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Die Wahrheit · 1935-08-23 · Heft 34 (23.8.1935) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 34 (23.8.1935)
Date
1935-08-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Nr. 34 — 23. August 1935 Seite 3 Billige Bücher bei der Schwedenbrücke. (Buchhandlung Schneider & Co* L, Franz Josefskai 7, Telephon R 23-0-15.) Scholen! Mechern. Die Geschichten Tewjes des Milchhändlers. Leinenband (S 7.—) S 1.70; Die erste jüdische Republik, Novellen, Pappband (S 8.—) S 3.15; Stempenju, Roman, Leinenband CS 7.—) S 1.70. Schalom Asch. Die Mutter, Roman; Mottke, der Dieb, Roman; Ein Glaubensmartyrium, Roman: Der elektrische Stuhl, Roman; Chaim Lederers Rückkehr, Roman; Die Zauberin von Castillien, Roman, jeder Leinenband nur S 2.85. Max Brod, Reubeni, Fürst der Juden, Roman, Leinen (S 11.—) S 2.85; Die Frau, nach der man sich sehnt, Roman, Leinen (S 11.—) S 2.85; Zauberreich der Liebe, Roman, Leinen (S 10.40) S 2.85; Weiberwirtschaft, Roman, Halbleinen (S 8.—) S 1.90; Tycho Brahes Weg zu Gott, Roman, Leinen (S 14.—) S 4.—; Jüdinnen, Roman, Leinen (S 9.—) S 1.90. Franz Kobler, Juden und Judentum in deutschen Briefen aus drei Jahrhunderten. Eine Kulturgeschichte des jüdischen Volkes, Leinenband, S 12.60, kart. S 8.93. Sarah Levy, Geliebter, o mon goy! Roman, Leinen (S9.—) S2.20; Henry und Sarah, Roman, Leinen (S9.—) S 2.20. Felix Saiten, Alte Menschen auf neuer Erde, Pappband (S 7.—) S 2.—; Simson, Das Schicksal eines Erwählten, Roman, Leinen (S 9.30) S 2.85; Die Geliebte des Kaisers, Novellen, Leinen ('S 10.40) S 3.30; Freunde aus aller Welt, Leinen (S 10.40) S 4.50; Gute Gesellschaft, Leinen (S 10.40) S 4.50. Besuchen Sie unsere Buchhandlung. Sie finden die reichste Auswahl an Büchern bester Autoren zu Weinten Preisen. Katalog gratis und portofrei! entsprechen würde. Diese Juden hätten die Menschheit von entsetzlichen Krankheiten befreit und durch ihre Erfindungen (Telephon, Radio, Auto usw.) ihren Lebensstandard gehoben. Unter dem Titel „Die Bilanz des Hakenkreuzes" zeigt die Verfasserin das jetzige Gesicht des Dritten Reiches. Sie spricht von den Nobelpreisträgern, von den vielen Schriftstellern und Künstlern!, die Deutschland verlassen mußten, von den kleinen Kindern, die in den Schulen gedemütigt we-rden, von dfen Konzentrationslagern und von dem tragischen Schicksal der Christen, die vom Hakenkreuz plötzlich an ihre jüdische Abstammung erinnert und als „Nichtarier" behandelt werden. Ausführlich befaßt sich Frau Harand mit der Verunglimpfung der katholischen Religioni im „Mythus des 20. Jahrhunderts" des Alfred Rosenberg. Sie spricht vom heldenmütigen Kampfe des Kardinals Faulhaber, von den Christenverfölg u n g e n, von der Bewegung der „D e u tschen Christen" und vom Neuheidentum. Sie zeigt auf, welchen schweren Schlag das Hakenkreuz der Ehre des deutschen Volkes durch die Inszenierung des Reichstagsbrandes versetzt hat, und weist nach, daß die Nationalsozialisten keines ihrer Versprechen mit Ausnahme des Judenpunktes eingehalten haben. Frau Harand spricht von der verlorenen Freiheit des deutschen Volkes, von den gleichgeschalteten Zeitungen, von den verödeten Universitäten, von den verjagten Professoren und Aerzten. Sie spricht von den Scheiterhaufen für die Bücher und von dem tragischen Tod des berühmten Max Liebermann, dem das Hakenkreuz noch knapp vor seinem Tode das Malen verbot. Frau Harand kommt zum Schlüsse, daß das deutsche Volk heute das bestgeh a'ßte und vereinsamteste Volk der Welt sei, das überall als Kriegshetzer angesehen werde und dem es gelungen ist, fast alle Mächte, auch die, die sich feindlich gesinnt waren, zu einem Bund gegen das Dritte Reich zu vereinigen. Sehr ausführlich schildert die Verfasserin das Vorgehen des Hakenkreuzes Oesterreich gegenüber und den