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Die Wahrheit · 1935-11-01 · Heft 44 (1.11.1935) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 44 (1.11.1935)
Date
1935-11-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 44 — 1. November 1935 Seite 5 WIEN II.. Praierslraöe 33 Tciepnon n 4T-4-49 Unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates der Adas Jisroel (Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2— aufw. Hochzeiten. Diners uod andere Festlichkeiten werden in und außer Haus elegantest ausgeführt. Weiter ist dem Landgericht darin zu iolgen, daß unter Berücksichtigung dieser Folgeerscheinungen die Bestätigung des Annalimevertrages aus wichtigem Grunds im öffentlichen Interesse versagt werden müsse. Der nationalsozialistische Staat setzt sich mit aller Entschiedenheit für die Reinerhaltung der Rasse und für die Gründung von Familien deutschblütiger Menschen und deren Fortpflanzung ein. Es kann deshalb keinem Zweifel unterliegen, daß das öffentliche Interesse, wo immer es angeht, der Herstellung eines gewillkürten Familienbandes entgegensteht, mit dem die Gefahr einer Beeinträchtigung dieser Ziele verbunden ist. Demgegenüber müssen die privaten Interessen des einzelnen an dem Zustandekommen eines solchen Familienbandes zurückstehen." Palästina-Aussprache im englischen Unterhaus. Im Unter Ii a u s richtete der Abgeordnete Captain Peter MacDonald an den Minister für die Kolonien Malcolm MacDonald die Frage, ob er seine Aufmerksamkeit der Tatsache geschenkt habe, daß wiederholt Rundfunksendungen in arabischer Sprache im Dienst der italienischen Propaganda Für den Empfang in Palästina, Transjordanien und denNach bargebieten erfolgen, ob Aufzeichnungen über diese Propagandasendungen vorliegen und ob das Kolonienministerium oder die' Regieningen in Ostafrika Schritte unternommen haben, um dieser Propaganda entgegenzuwirken. Im Namen des Ministers für die Kolonien antwortete Commander S o u t h b y, es seien gewisse Erklärungen in arabischer Sprache bekannt, die von italienischen Sendern verbreitet wurden. Niederschriften des angeblichen Textes seien ihm in einigen Fällen vorgelegt worden. Er wisse, daß die Angelegenheit dem italienischen Botschafter zur Kenntnis gebracht wurde. Die Vorbereitungen der Palästina-Regierung für die Einrichtung eines eigenen Rundfunkdienstes seien nunmehr fast beendet, und die Sendungen würden demnächst aufgenommen werden. Abg. Wedgwood sprach den Wunsch aus, daß das Kolonialiamt einen Bericht aus Palästina über die dort seit längerer Zeit geführte italienische Propaganda einfordere. Commander Southby erklärte, er werde diesen Wunsch an den Minister für die Kolonien weiterleiten. Nach Anfragen des Abgeordneten .lanner über die Finanzen der Palästina-Regierung wurde die höchst aktuelle Frage des Dumpings in Palästina von Sir Wilfried Sugden angeschnitten. Er fragte den Kolonienminister, ob dieser nicht im Hinblick auf die Gefährdung zahlreicher junger Industrien in Palästina infolge japanischen Dumpings und mit Rücksicht darauf, daß .1 a p a n nicht mehr Mitglied des Völkerbundes ist. bei der Mandatskommission des Völkerbundes Vorstellungen mit dem Ziele erheben wolle, daß Maßnahmen zum Schutz Palästinas gegen die unfaire ja panische Konkurrenz gestattet werden., Commander Southby antwortete: Die Palästina-Regierung ist jederzeit ermächtigt, zum Schutz der einheimischen Industrie Maßnahmen zu treffen, die sie im Interesse des gesamten Landes für wünschenswert hält und die mit dem Mandat