Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 6 (7.2.1936)
- Date
- 1936-02-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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m Seite 8 Nr. 6 — 7. Februar 1936 nm DIE WAHRHEIT 'M i Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafe! QaiMUnuta ■ z> Sohebith 8696 Feber 1930 Irfft abds. 7.15 Scbebatk 14. 5.L0 ( Bescbalach \ U. B. M ) SohabosScbirah 8-38 ,, ]5. Cbamlscho os^r J5-50 Haftorab Udwauro ischo! Borcbl Nafscbi 1 7.18 „ 16. bii20. 5.20 abds. Freitag, 7. Feber 5.00 Samstag. 8. Febet 530 v-ni.tag. 9. bis UM Donnerst. 13.Feb. ( Jüdische K<°edithilfe. Die jüdischen KaufTeute und Gewerbetreibenden werden darauf aufmerksam gemacht, daß die jüdische Kreditkasse für Kleingewerbe uad Kleinhandel in Wien II., Praterstraße 9/5, Betriebskredite gegen entsprechende Bürgen gewährt ^Theater und Jimist. Kunstausstellung in der Jüdischen Kulturstelle. Fünf jüdische Meister der bildenden Kunst, Arthur Weiß, Leo Schwarz, Siegmund Forst, Roman Wachtel und Arthur Kolnitz, stellen eine Reihe ihrer graphischen bzw. plastischen Arbeiten in der Jüdischen Kulturstelle, Franz Josefs-Kai 3, aus. Wenn wir in den ersten Raum der Kulturstelle treten, sehen war, links vom Eingang, zunächst vier Holzschnitte von Arthur Weiß. Eindrucksvolle Bilder aus dem jüdisch-mystischen Leben, wobei wir „Die Jahrzeit des Zadik" besonders hervorheben. Arthur 'Kolnitz bringt drei gelungene Illustrationen zu jüdischen Romaniiguren. Anschließend eine größere Kollektion graphischer Arbeiten (Pastell und Kohle) von Siegmund Forst, der sich vornehmlich mit dem jüdischen Leben in seiner innersten Form beschäftigt. Als besonders erwähnenswert finden wir „Die Vision des Propheten", zwei Blätter von starker Gestaltungskraft. Das Blatt ..Rußland" drückt das viele Jahrhunderte alte Leid der russischen Juden aus. Am Ende möchten wir noch den Versuch, eine „Hagadah" handschriftlich zu gestalten, erwähnen. Am Tisch liegen drei Köpfe von Leo Schwarz. „Ein Mädchenkopf" zeichnet sich durch zarte Linienführung •besonders aus. Ein Kopf aus Stein verrät starke plastische Gestaltungsfähigkeiten. Die gegenüberliegende Wand wird von Arbeiten Roman WachteJs (Kohle und Oelkreide) vollständig ausgefüllt Seine Darstellungen Wiener und niederösterreichischer Landschaften verraten eine gute Einfühlung in die Meister des französischen Impressionismus. Erwähnenswert sind noch zwei Frauenporträts von edler künstlerischer Qualität. Eine sehr gelungene Ausstellung, die, zumal es sich um wirklich wertvolle künstlerische Arbeiten handelt, das Interesse der breiten jüdischen Oeffentlichkeit verdient. Die Idee der Jüdischen Kulturstelle, der jüdischen Künstlerschaft ein würdiges Fonum für ihre Arbeiten zu schaffen, würde nur dann dem Zwecke entsprechen, wenn das jüdische Publikum entsprechend von dieser Notiz nimmt. —»• Jüdische Künstlerspiele, Wien II- PraterstraBe 34. Sevilla Pastor als Jankaie. Wie bereits angekündigt, bringen die jüdischen Künstlerspiele Freitag, den 7. Februar, in völliger Neuinszenierung das berühmte musikalische Lustspiel „Jankaie" von I. Kaiich heraus. Die Schlagerrolle des Jankaie wird Sevilla Pastor kreieren. Das Interesse für die Aufführungen von Jankaie, das außer Freitag, den 7.. auch Samsfeg, den 8. und Sonntag, den 9. Februar, auf den Spielplan gesetzt wurde, ist sehr groß. Sonntag, den 9. Februar nachmittags, geht bei ermäßigten Preisen die lustige Operette ..Hallo Lilly" mit Sevilla Pastor in der Hauptrolle in Szene. Der weitere Spielplan lautet: Montag, den 10. Februar und Dienstag, den 11. Februar „Barwizwah", Mittwoch, den 12. Februar „Ihr grojßcr Sod" und Donnerstag, den 13. Februar „Der letzte Tanz". Sondervorstellung in den Jüdischen Künstlerspielen. Mitwoch, den 12. Februar 1936, findet die einmalige Aufführung des vieraktigen Volksstückes „Ihr grojßer Sod", mit M. Herschkowicz und Erna Siegler, statt. Die Jüdische Kulturstelle veranstaltet jeden Samstag, 17 Uhr, in ihrem Theatersaal einen Musik-Nachmittag. Samstag, den 8. Februar, 17 Uhr, im Zyklus „Hört jüdische Künstler", Theodor Baar (Violoncello), am Klavier Dr. Kurt Baar. Karten in der Jüdischen Kulturstelle, I., Franz Josefs-Kai 3, Tel. R-28-2-36. Jüdische Kulturstelle. Freitag, den 7. Februar, 19 Uhr, spricht Dr. Felix Günther im Vortragssaal der Jüdischen Kulturstelle über „Mozarts jüdische Freunde". 