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Die Wahrheit · 1935-11-22 · Heft 47 (22.11.1935) · page 2

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 47 (22.11.1935)
Date
1935-11-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 47 — 22. November 1935 DIE WAHRHEIT DIE seeteld. Tirol 1200 m Wintersport — Hohensonne Erstklassige Verpflegung in der sti eng Abteilang der Geschwister SCHECK i m Hotel Hochalm Fahrpreisermäßigung. machen, um sie zur Milderung ihrer judenfeindlichen Exzesse zu veranlassen, hat die schlichte Tatsache, daß 50.000 arische Hausarbeiterinnen den Schutz ihrer Tugend mit dem Verlust ihrer Existenz würden bezahlen müssen, doch ernüchternd gewirkt und eine „vernünftigere" Begrenzung des „gefährlichen Alters" der Hausgehilfinnen herbeigeführt. Weil die Hakenkreuzler den Juden Tapferkeit und Patriotismus abstreiten, müssen die Namen der jüdischJeh Kriegsgefallenen von den Gedenktafeln verschwinden, wurde ein jüdischer Kriegsblinder, der sich durch eine umgehängte Tafel als solcher zu erkennen gab, in Berlin verhaftet. Weil der Antisemitismus den Juden kulturschöpferische Kräfte abspricht, wurden die jüdischen Künstler und Wissenschaftier aus dem deutschen Geistesleben ausgeschaltet und als Repräsentanten der deutschen Kultur — das ist kein Witz! — die Herren Frauenfeld und Suchenwirt, recte Suchanek aus Wien in die neugeschaffene Reichskulturkammer berufen. Nur in einem Punkte bedeutet das neue Judengesetz einen Sieg der Aufrichtigkeit: Es spricht aiicht mehr von N i c h t a r i e r n, sondern ausschließlich von Juden. Unter den NichtarJern haben die Japaner wenig Lust gezeigt, das Stigma rassischer Minderwertigkeit auf sich zu nehmen und auch die Negerrepublik Liberia hat diplomatische und wirtschaftliche Abwehrmaßregeln gegen die rassische Diffamierung ergriffen. Bloß die Juden haben keine Machtmittel zur Verfügung. Sie können sich nicht wehren. ' Die Stimme" der Verleumdung. ## „Alles mit vornehmen Mitteln wahrhafter Bildung im gegebenen Rahmen Jüdischer Art-und Gesittung. Nur so kann Frieden im eigenen Lager gestiftet. Hader und Zwist vermieden werden." Aus dem Gratulationsartikel des Herrn Oberrabbiners Dr. D. Feuchtwang anläßlich der 500. Nummer der „Stimm e". Am 17. Mai 1935 hat der Präsident der „Union", Herr Regierungsrat Dr. Hermann Oppenheim, anläßlich des Erscheinens eines anonymen Schmähartikels in der „Stimm e" vom 10. Mai 1935 in unserem Blatte folgernde Fragen gestellt: „Ich frage, welchen Namen verdient das Verhalten eines Menschen, der seine schnöden Angriffe gegen mich als den „Chef" der „Union" aus dem Hinterhalte redaktioneller Anonymität richtet? Wie soll man ihn dafür nennen, daß er, um den „Kampfgeist" der „Union" zu schwächen, sich der nicht weniger schnöden Drohung mit weiteren Angriffen bedient? Und ich frage weiters: Welchen Namen verdient das Blatt, das solchen Schmähungen Raum gibt?" Diese Fragen, vor einem halben Jahr in aller Oeffentlichkeit gestellt, sind bis heute unbeantwortet geblieben. Offenbar hatte der Artikelschreiber die Absicht, erst dann wieder aus dem Hinterhalte seine vergifteten Pfeile abzusenden, bis diese Fragen in der Oeffentlichkeit in Vergessenheit geraten sein würden. Diesen Zeitpunkt erachtet „Die Stimme" und ihr Anonymus nun für gekommen. Sie hat in ihrer Nummer 499 vom 15. November unter dem Titel „Schach den Denunzianten" einen Artikel veröffentlicht, der von Verleumdungen, Falschmeldungen und Angebereien strotzt und