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Die Wahrheit · 1935-12-20 · Heft 51 (20.12.1935) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 51 (20.12.1935)
Date
1935-12-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 51 — 20. Dezember 1935 Seite 7 GROSSFLEISCHHAUEREI SIEGM. KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE HR. 19 FILIALE: XVIII., WÄHRINGERSTRASSE 97 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Hellanstalten AbteilungenfürKoscherfleisch unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtlicne Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen schiänkiingsverordiiung erwies sich im Hinblick auf den starken Zustrom von Medizinern in den letzten Jahren, durch den seit langem etablierte Aerzte von Ruf in ihrer materiellen Existenz gefährdet wurden, als notwendig. Dieser große Zustrom wurde durch die unseligen Zustände in Deutschland hervorgerufen. Angehörige des Aerzteberufes haben sich an die Regierung um Schutz gewandt. eine Anfrage des Abgeordneten McEntee betreffend die Berücksichtung von Juden bei öffentlichen Arbeiten in Palästina wurde vom Minister für Kolonien J. H. Thomas im Unterhaus wie folgt beantwortet: Juden seien zu öffentlichen und städtischen Arbeiten in Palästina stets unter den gleichen Bedingungen wie Nichtjuden zugelassen worden und bei der Festsetzung der Arbeitereinwanderungs- Schedule habe man die jüdischen Ansprüche nach angemessener Berücksichtigung bei der Beschäftigung der öffentlichen Arbeiten :mmer sorgfältig beachtet (?). Vor dem Ha ifaer Gericht unter dem Vorsitz des Richters Sherwell fand der Prozeß gegen die vier Wächter des Bodens der Meshek Company, die der Ermordung des Beduinen Mohamed el Alyan und des Mordversuches an vier anderen Beduinen am 19. August auf dem Kuskus Taboun-Qebiet beschuldigt waren, statt. Der Beduine Salh Kassam sagte aus, er und vier andere Beduinen wollten zwei jüdische Traktorenlenker am Pflügen hindern, es kam zu einem Zusammenstoß, wobei die vier jüdischen Wächter feuerten. Das Gericht verurteilte den Wächter Jizschak Hankin zu zehn Jahren schweren Kerkers, die Wächter Mordechai Misrachi, Josef Domai und Arje Abralr.iinson zu je zwei Jahren Gefängnis. * Eingesendet Wir erhalten folgende Zuschrift, deren Absender uns gut bekannt ist: Ich erlaube mir, Ihnen folgenden Tatbestand zur Kenntnis zu bringen: Ich habe am Samstag, dem 14. d. M. das SpLtal der Kultusgemeinde telephonisch angerufen und mitgeteilt, daß im 9. Bezirk eine Frau an einer schweren Rippenfellentzündung mit Exudat krank. darniederliege, deren Mann keinen Erwerb besitzt und daher nicht in der Lage sei, seiner Frau die notwendige Pflege angedeihen zu lassen. Die Familie! befindet! sifch in äußerster Not, so daß, um die Frau zu retten, vom behandelnden Arzte die sofortige Aufnahme in ein Spital gefordert wurde. Ich ersuchte den diensthabenden Beamtem! des Spitals der Kultusgemeinde telephonisch, diese Fj-au sofort in das Spital der Kulrusgemeinde aufzunehmen. Der Beamte fragte mich, ob der Mann nach Wien zuständig sei. Als ich dies bejahte, teilte mir der Beamte mit, daß eine Aufnahme in das Spital der Kultusgemeinde nur gegen Erlag eines Betrages von S 330.— in Frage komme, den er ausnahmsweise auf S 165.