2eltsnff*B toh T*rla*«r ▼»■•»«•t. Jovxaal «gpadl* fi X'aitt««. Falls Adressat reraocen. nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit". Wlan IL, HelnestraB« 11/12 Leopoldsf ddter lempe icreln Acsihd Awretiom n„ PannanticimaMc id. P 47-3-63 Anmeldungen f. Antseboien, Trauungen (aodi Bni. freiem BtoiineOD. HarmiZrvaus Partatanvarfcalir an Werktag» von 2 bis V»4 Uhi nach, mittags, an Seaatageo »cn 10 btt 12 Uhi vormittags Qabetatunden früh Schebath 6696 abds. 6.45 14. Schebatb 5.(0 Beschalach (2. B. M.) Scü bos Schirah 15. Chainischo osor Hallorah Udwauro ischo Borcbi Nafscbi 16. bis 20. 5.50 Karten in der Jüdischen Kulturstelle, I., Franz Josefs- Kai 3, Tel. R-28-2-36. Liederabend Josef Feuer. Samstag, den 8. Februar, 19.15 Uhr, singt Josef Feuer, begleitet von Gideon May, im Theatersaal der Jüdischen Kulturstelle (I., Franz Josefs-Kai 3) liturgische, hebräische und jüdische Lieder. Besonders hingewiesen sei auf zwei Uraufführungen: „Esther Oratorium" von Josef Millet und die große Ballade „Schaul b'en dor" von Tschernichowski; Musik von Josef Millet. Klaviersoli: Sabine Lauber. Karten in der Jüdischen Kulturstelle, I., Franz Josefs-Kai 3, Tel. R-28-2-36. Maria Gutmann-Herschmann (Deutsches Volkstheater) gibt Sonntag, den 9. Februar, um 19 Uhr. im Jüdischen Kulturtheater (I., Franz Josefs-Kai 3) einen Vortragsabend „Jüdische Dichtungen und Melodramen". Die Künstlerin liest u. a. aus dem „Jungen David" von Beer-Hofmann und aus Chlumbergs „Wunder um Verdun". Karten von S —.80 bis 2.— in der Jüdischen Kulturstelle, I., Franz Josefs-Kai 3, Tel. R-28-2-36, bei Oronner, L, Graben 28, Rath, II., Taborstraße 20 a, Lanyi, I., Kärntnerstraße 44, und Mejstrik, I., Wollzeile 6. Ämtficße Verfautßarungen der Jsradftischen Xuftusaemeinde Wen Predigten in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. Freitag, den 7. Februar, werden bei den um 5 Uhr beginnenden Abendgottesdiehsten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks-Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: 1. Bez.: Seitenstettengasse 4 (Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang). 2. Bez.: Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes). 3. Bez.: Untere Viaduktgasse 13 (Rabb. Dr. K. Kupfer). 5. Bez.: Siebenbrunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer). 15. Bez.: Turnergasse 22 (Doz. Dr. H. J. Zimmels). IS. Bez.: Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz). 19. Bez.: Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). 21. Bez.: Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Samstag, den 8. Februar, beim Vormittagsgottesdienste Schrifterklärung: 20. Bez.: Kluckygasse 11 (Rabb. Dr. B. Murmelstein). * Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Bürgerschüler (-Schülerinnen). Samstag, den 8. Februar, um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im 2., 9. und 20. Bezirk. Samstasr. den S. Februar, um Uhr nachmittags, im Leopoldstädter Tempel, IL, Tempelgasse 3, und m den Bezirks-Synagogen, IX., Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. Stimmbegabte Knaben unter 11 Jahren werden in die Chorelevenschule des Stadttempels, aufgenommen. Den Knaben ist Gelegenheit geboten, stimmlicn und musikalisch ausgebildet und gegen Bezahlung in den Synagogenchor eingereiht zu werden. Die Anmeldungen der Schüler können an den Tagen: Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zwischen ys6 und 7 Uhr abends, in der Chorschule der Kultusgemeinde, L, Seitenstettengasse 4, IV, Stock, erfolgen. Kundmachung. Das Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde Wien gibt Folgendes bekannt: Von den zuständigen Behörden ist eine Verordnung an die Bäcker ergangen, daß ab 4. Februar 1936 Kaisersemmeln und Kipfeln mit Milch-hergestellt werden müssen. Das rituell lebende Publikum wird hiemit aulmerksam gemacht, daß daher die obenbezeichneten Gebäcksorten milchig sind und zu fleischigen Speisen nicht verwendet werden dürfen. Auch zu milchigen Speisen dürfen nur solche Kaisersemmeln und Kipfeln benützt werden, die mit Koschermilch zubereitet wurden. Die jüdische Bevölkerung wird ersucht, im Hinblicke auf obige Verfügung sich durch persönliche Nachfrage bei den Bäckern, von welchen sie ihr Gebäck bezieht, die Sicherheit zu verschaffen, welche Semmeln nur mit Wasser unter Ausschluß jeden Milch- oder Fettzusatzes erzeugt werden. Kundmachung betreffend den Ankauf von Mazzoth. Das Rabbinat macht darauf aufmerksam, daß die Bereitung von einwandfreien koscheren Mazzoth und Mazzothprodukten, angefangen von der Beschaffung des Mehles bis zur Fertigstellung große und schwierige rituelle