der bezeichnenderweise wieder von niemandem gezeichnet ist. Das System ist also das gleiche geblieben: In feiger und hinterhältiger Weise wird die jounnalistische Anonymität zu Verleumdungen mißbraucht. Und dieser feige und hinterhältige Artikelschreiber wagt es, sich zum unberufenen Verteidiger der jüdischen Frontkämpfer Oesterreichs aufzuspielen. Der Artikel der „Wahrhleit", der — nach vier Wochen! — angeblich so sehr den Grimm der „Stimme" erregte, besagte, daß die jüdischen Frontsoldaten Oesterreichs, die ihr Leben für Oesterreich in die Schanze geschlagen haben und die stets restlos für Oesterreich eingestanden sind, es vermeidlen müssen, bei ihrer Vorbehalts- und rückhaltslosen Einstellung für unser Vaterland Oesterreich den Jüdischnationalen auf ihrem Irrweg zu folgert Die in der „Stimme" vorgenommene scheinbare Verteidigung des Patriotismus der Frontsoldaten soll jetzt dem Zweck dienen, Mitglieder des „Bundes Jüdischer FrorrtsoJdaiten" auf das jüdischnationale Glatteis zu führen. „Die Stimme" versucht nämlich in einer der Idee des Zusammenschlusses jüdischer Frontsoldaten vollkommen abträglichen Art um die Gunst «des „Bundes judischer Frontsoldaten" in der Weise zu buhlen, daß sie den jüdischen Nationalismus, der sein Ziel in der Schaffung eines jüdißdmationalen Staates in Palästina sieht einerseits und das rückhaltlose Bekenntnis des „Bundes jüdischer Frontsoldaten" zum Vateriande Oesterreich anderseits in irgend eirter Form als miteinander vereinbar darstellen will. Sie mißbraucht, wie so oft, den Begriff „Zionismus", um mit ihm de facto für den jüdischen Nationalismus zu werben. „D i e Stimme" will das unerschütterliche und von allen Menschen 'gleich gewürdigte Bekenntnis des „Bundes jüdischer Frontsoldaten" zu Oesterreich mit einem jüdischnationalen, blau-weißen Bande versehen und nach der Melodie dler Hatikwah gesungen hören. Es ist vergebliche Liebesmüh der Jüdischnationalen, bei jüdischen Frontsoldaten, die Schulter an Schulter mit Kameraden aller Religionen dieses Staates für unser Vaterland gekämpft iind geäitten haben, mit einem „Einerseits" und „Anderseits" zu spielen. Aber eines sei dem unberufenen Verteidiger der jüdischen Frontsoldaten gesagt: Es muß sich jeder Frontsoldat „vor Ekel schütteln", wenn er sieht, Cai€ Pension Echstein Semmerlns Pension bei Minde Stauf enthalt für 3 Tage komplett inkl. aller Abgaben S 10.— tägl. wie jemand die Ehre seiner Gegner feige und hinterhältig wie ein Franktireur zur Zielscheibe nimmt. Es wird dem ehemaligen ersten Führerstell - Vertreter des „Bundes jüdischer Frontsoldaten", auf den sich „Die Stimme" als „bekannten Zionisten" beruft, nicht gelingen, trotz seiner ehemals innegehabten Führerstellvertreterstelle seine Ideen über die Notwendigkeit der Einflußnahme des politischen jüdischinationalen Zionismus auf die Führung des „Bundes jüdischer Frontsoldaten" durchzusetzen, auch wenn er durch von ihm als Präsidenten des zionistischen Landeskomitees gezeichnete Rundschreiben versucht, den „Bund" bei den bevorstehenden Delegiertenwahlen unter die Herrschaft des politischen Zionismus zu bringen. Es ist nicht vergessen, in welcher Gefahr sich der „Bund jüdi- ■Imren BUctrerbeclarf decken Sie am besten und billigsten in der DacMiandluna - Antiquariat HERMANN TUCH IM ER. In WICH II. Ecke Taborstrsße 52 Große Auswahl von Büchern aller Art, auch anti-, quarisci> zu billigsten Preisen. Verlangen Sie Preislisten umsonst! 