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Die Wahrheit · 1935-07-26 · Heft 30 (26.7.1935) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 30 (26.7.1935)
Date
1935-07-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr. 30 — 26. Juli 1935 Seite 7 WIEN II., Praterslraße 33 Telephon B 41-4-49 Unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinätes der Adas Jisroel (Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2.— aufw. Hochzeiten, Diners und andere Festlichkeiten werden in und außer Haus elegantest ausgeführt. Qemeindedhtronifo. Von der Pester Isr. Reiigionsgemeinde. Die Gemeinderepräsentanz der Pester Isr. Relisionsgemeinde hielt kürzlich unter dem Vorsitze des Herrn rlofrates Samuel Stern, Präsidenten der Gemeinde und der Isr. Landeskanzlei, bei lebhafter Beteiligung seitens der Repräsentanzmitglieder ihre ordentliche Jahresgeneralversammlung ab. Hofrat Stern berichtete über den im März abgehaltenen Jüdiischen Landeskongreß und dessen bedeutsame Ergebnisse, wobei er aut die einträchtige Zusammenarbeit bei den Beratungen verwies und der Hoffnung Ausdruck gab, daß die universellen Interessen der Konfession auf der ganzen Linie gegenüber den partikularistischen Gesichtspunkten zur Geltung gelangen werden. Der Präsident begrüßte die neugewählten jüdischen Reichstagsabgeordneten und Stadfrepräsentanten, beglückwünschte das Oberhausmitglied Eugen Vi da zu dem ihm verliehenen Ungarischen Verdienstkreuz I. Klasse und teilte der Repräsentanz mit, daß die Gemeinde das vierzigjährige Amtsjubiläum des leitenden Oberrabbiners Dr. Simon H evesi im Herbst in einer Festversammlung zu feiern gedenke. Hierauf gratulierte er dem Vorsteher Dr. Emil Zahler zum zehnjährigen Jubiläum seiner Vorsteherschaft, dem Chefredakteur des „Egyenlöseg" Dr. Ludwig S z ä b o 1 c s i zur 20. Jahreswende seiner publizistischen Tätigkeit urtd dem Chefredakteur des „Mult es Jövö" Dr. Josef Patai zum silbernen Schriftstellerjubiläum und zum viertelhundertjährigen Bestände seiner Zeitschrift Der Präsident berichtete dann eingehend über die auf dem Gebiete des Glaubenslebens geleistete Arbeit, wobei er hervorhob, daß im verflossenen Jahre für- Kultus-, Unterricht-, Kultur- und, Wohlfahrtszwecke rund 3,5 Millionen Pengö aufgewendet wurden. Er würdigte 'd>e Leistungen des . Religionsunterrichtes, namentlich aber auch der beiden jüdischen Gymnasien, zollte den Institutionen der Kultursektion, der Ungarischen Jüdischen Freien Universität, dem Elternpädagogium, den Bibelerläuterungs-Vorträgen und der Jugendakrion volle Anerkennung, unterstrich die Arbeit der Wohltätigkeitssektionen smyiej .den. vorbildlichen Pflicht-, dierid^f^Wir^haftSsektionand sprach; dem JüdiscTten- Spital und dessen Aerztekorps die Anerkennung der Generalversammlung aus. Dies, schloß Hofrat Samuel Stern, ist die Arbeit, die in der Pester Jüdischen Gemeinde geleistet wird; dies ist der Geist, der die Gemeinde durchdringt. (Eine Gemeinde, die bekanntlich von Nichtzionisten in hervorragender Weise geleitet wird. D. Red.) Die Repräsentanzmitglieder Dr. Ernst Boda, Doktor Eugen Gal, Dr. Josef Patai, Dr. Eduard Izsak, Dr. Ludwig Szabolcsi, Dr. Armin Fischl, Dr. Ignaz Friedmann und Dr. Eugen Bernfeld ergriffen in der Aussprache ■das Wort, Vorsteher Emil Vertes skizzierte die Arbeit der Wirtschaftssektion, Vorsteher Andor Nagy die der Finanzsektion. Die