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Die Wahrheit · 1935-12-20 · Heft 51 (20.12.1935) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 51 (20.12.1935)
Date
1935-12-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 51 — 20. Dezember 1935 Seite o Herrenkleidersalon S. FROST III., Landstraße Hauptstraße 28 Telephon U 11-2-72 bringt für die jetzige Saison die schönsten Maßanzüge und Winterröcke in den herrlichsten Dessins Billigste Preise Feinste Ausfährung Garantiene Paßform ten, von heftiger Abneigung und Furcht gegen Juden ergriffen war. In der Volksschule pflog er gute Kameradschaften mit jüdischen Mitschülern und empfand sie durchaus nicht als schlechter oder „Die Aufgabe der Propaganda ist nicht ein Abwägen der verschiedenen Rechte . . . Sie hat nicht objektiv die Wahrheit, soweit sie den anderen günstig ist, zu erforschen... sondern ununterbrochen der eigenen zu dienen." Adolf Hitler in „Mein Kampf", Seite 200. Immer wieder und wieder hat Kanzler Adolf Hitler — offensichtlich zu dem Zwecke der Irreführung — versucht, ohne den Schein eines Beweises eine Lüge zu verewigen, welche ihm mehr als irgend eine andere zur Macht verholfen hat: daß die Juden verantwortlich für den Kommunismus in Deutschland sind. Die gerissenen Machenschaften hinter dieser Samstag, den 21. Dezember präzise lA9 Uhr abends im Festsaal des Cafe „Altes Rathaus" I., Wipplingerstratje 24/26 minderwertiger als die anderen. Aber noch in seinen Jünglings- und späteren Mannesjahren konnte er sich, weil noch im Banne der ersten Jugendeindrücke, nicht ganz vor einem antijüdischen Vorurteil bewahren, und er mußte seine ganze Logik und Denkkraft zusammennehmen, um es zu überwinden. Die Nazi-Führer gebrauchen ihre ganze Denkkraft zur Ersinnung judenverleumderischer Mythen, an die sie selbst nicht glauben. - Die Zukunft wird die Entscheidung bringen, welche dieser beiden polaren Methoden den Staaten zu größerem Segen gereicht. Aus der Vergangenheit darf man die Hoffnung schöpfen, daß Masaryk, der heute unter den Staatslenkern Zentraleuropas eine ähnlich isolierte Stellung einnimmt wie einst unter den Abgeordneten im österreichischen Reichsrat, denselben triumphalen Sieg seiner Weltanschauung erleben wird, wie er einst seiner in ihrer Bedeutung verkannten Persönlichkeit beschieden war. Dieser Wunsch beseelt uns Juden als Trost über den Rücktritt des edlen Menschenfreundes Masaryk. von hungrigen, niedergeschlagenen und verzweifelten Deutschen gejagt. Schon auf dem Nürnberger Parteitag begann es. Die Reden der führenden Regierungsmänner dort bis zur üblichen Skandalnummer des Streicherschen „Stürme r" waren alle auf das Thema abgestellt: Judentum und Bolschewismus seien eins, beide wollten Deutschland und die Welt vernichten und deshalb mußten sie rechtzeitig vernichtet werden. In Massenauflagen, die in die Hunderttausende gehen, werden die antisemitischen Reden von Goebbels und Rosenberg nicht nur im Inlande, sondern auch im Auslande verbreitet. Von verschie- Große Chanuka-Fetef dei JiHjeml-llnion Sozialismus eingeführten Propagandamethodet: die Grenzlinien zwischen Marxismus und Kommunismus immer mehr verwischten. Diese Beweisführung setzt Hitlers Lüge, daß er die Welt vom Bolschewismus gerettet habe, ins rechte Licht. f. Juden verteidigen Demokratie. Die deutschen Juden (ein Prozent der Bevölkerung) schickten 96.000 Soldaten (17 Prozent der jüdischen Bevölkerung) in den Weltkrieg. Von diesen waren 12 Prozent Freiwillige und mehr als z wöI i t au send fielen. Als nach dem unglücklichen Ausgang des Weltkrieges die konstituierende Nationalversammlung