im Einklang stehen. Die Stellungnahme gegenüber japanischem Import in Palästina ist bedingt ,d u r c h den englisch-japanischen Handelsvertrag, dem Palästina beigetreten ist und der jedes diskriminierende Vorgehen in bezug auf japanische Waren. solange er in Kraft ist, verhindert. I ODDenheim Wien II., Praterstraße 30 das Haus für elegante Wohnungseinrichtungen Auf Wedgwoods Frage, ob die Bestimmungen der Palästinaregierung betreffend die Einschränkung in der Erteilung neuer Lizenzen für Ausübung der ärztlichen Praxis in Palästina von der englischen Regierung gutgeheißen wurde und ob ähnliche Gesetzesbestimmungen in irgendeiner britischen Kolonie oder in einem Dominion in Kraft seien, erteilte der Kolonienminister Malcolm MacDonald die folgende schriftliche Antwort: Ein diesbezüglicher Entwurf ist von meinem Vorgänger im Jänner d. J. gebilligt worden. M i r i s t von einer ä h n 1-i c h e n Ve r f ü g u n g in Kronkolonien oder Dominions nichts bekannt. Gegen die Barbarei des Nazismus. Am Sonntag, den 27. Oktober, fand im Hyde Park zu London eine gewaltige Protestkundgebung segen die nazistische Barbarei in Deutschland statt. Von sechs Tribünen herab sprachen zu etwa 20.000 Zuhörern die bekannten Parlamentarier Major C. R. Atlee. Führer der Arbeiterpartei, Miss nleanor Rathbone. Colone! .losiah Wedgwood. üarnett Jänner, Lord Marley. ferner Morris Myer, Prof. J. B. S. Haldane. Miss Sylvia Pank- 'mrst, eine Reihe Geistlicher und mehrere rührer des öffentlichen Lebens, die fast alle betonten. sie wollten nicht das deutsche Volk anklagen, sondern n u r die sogenannten Führer, die sich einer feigen Verfolgung Andersdenkender und Andersgläubiger schuldig machen. Lord Marley betonte, daß sich die Lage der Verfolgten in Deutschland von Tag zu Tag verschlimmert, daß aber auch das gesamte deutsche Volk die .Folgen des Nazi-Regi- 4undd-händlges Spiel auf 2 Klavieren Klassische und moderne Musik Anmeldung bei: HEDDY MAY-SCHNEIDER staatl. geprfifte Klavierpädagogin XVII., Braungasse 48 Tel. B 42-5-35 oder Neue Schule für Musik und Bahnenkunst L, Hegelgasse 3 mes zu spüren beginnt und daß Europa bedroht sei durch einen deutschen Angriffskrieg, mit dem Ziele, die öffentliche Meinung von der Not in Deutschland abzulenken. Wedgwood führte aus, man sei fast versucht zu sagen, daß für die unsäglich leidenden Juden in Deutschland ein schneller Pogrom erträglicher wäre als diese langsame tötende Abwürgung der Körper und der Seelen. Barnett Janner wies auf den Goebels-Frlaß betreffend Auslöschung der jüdischen Namen von den Kriegsehrentafeln hin und sagte: Den Unbekannten Soldaten könne Goebbels nicht ausmerzen, und vielleicht war dieser ein Jude. Unter lebhafter Zustimmung wurde eine Resolution angenommen, in der gegen die physische und seelische Marterung von Männern und Frauen in Deutschland protestiert wird und die britischen Bürger aufgefordert werden, deutsche Waren und Dienste so lange .rücksichtslos zu boykottieren, „bis in Deutschland volle religiöse und bürgerliche Freiheit wiederhergestellt ist". Das Zentral-Konsistorium der französischen Juden, welches alle jüdischen Gemeinden Frankreichs und Algeriens repräsentiert, veröffentlicht die folgende Erklärung: „Das Zentral-Konsistorium der Israeliten Frankreichs und Algeriens wendet sich mit Empörung gegen die Barbarei der antisemitischen Gesetze, die soeben in Deutschland verkündet worden sind. Diese ungerechten und heuchlerischen Maß- £*S Bacher £ SdiwcdcnbrOdfc! DUCnnANDLlJNG SCHNEIDE It d CO Wien I., rranz