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Die Wahrheit · 1936-01-10 · Heft 2 (10.1.1936) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1936
Issue
Heft 2 (10.1.1936)
Date
1936-01-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 2 — 10. Jänner 1936 Seite 5 „Rassenverräter" Bismark. Zeitgemäße Zitate ohne Kommentar. Reichgewordene Juden sind nicht gefährlich, die gehen nicht auf die Barrikaden und zahlen pünktlich ihre Steuern. Die Strebsamen sind es, die noch nichts haben, besonders die von der Presse. Doch sind auch hier wohl die Christen die schlimmsten und nicht die Juden. Bismarck 1881 zu M. Busch. » Auch unter den Juden gibt es gute, rechtschaffene Leute. So war da einer bei uns in Pommern, der handelte mit Häuten und ähnlichen Produkien. Das muß einmal nicht gegangen sein, denn er wurde bankerott. Da kam er zu mir und bat mich, ich solle ihn schonen und meine Forderung nicht anmelden. Er würde mich schon bezahlen, wenn er könnte, nach und nach. Nach alter Gewohnheit ging ich darauf ein, und er zahlte wirklich. Noch als Bundestags-Gesandter in Frankfurt a. M. bekam ich Abzahlungen von ihm, und ich glaube, daß ich, wenn überhaupt etwas, so noch weniger als andere verloren habe. Bismarck 1870 zu M. Busch. * Die Resultate von Rassenkreuzungen sind gar nicht übel. Z. B. die Lynar, Styrum und Gusserow haben jüdisches Blut .und sind alls ganz gescheite, nette Leute . . . Uebrigens ist es wohl umgekehrt noch besser, wenn man einen christlichen Hengst von deutscher Zucht mit einer jüdischen Stute zusammenbringt. Das Geld kommt wieder in Umlauf, und es gibt auch keine üble Rasse. Ich weiß nicht, was ich meinen Söhnen einmal raten werde. Bismarck 1871 zu M. Busch. Sobald wir den Staat in konfessionelle Stücke schneiden, an welchen jede Konfession ihren verhältnismäßigen Anteil haben muß. so kommt auch noch die ganz beträchtliche Kopfzahl der jüdischen Bevölkerung in Betracht, deren Mehrzahl sich ja durch b esondere Befähi'gung und Intelligenz für Staatsgeschäfte auszeichnet. Bismarck in der Reichstagsrede vom SO.^Jänner 1872. * Gewisse jüdische Eigenschatten, namentlich auf dem für die Deutschen schwierigen Gebiet der Finanzwirtschaft, können dem germanischen Geist nur nützlich sein, wenn dieser sich nicht von ihnen überwinden läßt. Die Beharrlichkeit, mit der die Juden als die allergefährlichsten Feinde des Reiches ausgegeben werden. . . . erinnert mich an das Gebaren eines Mannes, der seinen Heldenmut an einem Mückenschwärm austobt, weil er mit den ihn umringenden Raubtieren nicht. anzubinden wagt. Bismarck zu M. Harden 1893. * Man klagt Heine dafür an, daß er Napoleon I. verherrlicht habe. Ich kann es ihm nicht verargen. Wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre, hätte ich kaum anders gehandelt Hätte es mir, wenn ich — wie Heine — als Jude geboren wäre, gefallen können, daß man um 8 Uhr abends die Tore der Judenstadt abgesperrt, überhaupt die Juden unter die schwersten Ausnahmegeselze gestellt hat? Ein Heine mußte naturgemäß in dem Manne, der . . . die Ausnahmegesetze insgesamt aufhob, einen Erlöser von martervollem Druck preisen ... Und vergessen jene Herren denn ganz, daß Heine ein Liederdichter war, neben dem nur noch Goethe genannt werden darf, und daß das Lied eine spezifisch deutsche Dichtungsform ist? Bismarck zu Rottenburg. » Wenn man gegen die von uns-gewünschte Gleichberechtigung der Juden in Rumänien usw. einwendet, daß dort die Juden auf so tiefer Stufe stehen, dann bleibt doch zu bedenken, ob nicht vielleicht der traurige Zustand der Juden in jenen Ländern gerade dadurch herbeigeführt worden ist, daß sie von der bürgerlichen Gleichberechtigung ferngehalten wurden. Bismarck auf dem Berliner Kongreß 1878. * L a s s a i 1 e war eine viel vornehmere Natur als seine Epigonen; er war ein bedeutender Mann, mit ihm konnte man wohl sprechen ... Er war einer der geistreichsten und liebenswürdigsten Menschen, mit denen Ich je verkehrt habe . . . Unsere Unterredungen haben stundenlang gedauert, und ich habe es immer bedauert, wenn sie beendet waren. Bismarck im Reichstag am 17. September 1879. * leb mißbillige ganz entschieden den Kampf gegen die Juden, sei es, daß er au! konfessioneller oder gar auf der Grundlage der Abstammung sich bewege. Mit gleichem Recht könnte man eines Tages über Deutsche von polnischer oder