in Weimar zusammentrat, war die Deutsche Demokratische Partei von ausschlaggebender Bedeutung. Sie wurde von Freund und Feind die „Judenpartei'* genannt, weil sicherlich 90 Prozent aller Juden demokratisch gewählt hatten. Ein ganz kleiner Teil der Besitzenden unter den Juden organisierte sich in der ..Deutschen Volkspartei" Gustav Stresemanns und ein ebenso zahlenmäßig nur geringer Teil schlecht entlohnter Gehaltsempfänger wurde Mitglied Religiöse Feier: Festrede: Rabb. Prof. Dr. A. Frankfurter Lichteranzünden: Kantor Rosenwald Erstklassige Akademie — Tanz Karten iVorverkaufspreis S 150) im Sekretariat der „Union" IX., Berggasse 4, Telephon A 19-2-77, bei allen Leitungsmitgliedern An der Abendkasse erhöhte Preise. Die Läge von Bolschewismus der deutschen Juden. Verleumdung, eine dauernde Herausforderung für Wahrheitsliebende, haben keinen Augenblick aufgehört, unter dem Druck der gut funktionierenden Propaganda ihre Wirkung zu verfehlen. Immer dann, wenn mehr schmackhaft gemachtes Futter notwendig wurde, um eine geistig und physisch sterbende Natioii damit zu sättigen, wurde das Schreckgespenst des jüdischen Bolschewismus durch die ausgetrockneten Kehlen von Millionen Einen Begriff von der Bedeutung dieser Erwählung, von der Größe seiner Berufung erhielt man durch die Vermittlung von Bruchstücken aus einem großen ,.M o s e s"-Epos. Denn diese grandiose Art der Auffassung des Mannes Moses, durch die Uriel Birnbaum zu stets neuen Schöpfungen angeregt wird, verhilft uns selbst dazu, die Person Uriel Birnbaums tiefer zu erlassen, erschließt uns den gewaltigen Horizont seiner geschichtlichen Konzeptionen. Nachdem Birnbaum schon in mehreren bedeutungsvollen Werken sich zu Moses als zum „größten Menschen der Erde" bekannt hat, vertieft er diese Auffassung hier noch weiter und läßt — in einem wundervollen Dialog zwischen Moses und seiner Frau Zippora, einem Zwiegespräch von bezwingender Schlichtheit der Sprache — schließlich Moses jene gewaltigen Worte sprechen, die sich beim ersten deutlichen Aufdämmern seiner Berufung seinem Mund entringen. ..Mich narrt, ein Hirte sei der Herr der Welt" läßt Birnbaum Moses von sich selbst sagen und gerade diese Zusammenstellung von „Hirte" und „Herr der Welt", dies Nebeneinander von einem der niedersten ßerufsstände und höchster, erhabenster Berufung, gemahnen uns an das Schicksal Uriel Birnbaums selbst, gestatten uns einen Rückschluß auf sein eigenes, zwischen niederster Alltagsnot und allerhöchster Beruiimg sich abspielendes Leben. Hier, gelegentlich dieser historischen Anknüptung über die Jahrtausende hinweg (denn Uriel Birnbaum denkt nicht in Jahrhunderten, er denkt in Jahrtausneden!) .kann man die Konturen der künftigen Größe Uriel Birnbaums erahnen. Hier schließt sich eine historische Kette, deren einzelne Glieder Jahrtausende umfassen, hier rundet sich ein Kreis, vor dessen Vollendung wir bis ins Ma.rk der Krochen hinein erschauern müssen und dessen Inhalt zu umschreiben .wir in Ehrfurcht ihm überlassen müssen, der durch sein Werk als einzig dazu Berufener erscheint, ihm — dem großen Uriel Birnbaum! Samuel. denen deutschen Stellen, z. B. von der Dresdner Bank in Hamburg, sind jetzt diese infamen Angriffe auf das Judentum an die ausländische Kundschaft verschickt worden. Damit aber nicht genug: Angesichts der für Deutschland höchst unangenehmen Verurteilung der Judenpolitik durch das Ausland hat nun auch der Reichskanzler selbst in einem Interview die Behauptung aufgestellt, daß Judentum und Bolschewismus in Deutschland so gut wie identisch seien und daß das deutsche Judentum sozusagen