Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 38 (20.9.1935)
- Date
- 1935-09-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3062972-3064555-3064592--20371-3085609- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
MiiSsäa£.-;tS£äimg^^ Dffi WAHRHEIT Nr. 38 — 20. September 1935 Seite 7 Anläßlich der hohen Feiertage findet wie alljährlich der FESTGOTTESDIENST im Prachtsaal „Auge Gottes". IX., Nußdorferstr. 75, siatt. Der Kartenverkauf findet ab Sonntag, den 15. Sept. von 9—12 Uhr vormittags und an Wochentagen von 3—5 Uhr nachmittags statt. Karten von S 5.— aufw. Vorstand des Vorstand Tempelvereines Bikur Chanllm IX., Müllnergasse IX., Llechtenstelnstr. 113 Präsidentin des Frauenvereines Mariahilf-Neubau Ida Wolf, Konzertsängerin Hilde D u 1 i t z k a i a u. v. a. In einer, überaus gehaltvollen Rede rühmte Rabbiner Dr J. D r o b i n s k y die großen Verdienste des Brautvaters um den Gottesdienst im Schmalzhoftempel, den er seit 17 Jahren an dieser heiligen Stätte in hervorragender Weise versieht. Würdig unterstützt von seiner braven Gattin, hat er es verstanden, sich die Sympathien aller zu erwerben, die ebenso herzlich auch der jungen Braut gelten, die afe äußerst talentierte Konzertpianistin ihr großes Können wiederholt in den Dienst der jüdischen Wohltätigkeit gestellt hat. Der Wunsch all ihrer Freunde und Bekannten ist es. daß sie an der Seite ihres einem gut jüdischen Hause entstammenden Bräutigams recht glücklich sein möge. Die kantorale Funktion versah mit Chor Kantor Glück. Nach der Trauung versammelte sich im Hause der Brauteltern eine große Schar von Gratulanten. In überaus herzlicher, dabei humorvoller Weise gab Rabbiner Dr. J. M. Bach als Freund des Hauses und des Kantorenstandes den innigsten Wünschen nach einem schönen Gedeihen der Ehe Ausdruck. Der Präsident des Kantorenverbandes, Oberkantor I. Löwit, übermittelte in einer schönen Ansprache die Wünsche der Kollegen. Herr Julius Wassertrüdinger sprach als Freund der Familie. Hilferuf der jüdischen Blinden. Der flilfsverem der jüdischen Blinden, Wien 11., Rembrandtstraße 18 (Tel. A 47-2-77). der auf eine dreißigjährige segensreiche Tätigkeit für die notleidenden jüdischen Blinden zurückblickt, ist Infolge der wirtschaftlichen K«"ise der letzten Jahre und infolge der großen Zahl der Seine Unterstützung in Anspruch nehmenden, in Not geratenen BlindeH. aller Barmittel entblößt. Um die Not dieser nilfloSen Menschen wenigstens teilweise lindern zu können, bittet er. ihn anläßlich der hohen Feiertage mit Spenden zu bedenken. Postspariassen-Konto Nr. 133.213. Anläßlich der hohen israelitischen Feiertage veranstalten die Vereine „Montefiore«-„Nactistaiiliebe" auch heuer, wie alljährlich, ein temporäres Bethaus im großen und kleinen Saale des Hotels „Bayrischer Hof", II., Obere Augartenstr. 5. Die Funktionen eines Rabbiners versieht in bewährter Weise Herr Dr. Israel W e i n s t o c k, die der Kantoren die Herren Armin K o h n und Jcsef Low. , Bethaussitze sind an Werktagen von 9 bis 12 Uhr vormittags und 2 bis 6 Uhr nachmittags im „Bayrischen Hof" erhältlich. Sonntag ganztägig von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends. Verdienste um die Republik Oesterreich ausgezeichnet. Die Verblichene war die Witwe nach Herrn Adolf Hof mann, der Obmann und Ehrenpräsident des Tempels Wieden-Margareten gewesen ist. Ihre Beerdigung, über die wir wie über das Wirken der edlen Verblichenen in der nächsten Nummer berichten werden, fand am 18. d. M. unter großer Beteiligung statt. — Dieser Tage ist Herr Heinrich Tausk im 66. Lebensjahre plötzlich einem Schlaganfall erlegen. Der Verblchene hat sich mit Intelligenz und