französischer Abstammung her. fallen wollen und sagen, es seien keine Deutschen. Die geistige Organisation der Juden im allgemeinen macht sie zur Kritik geneigt und so findet man sie wohl vorzugsweise in der Opposition: aber ich mache keiaen Unterschied zwischen christlichen und jüdischen Gegnern meiner Politik. Bismarck zu M. Behrend 1881. * Lord Salisbury besitzt zweifellos eine große staatsmännische Begabung; aber der Jude Beaconsf i e 1 d schlägt ihn doch um einige Pferdelängen. Bismarck zu Andrassy 1878. * Die Juden sind in ihrer Politik nie so gemein gegen mich gewesen wie meine christlichen Gegner, die in der Fortschrittspartei und in der Konservativen während der Zeit der „Reichsglocke". Bismarck zu M. Busch 1883. Ich halte die Beimischung des jüdischen Elements zur deutschen Rasse für sehr nützlich. Die Juden geben der Bevölkerung ein Mousseux, das sonst fehlen würde, Antriebe und Beweglichkeiten, die sonst kaum in dem Maße vorhanden wären. Bismarck in einem Tischgespräch 1890l * Die Bewegung gegen die Juden entspringt in der Hauptsache weniger religiösen oder Rasseinstinkten als vielmehr wirtschaftlichen Gründen. Die Ueberlegenheit der Juden im Gelderwerb beruht auf Eigenschaften, die durch staatliche Mittel nicht zu beseitigen sind. Infolge natürlicher Veranlagung sind sie in Geldsachen meist klüger und geschickter als die Christen. Solange sie nicht zu Vermögen gelangt sind, sind sie zwar vielleicht nicht arbeitssamer, aber doch genügsamer und sparsamer als die christlichen Mitbewerber. Ihrem Drang nach Erwerb und Vermögensbildung von staatlicher Seite Hindernisse in den Weg zu legen, würde nur den Nationalwohlstand schädigen und die übrigen Bevölkerungselemente ebenso treffen. Ich halte die Juden für nützliche Mitglieder des Staates und finde es unklug, sie zu beunruhigen. Bismarck in einem Tischgespräch 1890. Ich war immer bestrebt, die Sitten des klugen jüdischen Volkes zu bessern, ohne ihm je etwas zuleide zu tun. Das wäre auch unchristlich gehandelt; denn das Judentum bildet die lebende Zeugenschaft des Christentums. Sollten die Juden aussterben, so wäre das eine ungünstige Prognose für den Fortbestand des Christentums. Bismarck zu Dr. J. Kepes 1892. (Ausgewählt und mitgeteilt von G. P.) 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In der Piotrowska-Oasse wurde der Jude Nathan Chmielewski durch ein Salzsäure-Attentat an Händen und Gesicht schwer verletzt. Unerkannt gebliebene Huligans haben in der Nacht die alte, historisch denkwürdige Synagoge vonGrodno in Brand gesetzt. Da das Feuer rechtzeitig bemerkt wurde und der Brandherd, einige Haufen mit Benzol getränkter Lumpen, unschädlich gemacht werden konnten, ist ein größerer Schaden nicht entstanden. Der Patriotismus der jüdischen Frontkampfer Polens. Im großen Saal des Warschauer Stadtrats wurde die zweite Landeskonferenz des Verbandes jüdischer Teilnehmer an den Kämpfen für Polens Unabhängigkeit im Beisein von Delegierten aus ganz Polen eröffnet. Nach einer Minute Schweigen, die dem Andenken an Marschall Pilsudski gewidmet war. hielt der Verbandspräsident Leo B r e«m a n die Eröffnungsansprache, in der er mitteilte, daß der Verband über 5000 Mitglieder in 65 Ortsgruppen zählt und sich zur Aufgabe gestellt hat, die drei Millionen Juden in Polen enger mit dem polnischen Staate und dem polnischen Volke zu verbinden. Er protestierte scharf gegen die antisemitische Aktion der Nationaldemokraten, die die J u dl e n, welche seit 1000 Jahren mit polnischer Kultur und Zivilisation verbunden sind, aus dem öffentlichen Leben Polens hinausstoßen wollen. Nach Absendung einer Huldigungsdepesche an den Präsidenten der Republik, Moscicki. und an den Generalinspektor der Armee, Ridz S z m y g 1 i hielt der Vize-Kriegsminister. General Qluchowski, eine Ansprache, in der er die Namen vieler Juden aufzählte, die ihr Leben dem Kampf um Polens Unabhängigkeit opferten; diese Helden mögen dem polnischen Judentum als Muster dienen, denn „der Kampf dauert fort und heischt weitere Opfer". Es wurde eine Begrüßung des Generalinspektors der Armee, Ridz Szmygli, verlesen, der der Konierenz Erfolg wünscht. Richter Maximilian Fryde begrüßte dte Konferenz im Namen der jüdischen Organisationen und wandte sich gegen die „dunklen Kräfte, die die Juden in ein mittelalterliches Ghetto stoßen wollen." Der Redner