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Die Wahrheit · 1936-02-07 · Heft 6 (7.2.1936) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 6 (7.2.1936)
Date
1936-02-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Nr. 6 — 7. Februar 1936 Seite 7 gegen diese Resolution geltend gemacht hat, so daß das jüdischnationale Bekenntnis höchstens 2000 schon früher jüdischnational eingestellte Mitglieder trifft. Wieder einmal müssen wir die Erfahrung malchen, wie sehr die nichtnationalen Kreise auf der Hut sein müssen, um eine Irreführung der ganzen Welt durch die jüdischnationale Presse zu verhüten. Daß der Zionismus in Deutschland trotz der dortigen besonderen Verhältnisse auf sehr schwachen Füßen steht, beweist u. a., daß die Zionisten sich bei der Neuregelung der Verhältnisse bei der Jüdischen Gemeinde Berlin alle zehn Finger ableckten, als man ihnen die Hälfte der Mandate zugestand. Wenn wir noch daran erinnern, daß im Vorjahre in Spandau bei Berlin in einem Wahlkampf die Zionisten eine vernichtende Niederlage gegenüber den Liberalen erlitten, so sehen wir, daß der Zionismus selbst dort, wo man eine Hochburg für ihn vermutet, auf wankenden Füßen steht. Der Stürmer" über den neuen englischen König. Herr Julius Streicher, der Intimus Adolf Hitlers, leistete sich kürzlich folgendes Stückchen in seinem berüchtigten „Stürmer": „Die Judenfrage in England. Kein Land Europas wird so von Juden beherrscht wie England und ahnt es so wenig. Das nordische Blut des Volkes hat schwere Kämpfe zu bestehen, sich ans Licht zu ringen. Carlyle sagt: Der Engländer hat ein germanisches Aeußere, aber eine jüdische Seele." Weil das Judentum die Weltmaohtpolitik Englands trägt, war auch das Judentum der Träger des Weltkrieges. Das englische Volk glaubt mit Begeisterung der Sage, daß es von den verlorenen 10 Stämmen Judas abstamme. Sogar das englische Königshaus hält dieses Märchen aufrecht. Die Königin Viktoria I., unseres Kaiser Wilhelm II. Großmutter, hütete sorgfältig die Dokumente, die ihre Abstammung von König David beweisen sollen. Sie bestand auch darauf, daß ihr Enkel, der Prinz von Wales, u. a. den Namen David erhielt, mit dem er im engeren Familienkreis gerufen wird." Quousque tandem Dr. Grünbaum? In Wien wird unter obigem Titel in den letzten Tagen ein Flugblatt verbreitet, für dessen Inhalt Malkiel G r ü n w a 1 d verantwortlich zeichnet. Darin heißt es: „Noch nicht genug der Geplänkel, noch nicht genug der Skandale? Wohin wollen Sie und das Landeskomitee mit Ihrer verhängnisvollen Taktik der eigenen Jugend gegenüber hinaus? Entweder Sie machen Schluß oder aber der ganze Zionismus in Wien kommt auf den Hund! Zuerst entlocken Sie die Kinder dem väterlichen Hause, der Misrachi-Organisation eine brave, fleißige und ambitiöse Jugend, bringen sie in Gegensatz zu den Eltern, träufeln ihnen eine grundfalsche Ideologie ein, nützen sie Jahre hindurch ohne die geringsten Geldopfer für Hausknecht- und Terrordiensteaus und im Moment, wo diese durch Sie selbst großgezogene, aufgepäppelte und selbstbewußte Jugend ihre Rechte reklamiert, kommen Sie und das Landeskomitee mit endlosen Verunglimpfungen, Verdächtigungen und Verleumdungen und lassen die Jugend nicht zur Ruhe kommen. Kein Wunder, wenn diese über 1000 Köpfe starke Jugendorganisation sich nicht knebeln läßt und erbittert ist ob der Enttäuschung als Folge Ihres unverzeihlichen Bocksprunges, zu welchem Sie sich durch die mit Ihnen hier und in Palästina quasi alliierten getarnten Marxisten unter Anführung des ehemaligen Kommunistenchefs Schnittlich veranlassen ließen. Dieser politisch und moralisch diskreditierte Schnittlich, den Sie als Ankläger gegen Ihre eigene Jugend auftreten ließen, trotzdem er im Käseblättchen der „Linken" Sie und das Landeskomitee wiederholt verunglimpfte, kocht doch nur auf auf Ihrem Rücken und auf dem Rücken Ihrer Jugend »sein marxistisch-politisches Süppchen! Geht es uns Juden jetzt in Oesterreich so gut, daß wir uns diesen Luxus der fortgesetzten Skandale leisten können? Herr Dr. Grünbaum! Ich mache Sie aufmerksam, werden Sie mit