Zähigkeit aus den allerkleinsten Anfängen zum Chef des bekannten Krankentransportunternehmens in der Spitalgasse emporgearbeitet. Später gründete er eine Weltfirma, ein medizinisches Warenhaus, das für Oesterreichs Industrie in den Aerztekreisen. überall große Ehre einlegte. Als dieses Unternehmen infolge der Weltkrise zusammenbrach, bekümmerte fhn als gütigsten Chef nur das Los seiner Angestellten. Selbst als ihm das Lebensgliück schon nicht mehr lenchtete, erwarb er sich die größten humanitären VerdSenste durch Herausgabe eines Sammelwerkes österreichischer Dichter, Komponisten und bildender Künstler, dessen großer Reinertrag notleidenden österreichischen Künstlern zu Gute kam. Bis zu seinem Lebensende hat er arme Patienten unentgeltlich befördert und. so trauern viele Aerzte und Genesene um den edlen Menschenfreund. C. Benedikt. — Am 18. d. M. ist der ehemalige Oberkantor und Sekretär der Kultusgemeinde Holleschau, Adolf Braunfeld, nach langem Leiden verschieden. Die Tierschutzzentrale berichtet: Rechtsanwalt Dr. Jakob Rapaport, der vor kurzem als Rechtskonsulent in die Tierschutzzentrale berufen wurde, verfocht in einem Artikel in der „Neuen Freien Presse" den Gedanken. Tierpfändungen in all den Fällen, in •denen eine starke seelische Bindung zwischen dem Tier und seinem Besitzer vorhanden ist, auszuschließen, da der Geist unserer Exekutionsordnung unnötige Härten und seelische Pressronen für den Schuldner vermieden wissen will. Der Artikel erregte allgemeines Aufsehen. Sowohl dem Inih'ator dieser Idee als auch dem Verband österreichischer 'Tierschutzvereine, bzw. der Tierschutzzentrale kamen zahlreiche Zustimmungserklärungen zu. Gestützt auf diese Billigung durch die Oeffentlichkeit hat die Tierschutzzentrale eine dahin gerichtete Eingabe an das Justizministerium verfaßt und ihren Rechtskonsulenten. Herrn Dr. Jakob Rapaport mit der Vertretung dieser Angelegenheit beim Herrn Staatssekretär für Justiz betraut. Donnerstag, den 12. d. M. wurde nun Rechtskonsulent Herr Dr. Rapaport in Begleitung des Verbandssekretärs von Herrn Staatssekretär Freiherrn von Karwinsky in Audienz empfangen. Dieser hörte_ mit Interesse den Ausführungen zu und versprach, bei der nächsten Novellierung der Exekutiünsordnung diese gewiß beherzigenswerte Anregung zu berücksichtigen. Gleichzeitig überreichten die Herren von der Tierschutzzentrale die jüngste Erscheinung im Verlag des Verbandes „Handbüch für Tierschutz und Tierpflege", worin Dr. Rapaport ebenfalls die Einschränkung der Tierpfändungen ausführlich begründete. Firmenjubiläum. Die weltbekannte Firma Hirsch 1 & Co., deren Inhaber der in weitesten Kreisen geschätzte und beliebte Herr Komm.-Rat Siegmund Feldmann, Präsident des Josefstädter Tempelvereines ist, feierte dieser Tage das schöne Fest des 50jährigen Bestandes. 60. Geburtstag. Dieser Tage vollendete ein hochverdienter Wiener Schulmann, Direktor Max Hern-, feld, sein 60. Lebensjahr. Der Jubilar, der durch sein konziliantes Wesen, durch seine immer wieder bewies sene Hilfsbereitschaft, durch den dauernden, weit aber Schule und Unterricht hinausreichenden menschlichen Kontakt mit seinen Zögingen sich im Laufe einer 40jährigen Lehrtätigkeit den Namen eines hervorragenden Pädagogen und wirklichen Führers der Jugend erworben hat. war deshalb auch anläßlich seines 60. Geburtstages seitens seiner Schüler und Freunde Gegenstand herzlichster Ovationen. M. S. Todesfälle. Am ^15. d-. verschied Frau Karoline Hof mann nach langem Leiden. Die Verblichene war durch ihre Tätigkeit auf karitativem Gebiete sehr bekannt, sie war die segensreich wirkende Präsidentin des Israelitischen Frauen Vereines für den Bezirk Wieden-Margareten, ferner Ehrenmitglied des Tempelvereines Wieden-Margareten. Sie wurde mit der großen goldenen Medaille für Den idealen jüdischen Lebensgefährten finden Sie schnell und sicher durch Die Jüdische Beirafszeinma Prag XIX.. SoftorsKa 8, CSU. Weiteste Verbreitung im In- und Ausland. Reichste Auswahl an Ehegesuchen, Einheiraten etc. Prospekt nur geg. Rückporto, neueste Probenummer Kc 4.