Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 32 (9.8.1935)
- Date
- 1935-08-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Nr. 32 — 9. August 1935 Seite 5 Die Einwanderung nach Palästina. Interessante statistische Zifiern. Die statistische Abteilung der Jewish Agency in Palästina veröffentlicht nach den Mitteilungen der „Palästina-Korrespondenz" die Ziffern über die Einwanderung in den vier ersten Monaten des Jahres 1935. Danach sind 21.392 Personen nach Palästina eingewandert, darunter 19.098 über die Häfen Haifa und Jaffa und 1067 über andere Grenzen. Ferner haben im genannten Zeitraum 1227 Touristen von der Palästina-Regierung die Erlaubnis erhalten, sich im Lande niederzulassen. Unter den 19.098 Einwanderern, die üher die Häfen Haifa und Jaffa ins Land gekommen sind, waren 5034 Familien (mit 13.951 Seelen) und 5147 Einzelpersonen. Von den 19.098 Einwanderern waren zirka 9000 männlichen Geschlechts, hievon 1526 Unverheiratete, 4716 Familienväter, ferner 581 Männer, die ihre Frauen in der Heimat zurückgelassen hatten. Jugendliche männlichen Geschlechts waren 2110. Die Zahl der weiblichen Einwanderer war größer als die der männlichen, nämlich 10.185. Hievon waren 2040 unverheiratet, 1006 verheiratet, die ihre Männer in der Heimat zurückgelassen hatten, 5053, die mit ihren Familien eingewandert sind und 2066 Jugendliche. Interessant ist die Verteilung der Einwanderer auf die einzelnen Länder. Aus Polen, das weitaus an der Spitze steht, kamen 9840 Personen. Das ist mehr als 50 Prozent. Aus Deutschland kamen 1938 Einwanderer, «ine überraschend niedrige Ziffer, welche beweist, daß Palästina auf die deutschen Juden, wie von uns immer behauptet wurde, eine verhältnismäßig .geringe Anziehungskraft ausübt. Dazu kommt, daß eine Analyse dieser Ziffer ergeben muß, daß ein :groer Teil der aus Deutschland eingewanderten Juden zwar aus Deutschland kam, aber östlicher Herkunft ist. An dritter Stelle steht Rumänien mit 1073 Einwanderern. Dann kommt Litauen mit 732, Griechenland mit 693, Tschechoslowakei mit 436, Lettland mit 346 und Oesterreich mit 333 Einwanderern, das demnach an achter Stelle steht Interessant ist, daß Rußland nur mit 211 Personen vertreten ist, England mit 110. Insgesamt sind aus Europa in den ersten vier Monaten des Jahres 1935 16.265 Personen eingewandert. "Von den Weltteilen steht an zweiter Stelle Asien mit 1682 Einwanderern. Darunter der Jemen mit 802 und die Türkei mit 507 Einwanderern. Amerika, und zwar Nord-, Süd- und Zentralamerika ist insgesamt mit 659 Personen vertreten, Afrika mit nur 20 Einwohnern. Von den Einwanderern waren 5489 und mit ihren Angehörigen zusammen 10.504 Zertifikatbesitzer. Das sind ungefähr 50 Prozent. Familienangehörige, die auf Grund von Anforderung palästinensischer Einwohner einwanderten, gab es 4045. Wichtig ist die berufliche Schichtung der Einwanderer. Es ist bezeichnend, daß insgesamt 436 landwirtschaftliche Arbeiter nach Palästina eingewandert sind, das ist etwas mehr als 2 Prozent Arbeiter aus dem Bekleidungsgewerbe sind mit der Zahl von 577 vertreten, dann kommen die 403 Bauarbeiter, 307 Holzbearbeiter, 292 Metallarbeiter, 239 Kultusbeamte, also mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Arbeiter. Die selbständigen Berufe sind mit 99 Aerzten, 99 Ingenieuren, 69 Angehörigen freier Berufe, 625 Kaufleuten und 25 Industriellen und 22 Künstlern vertreten. Ohne Angabe eines bestimmten Berufes wanderten zirka 3000 Männer, 6000 Frauen, 1179 Jugendliche und 4176 Kinder ein. Von der Gesamtzahl von zirka 20.000 Einwanderern hatten also mehr als drei Viertel, nämlich