diesen unmenschlichen und unjüdischen Manövern fortfahren, werden Sie •iuch in Zukunft Prügeleien inszenieren und Ihrerseits ausgenützte jüdische Kinier, die nur ihr gutes Recht fordern, allwöchentlich vernadern, verleumden und verhaften lassen, nur deshalb, weil sie sich Ihren Verunglimpfimgen gegenüber zur Wehr setzen und sich verteidigen wollen, so werden wir auch mit Ihnen abrechnen müssen! Sie waren es, der diese Jugend zu Ihren „Politikern" erzogen hat. Sie haben diese Jugend zu Versammlungsstörern erzogen, Sie waren es, der diese Jugend zur Sprengung gegnerischer Versammlungen animierte und veranlaß t e. Ihr engster Vertrauter, der ständige s ozialistische Kandidat Rotter, war es, der diese unerfahrenen Kinder zu einem kriminellen, bewaffneten Uebertall auf Herrn Dr. Rothenberg zwingen wollte, und jetzt wollen Sie diese Kinder für die Befolgung Ihrer Irrlehre verhaften und bestraten lassen? Genug! Machen Sie Ordnung in Ihrem Lager oder aber — ziehen Sie die Konsequenzen, bevor man Ihnen noch den bitteren Kelch der Selbsthilfe zu spüren gibt. Sie sind sittlich und moralisch gehandikapt mit Ihren fortwährenden Vernaderungen und polizeilichen Assistenzen, mit Ihren lächerlichinquisitorischen Verhandhingen gegen die Jugend mit Hilfe des bösen marxistischen Geistes des Palästina-Amtes in der Person des ehemaligen Moskauer Schergen Schnittlich. Nur durch die Arbeit dieser JuugenssindSie Kultusvorsteher geworden, ihnen verdanken Sie Ihr Kongreßmandat und überhaupt alle Ihre Ehrenstellen, und nur, weil Sie den getarnten Marxisten, Ihren Koalitionsgenossen, auf den Leim gingen, sollen Väter ruiniert, Mütter zur Verzweiflung getrieben werden? Herr Dr. Grünbaum, Sie haben Ihr Gewissen belastet und Sie sind der Totengräber der alten Z. O. in Wien! ii Wi^ Il^Pfaterstraße 30 das Haus für elegante Wohnungseinriditungen Sie haben uns die Kinder geraübt und verdorben, Sie haben junge, unschuldige Kinder unglücklich gemacht und Ihnen werden wir die Rechnung präsentieren! Verschwinden Sie aus dem Kultusvorstand und von der Spitze des Landeskomitees, wie Sie auch zum Wohle des Bundes aus der Leitung des B. J. F. verschwunden sind!" Jüdische Frauenorganisationen Amerikas iür den Hitler- Boykott. Die von etwa 2500 Delegiertinnen aus allen Teilen der Vereinigten Staaten besuchte Konferenz jüdischer Frauen-Organisationen nahm nach Ansprachen der Frauen Felix M. Warburg, Herbert Lehman, Ogden Reid und der bekannten Schriftstellerin Fannie Hurst eine Resolution für unentwegte Fortsetzung des Boykotts deutscher Waren und Dienste und für den Boykott der Olympiade an. Mahoney erklärte, der Kampf gegen die Berliner Olympiade sei keineswegs zu Ende, er habe im Gegenteil erst begonnen. Dem Olympic Committee dürfen keine Fonds bewilligt werden. United Palestine Campaign will dreieinhalb Millionen Dollar aufbringen. Die soeben in New York zu Ende gegangene Nationalkonferenz der Vereinigungen für Palästina-Aufbau (United Palestine Campaign) beschloß einmütig, dreieinhalb Millionen Dollar für Palästina aufzubringen, ein Teil des Fonds soll zur Ansiedlung deutscher Juden in Palästina verwendet werden. Die Konferenz beschloß ferner, den Boykott deutscher Waren und Dienste aufrecht zu erhalten. Die englisch-jüdischen Führer, die jetzt in Amerika weilen, nahmen an der Konferenz teil, Präsident Roosevelt sandte ein Begrüßungsschreiben. Odol-Mundwasser enthält neben dem wirksamen Odol-Antiseptikum noch den aus der Myrrhe gewonnenen Extrakt, der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches, als ganz besonders wirksam erwiesen hat. Die Myrrlt; wird für diesen Zweck schon seit tausend Jahren verwendet. GROSSFLEISCHHAURRtl flEGM. KORNMEHL WEH IX., BERGGASSE HR. 19 FILIALE i XVIII., «ÄHRINGERSTRA8SE 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant fflr Heilanstalten AbteilungenfarKoscherfleisch unter Aafaieht des ehrw. Rabblnates der Isr. KuKusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Semeindedfeonift. Verein für jüdische Geschichte und Literatur. In der am 20. Jänner stattgehabten Generalversammlung genannten