stellte fest, daß die fortgeschrittene polnische Oeffentlichkeit und die verantwortlichen Regierungskreise diese Tendenzen aJs destruktiv bekämpfen. Fryde forderte die Regierung auf. die Interessen der jüdischpomischen Bürger, die im Dritten Reich entgegen dem internationalen Recht unterdrückt und entrechtet werden, zu schützen. Der Eröffungssitzung wohnten ein Vertreter des Ministerpräsidenten Koszcialkowski, mehrere Vizeminister, der Stadt-Vizepräsident Olpinski. General Trojanowski und Vertreter der polnischen Legionäre bei. In der zweiten Sitzung kam es zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen den vaterländisch und den jüdischnational gesinnten Frontkämpfern. Eine Ansprache hielt der Chef des Militärrabbinats. Rabbiner Major Steinberg. Der Sejm-Präsident Car begrüßte die Konferenz. Trauer um Lord Reading. Der König und die Königin von England haben au die Witwe und den Sohn Lord Readings folgendes Bileidstelegramm gerichtet: „Die Königin und ich wurden durch die Nachricht vom Tcde Ihres edlen Gatten in tiefe Trauer versetzt. Die Nation wird seine Dienste für den Staat ewig im Gedächtnis behalten. Wir sprechen Ihnen und Ihrer Familie zu diesem unersetzlichen Verlust unser tiefes Mitgefühl aus." Der Prince of Wales, der Herzog von York, der Prinz Arthur of Connaught und die Prinzessin Helena Victoria, die Kinder des Königspaares, sandten ebenfalls Beileidskundgebunsen an, die Familie des Marquis of Reading. Am Donnerstag, den 2. Januar, nachmittags, fand in der West London Synagogue unter der Leitung von Rabbi Reinhart und Rev. M. L. Perlzweig ein Tauergottesdienst für den verstorbenen Marquis of Reading statt. Die Gedenkpredigt hielt Rabbi Reinhart. Dear Gottesdienst wohnte der Eearl of Munster als Vertreter des Königs, des Prince oi Wales, des Herzogs von York und des Prinzen Arthur of Connaught bei. Ferner waren zahlreiche Vertreter der Hofkreise und des hohen Adtels erschienen, sowie eine Reihe Mitglieder des britischen Kabinetts unter Führung des Außenministers Anthony Eden. Erschienen waren in der Synagoge ferner zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten des englischen öffentlichen Lebens und die Mitglieder des diplomatischen Korps. Greuel aus der braunen Hölle. Auf Anordnung des Berliner Polizeipräsidenten Graf Helldorf ist das Vermögen von 300.000 Mark einer wohltätigen jüdischen Stiftung, die im Jahre 1795 von Angehörigen der Familie Mendelssohn gegründet wurde, ohne Angabe des Grundes beschlagnahmt worden. Reichsbankpräsident Dr Schacht hat bis zum Jahre 1933 der Stiftung als Mitglied angehört. * Die Gestapo hat in den letzten Tagen bei verschiedenen großen jüdischen Modehäusern in Berlin Einsicht in die Kundenkonten genommen, um testzustellen, wer heute noch in jüdischen Häusern kauft. Em Gesetz das dieses Vorgehen auch nur im entferntesten rechtfertigt, gibt es auch heute noch nicht in Deutschand. * Knapp vor Jahresende erließ die nationalsozialistische Regierung eine neue Ausführungsbestimmung zu den Nürnberger Gesetzen, die vorschreibt, daß arische Mädchen, die als Sekretärinnen. Stenotypistinnen wie überhaupt als Bürokräfte bei Juden tätig sind, ihre Posten sofort gemäß den Nürnberger Gesetzen, verlassen müssen. Diese neue Interpretation der Judengesetze hat auf tausende in Jüdischen Büros beschäftigte werbliche. Bürokräfte um so niederschmetternder gewirkt als bekannt ist, daß von den über 30.000 arischen Hausangestellten, die allein in Berlin die jüdischen Haushalte haben verlassen müssen, mir ganz wenige auf neuen Posten haben untergebracht werden können. Auch die Bemühungen, die auf einmal brotlos gewordenen männlichen und weiblichen Angestellten der aus dem Berufsleben ausgeschalteten jüdischen Notare und Anwälte irgendwie unterzubringen, haben zu keinem nennenswerten Erfolg geführt. Die Verzweiflung und Mißstimmung unter den faserigem arischen Angestellten jüdischer Büros und Haushalte ist außerordentlich groß. * _ Die Polizeidirektion in München hat samtlichen jüdischen Organisationen die Benutzung von Sälen für Versarnrntungen und Veranstaltungen, die sich nicht in jüdischem Besitz berinden. verboten. Der jüdische Kulturbund, der bisher seine Veranstaltungen im Münchner Museumssaal abh'elt. verfügt tetzt über kein geeignetes Lokal mehr.

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