Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1936
- Issue
- Heft 2 (10.1.1936)
- Date
- 1936-01-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 2 — 10. Jänner 1936 DIE WAHRHEIT Herrenkleidersalon S. FROST III., Landstraße Hauptstraße 28 Telephon U 11-2-72 bringt für die jetzige Saison die schönsten Smoking- und Frack-Anzüge für den eleganten Herrn Billigste Preise Feinste Maßarbeit Garantierte Paßform Komitees eine zentrale Gruppe schaffen, die mit dem Generalkommissariat des Völkerbundes ständig Fühlung zu halten und'die Einwanderungsprobleme zu prüfen hätte. Die erste Aufgabe würde die Versorgung der Flüchtlinge mit Pässen sehu Für Arbeitsbeschaffung und finanzielle Unterstützung müßten die Völkerbunds taatera sorgen. Prinz Hub&irtus zu Löwenstein schließt: Ein solches Völkerbundswerk würde die stärkste Unterstützung der öffentlichen Meinung in der Welt, insbesondere auch in christlichen Kreisen, finden und auf diese Weise der menschlichen Gerechtigkeit und der Zivilisation dienen. Den Opfern des Nationalsozialismus und des Rassenwahnsinns muß geholfen werden. JÜDISCHES KULTURTHEATER 1. Kai i. Tel. R 28-2-36 Donnertag, 16. Jänner 193b", 19 Uhr 15 j%.utf»ren«bencl Ernst Llnauer (Aus eigenen Werken) Einleitende Worte: Dr. Alfred Werner Karten von S —.80 in der Jüdischen Ku'.turstelle, Wien 1 Kai 3, Tel. R 28-2 36, erhaltlich. Die Läge vom Bolschewismus der deutschen Juden. (Fortsetzung.) Als im Jahre 1924 eine Volksabstimmung über den Antrag auf entschädigiungslose Enteignung des ehemaligen Kaiserhauses inszeniert wurde, wandte sich das Oberrabbinat von München an ttie Juden Deutschlands mit dem Aufruf, daß jede Entei.gtiiin-g gegen das jüdische Gesetz sei. Die Juden Deutschlands sollten sich hüten, sich mit dem Prinzip der marxistischen Theorie zu befreunden. Aus Aerger über diese Kundgebung stimmten die sozialistischen Abgeordneten im Bayrischen Landtag für einen antisemitischen Antrag, das Schächten zu verbieten. Es ist wenig bekannt, daß sich eine Deputation der jüdischen Gemeinde in München zu Kurt E i s n e r begab, als er die Leitung der bayrischen Räterepublik nach dem Umsturz 1918 'übernommen hatte. Die Deputation bat Eisner. der jüdischer Abkunft war, von seinem Posten zurückzutreten. Eisner antwortete der jüdischen Abordnung, was einst Trotzky der jüdischen Deputation der Moskauer Gemeinde geantwortet hatte: „Ihr babt kein Recht, mir im Namen des Judentums Ratschläge zu erteilen, denn ich habe mit dem Judentum nicht das geringste zu tun." Unter den bürgerlichen Geiseln, die die Kommunisten in München ermordeten, war der jüdische •Verlagsbuchhändler Berger einer der ersten, welcher prokapitalistische und antikommunistische Literatur druckte. Mit Recht ist in einer Streitschrift des bekannten Rabbiners Felix Goldman n, Leipzig, gegen den Marxismus darauf hingewiesen worden, daß die Taufe einer Unzahl deutscher Juden als das Mittel erschien, auf dem Umweg über die Vernichtung des Judentums die Judenfrage zu lösen und daß deshalb der Vater Karl Marxs, ein Anwalt in Trier, im Jahre 1824 seinen sechsjährigen Sohn, den Begründer des Marxismus, habe taufen lassen. Man lese Franz Oppenheimer „Das Grundgesetz der marxistischen Gesellschaftslehre" und mau wird in diesem antikommunistischen Standardwerk auf Stellen stoßen, in denen Marx für die Auflösung des Judentums eintrat, dessen erklärter Feind er war. Haben doch in nationalsozialistischen Versammlungen Deutschlands Nazis allzuhäufig Karl Marx zitiert, um durch dessen antisemitische Bemerkungen die Arbeiterschaft mit dem Gift des Antisemitismus zu infizieren. Weit verbreitet war eine Schriftensammlung, betitelt: „Deutscher Geist und Judenhaß", in der betont wurde daß nationale Einstellung des deutschen Juden kommunistische Tendenzen zwangsläufig ablehnen müsse. In derselben