zirka 15.000 keinen oder keinen bestimmten Beruf. Die geringe Zahl der landwirtschaftlichen Arbeiter, die große Zahl der Personen ohne bestimmten Beruf, die verhältnismäßig große Zahl der Personen weiblichen Geschlechts und der Kinder, zeigt daß die Einwanderung nicht in jener Art und Weise vor sich geht, wie es für den Aufbau des Landes aHein wünschenswert erscheint Die Organisation der Einwanderung müßte ihre Aufgabe darin erblicken, die Zahl der landwirtschaftlich ausgebildeten Personen auf das zwanzig- bis dreißigfache zu steigern. Das Gezänke, mit dem die jüdischnationalzionislischen Organisationen die Welt erfüllen, läßt diesen scheinbar keine Zeit, um eine richtige zielbewußte Aufbauarbeit zu leisten. Zur Illustration unserer Behauptung, daß Palästina als Lösung der Judenfrage für die Juden Westeuropas nicht in Betracht kommt daß die mitteleuropäischen und westlichen Juden vielmehr in ihrer Heimat bleiben und dontl immer mehr verwurzelt werden wollen und müssen, mögen die Ziffern dienen, die der englische Kolonialminister MacDonald auf die Frage des General Nation, wieviel Juden britischer Nationalität und wieviele Juden fremder Staatsangehörigkeit im Verlaufe der letzten 10 Jahre nach Palästina eingewandert sind, bekanntgab. Kolonialminister MacDonald erklärte, daß während der letzten 10 Jahre vom 1. Jänner 1925 bis zum 31. Dezember 1934 im ganzen 148280 Juden nach Palästina eingewandert sind. Von diesen kamen im ganzen 2318 aus dem ganzen großen British Empire und 145.962 aus anderen Ländern. Yerwtthnlc Mrohwltwer speisen TorzOiilicn in Restanrant Hotel Stefanie vormals Operer U., Tuborsfroße 12, Tel. R 4« S 37 umm Ausgiebige Braten-Menü» S 1.60 mm« Ifi'W „ Geflügel- „ 3 2.20 \WJ sowie ä la Carte, Speisen am Rost / Schöner staubfreier Garten Abgesehen davon zeigen auch diese Ziffern, daß in den letzten 10 Jahren ungefähr die Hälfte der jetzigen jüdischen palästinensischen Bevölkerung eingewandert ist, während die andere Hälfte bereits im Lande ansässig war. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich demnach eine Einwanderung von 15.000 Personen. Wenn also die Einwanderung im selben Tempo weitergeht, können in 100 Jahren nach Palästina eineinhalb Millionen Juden eingewandert sein und erst in 1000 Jahren kann die gesamte jüdische Bevölkerung der Welt in Palästina sich zusammengefunden haben, abgesehen von dem Zuwachs durch natürliche Vermehrung. H. O. Voller Erfolg des Boykotts. Deutschlands Export nach den U. S. A. um 49% — Deutschlands Weltexport am 37% gefallen. Die Unparteiische Anti-Nazi-Liga Amerikas veröffentlicht soeben einen statistisch belegten Bericht über die Entwicklung des deutschen Außenhandels in den Jahren 1932, 1933, 1934 und in den ersten Monaten des Jahres 1935, dem zu entnehmen ist: Deutschlands Export nach den Vereinigten Staaten ist in den letzten drei Jahren um ganze 49%, d. h. fast um die Hälfte, gesunken; in der gleichen Periode ist Deutschlands Weltexport um 37% gesunken. In dem Bericht wird betont, daß dieses für Deutschland! katastrophale Sinken seines Exports eine Frucht der Boykottbewegung ist, die in der ganzen Welt gegen das heutige Regime in Deutschland sich richtet. Die Anti-Nazi-Boykottbewegung breitet sich in den Vereinigten Staaten immer stärker aus; die ANNABCUA HARRY VAHR RICHARD-WIEEM cm grandioser rum von Oranowshv Französische Fassung mit deutschen Titeln: Qartenbau-Klno, Wien I. Karatner-Kli», Wim I. Deutsche Passung: Busch-Kino, Wien II. Haydn-Klno, Wien VI. Kolosseum-Kino, Wien IX. -Monopol: Panl Frerwfrthfünf Millionen Mitglieder der amerikarnschen