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Wer immer diesen Artikel „Schach den Denunzianten" zu Gesicht bekommt, ohne zu „wissen, aus welcher Zeitung er kommt, wird die Ueberzeugung haben, einen Aufsatz aus dem „Stürmer", aus dem „Völkischen Beobachter" oder einer ähnlichen nationalsozialistischen Zeitung zu lesen. Es ist nicht das erste Mal, daß „Die Stimme" sich von Erpressern, Verleumdern usw. Informationen geben läßt, um sie gegen andere in der Art einer nationalistischen Schandpresse zu verwenden. Diese Methoden -beweisen am besten, von welchen jüdischen Idealen diese Herren jüdischnationalen Zionisten in Wien geleitet werden). Wer immer sich im Kampfe gegen seine Glaubensgenossen solcher Methoden, wie sie von Nationalsozialisten angewendet werden, bedient, hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn sich jeder anständige Mensch von ihm mit Abscheu abwendet. Diese Kampfesmethoden werden die „Union" und „Die Wahrheit" nicht dSvon abhalten, den Kampf für die gerechte Sache unserer Glaubensgenossen, gegen den Nationalismus jeder Art, für die Reinheit der Verwaltung in der altehrwürdigen Kultusgemeinde zu fuhren, was gleichbedeutend ist mit dem Kampf gegen jüdischnationale Protektionswirtschaft und Anmaßung. Durch diese Kampfesmethoden wird es nicht erreicht werden, uns in dem derzeit von uns mit aller Macht geführten und von der jüdischen Bevölkerung unterstützten Kampfe gegen die Versorgung der jüdischnationalen Kultusvorsteher mit wohldotierten Beamtenstellen ' A&~ Kultusgetnelnde und vor allem auch gegen' die letzt beabsichtigte Anstellung des derzeitigen Vizepräsidenten Dr. Löwenherz als Amtsdirektor einzuschüchtern, mögen die jüdischnationalen Zionisten auch noch so erbärmliche Methoden anwenden, in der klar zutage freienden Absicht, die Aufmerksamkeit von ihrem Vorhaben in der Kultusgemeinde abzulenken. Die Kulturwelt protestiert. In einer Sitzung der Kirchenversammlung von England sagte der Erzblschof von Canterbury, Dr. Lang, daß er auf das heftigste gegen die Verfolgungen protestiere, die mit neuer Schärfe gegen die jüdische Gemeinschaft in Deutschland ausgebrochen sind. Er hoffe, daß die verantwortlichen Autoritäten in Deutschland die Aktion unverantwortlicher individueller und lokaler Behörden abstellen und für die Juden die einfachsten Menschenrechte .sicherstellen werden. Die Fortsetzung der gegenwärtigen Judenverfolgungen müsse ernstlich das Wohlwollen gefährden, mit dem das britische Volk die deutsche Nation zu behandeln wünscht Hierauf wurde von der Ku-ob£wei$afl«pluag eine Resolution gegen die Judenverfolgung in Deutschland angenommen. Der von uns letzthin wiedergegebene sensationelle Leitartikel der „Times" gegen die Verfolgungen der Judem in Deutschland, in welchem die Lage der Juden als die von Menschen geschildert wurde, die in einen Käfig gesperrt und unablässig gequält werden, hat in England ein starkes Echo gefunden. „Times" veröffentlichen nun eine Reihe von Briefen bekannter Persönlichkeiten zu diesem Thema. ObersÜeustnant Sir Wyndham H. Deedes, früher Ghefsekretär der Palästinaregierung, schreibt: „i^rteeklajadt: .Times' haben gesprochefni!" — so denken heute zweifellos Taustemde Menschen, die Ihren Artikel gelesen haben. Wenn das Gewissen des englischen Volkes nicht vöffig stumpf ist gegen jedes .Gefühl von Anstand und Fair Play, so müßte Ihr Artikel die Wirkung haben, daß sich die ganze "Na tio n z u einem Protest erhebt gegen die Greuel

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