Vereins wurden folgende Herren per acclamationem wieder in dem Vorstand gewählt: Professor Dr. Samuel Krauß (Präsident). Rabbiner Dr. Moses Rosenmann (Vizepräsident). Obermedizinalrat Dr. Heinrich Haase (Vizepräsident). Vorstandsmitglieder: Kommerzialrat Theodor Ehrenstein, Dozent Dr. Isidor Fischer, Direktor Joab Friedmann, Hofrat Dr. Siegmund F u c Ii s, Alired- May, Sandor Wolf. Revisoren: Dr. Ernst Pins, Hans Heller. Hachnusas Kalu (Obmann S. Buchsbaum) veranstaltet zugunsten armer Waisenbräute, Dienstag, den 11. Februar 1. J., im Theater „Reclame", II., Praterstraße 34, eine Wohltätigkeitsvorstellung, bei welcher „B a r m i z w a h", mit Sevilla Pastor in der Hauptrolle, zur Auiführung gelangt. Mit Rücksicht auf den wohltätigen Zweck wird gebeten, durch zahlreichen Besuch diese Veranstaltung zu unterstützen. Generalversammlungen. Isr. Tempel verein iür die Bezirke Wieden- Margareten. Am Sonntag, den 9. Februar 1936, iindet um Ys 10 Uhr vormittags im Tempelgebäude 5. Bez., Siebenbrunnengasse la, die 61. ordentliche Generalversammlung statf. Brigittenauer isr. Tempelverein. Am Dienstag, den 11. Februar 1936, findet um 6 Uhr abends im Restaurant Kohn, 20. Bez.. Heinzelmanngasse 1, die ordentliche Generalversammlung statt. Todesfall. Am Montag, den 3. d. M. wurde Wilhelm Neumann, der Jahrzehnte hindurch im Dienste der Kultusgemeinde als Religionslehrer segensreien wirkte, und auch ein hervorragender Lehrer der französischen Sprache war, zu Grabe getragen. An seinem Leichenbegängnisse haben zahlreiche Schüler und Verehrer teilgenommen. Auch prominente Persönlichkeiten des Schulwesens beteiligten sich an der Ehrung dieses vornehmen gütigen Menschen. Die religiösen Zeremonien versah Herr Rabbiner Dr. Bach und Oberkantor M a t y a s. Namens des Präsidiums der Kultusgemeinde und des Schulinspektorates war Herr Inspektor () e h- I e r erschienen, der an der Bahre dieses ausgezeichneten Lehrers warm empfundene Worte des Gedenkens und des Dankes sprach. Verein der Lemberger in Wien. Anläßlich des 25iährigen Bestandes dieses Wohltätigkeitsvereines fand am Samstag, den 25. Jänner 1936, 'in Festsaale des Hotels Continental eine in jeder Hinsicht gelungene Veranstaltung statt. Den unermüdlichen Bemühungen der Vereinsleitung unter Führung des Obmannes Herrn Oswald Reicher ist die Durchführung dieses schönen Festes zu verdanken, wodurch auch den Wolilfahrtseinrichtungen des Vereines ein namhafter Betrag zugeführt werden konnte. Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit der Begrüßung der erschienenen Gäste, seitens des Obmannes Herrn Oswald Reicher, worauf Obmann- Stellvertreter Herr Adolf T a r 1 e r die Festrede hielt und einen kurzen Rückblick auf die bisherige Tätigkeit des Vereines gab. Dann folgten die künstlerischen Darbietungen. Herr Simon F o s t e I brachte jüdische Lieder zum Vortrag. Fräulein Else Kohn. welche besonders auffiel (Schülerin des Gesanglehrers Prot. UI an o w s k i) begleitet von Luise H o c h d o r i erntete für ihre Gesangsdarbietungen lebhaften Beifall. Herr Max L i c h t e g g trug in künstlerisch vollendeter Weise mehrere Lieder vor. Lotte Menas ergötzte mit ihren interessanten Darbietungen als Mimikerin und Groiesktänzerin. Besonders gefiel der kleine Hausknecht, der sich im Nu die Gunst der anwesenden Gäste erwarb. Zum Schlüsse erheiterte Herr Eugen S t r e h n mit seiner Lohengrin-Parodie. Die Conference besorgte in meisterhafter Weise Frau Ada K c I s e n. die Klavier- Begleitung oblag Herrn Hans Stricker. Nach Schluß der künstlerischen Darbietungen unterhielt sich das anwesende Publikum beim Tanz. Die Musik besorgte die bekannte Jazzkapelle „The Winapic Band", das Tanzarrangement lag in den Händen des Tanzmeisters B i r k e n f e 1 d. Sch. jüdische Kulturstelle: Führung: Sonntag, den o Februar. „Maschinenbau. Post-Eisenbahnmuseum, Bergbau". (Im Zyklus: Die Kunstform der Technik.) Leitung: Ing. Georg Koppel, cand. ing. Erich Brod. Treffpunkt: Technisches Museum, XIII., Mariahilr'erstraße 212, 10 Uhr vormittags.

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