Arbeiter-Föderation, die mit ihren Familienangehörigen 15 Millionen Konsumenten ausmachen, bilden einen mächtigen Faktor in der Boykottaktion. Gegenwärtig geht die Föderation daran, einen Fonds von 250.000 Dollar zur Stärkung der Boykottaktion zu schaffen, man hofft daß der Fonds bald zustöandegebracht sein wird. In dem Bericht wird weiter festgestellt daß Deutschlands Export in Baumwollwaren um volle 75% gesunken ist. Der deutsche Spiel Warenexport, einst in der Welt führend, hat sich um 60% vermindert Der Export in den ersten vierMonaten 1932 betrug 28 Millionen Dollar, in den ersten vier Monaten 1933 sank er auf 203 Millionen Dollar. In der gleichen Periode 1934 war zwar eine Steigerung auf 25,750.000 Dollar zu verzeichnen, es muß aber dabei darauf hingewiesen werden, daß inzwischen Amerika den Goldstandard verlassen hatte, so daß die Zahlen für 1934 und 1935 in devalvierten Dollars zu verstehen sind. Berücksichtigt man die 409Sige Dollar-Devalvierung, so betreffen die Exportzahlen in den ersten vier Monaten 1934 15£ M11L DolL, was einen effektiven Rückgang gegen 1933 bedeutet. Der Export in der gleichen Periode 1935 betraf nur mehr 15 MÜL Golddollar. In den ersten vier Monaten des Vor-Hitler-Jahres wurden noch Minerarphosphate für 50.000 RM. ausgeführt dieses Exportprodukt verschwand nun vollständig vom Weltmarkt Der Klee- und Futtermittelexport sank von RM. 613.000 auf RM. 5000. In den ersten vier Monaten 1935 sank der deutsche Export an Pflanzenfetten und Oelen um ganze RM. 2,318.000 gegenüber der gleichen Periode im Jahre vor Hitlers Machtantritt Auch der deutsche Bierexport büßte an 55% ein. Deutschlands Anstrengungen, seinen Import zu drosseln, wirken sich in seiner Handelsbilanz nicht in dem erwarteten Maße aus. Der Bericht schließt: „Diese Zahlen beweisen den vollen Erfolg des Boykotts. Der deutsche Finanzdiktator Doktor Schacht hat selbst offen zugestanden, daß der Nazismus mit dem deutschen Außenhandel steht und fällt Er hat zu Mitteln gegriffen, die bisher in Friedenszeiten vöHig unbekannt waren; er hat die Industrien im ganzen Lande ihrer Profite entblößt, um einen Exportfonds zu schaffen, der die deutsche Textilindustrie in die Lage bringen solle, mit ihren Produkten im Auslande einen Dumping zu treiben. Dr. Schacht hat aber eine Tatsache unbeachtet gelassen: mag er bei seiner Aktion, die deutschen Produkte um jeden Preis auf den Weltmarkt zu werfen, Erfolg haben, niemals aber wird er außerhalb Deutschlands genug Menschen finden, die sich bereit finden werden, ihre Abneigung gegen das barbarische Nazisystem für billige Ware preiszugeben." Amerika will keine Nazi-Literatur. Unter Hinweis auf die enorme Verbreitung des „Stürmer" und der „Protokolle" unter den amerikanischen Deutschen beantragte S. Dickstein im Kongreß der U. S. A^ daß der Post untersagt sein soll, Nazi-Literatur zu befördern. In politischen Kreisen erwartet man die Annahme der Dickstein-Bill. Der Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs hat im Vorjahre in Erfüllung einer seiner heiligsten Pflichten, auf dem jüdischen lieldenfriedhofe in Wien 100 Grabsteine für im Weltkriege gefallener Soldaten errichtet Noch gibt es ungefähr 200 Hekfengräber ohne Grabstein. Es ist eine Ehrenpflicht, diesen toten jüdischen' Helden Grabsteine zu stellen. Der Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs setzt diese Aktion fort und will sie im heurigen Jahre beenden. Helfet die hiezu notwendigen Geldmitte! aufzubringen! Spendet für die Grabstteinaktion des Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs. Ehret unsere In Wettkriege gefallenen Beiden!