die Pläne des Bolschewismus gedeckt habe. Um diese Herausforderung mit Würde und Wahrheit, die in der Nazibibel „Mein Kampf" mit Füßen getreten werden, zu beantworten, veröffentlicht die angesehene New Yorker Zeitschrift „T h e American Hebrew" eine Reihe von Tatsachen zum Beweise dafür, daß die deutschen Juden nicht nur nicht die Vorkämpfer für den Kommunismus waren, sondern lange bevor Hitler sein Anstreichergewerbe einstellte, den Koni m unismus in vorderster Reihe bekämpften. Es wird in diesem Tatsachenberichte, den wir hier fortsetzungsweise wiedergeben, klar und wahr bewiesen, daß die deutsche Judenlieit schon kräftige Anstrengungen gegen den Bolschewismus machte, als der Nationalsozialiismus noch in den Kinderschuhen steckte. Ja noch mehr, die deutschen Juden führten den Kampf gegen den Kommunismus zu einer Zeit, als Hitlers Nationalsozialismus politische Verbindungen mit dem Kommunismus suchte. Von 1918 an bis zum Einbruch der Hitlerherrschaft in Deutschland haben die deutschen Juden einen unerbittlichen Feldzug gegen den Bolschewismus geführt. Nackte Tatsachen werden schließlich Hitlers Lügengewebe zerreißen, daß die deutschen Juden in ihrem Vaterlande den Kommunismus gestärkt und gezüchtet haben. Seit der Gründung der Kommunistischen Partei in Deutschland im Jahre 1920 haben die Juden mit aller Macht den Bolschewismus bekämpft, während die durch den Nationalder Sozialdemokratischen Partei. Jeder Mensch, der die politischen Verhältnisse in Deutschland auch nur oberflächlich kennt, wird zugeben müssen, daß die überwältigende Mehrheit der deutschen Juden, in Führung und Mitgliedschaft vom Kommunismus mit besonderem Haß verfolgt, Deutsche Demokraten waren. Der Jude Hugo P r e u ß, ein Führer der Demokraten, schuf 1919 die deutsche Verfassung und gab ihr als Grundlage den Obrigkeits- und Volksstaat. Die von dem Juden PreuLi geschaffene demokratische Verfassung sicherte Rede-. Presse- und Versammlungsfreiheit, unter deren Schutz Hitlers Nationalsozialismus fähig war. seine Lügenpropaganda vorwärts zu treiben. Derselbe Jude Preuß gestattete aus seinen, demokratischen Empfinden für Pietät und Tradition - man bedenke, unter der Republik! - der Handelsschiffahrt, dem Heer und der Marine die alte kaiserliche schwarz-weiß-rote Flagge weiter zu hissen. Es blieb Hitler überlassen, auf dem nationalsozialistischen Parteitag in Nürnberg am 15. September diese Flagge gänzlich zu beseitigen und an ihre Stetie das Hakenkreuz zu setzen. Demgegenüber kann nicht bestritten werden, daß Teile des kommunistischen Programms in dem nationalsozialistischen enthalten sind. Unter den Leitsätzen der Hitlerpartei finden sich u. a. folgende Paragraphen: § 13. Wir lordern die Verstaatlichung aller hereits vergesellschaftlichten (Trusts)' Betriebe. § 14. Wir fordern Gewinnbeteiligung an Großbetrieben. § 17. Wir fordern Schaffung eines Gesetzes zur unentgeltlichen Enteignung des Bodens. Wir fragen jeden Unbefangenen: Wer hat die Weltanschauung des Kommunismus in Deutschland bekämpft: die durch den Juden Preuss geschaffene demokratische Reichsverfassung oder das von Hitler mit kommunistischen Ideen durchsetzte nationalsozialistische Parteiprogramm? Soeben erschienen im Panenropa-Verlag Zürich—Wien JUOENHASS VON HEUTE von R. N. Condenhove-Kalergl WESEN OES ANTISEMITISMUS von H. Qraf Coudenhove-Kalergi (Beide Teile in einem Band vereinigt) Dieses Werk ist bestimmt, Klarheit zu bringen in das Chaos der Judenfrage! 332 Seiten. Kartoniert S 9.50 Ganzleinen S 12.- Zu beziehen durch alle Buchhandlungen.

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