Anforderungen stellt, die eine besonders strenge Aufsicht erforderlich macht. Daher kann das Rabbinat für Mazzotherzeugnisse, welche vom Auslande eingeführt werden, keine Verantwortung übernehmen, weil das Rabbinat keine Gewähr hat, ob dieselben tatsächlich den rituellen Anfoiderungen entsprechen. Das Rabbinat fühlt sich dadurch veranlaßt, dem auf koschere Mazzoth und Mazzothprodukte reflektierenden Publikum zu empfehlen, seinen Mazzothbedart nur bei den unter Aufsicht des Rabbinates stehenden Mazzothfabriken, und zwar: Nathan Brodetzky, IL, Leopoldsgasse 43, Hermann Strum, II. Rotensterngasse 11, Moritz Vortrefflich, IL, Obere Augartenstraße 52, zu decken. Es wird gleichzeitig darauf hingewiesen, daß von den Mazzoth der obigen Firmen bereits nSn (Challah) genommen ist. Beerdigungen. 29. Jänner 1936: Schyl Stegmann, 74 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Bertha Erdheim, 59 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Süßkind Kris, 79 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Leon Reich, 71 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Henriette Fröschel, 80 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Leon Breite!, 23 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Karl Wenger, 5t Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). 30. Jänner: Karoline Neuhaus, 71 Jahre, 14. Bez. (I. Tor). — Samuel Pentlicka, 75 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Karl Kraus, 75 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Charlotte Herrling, 80 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Hugo Rosenbaum, 62 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Therese Zeisei, 78 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Moriz Zweig, 69 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Rosa Rosner, 80 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Wilhelm Hartmann, 72 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Sigmund Pick, 70 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Lotte Braunwald, 61 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Cilly Schiffeldrimm, 35 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 31. Jänner: Rudolf Kopperl, 57 Jahre, 9. Bez. (1. Tor). — Karl Siegfried Altmann, 56 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Rosa LöbL 36 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Fanny Samstag, 73 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Eugen Reich, 57 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Kurt Schönfeld, 17 Jahre, 8. Bez. (IV. Tor). — Charlotte Reifer, 87 Jahre, S. Bez. (IV. Tor). 2. Februar: Ides Reinhold. 74 Jahre, 2. Bez. (ITor). — Wilhelmine Weiss, 82 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Luise Kraus, 84 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Laura Weiss, 78 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Karoline Moses, 76 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Ferdinand Herzler, 82 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). — Isaak Ackermann. 71 Jahre. Jaroslau (Polen), (IV. Tor). — Baruch Low, 67 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Salomon Hirsch, 72 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Simon Suschny. 85 Jahre. 20. Bez. (IV. Tor). Leo Pollak, 47 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor) — Sara Balicer, 85 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 3. Februar 1936: Malwine Mautner, 82 Jahre, 18. Bez. (I. Tor). — Albert Bloch, 46 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Pauline Gross, 60 Jahre, 5. Bez. (IV. Tor). — Albert Schönstein, 64 Jahre, 19. Bez. (IV. Tor). — Marie Fischer, 76 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Relig. Lehrer Wilhelm Neumann, 86 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Dr. Salomon Kirchenberger, 87 Jahre, 18. Bez. Döbl. Friedhof. 4. Februar: Moses Kupferberg, 61 Jahre, Tarnow (Polen), (IV. Tor). — Meschulem David Schnaps, 28 Jahre, Zablatow (Polen), (IV. Tor). — Abraham Parnes, 61 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Karl Karpati. 30 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Fanny Stein, 74 Jahre. 19. Bez. (IV. Tor). — Robert FischL 50 Jahre, 16. Bez. (IV. Tor). —(Franziska Fuchs, 73 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor)- ElrenMnier. Heraaaceber. Verleger »od verantwBrtlWier Scarifdolter: Oskar Hirsckfeld. Wie* II.. PraterstraSe 29. - Druck: Irnaz Salti är Sohae. Wien U.. Roberrrass« 2. L