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Die Wahrheit · 1935-09-20 · Heft 38 (20.9.1935) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 38 (20.9.1935)
Date
1935-09-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr., 38 ,—,20,, September 1935 DIE WAHRHEIT Pffi Für öie WHillßder Äßr „Union östcrreldilsctier Jutfeit4^ Beratungsstelle für kaufmännische, ge- ^erbKdb><, Steuer* und Versidierimgs-- Angelegenlieiten. Leiter: Komm.-Rat Alexius Salz er. Eingehende Informationen für jedes Mitglied der iVmöß unentgeltlich, Wien I., KohlmarKt S, i. Stock, Tür 4. tltfich (mit Ausnahme von Samstag) von 10—12 Uhr vormittags. in der Promenade Plakate anzuschlagen mit der Aufschrift: finden ist das Benützen der Bank verböte n/' * Der VVilhelmshafenef „Kurier" meldet, daß am Bahnhof in Wi 1 he 1 ifishafen ein großes Schild mit der Aufschrift: ..Jesaija 31, 6: Kehret um. ihr Kinder Israels! Abfahrtszeiten im Aushang!" aufgestellt worden sei. Auf der Rückseite befindet sich eine Aufschrift aus Hesekiel, die etwa folgendermaßen lautet: Ich will euch SammeJn aus den Heiden und zurückführen in euer Land! * Wie die „Frankfurter Zeitung" berichtet, erklärte auf einem Kameradschaftsabend der auslanddeutschen fJatiönalsozialisten in Erlangen Julius Streicher: fleute sei der fiS t ü r m e f" diemeistverbreitete Zeitung Deutschlands. Wenn es Leute gebe, denen das Tun des „Stürmers" nicht gefalle, dann müsse man ihnen sagen, daß in diesem Blatt kein Satz stehe, der unbedacht gesehrieben sei; und nichts, was jemanden hindern könne, dasBlattmit indieFamilie und zu seinenKindern zu nehmen. Es sei der Jude, der die Parole aufbringe der .iStürmer" sei ein tförhographisches Blatt Der „Stürmer" sei mit Absicht so gefältelt, daß Ihn aüch jeder verstehen körine. Seit mehreren Tagen kann man in Frankfurt und Mannheim Sprechchöre jünger Leute hören: „Gebt uns eine freie Stunde, damit wir mit Dunkelmännern und JUden abrechnen können!" In einigen Ortschafteh erhalten Juden in den Molkereien keine Milch und Butter mehr. Und ähnlichen Weisungen gehorchen versc'hifederienorts die Apotheken, so daß iüdische Aerzte herumreisen. um ihre Glaubensgenossen mit Medikamenten zu versehen. Arische Dienstmädchen, die in jüdischen Familien angestellt sind, werden durch Suggestivfragen zu Aussagen veranlaßt, auf Grund derer Anklagen wegen Rässenschande erhöben werden können. Streicher begeistert sich. Unter dem Titel „Streicher und die Zerstörung von Jerusalem" berichtet das „Prager Tagblatt" vom 13. d. M. „Streicher, der Freund Hitlers und Gauleiter von Nürnberg, hat angeordnet, daß das Gemälde Wilhelm von Kaulbachs „Die Zerstörung von Jerusalem" von der Königlichen Bildergalerie in Mühchen entfernt und in seine eigene Galerie in Nürnberg übertragen werde. Dieses Heranholen des Bildes in seinen nächsten Bereich motiviert Streicher damit, daß es einen außerordentlich großen begeisternden Wert hat. Das Bild stellt die Kräfte der Rechtschaffenheit dar. die Jerusalem mit Feuer und Schwert vernichten." In seinem Buche „R e m b r a n d t" schreibt . der Nichtjude Emile V e rha.eren wörtlich: „Er (Rembrandt) beginnt die Gesellschaft der Juden zu suchen. Man trifft ihn bei den Rabbinern, die ihm die Bibel erklären und selbst ihr Fremdartiges und Uebernatürliches zu bekräftigen scheinen, die den Texten unvermutete und gleichsam erleuchtete Auslegungen geben und Ihm jene Traumwelt, die er in sich trägt, durch ihr Leben bezeugen." Daß Michelangelo einen Teil des Plaförids der sixtinischeh Kapelle, das Alleftieijigste in St. Peter in Röm. mit Malereien schmückte, welche das Wirken von Möses darstellen, ist allgemein bekannt. Die zwei größten Meister des Pinsels wurden eben vom Judehtüme iind seinen Lehren positiv angetegt. Sie Schöpften die Reehtschaffenheät aus den Quellen des Judentums; Daß .aufrechnet die Kräfte der Rechtschaffehheit Jerusalem mit Feuer und Schwert verrifcTiteh. solche WähnvörSteMüheen kann eben nUr ein Streichet haben. Hingegen ist das