Kanziermord, dessen Urheber im Bruderreich sitzen. In ihrer Schlußbetrachtung warnt Frau Harand die Welt, dem weiteren Wüten des Hakenkreuzes untätig zuzusehen. Sie fordert den Völkerbund auf, seine Mitglieder zu veranlassen, Gesetze gegen den Antisemitismus zu schaffen, da der Judenhaß der beste Bundesgenosse des Hakenkreuzes sei. Der Antisemitismus müsse, schreibt Frau Harand, aus der "Kinderstube, aus den Schulen, aus der Kirche und auch aus dem öffentlichen Lieben verschwinden. Christen und Juden müßten zähe und unverdrossen an einer Berufsumschichtung der jüdischen Mitmenschen arbeiten, da die unglückliche Struktur der jüdischen Menschengruppe nach Ansicht der Verfasserin) dien Judenhaß begünstige. An England richtet Frau Harand den Appell, der Einwanderung der notleidenden Juden nach Palästina, von dessen Entwicklung sie Den idealen jüdischen Lebensgefährten finden Sie schnell und sicher durch Die Jfidlsche neirafszeifung Prag XIX.. soborsha 8, CSD. Weiteste Verbreitung im In- und Ausland. Reichste Auswahl an Ehegesuchen, Einheiraten etc. Prospekt nur geg. Rückporto, neueste Probenummer Kc 4.— Ausland 2 internation. Antwortscheine wohl etwas übertriebene Vorstellungen hat, keine Schwierigkeiten zu bereiten, und bittet auch alle übrigen Staaten, die Siedlungsmöglichkieiten für Juden zu erweitern, da die Bildung eines jüdischen Bauern- und Arbeiterstandes eine dringende Notwendigkeit sei. Frau Harand schließt ihr ausgezeichnetes Buch, dem im Interesse der Wahrheit und Gerechtigkeit weiteste Verbreitung gewünscht werden darf, mit den Worten: „Das Hakenkreuz ist die größte Gefahr des Jahrhunderts. Wenn wir ihm begegnen wollen, müssen wir gerade die Waffen anwenden, die ihm fremd sind: Idealismus und Opfermut, Vernunft und Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit." Wahlmanöver des Herrn Dr. Grün bäum „Die Stimme" hat sich gewaltig über die Kritik aufgeregt, die wir an den Ausgang der österreichischen Delegierten wählen zum Zionistenkongreß knüpften. Wie ungehalten wird sie erst über die Auslassungen sein, die sich in der letzten Nummer des „Jüdischen Weg" finden, in der Dr. David Kreppel u. a. schreibt: Wir müssen konstatieren, daß die Liste der Allgemeinen (B-Gruppe) als einzige mit einem Verluste abgegangen ist und dieser Verlust an Stimmen ist noch viel bezeichnender, wenn man bedenkt, daß diese Liste mit ganz anderen Machtmitteln in den Wahlkampf getreten ist als die anderen fünf Gruppen. Die Liste der Allgemeinen, die wir in ' der Folge als „B-Gruppe" bezeichnen wollen, ist als .offizielle" Liste in den Wahlkampf getreten. Zionisten, die sich über ihre Einstellung nicht viel Kopfzerbrechen machen, gehen mit dem „Landesverband", damit man ihnen nicht „Disziplinlosigkeit" vorwirft. Auch die Bezeichnung der Liste „Allgemeine Zionisten" hatte eine starke Zugkraft. Dazu kommt, daß die Agitatoren der B-Gruppe für sich das Recht in Anspruch genommen haben, namens der Wiener Kultusgemeinde zu sprechen. Den Wählern wurde wahrheitswidrig erzählt, es handle sich hier um einen Kampf der Vertreter der Kultusgemeicde gegen diejenigen, die die Kultusgemeinde bekämpfen wollen. Nun ist die „Kultusgemeinde" unterlegen! Auch die Zusammensetzung der Liste beweist, daß die B-Gruppe alles getan hat, um sich vor drohenden Verlusten zu schützen. So wurde an zweiter Stelle der allgemeinen Liste die PräsidentinderWizo kandidiert, weshalb die Wizo ihren Mitgliedern nahelegte, die Präsidentin ja nicht im Stiche zu lassen. Bei aller Achtung der persönlichen Qualitäten der Frau Löwenherz muß unterstrichen werden, daß sie in ihrer Eigenschaft als Präsidentin der Wizo nicht auf der Liste der B-Allgemeinen kandidieren durfte, weil die Wizo auf einem parteilosen Programm aufgebaut ist und der Wizo Frauen sämtlicher Parteirichtungen angehören. Ruit die