— Ausland 2 internation. Antwortscheine New York. Im Alter von 88 Jahren ist in New York der Vorsitzende der Assembly of Orthodox Rabbis of America and Canada, Rabbi Gabriel Wolf M a r g o 1 i s, gestorben. Die Beisetzung fand auf dem Monteiiore- Friedhof in Leng Island unter Beteiligung von 10.000 Menschen statt Rabbi Margofis, der 1848 in Wilna geboren worden war, wurde 188} Rabbiner in Grodno, bekleidete 1907 bis 1910 das Afht eines Oberrabbiners von Boston und war seither Oberrabbiner der United Hebrew Community von New York. 1920 wurde er zum lebenslänglichen Vorsitzenden der Assembly of Orthodox Rabbis gewählt. Er hat zahlreiche taimudwissenschaftliche Werke verfaßt. Richtigstellung. Das Feuilleton in der vorwöchigen Nummer, „esches chaji 1", war vom Autor, Herrn M. B.'Morgenstern, dem Andenken seiner Gottseligen Großmutter gewidmet. Wiener Jüdischer Gesangverein. In seiner letzten Ausschuß-Sitzung hat der Ausschuß des Wiener Jüdischen Gesangvereines als C h o r d i r ig e n t e n Herrn Dr. Kurt P a h 1 e n bestellt. Die Proben zu Rubin st eins Oper „Der Turm zu Babel" unter Leitung von Dr. Kurt P a h 1 e n finden jeden Dienstag, 7 Uhr abends, im Konzerthaus, HoHändersaal, statt. Sangesfreudige Damen und Herren werden eingeladen, an den Proben teilzunehmen. Der Jüdische Angestefltenverharad „Emunah" gibt bekannt, daß die neuen Verbands-Räümh'chkeiten sich seit i. September IL, Praterstraße 11 befinden. Bücher- Ausgabe Dienstag und Donnerstag von bis 9 Uhr. Auskünfte und Anmeldungen für die Sprachkurse (Hebräisch, Englisch, Französisch) sowie für die Stellenvermittlung täglich ab 3 Uhr. Der Budapester Oberkantor Bernard Linetzky weilte dieser Tage in Wien 'und seine zählreichen Freunde unter, den Wiener Kollegen hatten Gelegenheit, •den von mearwöchentlicher schwerer Krankheit Wiedergenesenen in voller körperlicher Frische zu begrüßen. Groß war onter ärnen die Freude, war ihr hervorragender Budapester Kollege doch sogar schon — totgesagt worden. Der lebende Beweis für die Widersinnägkett dieser Gerüchte verbrachte am- Semmering und in Baden Tage der Rekonvaleszenz und ist gekräftigt nach Budapest dessen Judenschait ihm während der Krankheit so viel Beweise liebevoller Anteilnahme bekundete, abgereist Oberkantor Israel Alter. Der hierallseits bekannte Oberkantor Israel Alter hat einer Berufung 8f(ll)Sttifl( siSüüüüä Wien lM Seitenstetteagaaa« 2 XI., Zentralfriedhof neben dem L Tor Samat^y cfalo»s«B! nach Johannesburg (Afrika) folgend, seine bisherige Stellung in Hannover schweren Herzens aufgegeben und tritt seinen neuen Wirkungskreis bereits zu den hohen Feiertagen an. Oberkantor Alter, der zu den prominentesten Kantoren Deutschlands zählt, erfreute sich in Hannover außerordentlicher Beliebtheit und großer Anerkennung. Seine herrlich schöne Stimme, seine Musikalität und große Gesangstechnik verschalten ihm einen Weitruf. Es ist sehr zu bedauern, daß solche Persönlichkeiten Europa verlassen müssen. Alter wird auch in Afrika seinen Mann stellen und der Wiener Schule Ehre machen. Predigt im türkisch-israelitischen Tempel, IL, Zirkusgasse 22. Bei dem am Vorabend des Rosch- Haschanafestes (Freitag, den 27. SeirtemberO stattfindenden Gottesdienst wird Herr Prof. Dr. Manfred Papo eine