Richtung schrieben: Rabbiner Lange, Essen, „Juden, Weltkrieg und Revolution"; Eugen Fuchs. „Um Deutschtum und Judentum"; . Rabbiner Jacob, Dortmund, „Krieg, Revolution und Judentum; Rabbiner Rosenack, Bremen: „Wahrheit und Gerechtigkeit"; Felix A. Thei'lhaber: „Die Juden im Weltkrieg"; Hans Goslar (führender Zionist): „Jüdische Weltherrschaft"; Georg Hirsch, Halberstadt, „Antisemitismus, Ursachen und Ziel e". Eine besonders wirkungsvolle Abfertigung kommunistischer Gedanken ist in den folgenden Werken zu finden: Felix Goldmann: „Das Wesen des Antisemitismus; Julius Goldstein: „Rasse und Häuseradministration Adolf Krall IV., Schleifmühlgasse 11 Beste Empfehlungen von in- und ausländischen Hausbesitzern m Politik"; I. Heinernann: „Vom jüdischen Geist"; Fritz Kahn: „Die Juden als Rasse und Kulturvolk"; Franz Oppenheim: „Judenstatistik"; Paul Rieger:.„Vom Heimatsrecht der deutschen Juden"; Binjamin Segel: „Die Weisen v.o n Z i o n" usw. usw. Diese und zahllose andere jüdische Schriftsteller brachten in den verschiedensten Formen zum Ausdruck, was J. Heinemann in seinem „Jüdischer Geist" wie folgt gekennzeichnet hat: „Wer Leben oder Macht einer Gemeinschaft stärken will, stärkt ihre Organisation. Dagegen tun die Kommunisten jüdischen Blutes alles, um die Organisation des Judentums zu schwächen. Sie haben niemals an den Schaden gedacht, den sie der Gemeinschaft ihres Glaubens zugefügt haben. Und der ausgesprochene Antisemit Karl Marx würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüßte, daß man ihm den Gedanken der Förderung jüdischer Weltmacht zufSchluß folgt.) Der gelbe Fleck. Bei Carrefour in Paris erschien kürz- Üich .'das mfl!t großer Spannung1 erwamtete Buch „Der gelbe Fleck". Der Untertitel lautet: „Die Ausrottung von 500.000 deutschem) Juden". Der bekannte jüdische Schriftstellei- Lion Feuchtwanger hat das Vorwort zu diesem Buch geschrieben. Es stellt, wie er sagt, mit vorbildlicher Sachlichkeit das Material zusammen über das, was man im Dritten Reich „Die Lösung der Judenfrage" nennt. In diesem Buch wird mit einer unerbittlichen Sachlichkeit aufgezählt, was seit dem 30. Jänner 1933 im Dritten Reich gegen die Juden geschehen ist; von der ersten Boykottbewegung, vom ersten Pogrom in Berlin an bis zui den auf dem Nürnberger Parteitag erlassenen Judengesetzen und den vor kurzem veröffentlichten Durchführungsbestimmungen ist verzeichnet, was erweislich sich in einem sogenannten Kulturstaat in rund drei Jahren hat ereignen können. Mit einer fürchterlichen Präzision ist der Nachweis erbracht, daß es sich bei den Exzessen gegen das Judentum nicht etwa um Ausschreitungen einzelner untergeordneter Organe handelt, um pervertierte Menschen, krankhafte Sadisten, sondern, daß kalt und zielbewußt die Ausrottung und Austreibung des Judentums aus Deutschland planmäßig vollzogen wird. Die halbe Million von Juden, die innerhalb der 60 Millionen deutscher Menschen lebt, ist auf „gesetzlichem" Wege vogelfrei gemacht worden. Aus der Wirtschaft wird der Jude durch den Zwang, sein Geschäft abzugeben, ebenso vertrieben wie, aus allen Disziplinen des öffentlichen Lebens. Man nimmt ihm die Möglichkeit, sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und damit nicht genug, diffamiert man Sin in einer Weise, die an Brutalität alles Dagewesene weit in den Schatten stellt Aus den Krankenhäusern wirft man die kranken Juden hinaus. Jüdische Kinder werden aus den Bädern und Erholungsstätten ausgetrieben, jüdische Waisenkinder aus den Waisenhäusern entfernt. Jüdische Kinderheime werden gewaltsam geschlossen. An jüdische Kinder darf keine Milch abgegeben werden, Juden sind aus dem Winterhilfswerk ausgeschlossen. Die deutschen Blindenvereine haben ihre jüdischen Mitglieder ausstoßen müssen. Von den Scheußlichkeiten, die in den Lagern und Gefängnissen an Juden