Generalversammlung nahm dann den Jahresbericht auf Grund der Referate des Generalsekretärs Alexander Eppler undi des Oberfiskals Dr. Ernst Munkacsi, sowie die übrigen Punkte der Tagesordnung einstimmig an. Oberste ungarische Gerichtsbehörde schützt jüdische Autonomie. Die königliche K u r i e als oberste Instanz der ungarischen Gerichtsbarkeit hat eine Entscheidung von prinzipieller Bedeutung für die jüdische Konfession gefällt. Ein Chefarzt des Jüdischen Spitals, dessen Vertrag zu. gelten aufhörte, weil er die vorgeschriebene Altersgrenze erreicht hatte, strengte gegen die Pester Kultussemekid'e :" einen Schadenersatz-Prozeß an. Die Gemeinde vertrat den Standpunkt, daß der Streitfall vor eine konfessionelle -Jury gehöre. Der Chefarzt argumentierte, daß die Aerzte des jüdischen Spitals nicht als Gemetodteangestellte betrachtet werden könnten, so daß das ordentliche Gericht zuständig sei. Die Kurie fäHte nun die vom. Gesichtspunkt der Autonomie der isr. Konfession bedeutsame Entscheidung, daß die Errichtung von Spitälern und. Wohlfahrtsinstitutionen zu den Zielen der isr. Kultusgemeinden gehört und daß demnach die dort wirkenden Aerzte zum Beamtenpersonal der Gemeinde gehören, dessen strittige Angelegenheit der konfessionellen Gerichtsbarkeit unterliegen. Josefstädter Tempelverein, VIII., Neudeggergasse. Währetidi der Urlaubsperiode,, das" ist bis einschließlich 20. August, sind die Amtsstun'den auf die Zeit von 10—12 Uhr vormittags verlegt worden. Tempelkarten für die hohen Feiertage können schon jetzt an der Kassa des genannten Tempelvereines innerhalb der erwähnten Amtsstunden behoben werden. Warnung. Jüdische Institutionen der Schweiz haben sich an den Vorstand der Wiener Israelitischen: Kultusgemeinde mit der Beschwerde gewendet, daß jüdische Studenten und Studentinnen aus Oesterreich Ferienwanderungen m die Schweiz unternehmen, ohne, daß sie auch nur annähernd genügende Mittel besäßetL Ste smd rfanir ge-- zwungen, sich an die Jüdischen Armenkassen zu wenden, denen hierfür keine Mittel zur Verfügung stehen. Schließlich sind dann die jungen Leute bemüßigt, durch Hausbettelei für ihren- Lebensunterhalt zu sorgen, was schon vom erzieherischen Standpunkt auf das schärfste zu verurteilen ist. Es wird daher vor derartigen Wanderungen und Reisen im Ausland auf das Eindringlichste gewarnt, zumal keinerlei Aussicht besteht, für derartige Zwecke eine Unterstützung zu erlangen- Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis. (., Kohlmessergasse, Tel. U27-0-65, sucht dringend Stellen für: a) Kontoristen, Buchhalter, HandelshiKsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, Inkassanten, Verkäufer, Aus- Jagenarrangeure, Kellner, InnenarchiteWten, Krankenpflegerinnen, Nachtlilfelehrer und -Lehrerinnen für Mittelschulfächer; b) Arbeit für gewerbliche Hilfskräfte aller Art, darunter auch Chemiker. Elektrotechniker. Installateure, Bauingenieure, Chauffeure sowie ungelernte Arbeiter; c) handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. Im selben Verein sind derzeit offene Stellen für: Geschultes Hauspersonal jeder Art, Kinderfräuleins mit Sprachkenntnissen für In- und Ausland, gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (auch. Heimarbeit), Herren- und Damenfriseur, Kultusbeamter, nicht orthodox (muß die Funktionen eines Lehrers, Kantors, Schächters, Rabbiner-Stellvertreters ausüben können). Ferner