Jocels Kai 7 Reichste Auswahl neuer Bücher bester Autoren von 20 g. 30 £ und 50 g aufwärts Katalog gratis! nahmen stellen in Wirklichkeit mehrere Hunderttausend menschlicher Wesen außerhalb des Gesetzes und weihen sie einer endgültigen Ausrottung. Beschimpft, gehetzt, methodisch aus allen Berufen verjagt gepeinigt selbst bis in die Reihen ihrer Kinder, die bald alle aus den öffentlichen Schulen ausgeschlossen sein werden, sehen sich diese Unglücklichen der Menschenwürde beraubt und auf das Niveau von Parias herabgewürdigt. Indem er heute die Kinder Israels verfolgt, deren religiöser Genius der Welt das Vorbild gegeben hat, einen einzigen Gott zu ehren, tobt der deutsche Rassenwahn seinen Haß gegen alle Religionen und alle Morallehren aus, die danach streben, die Menschen in einem gemeinsamen Ideal des Friedens, der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe einander näherzubringen. Fr schickt sich an, überall, wo er sie erreichen kann, edle und fromme Gemüter blutig zu verfolgen, die es wagen, einer bilden Götzenanbetung Widerstand zu leisten. Im Namen der französischen Juden, die in patriotischer Treue an der hochherzigen Nation hängen, die ihre Väter emanzipierte, hat das Zentral- Konsistorium die Pflicht, das Attentat zu geißein. das mitten im 20. Jahrhundert gegen die geheiligten Grundsätze des göttlichen Gesetzes und des menschlichen Gewissens begangen wurde." Generalversammlung der „Union". Donnerstag, den 24. v. M. fand im Festsaal des Handelsmuseums unter dem Vorsitze des Präsidenten, Herrn Reg.-Rat Dr. Hermann O ppenheim, die ordentliche Generalversammlung der „Union" statt, die außerordentlich zahlreich besucht war, ein Beweis für das große Interesse, das die Mitglieder der „Union" den Aktionen ihrer Organisation, über welche in der Generalversammlung eingehend berichtet wurde, entgegenbringen. Wir warden über die Versammlung, die mit eindringlichen Protestworten des Präsidenten gegen die Nürnberger Judengesetze eingeleitet wurde und deren Verlauf ein überaus schöner war, in der nächsten Nummer unseres Blattes ausführlich berichten. Bei den Neuwahlen wurde die folgende Vorstandsliste von der Versammlung einstimmig per Akklamation angenommen: Ehrenpräsident Dr. Jakob Ornstein; Dr. Ernst Feldsberg, Friedrich Feuer. Dir. Ernst Goldschmidt. Gremialrat Hugo Gross mann, Dr. Julius Grünwald. Baurat Ing. Wilhelm Kempler. Geza Klinger. Ing. Hugo Koditschek. Karl Kohn, Dir. Gustav Kol min, Komm.-Rat Moritz L e i t n e r. Reg.-Rat Dr. Max Lenk, Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim, Börserat Heinrich Popper, Komm.-Rat Alexius S a 1 z e r, Dr. Karl Steiner. Dr. Josef T i c h o, Alfred T o n e 11 e s, Dir. Jacques W e i g e r. Eduard W i d r i c h. Die am .50. d. M. stattgehabte Konstituierung des Zentralvorstandes ergab folgendes Resultat: Präsident: Reg.-Rat Dr. Hermann Oppenheim. Vizepräsidenten: Dr. Karl Steiner. Dr. Josef T i c h o. Schriftführer: Reg.-Rat Dr. Max Lenk. Schriftnihrer-Stellvertreter: Börse rat Heini ich Popper. Kassier: Eduard W i d r i c Ii. Kassier-Stellvertreter: Dr. Ernst Feldsb e r g. Lebensgefährtin Junger Kaufmann, Zürcher, gebildet, mit angen. Äuflern, eigenes Geschäft, vermögend, wünscht mit hübschem intelligenten temperamentvollem Mädchen (bis 27 Jahre) ans guter jüd. Familie in Verbindung zn treten. Nur selbstgeschriebene Offerten mit nfiheren Angaben und Foto unter Chiffre E. Z. 2267 an Rudolf Muse A -6., Zürich. Diskretion Ehrensache.

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