— zu ermäßigen versuchen werde. Wenn dieser Betrag nicht erlegt wird, so muß die Frau in irgendein Fondsspital in Wien gehen. Uebeir mein energisches Eintreten und mit Hilfe des Obmanines der Spitalskommission, Herrn Dr. Leonhard Mai er erfolgte schließlich am Sonntag die unentgeltliche Aufnahme der Frau ins Spital der Kulrusgemeinde, nachdem mir der Beamte der Fürsorge-Zentrale, an den ich vom Beamten des Spitals gewiesen wurde, erklärt harte, daß er das Ansuchen erst einer Sitzung vorlegen müsse, die nicht mehr am Sonntag stattfinden wird. Ich sehe mich verpflichtet, diesen Tatbestand Ihnen mit der Bitte um Veröffentlichung zur Kenntnis zu bringen, damit die Wiener jüdische Öeffentlichkeit aufgeklärt wird, daß die jüdischen Wohlfahrts5insrirutio<nen der Wiener Kulrusgemeinde den nach Wien zuständigen Personen vorerst nicht zur Verfügung stehen und daß es erst besonderer Intervention bedarf, um eine nach Wien zuständige arme Frau in das Spital der Kultusgemeinde auf Kosten der Gemeinde aufzunehmen. Ich glaube, daß die Kultussteuerträger der Kultusgemeinde Wien, die nach Wien zuständig sind und zu denen auch ich gehöre, ein Recht darauf haben, zu verlangen1, daß die vor allem mit ihren Geldern geschaffenen und erhaltenen Institutionen der Kulrusgemeinde vorerst den nach Wien zuständigen Juden zur Verfügung stehen. Ich weiß, daß mein Fall kein Einzelfall ist. und weil ich das weiß, so ersuche ich um entsprechende Veröffentlichung. Semeindedkronik. Personalnachricht. Herr Kultusvorsteher Julius Pasch, Innsbruck, wurde durch den Landeshauptmann von Tirol zum Vorstandsmitglied der Tiroler Kaufmannschaft, ferner durch den Bundesminister für Handel Stockinger zum Beisitzer des Senates für Preisschleuderei ernannt. Herr Julius Pasch hat schon dem bisherigen Gremium der Innsbrucker Kaufmannschaft durch 12 Jahre als Gremialrat angehört. Promotion. Herr Ernst Schweiger, Sohn des Prof. Dr. Albert Schweiger, Rabbiner der israel. Kultusgemeinde Mödling, wird Freitag, den 20. d. M., 12 Uhr mittags, im großen Festsaale der Wiener Universität zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Barmizwah-Feier. Samstag, den 14. d. M., fand unter starker Beteiligung im Stadttempel die Barmizwah- Feier des Studenten Gideon B 1 a u er, Sohn des Doktor Nahum Blauer, Leiter der Fürsorgezentrale der Israelitischen Kultusgemeinde, statt. Der Konfirmant trug die Haftorah mit großem Verständnis vor. Oberrabbiner Dr. Feuchtwang hielt eine gedankenreiche Ansprache. Oberkantor M a t h y a s brachte einen feierlichen Segensspruch zum Vortrag. Goldene Hochzeit. Herr Schülern Podzamce, erster Direktor der jüdischen Bühne in Wien, der, sehr bekannt wegen seiner großen Wohltätigkeit, stets für für arme jüdische Schauspieler gesorgt hat und auch noch heute sorgt, feierte kürzlich mit seiner Gattin Rosa das schöne Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar wurde im Polnischen Tempel feierlich aufgerufen, das Fest wurde dann im engsten Familienkreise der Kinder und Enkelkinder des Jubilares herzlich gefeiert. Wien II., Praterstraße 30 das Haus für elegante Wohnungseinrichtungen Isr. Kinderbewahranstalt. Die für Sonntag, den 8. Dezember anberaumt gewesene Kinderbekleidungsfeier der Isr. Kinderbewahranstalt, II. Schiffamtsgasse 15, mußte wegen eines Krankheitsfalles abgesagt werden. Der Vorstand der Isr. Kinderbewahranstalt dankt auch an dieser Stelle allen Gönnern und Freunden, welche es in hochherziger Weise durch reichliche Spenden ermöglicht haben, alle Zöglinge mit ausreichender Winterbekleidung zu versorgen, auf das herzlichste für ihr gütiges Wohlwollen und spricht auch dem Damenkomitee, weiches durch seine rege Tätigkeit alles für die Bekleidung Nötige beschafft hat, seinen wärmsten Dank aus. Verein