sind folgende Ausfandposten offen: a) Für Palästina: Modistinnen. Aetzer für Schwärze und Farben, Reprodnktionsphotographen, Herrenfriseur, Meister aus Eisenkaltwalzwerken mit langjähriger Praxis, Erstklassige Stanzenmacher mit Praxis, Spezialarbeiter für Petroleumkocher (Primus), Spezial-Kopflöter (Petroleumkocher). b) Für Griechen!andr Ingenieur, bzw. Werkstättenleiter und Appreturmeister für Spinnerei und Weberei. - MÖBEL Moderne Küchen- Vorztanmer- Wohnzlmmer- F. HOHN, Wien IL, TABORSTRASSE Nr. 22 Telephon R 40-7-14 Samstag geschlossen. _ c) rF ür A r* e n 11 n i en:- Zeichnen für Gebrauchsgraphik, Färbwälzer für Photochemtgraphen, Reproduktionstechniker, Spezialisten für Farbenphotogrcphie,. Offset-Photcchromisten, Spezialisten für Steindruckarbeiten; Bedingüg: Deutsche Emigranten. d) Für Polen: Photograph, Biianzbuchhalter, polnischer Staatsbürger. e) Für Bagdad. (Syrien): Leitende Krankenpflegerin, Hebamme, Erzieherinnen mit großer Erfahrung. f) Für Alexandrien: Krankenpflegerinnen für jüdisches Krankenhaus. Aufruf. , Die brennende und ernste Frage der handwerksmäßigen Berufsvorberefitung ider jüdischen Kinder macht den Eltern und dem Verefii schwere Sorgen. Hier erscheinen die schulentlassenen Jugendlichen mit ihren Eltern und bitten um Unterbringung in einem handwerklichen Berufe. Alle wollen mit ihrer ganzen Seelenkraft das Rüstzeug für die Berufspraxis als Radio- und Elektro- Seit vielen Jahren das anerkannt beste Man achte auf die ,,wJ354KS^lShV und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., BrauaMracheftgasue S •Telephon R 35-5-98 Wien I., Seitenstettengasse 2 XI., Zentralfriedhof neben dem L Tor Samataty g«»cfalox«» 1 techniker, Schlosser, Stricker, Weber, Bäcker usw. erwerben. Angesichts der Aussichtslosigkeit bleiben ihnen die großen Berufsgebiete der Landwirtschaft, bzw. der Industrie verschlossen. Junge, liebe und mit hoffnungsvollen Augen in die Zukunft schauende Kinder erkennen beim ersten Schritt, daß die Schule des Lebens härter und schwieriger ist als das Leben in der Schule. Und doch folgen sie dm Zwang der Verhältnisse und bleiben Idealen aufgeschlossen: sie wollen als tüchtige und brauchbare Menschen in die Zeit des neuen Werdens und in die neugeordnete Volksgemeinschaft eingegliedert werden. Und doch folgen sie dem Zwang der Verhältnisse an den Unternehmern des Handwerkes und der Industrie gelegen, den jugendlichen Lehrwerkstättensuchenden in ihrem Umschichtungsbestreben zu hellen und ihnen den Weg zum erfolgreichen Können zu ermöglichen. Jüdische Unternehmer, leistet in dieser schweren Sturmzeit dem Ruf der Not Folge, fördert die handwerkliche Berufsvorbereitung der schulentlassenen Jugend und fordert bei obangeführtem Verein für jede Werkstätte ein Kind an. Denn für das jüdische Kind bedeutet eine handwerkliche Lehrstelle Mut statt Demütigung, Sein statt Nichtsein. Dr. A. S c h m e r 1 e r. Todesfall. Im 55. Lebensjahr starb hier nach schwerem Leiden Frau Hermine Werndorier, Gattin des in weiten Kreisen bekannten und beliebten Herrn Moritz Werndorfer. Die so frühzeitig Dahingeschiedene war eine edle Frau, hilfsbereit und religiös, und stand bei allen, die sie kannten, in berechtigtem hohem Ansehen. Dem Leichenbegängnisse am 23. d. M. wohnten viele Trauergäste bei, insbesondere mehrere Vorstandsmitglieder des Tempelvereines „Aeschel Awrohom" mit Obmann Oskar