verübt worden sind, wollen wir nicht sprechen, aber darauf muß hingewiesen werden, daß in dem Buch sich e?ne unheimliche Liste von Namen befindet, Namen von jüdischen Menschen, die nachweislich ermordet worden' sind. Diese Liste ist ein furchtbares" Dokument gegen den Nationalsozialismus. Neben dieser Liste steht eine zweite, die die Namen von jüdischen Menschen enthält, die in den Selbstmord getrieben wurden. Sie ist kaum weniger umfangreich — trotzdem enthält sie nur ellnein vteHdhwlndeiiid geringen Bruchteil der entsetzlichen Wirklichkeit. „Maar liebt es heute", sagt Feuchtwanger in seiner Einleitung, „das Dritte Reich mittelalterlich zu nennem Wer das Buch ,De;r gelbe Fleck' gelesen hat, wird daran zweifeln, ob diese Charakterisierung stimmt. Die dumpfe Grausamkeit mittelalterlicher Judenverfolgungen, wird menschlich, mißt man sie an der organisierten Brutalität." Und weiter: „Dieser Pogrom wird nicht nur aus wirtschaftlichen, sozialen und polnischen Motiven unternommen: zum größten Teil geschehen die bestialischen Dinge, die er mit sich bringt, aus schierem Wahn, aus reJner Freude an der Brutalität, an der Besudelung der Menschenwürde, an der Erniedrigung des andern, aus Nächstenhaß." Die englischen Juden verurteilen Kareski. Auf der Tagung des Rates der Anglo- Jewish Association, der repräsentativen englisch-jüdischen Körperschaft, erklärte der Präsident Leonard G. Montefiore: Der zurückgetretene Hochkommissar James G. MacDonald hat die menschliche und die international-politische Seite des Problems der jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland beleuchtet. Die deutschen Juden selbst dürfen nicht sprechen. Sie sind geknebelt und müssen sich Leute auf dränge n lassen, wie z. B. Herrn Kareski, die vor den Verfolgern) schweifwedeln. Wir Bürger eines freien Landes dürfen nicht schweigen; unser Menschentum und unser Judentum ist herausgefordert worden, wir lassen diese Herausforderung nicht unbeantwortet Auch Rabbi S. Daiches wandte sich scharf gegen Kareski, der im „A ngrift"- Interview die kulturelle Seite der Nürnberger Gesetze billigte. Was Kaireski getan hat, sagte Rabbi Daiches, kann durch nichts entschuldigt werden; es gehört zu jenen Ueberschreitungen, die nach einem Ausspruch des Talmud nicht einmal der T«od auslöschen kann. Man vergleiche mit diesem vernichtenden Urteil die zahme Stellungnahme der „Stimm e", die meinte: „Es ist möglich, daß Herr Kareski geglaubt hat, Gutes zu tun und im besten Willen zu handel n." „Aber er ist," urteilt ..Die Stimme" schonungsvoll, „unversehens auf "die schiefe Ebene geraten." •* Wenn Reading ein deutscher Juden gewesen . . . Sir Charles Grainlt Robertson, Vizekanzler der Universität Birmingham, schreibt an die „T^mes": Es verlohnt, während die britische Nation um den Hingang eines großen Dieners des Staates trauert — eine Betrachtung darüber anzustellen, welches das Schicksal Lord Readings gewesen wäre, wenn er als deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens geboren worden wäre. Er hätte, so lange man ihm Gelegenheit dazu gegeben hätte, Deutschland die gleichen Dienste erwiesen, wie er sie Großbritannien erwies, um aber dann aus dem Lande, dem er gedient hatte, hinausgejagt zu werden. Er hätte als ein be'ttelarmer Flüchtling mit gebrochenem Herzen geendet. Die tägliche Reinigung des Mundes mit einem antiseptischen Mittel ist für die Mundhygiene und Gesundheit gleich wichtig. Das Odol-Mundwasser wirf Tti der ganzen Welt, seiner antiseptischen Wirkung und seines starken, dabei aber angenehmen Geruches wegen, der auch unreinen Atem beseitigt, bevorzugt. Auch reinigt es zwischen den Zähnen sehr gründlich. Außerdem enthält das Odol-Mundwasser neben dem Odol-Antiseptikum den Myrrheextrakt. der gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches wirksam verwendet wird.