iür jüdische Geschichte und Literatur. Montag, den 23. Dezember, ^8 Uhr abends, im Klubsaale, I.. Wiesingerstraße 11 (Cafe Atlashof, eigener Eingang), Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Ch. H. Taubes: „Franz Rosen zweig". Eintritt freü. Gäste willkommen. Die Eröffnung des neuen Heimes der Jüdischen Kulturstelle (I., Franz Josefs-Kai 3) wurde am 11. Dezember im Rahmen einer schlichten, eindrucksvollen Feier vor Vertretern der Behörden und jüdischer Korporationen festlich begangen. Einleitend sang Kantor Feuer den Psalm: Mismor schir chanukkath habajith. neuvertont von Josef M i 11 e t. der auch die Klavierbegleitung übernommen hatte. Ina Mare sprach den von Dr. Alfred Werner verfaßten, formschönen und gedankentiefen Prolog; ein meisterhafter Cellovortrag Prof. Joachim Stutschewskys, begleitet von Gideon M a y, bildete den Abschluß der künstlerischen Darbietungen, welche von den ergriffenen Zuhörern mit stürmischem Beifall bedankt wurden. Der Vorsitzende David Nebenzahl konnte in seiner Ansprache begrüßen: Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang, in Vertretung des Bürgermeisters der Stadt Wien Obermagistatsrat Bezirksvorsteher Dr. Eduard Siegmeth, in Vertretung des erkrankten Volksbildungsreferenten Bundeskulturrat Prof. Dr. Lugmeyer Dr. Korger und Dr. Frey tag; in Vertretung der Israelitischen Kultusgemeinde Präsident Dr. D. F r i e d m a n n, Vizepräsident Dr. J. L ö w e n h e r z und Kultusvorsteher Dr. M. S t i g 1 i t z, in Vertretung des Schullamtes den Obmann Dr. J. Kl aber und Amtsleiter Förster, den Präsidenten der Anwaltskammer Dr. Siegfried Kantor, für die Union österreichischer Juden Dir. Weiger sowie Vertreter der zionistischen und Frontkämpfer-Organi- Mfien l.f Seitenatettengasse 2 XI., Zentralfriedhof neben dem I. Tor Samataig g««cfalo»sen I_ sationen, ferner Univ.-Prof. Dr. B. Geiger, Prof. J. W o 1 f s s o Ii n, Jehuda Ehrenkranz. In seiner Ansprache dankte der Vorsitzende zunächst allen, die an der Schaffung des neuen Heimes mitgearbeitet haben. Sodann umriß er Ziele und Tendenz der Jüdischen Kulturstelle, welche fern von Politik und weitab von Parteihader eine Stätte für Jüdische Kulturarbeit auf allen Gebieten geistigen und künstlerischen Schaffens sein wolle. Oberrabbiner Dr. Feucht wang gab in einer großangelegten Rede eine tiefgründige Erläuterung des Wesens wahrer jüdischer Kultur; er beglückwünschte die Jüdische Kulturstelle zu dem bisher Geleisteten und versicherte sie auch für die Zukunit seiner Förderung. Obermagistratsrat Bezirksvorsteher Doktor Siegmeth überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Bürgermeisters der Stadt Wien. Hierauf wurde ein ausführliches Reierat über die bisherige Tätigkeit der Kulturstelle und über das Programm für das Arbeitsjahr gehalten. Prof. Dr. M. Papo als Leiter der Jüdischen Volkshochschule gab seiner Freude Ausdruck, daß diese nunmehr in eigenen Räumen untergebracht sei, und beirichtet über die in Aussicht genommenen Kurse. Seiner Rede folgten die Ausführungen der Referenten für Musik, bildende Kunst, Literatur und Theater. Hierauf ergriff Präsident Dr. Desider Friedmann das Wort zu einer Würdigung des hier Geleisteten, das er der weitgehenden Unterstützung der Kuliusgemeinde versicherte. Der Referent für jüdische Volksbildung, Rabbiner Dr. K. Kupfer, gab bekannt, daß Ministerialrat Ing. Witt und Volksbildungsreferent Prof. Dr. Lugmeyer durch Dienstgeschäfte, bzw. Erkrankung am Erscheinen verhindert seien, und übermittelte den