Schrämek an der Spitze. Herr M. Werndorfer, dem sich die allgemeine Teilnahme zuwendet, gehört zu den treuesten Mitgliedern des Pazmanitentempels. Neben dem Gatten betrauern den Heimgang der prächtigen Frau deren Tochter Mizzi, vereh. Uhrmacher und zahlreiche Verwandte. Rabbiner Dr. J. M. Bach hielt die innige Trauerrede; ergreifende „El mole rachamim" rezitierten Oberkantor Müller und Kantor Stift. Hilfsverein für notleidende und erholungsbedürftige jüdische Schulkinder (Sitz Cafe Nizza, IL. Heine- -straße 2) hat heuer, ebenso wie im Vorjahr, unter Leitung der Präsidentin Lotte Königsfeld und dank der Unterstützung des Herrn M. T i m y m und Mitwirkung des Ehepaares N. Wertheimer. Frau Knapp und den Herren Leo Kohn und Cafetiers Paschkes armen erholungsbedürftigen Schulkinder zu einem Ferienaufenthalt verhelfen und sie in einem Heime am Lande untergebracht In Luft und Sonne und bei guter Verpflegung erholen sich die Kinder glänzend. Die Leitung dankt allen Spendern für die Förderung des Vereines. Jiunst und Xiteraiur. ABC im Regenbogen. So mancher infolge Ueberfhiß an Geldmangel zum Urlaub in Wien bei Baden Verurteilter und so mancher Strohwitwer mag es schon bedauert haben, daß fast alle Wiener Kleinkunstbühnen jetzt im Sommer ihre kleinen Pforten geschlossen haben. Das Kabarett im Cafe Arkaden bildet da eine rühmliche Ausnahme und tröstet die eingangs erwähnte Kategorie von Wienern über ein paar Stunden des Daheim- oder Alleinseins. Es verschafft den Besuchern sogar die Illusion des Wegfahrens, denn das ausgezeichnete Programm, das da geboten wird, steht unter einer Eisenbahn-Devise. Im „ABC-D-Zug" wird man durch alle Stationen Wiener und internationalen Lebens geführt und die ernste, vor allem aber die heitere Seite unserer Zeit beleuchtet. Dem Zugspersonal, das unter der künstlerischen Leitung von Hanns Margu- 1 i e s steht und von dem tüchtigen Regisseur Leo Askenasy geführt wird, gebührt viel Lob. vor allem den Damen IHa Raudnitz und Helene H i 11 und den Herren Karl Bruck, Eduard Linkers und Robert L i n d n e r. Die Musik von Jimmy Berg ist schmissig und paßt sich glänzend dem rasanten Tempo des D-Zugs an, der gewiß noch lange im Sommerfahrplan verkehren wird. Vom jüdischen Standpunkt interessant und gut gesehen sind die Figuren zweier Staatenloser und des Mannes, der trotz aller antisemitischen Verfolgungen Optimist bleibt Opümismus ist überhaupt der Grundzug dieses durchaus empfehlenswerten Kabaretts. o. h. Volksbiographie „Kanzler DollfuB". Dargestellt von Hans Maurer, Verlag Styria.ijGraz, Schönaugasse 64. Geschenkausgabe in Ganzleinen mit Schutzumschlag S 4.—, kartoniert S 2.50 ohne Wust. — Anläßlich der ersten Wiederkehr des Todestages unseres unvergeßlichen Kanzlers Engelbert DoMSuß sei auf die erfolgreichste Publikation, die sein Leben und Wirken so treffend und eingehend von Freundeshand zeichnet, aufmerksam gemacht Das Volksbuch ist in über 15.000 Exemplaren verbreitet Uebersetzungen der Dollfußbiograph-se ins Französische und Italienische erbringen den Beweis, wie sehr sich der Kanzler die Herzen der Nationen erobert hat er, der ein ganzer Mensch war und ein leuchtendes Vorbild eines christlich denkenden und handelnden Staatsmannes. Die Originalausgabe ist in jeder Buchhandlung oder auch vom Verlag Styria, Graz. Schönaugasse 64. direkt

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