne und beispielsweise eine Judenstaatspartei dulde, wo doch in Oesterreich alle Parteien aufgelöst worden sind. Das sind Zustände, welche patriotischgesinnte österreichische Juden nicht weiter ertragen können und mit welchen sich auch die christlichen Bürger in diesem Staate unbedingt beschäftigen müssen. Sie müssen endlich in der „Seitenstettengasse" Ordnung machen. Wir wollen nicht untersuchen, ob die Ausführungen dieses vaterländischen Juden hier rich- Die neue Adresse der „Union österreichischer Juden" lautet: I. Schottenring 25 Seuitteton. Heimatstreue. Es war am Eröffnungstag im Heim unserer Union. Sanft klang die süße Melodie durch den Saal „Heimatland, wie schön bist du." Drei Räume umfaßt das Heim, doch sie sollen Symbol werden für einen großen ewigen Gedanken, für ein Gefühl, das sefit. Menschengedenken unsere Herzen bewegt Denn auch wir haben Heimatstreue auf unsere Fahne geschrieben, die wir halten wollen. Jetzt in so schwerer- Zeit, wo uns schmerzlicher denn je bewußt wird, wie tiefe Verbundenheit uns an das Stück Erde knüpft im Beisammensein mit unseren deutschen Brüdern. Wie viele von ihnen sind, erfüllt von der Sehnsucht nach ihrem Vaterland, elend und verstoßen, haben sie dennoch die Zusammenhänge mit ihm nicht verloren. Ural'diese Liebe, sie ist auch für uns zarte Erinnerung auch noch aus Kindertagen. Jubsind klatmg es einst durch die Schulstube „Prinz Eugen, der edle Ritter" — Verteiidiger und Sieger von Oesterreich!, und hat nicht jedes Kinderherz bei diesem Klange höher geschlagen? Die Knaben haben Soldaten gespielt, sie wollten dereinst ihr Vaterland verteidigen und mit noch ungelenken Fingern zeigte das Kind die Flüsse Oesterreichs auf der Lamldkarte. Donau, Enns, Ybbs und Inn. Noch wieiß es gar nicht, wie viel Schönheit diese Namen beinhalten, und ist dennoch hier schon heimisch geworden. Weiß von den stolzen Burgen, die hier einst standen, kennt Sage für Sage, die sich an ihre Ruinen knüpft, von grünen, weiten Tälern und stolzen Bergen. Und wird einst auch die wunderbare Harmonie erfassen, in die sich all diese Pracht aufgelöst zu einem einzigen, schönen Ganzen. Im Prater btaim Wurstel und beim Ringelspiel, im Stadtpark beim Donau Weibchen, überall gibt es liebe Erinnerung, dort war der Schulweg und dirüben das Vaterhaus und unter dem weiten Himmel legen draußen die Eltern im ewigen Frieden, und sind uns nah. Heilig wird uns auch diese Erde, die unser Liebstes bewahrt. Ein Maler hat mit beredter Sprache seinem höchsten Schmerz, dem Verlust der Heimat Ausdruck verliehen. In tiefer Einsamkeit der Berge, sieht man Menschen mit schmerzverzerrten Zügen, sie haben ihr Land verlassen. Ihr Kostbarstes haben sie aus der Kirche geholt und tragen ihren Heiland schwer auf dem Rücken und wandern fort, arm und enterbt. Einst schien es, als hätte Gott selbst ihnen das Plätzchen Erde geschenkt, denn hier hat der Großvater gebaut, der Hof und das Gärtchen haben dem Urahnen gehört, weit zurück geht ihre Geschichte, und ihnen schien das große Gut Vaterland von Anfang an seit Jahrhunderten geschenkt gewesen zu sein. Sie verlassen diesen Boden, weil die Eroberer ihrer Heimat sie ihrer Muttersprache berauben wollen, des höchsten Ausdrucks alles Menschlichen. Und auch wir verteidigen Sprache und Land, wir, die wir verurteilt waren zu wandern, ewig varltrieben, mißverstanden und gehaßt. Das Menschenherz ist überall, auf der ganzen Erde dasselbe, auch das unsere. Das möchte lieben dürfen und heimisch sein und fühlt sich verbunden dem Lande, an das ihn Erinnerung und Erleben knüpft. Niemais weiß man, wie sehr man geliebt, als in dleir Stunde des Verlierens und niemals ist man ■ so bereit zu kämpfen und wieder zu erobern wie am Tage, an dem man fürchtet, Geliebtes zu verlieren. Dia Geschichte der Menschheit gibt Zeugnis! Wieviel Blut ist geflossen um dieses großen Ideals willen, wie vid Opfer halt die Verteidigung des Vaterlandes, und wenn es nur um ein einziges Stückchen ging, gekostet, wie viele Millionen bewaffnete Männer aller Nationen sind immer wieder mit klingendem Spiel begeistert ausgezogen, nichtachtend des höchsten Gebotes, du sollst nicht töten, und wieviel Millionen werden noch fallen im Kampfe aller Völker dieser Erde? Und das ist das ewige Lied, das sich durch Jahrtausende zieht und das. vererbt wird von Generation zu Generation. Man muß sich zu sieimem Vaterland bekennen offen und frei wie zu seinem Glauben, wie zu jeder idealen Idee, furchtlos und' ohne selbstisches Bedenken! 1 Doch zum Erringen und Verteidigen gehört Mut und Begeisterungsfähigkeiit und wir wollen alle Kraft sammeln, um das zu bewahren, was uns gegeben war. Tief beseelt und bisfruchtet hat uns der Geist des Volkes, das uns gastlich aufgenommen, seine Dichter waren es und seine Musik, seine Gedanken, an denen wir teilgehabt und die in unser Wesen gedrungen, und davon können und wollen wir uns nicht lösen, denn das ist so stark in uns wie die Erbmasse selber. Und so lösen sich auch. alle Zweifel der Unentschlossenen, so wird es auch ihnen klar, daß sie die Unsern werden müssen, in diesem Lande, an das uns tiefe Zusammenhänge binden. Rauh' noch weht der Wind übar die Hügefhänge, die unsere Vaterstadt umgeben, doch überall sprießt es schon grün in den Zweige» und die Frühlingsblumen blühn. Von weither werden wieder Fremde kommen, clie die Grazie und Anmut dieses Landes lockt Und wir, die wir hier heimisch sind und es lieben, fassen neuen Mut zum Bekennen eines großen Gefühls, das uns beseelt, zur wahrhaften Hehnatstreue! S. Q-

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