Prophetenwört: JEibti wird durch Reefit erlöst werden und ifirfe Gefangenen dUTCh Gerechtigkeit", <!fcr ganzen zivilisierten Welt heilig. —n. Der glel&geschaltete Film, Die Wiener Pänta-Füm-Gesellschäft hatte Ernst Deutsch für die Hauptrolle in dem Film „Öie weiße Fra« «tes Maharadscha" engagiert; ihm eui Spielhonorar von 4000 Schilling zugesagt und die Monate April itttg Mai 1935 als Atilttähmfeeeit festgesetzt Nach Vertragsabschluß wurde Deutsch zuerst aufgefordert einer Verschiebung des Termins zuzustimmen, und schließlich verständigt, daß man auf seine Mitwirkung Verzichte, da die österreichische Parlb-!^m4jeselisciiaft beabsichtige, im Film nur in Deutschland zugelassene arische Schauspieler *ti beschäftigen. Ernst Detitsch verlangt sein Honorar mit der Begründung^ daß er sieh die Zeit, die für die Herstellung 4es Films festgesetzt forden war, freigehalten habe, der GeseÜsejHfft -Vertragsmäßte . zur Verfügung «estanaen sei. und deshalb audi kein anderes, Engagement angenommen habe. Die Pähtä-F^m-tjeseflscnaJt erklärt es sei gegenwärtig unmöglich, einen deutschsprachigen Film riiit nichtarisciien Schauspielern zu drehen, ohne dabei einen nicht tragbaren Verlust zu erleiden. Aus diesem Qrunde habe sie Deutsch aus dem Vertrag entlassen müssen. Wenn aber Ernst Deutsch einen materiellen Schaden erlitten habe, so sei das seine eigene Schuld, denn ein Schauspieler von seinen Qualitäten könne auch heutzutage jederzeit ein Engagement an einer deutschsprachigen Bühne finden. Obwohl dieser Einwand weder juristisch noch sachlich eine Berechtigung besitzt, beschloß das Gericht, Direktor G e i r i n g e r vom Deutschen Volkstheater darüber einzuvernehmen, ob Ernst Deutsch wirklich die Möglichkeit gehabt hätte, für die Zeit, die er sich für den Film freigehalten hatte, ein entsprechendes Engagement zu finden. Nebenbei: Die Bindung der österreichischen Filmproduktion an ein ausländisches Diktat ist nicht nur beschämend, sondern auch höchst überflüssig. Es werden genug deutschsprachige Filme hergestellt — und nicht die schlechtesten — deren Produzenten sich um die arischen Großmütter ihrer Schauspieler so wenig kümmern, wie um ihre eigenen. Flottenmanöver in Haifa. Amtlich wird bekanntgegeben, daß Sonntag, den lS. September, in Haifa Flottenmanöver begannen und die ganze Woche fortgesetzt werden sollen. Im Rahmen der Manöver werden auch Truppenlandungen bei Haifa vorgenommen. Von autoritativer Seite wird mitgeteilt, daß die Nachrichten über eine Befestigung Haifas gegen Luftangriffe oder Angriffe von der See aus völlig unbegründet sind. Es werden keinerlei besondere Befestigung s- Besüchen Sie die tt/UHtlASCBlILE «Universum' Wien ix.. Garmsonsg. J Tel. \ zo-4-48 Beginn heueri Kurse im September m a ß n a h m e n getroffen. Die Flöffenübungen finden im Rahmen der jährlich in der Nähe eines anderen Mittelmeerhafens veranstalteten Manöver statt. — Die V>e,.cankerung von zehn englischen Kriegsschiffen vor Haifa scheint eher ihren Grund darin zu haben, daß dort das Endwerk des Pumpwerkes liegt, das das R o höl von Mossul an das Mittelländische Meer bringt, so daß Haifa dadurch ein wichtiger strategischer Punkt für England geworden ist £hibii^h^1^^Eh^^^bbihi] Wilhelm Morgenstern, einem Freunde meines Vaters gewidmet. „Am frühen Morgen, Wehn hoch Sterne leuchten, Wirst die Feinde du zerreißen Wie ein Woif." Sprach zürn jüngsten Seinen Söhne Jakob. Und es war Josua, Aus dem Stamm Benjamin, Der nach diesem Wort Amälek schlug. „Abends wirst du Beute teilen." Segnete der Väter weiter. Und als sich die Sonne Allen Glückes neigte Zu den Zeiten Harhäns, War es Esther Aus derti Stamm Benjamin, Welche Jakobs Wort erfüllte. Und auch du, Benjamin Sew, Gingst am Morgen aus nach Brot, Um mit! Armen stets zu teilen; Dir, der alle Zeiten, Alle Feste Iii Israel wußte, Sprach die Schrift Von Abehdwefdüiig Ütid vom Morgen Alier ScMpfungstage Bis *um Tag der Ruhe, Nach der Meinung unsrer Weisen Gleichen tausend Erdenjakre Eiftetn Sehöpfnhgstag äes Hintmels: Möge; bald der siebte Hintaifilstäg Zur Erde kommen, Ais ein Tag der Ruhe und Erlösung. Oskar Rosenzweig. § Ic ersparen viel Zelt and Geld. wenn Sie zu Rot ch- Hai chonoh statt spezieller Gratulationen allen Ihren Verwandten, Freunden, Bekannten, Kunden und Gästen in der Neujahrs-Festnummer der »WAHRHEIT*1 viel Glück sagen. Nur bis Dien it., dmn 24. September können Aufträge berücksichtigt werden. Um allen jenen, die durch »Die Wahrheit" gratulieren, die Gewißheit zu geben, daß ihre Gratulation auch alle jene Familien oder Personen erreicht, denen sie zu gratulieren beabsichtigen, werden wir an alle Adressen, die uns mit der Gratulationsbestellung aufgegeben werden, le ein Exemplar der Festnummer kostenfrei zusenden. -Ausschneiden!- Bestfellfclieiii An die Administration „DIE WAHRHEIT", Wien iL, Heinestraße 13 Ich bestelle hiermit einen Rosch-Haschonoh-Glfickwünsch *) Einfaches Feld zum Preise von S 6'— *) Doppelfeld zum Preise von S Hinreichen Betrag ich Ihnen gleichzeitig übersende •) Nichtzutreffendes bitte streichen. ' Textangabe:............................................................... Unterschrift:.. Semeindednonifo Das vierzigjährige Amtsjubiläum Dr. Simon Hevesis. Die Pester Israelitische Religionsgemeinde veranstaltete anläßlich des vierzigjährigen Amtsjubiläums ihres leitenden Oberrabbiners Dr. Simon Hevesi eine Festgeneralversammluhg, in der Hofrat Samuel Stern im Namen der Isr. Landeskanzlei, sowie der Gemeinde den geistlichen Führer beglückwünschte. Der Präsident des Jubiläumskomitees Adolf Wertheimer überreichte dem Jubilar ein prachtvolles Gedenkalbum Weitere Begrüßungsansprachen hielten der Rektor der Landes-Rabbinerschule Prof. Dr. Michael Güttmann und Oberhausmifglied Dr. Leo v. Buday-Goldberger, Präsident des Ungarischen Isr. Lahdeskulturvereins, letzterer im Namen sämtlicher konfessioneller Institutionen und Vereine. Oberrabbiner Dr. Hevesi dankte tief ergriffen für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Brüssel. Ah einem T ra u er g.o tt es d i e nst, der zum Andenken an die bei Luzefn tödlich verunglückte Königin Astrid von Belgien in der großen Brüsseler Synagoge abgehalten wurde, nahmen ü. a. in Vertretung des Königs sein Adjutant, General Six, der Finartzminis t e r Max Leo G e r a r d, der Kolonienministei Rubbens, der schwedische Gesandte Dördel, der Bürgermeister von Brüssel Max, der Präsident des belgischen Parlaments, Ponselet; und aridere hervorragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teil. Gedenkreden hielten der 0berrabbiner von Belgien, Dr. Joseph W i e ii e r, Und Rabbiner B e r m ä n ii. Riga. Auf dem alten Rigaer jüdischen Friedhoi würde iri Gegenwart von Vertretern der Regierung; der Armee Und der jüdischen Organisationen ein Denkmal für die im Weltkriege und in den Kämpfen um Lettlands Unabhängigkeit gefallenen Juden enthüllt Oer Klub der unionistischen Kultusvorsteher hat in seiner letzten Sitzung an Stelle des dahingeschiedenen Herrn Dr. Paul R a u m a n n einstimmig Herrn Kultusvorsteher Geza Klinget zum Klubobmann gewählt In der gleichen Sitzung wurde ebenfalls einstimmig beschlossen, Herrn Baurat ing; Wilhelm Kernpier ajs Obmannsteilvertreter der Finanzkommission der Kültilsgeffleiiide tri Vörschläg zti Bringen. , fraütmifc Sonntag, deii 15. d. M.. kM ka festlich beleuchteten Und geschmückten Schmalzhof-Tempel die Trauung des Fräuleins/ Betty Lew in, Tochter des Herrn Oberkäntors Arthur Lewiii und seiner. Gattin Paula, mit Herrn Arthur Birmähil statt. Unter den zahlreichen Festgästeh, öie das schöne Gotteshaus Ms aüfs letzte Plätzchen fattten. sali mäh rrieitrtife. Herfen des Tempelvorstandes mit Präsident Dr. Jakob Engel und Vizepräsident Börserät Heinrich Popper an der Spitze, überaus zahlreiche Mitglieder des Kantorenver bariöes unter Fühhihg des Präsidenten' Obefkäntör L L«DIM*, «e HWren PF§f: Bf: fW£8" Si#rS, Pf8f. Josef Z i m b 1 e r, Chefredakteur O. H i r s c h f e 1 d, die

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