Wizo ihre Mitglieder zur Wahl ihrer Präsidentin auf einer bestimmten Liste auf, verläßt sie das unpolitische Programm und wirkt täuschend; ihre Mitglieder wollen die Präsidentin und wählen eine bestimmte Parteiliste! Dieser Schachzug hat der B-Gruppe zweifellos eine sehr große Zahl von Stimmen gebracht, die sie sonst nicht bekommen hätte. Die Kandidatur der Präsidentin hat aber zweifellos der Reputation der Wizo in Oesterreich geschadet .... Tatsache bleibt, daß trotz geschickter Zusammenstellung der Liste, trotz ihrer Offiziosität, trotz Berufung auf die Kultusgemeinde und deren Vor lästigen Verfärbungen schützt ODOL-Zahnpaata Ihre Zähne. ODOL- Zahnpasta reinigt gründlich, ODOL- Zahnpaata macht Zähne wie Perlen 1 0^m»^ Kleina Tube S —SO Große Tube S 1.40 Subventionen, trotz Berufung auf die „Regierung", trotz Heranziehung der Wizo, sämtlicher Bezirkssektionen und der Provinzverbände, die B-Gruppe mit einem Verlust aus dem letzten Wahlkampf hervorgegangen ist. Der Verlust war nur deshalb so gering, weil die meisten österreichischen Zionisten bei der Wahl das Ergebnis der Krakauer Konferenz noch nicht richtig erfaßt und nicht gewußt haben, daß mit Ausnahme von Ussischkin kein einziger prominenter Zionist mehr dem Weltverbande angehört, an. der Spitze der Weltvereinigung aber Chaim Weizmann, Nahum Sokolow, Prof. Brodetzky, Lord Melchett, Arthur Ruppin, Adolf Böhm, Nahum Goldmann und viele andere zionistische Kapazitäten stehen. Wiener Zionisten, die eine allgemein-zionistische Liste wählen wollten, haben ihre Stimme für die neue Mittelstandspartei — die B-Gruppe ist laut ihrem Programm nichts anderes — abgegeben. Wären die Wiener Zionisten über den Sachverhalt richtig informiert gewesen, hätte kein Mätzchen genützt, kein Kandidat der B-Gruppe wäre durchgedrungen. Dennoch muß man sagen, auch die B-Gruppe hat trotz der tatsächlichen Stimmenverluste — gesiegt. Für sie gilt die normale Berechnung, die für alle anderen Gruppen gilt, nicht. Die B-Gruppe hat 4227 Stimmen errungen, davon hat sie der Wizo mindestens 1200 Stimmen und dem dritten Kandidaten (einem im Prater bekannten Arzt, einem nichtaktiven Zionisten) 220 Stimmen zu verdanken. Es bleiben also 2800 Stimmen, die die B-Gruppe in Oesterreich auf sich vereinigt hat. Bedenkt man, daß es bei loyalster Schätzung in Oesterreich höchstens 500 bewußte Mittelstandszionisten gibt, dann hat die B-Gruppe fast sechsmal so viel Stimmen erhalten, als ihr gebühren. Abscheu der modernen Zivilisafion. Das Parlament von Massachusetts verurteilt Nazi- Deutschland. Das Abgeordnetenhaus von Massac h u s e 11 s faßte ohne vorhergehende Debatte folgende Resolution: „Da zuverlässig berichtet wird, daß gewisse Bewohner Deutschlands wegen ihres Glaubens und ihrer Nationalität in einem Ausmaß verfolgt werden, das der modernen Zivilisation Abscheu einflößen muß, beschließt das Haus, daß es an seinem Glauben festhält, daß Freiheit und Gleichheit ohne Rücksicht auf Rasse, Farbe und Glauben für die Aufrechterhaltung jeder modernen Zivilisation unentbehrlich sind." Der deutsche Generalkonsul hat gegen diese Resolution beim Staatsgouverneur Curlex und beim Sprecher des Hauses formellen Protest eingelegt, in dem er gegen „Einmischung in innere Angelegenheiten Deutschlands" Einspruch erhebt. Nach Erhalt des deutschen Protestes gab der Sprecher dem Generalkonsul folgende Erklärung ab: „Ich erlaube mir, darauf hinzuweisen, daß ich eine von Ihrer Interpretation der Resolution a bw eichende Ansicht habe. Nach meiner Ansicht bedeutet sie in keiner Weise eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Ihres Landes. Sie sollte vielmehr lediglich den Ausdruck der Ansichten von Bürgern von Massachusetts über eine Frage büden, die in der ganzen Welt Interesse erregt hat."

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