Ausdruck ihrer Sympathie für die Bestrebungen der Jüdischen Kulturstelle. Als nächster Redner sprach Dr. M. Stiglitz. der seine Befriedigung über das Arbeitsprogramm zum Ausdruck brachte und namens der „Union" wärmste Unterstützung zusagte. Dr. Paul B e r g e r begrüßte die Jüdische Kulturstelle für den Zionistischen Landesverband. Prof. M. Rath von der Histadruth Iwrith formulierte in hebräischer Sprache die Wünsche iür ein glückliches Gedeihen. In seinem Schlußwort dankte der Vorsitzende für das Wohlwollen, das einen neuen Ansporn bilde, auf dem begonnenen Wege tatkräftig und arbeitswillig fortzufahren. Zusammenschluß der jüdischen Rechtsanwälte. Innerhalb des Bundes jüdischer Frontsold at e n wurde eine Sektion der im BJF vereinigten Anwälte gegründet, welche die Aufgabe hat, die Interessen der jüdischen Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsanwärter zu wahren. Dieser Sektion können alle jüdischen Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsanwärter, auch solche, die nicht gedient haben — letztere als unterstützende Mitglieder — angehören. Zum Führer dieser Sektion wurde das Mitglied der Bundesführung, Dr. Heinrich S o k a 1, zum Führerstellvertreter der Landesführer für Niedernsterreich Dr. Ernst Lamberg und zum Schriftführer das Mitglied der Bundesführung Dr. Julius Grünwald bestellt. Die neugegründete Sektion hat der Regierung im Hinblick auf die am 31. d. M. erfolgende Auflösung der Rechtsanwaltskammer eine Liste von jüdischen Anwarfen unterhreitet, welche zur Ernennung in die neue Standesvertretung vorgeschlagen werilt;n. tfkanuka~&eiern. Der Isr. Frauenverein, 18. Bez.. bekleidet zu Ciianuka 65 Kinder und 80 alte Frauen mit Winterkleidern. Schuhen und Wäsche. Besichtigung am Freitag, den 20. d. M.. XVIII., Schppenhauerstraße 3°. nachmittags 4 Uhr. Außerdem findet am Montag, den 23. d. M„ im Cafe Colosseuin. Ntißdorferstraße 6, iür die Kinder eine Jause statt. Damenkomitee des Mädchenwaisenhauses. XIX., Bauernfeldgasse 40. Samstag, den 21. d. M.. pünktlich um 17:1 Uhr. iindet im Heime. XIX.. Bauernfeldgasse 40. die Chanukafeier statt. Bund jüdischer Frontsoldaten. Das S y m p h o n i c- Orchester des „Bunde? jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs" und der W i e n e r j ü d i s c Ii e O e s a n gverein sowie ein Kinderchor unter der Leituflg von Dr. Kurt Pahlen bringen bei der großen Chanukafeier des „Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs" Samstag, den 21. Dezember 1935. präzise 20 Uhr 30 Min., im Großen Musikvereinssaal dun „Turm zu Babel" von Arthur Rubinstein zur Aufführung. Restliche Karten zu dieser repräsentativen Veranstaltung im Sekretariat der Bundesführung. Wien I.. Bräunerstraße 2/16, Telephon R-26-5-43. Die Chanukaveranstaltung der Wiener Talmud- Thora-Schule, II.. Malzgasse 16. findet zugunsten ihrer Scbülerausspeisting am 21. Dezember 1935, um 7 Uhr abends, im Hotel Post. Wien I.. statt. Restliche Karten an der Abendkassa. Dr. Krüger-Heim, II.. Malzgasse 7. Sonntag, den 22. d. M., y.5 Uhr nachmittags, im Heime Chanuka- Feier mit großem abwechlungsreichen Programm. Pazmaniten-Tempel. Wie seit vielen Jahren, wird auch heuer im Pazmaniten-Tempel Sonntag, den 22. d. M., um 8 Uhr abend, ein besonderer C h a n ti k a - Seit Menschengedenken wird Myrrhe-Extrakt gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches wirksam verwendet. ODOL-Mundwasser enthält außer dem ODOL-Antiseptikttm, den Myrrhe-Fxirakt.

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