Predigt in spaniölischer und deutscher Sprache halten. (Sitzkarten werden auch an Nichtspaniolen abgegeben.) Bethaus m der Mensa aeadetmea jodaica. Der Verein zur Erhaltung und Forderung der Mensa academica judaica veranstaltet auch heuer anläßlich der hohen Feiertage im Lokale der Mensa, IX., Zimmermannplatz 8, ein Bethaus (Minjan). Für gute Vorbeter wurde gesorgt. Das Reinerträgnis wird zur Gänze für Freitische an arme Studenten verwendet. Der Kartenverkauf findet täglich von 9 bis 5 Uhr im Sekretariate der Mensa, IX., Zimmermannplatz 8, Tel. B-47-4-66. statt. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, I., Kohlmessergasse 4, Tel. U27-0-65, sucht dringend Stellen für: a) Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, mkassanten, Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kelhrer, Innenarchitekten, Krankenpflegerinnen, Nachhilfelehrer und -lehrerinnen für Mittelschulfäctier. b) Arbeit für gewerbliche Hilfskräfte aller Art, darunter auch Chemiker, Elektrotechniker, Bauingenieure, Chauffeure sowie ungelernte Arbeiter. c) Handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. Im selben Verein sind derzeit offene Stellen für: Geschultes Hauspersonal jeder Art, Kinderfräulein mit Sprachkenntnissen für In- und Ausland, gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (auch Heimarbeit), Webmeister für Schafwollwaren, Herren- und Damenfriseure, Installateur für Gas und Wasser mit mindestens sechsjähriger Monteurpraxis. Ferner sind folgende Auslandsposten offen: 1. Nur für deutsche Emigranten: Irland: Fachmann für Lederhandschuh-Erzeugung, Maschinenarbeit. Spanien: 3 Filmlaboranten, Reproduktionsphotograph. Portugal: Chemiker mit Erfahrung in Schellack- und Zellulose-Lackierarbeit und Farbmischlingen für Aluminiumbleche. Italien: Chemiker für EleT<trolytkondensatoren, Radioingenieur, Spezialist iür Entstörung, Fachmann für Dielektrika. England: Chemiker mit Erfahrung in der Gipserzeugung, Ingenieur mit guter Erfahrung in der Erzeugung von Photoapparaten, Auto- und Strjchätzer. China: Pelzfärber (Fischotter), Uhrmacher, Schneider. Griechenland: Technischer Direktor für Spinnerei, Färberei und Appretur. Argentinien: Farbmälzer für Pliotochemigraphen, Reproduktionstechniker, Spezialist für Farbenphotographie. Offsetphotcehromisten, Spezialisten für Steindruckarbeiten. Paraguay; Junge Leute, vorzugsweise Landwrrte und Handwerker, eventuell auch andere Berufe, als Siedler. 2. Auslandsposten für Frauen: Bagdad un-d Syrien (nur deutsche Emigrantinnen): Krankenpflegerin (leitend). Hebamme, Kinderpflegerin mit großer Erfahrung. Alexandrien: Krankenpflegerin für jüdisches Spital. Algerien: Stubenmädchen. England: Stubenmädchen. Ungarn: Mädchen für Alles. 3. Palästina-Stellen: Herrenfriseur. Aetzer iür Schwärze und Farben. Reproduktionsphotographen. Meister aus Eisenkaltwalzwerken mit 20jähriger Praxis in großen Walzwerken in der Tschechoslowakei oder Deutschland, Erstklassige Stanzenmacher. Spezialkopftöter für Petroleumkocher Musiker, gut ausgebildet. Maschinenmeister für Zweitourenmaschine (Buchdrucker). 4. Diverse: Pinselerzeugür nach England. Jüdische Kulturstelle, neue Adresse I Franz Josefskai 3, neuer Fernruf R 28-2-36. Unseren Mitgliedern stehen ermäßigte Karten für Bundes- und Prlvattbeater zur Verfügung. Erste Kunatführung dieser Raison. Sonntag, 22. September „Die bildende Kunst der Francisco-Josephinischen Epoche". Treffpunkt- Sezession, 10,30 Uhr. Leitung: Hu^o Friedmann Seit Menschengedenken wird Myrrhe-Extrakt gegen Lockerung der Zähne und'Blutung des Zahnfleisches wirksam verwendet. QDOL-Mundwasser enthält außer dem Odol-Antiseptikum den Myrrhe-Extrakt.