Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 30 (26.7.1935)
- Date
- 1935-07-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 30 — 26. Juli 1935 DDE WAHRHEIT Kalender-, Sidra-, Perek-, Omer- und Haftorah-Tafel OcbwUtondm Tamu-Aw S686 irSta abda. 7.00 Tamas 25. 7.30 Mataus-Mase (4.B. ■.} Haitora, scbimo dewar ascbem Mewoicbim Hacbaudesch .1. Perek 27. bis ) 29. Jaum kipur kotaun ^7 00 8.00 26. $.40 7.0oJ 7 nn» 11 o. jauiu ni-' »»■-™ 7>uulAw 1. Roscb Cbaudesch Juli-August 1985 abds. Freitag, 26. Juli 7.30 Samttag. 27. Juli 8.40 Sonnt., 28. Juli b.l7nn Donnerst., 1. Aug.f'-uu erhältlich. Sie sollte in jeder österreichischen Familie, in jeder Bibliothek stehen. Brief Guido to tue National Museums and Galleries of London. H. M. Stationen' Office, 1935. Eine sehr brauchbare Uebersicht über die wertvollen Londoner Sammlungen. Unter den Bildproben Epsteins Einstembüste, der Codex Söiaiticus, die Ferdinand -Rothschild-Spende. Eine „Geschichte der Deutseben Republik". Ist es heute schon an der Zeit, eine — wohlgemerkt: objektive — Geschichte des republikanischen Zeitabschnittes innerhalb der neuesten Entwicklung Deutschlands zu schreiben? Arthur Rosenberg (nicht zu verwechseln mit dem Reichsleiter Alfred Rosenberg, der die Weltanschauung und die Erziehung der Nationalsozialisten betreut), einst marxistischer Reichstagsabgeordneter und Professor der Geschichte an der Universität Berlin, jetzt Universitätsprofessor in Liverpool bejaht diese Frage. Die über jene Periode vorliegenden Quellen genügen ihm, um eine kurzgefaßte „Geschichte der Deutschen Republik" (Karlsbad 1935, Verlagsanstalt Graphia) seinem 1928 erschienenen Buch über „Die Entstehung der Deutschen Republik" folgen zu lassen. Prof. Rosenberg bedient sich hier wie dort einer abkürzenden, bisweilen vielleicht etwas zu stark vereinfachenden Darstellungsweise, die von allen für die Hauptzüge unwesentlichen Details absieht und eben nur die Grundlinien der Entwicklung, diese dafür aber mit plastischer Klarheit herausarbeitet. Seine Bücher lesen sich, als wären sie als möglichst knappe Denkschriften etwa für Ausländer gedacht, die sich die Probleme von allem Anfang an, gleichsam voraussetzungslos darlegen lassen. Diese Methode hat den großen Vorzug größtmöglicher Durchsichtigkeit, aber auch den Nachteil, daßdurch die Vernachlässigung der vielen kleinen Einzelzüge das Gesamtbild unerlaubt simplifiziert wird. Trotz einiger Vorbehalte im einzelnen sind diesem Buch viele aufmerksame und: nachdenkliche Leser zu wünschen. Sie werden daraus auch für die Gegenwart und die Zukunft in Deutschland wichtige Schlüsse ziehen können. G. P. Deutsche Flüsterwitze. Gesammelt und eingeleitet von Jörg Willenbacher, Verlagsanstalt Graphia, Karlsbad. 415 deutsche Flüsterwitze! Es war eine dankbare und verdienstvolle Beschäftigung, sie zu sammeln und in Buchform der Oeffentlichkeit darzubieten. Scharfe Pfeile, die die verfolgte Wahrheit abschießt gegen die humorlosen Emporkömmlinge, die jetzt im Dritten Reich Staatsmänner spielen, und die deren Gottähnlichkeit so gefährlich werden. Sie fürchten diese „Witzeleien", sie verfolgen und bestrafen sie. Der Zeitgenosse wird gewiß mit Interesse durch dieses Brennglas auf die deutsche Gegenwart sehen. Doch auch dem künftigen Betrachter deutscher Wahn- und Fieberzeit wird diese Sammlung wesentlich dünken im Sinne des Fontanewortes, wonach oft in einer Anekdote mehr Historie stecke, als in dicken Geschichtsbüchern. Das jüdische ABC. Der Verlag Erwin L'öwe (Berlin) bringt als „Führer durch das jüdische Wissen" eine Art Handbuch heraus, als dessen Herausgeber Emil Bernhard Cohn zeichnet. (Auslieferung für Oesterreich: J. Rafael, Wien.) Das Buch ist nach alphabetischen Stichworten geordnet und will nach der Einleitung kein vollständiges Kompendium — was bei diesem Umfang und bei dem billigen Preis auch nicht zu verlangen wäre —, sondern nur eine „Zeichnung", ein „Profil" des Judentums bieten. Es wendet sich ausdrücklich an die jüdische Jugend als Leser. An sich wäre eine kurze, präzise Darstellung des historischen und gegenwärtigen Judentums, ausführlicher als das PhUo-Lexikon sie bieten kann und billiger als das große Jüdische Lexikon, eine erfreuliche Erscheinung, die auf dankbare Benutzung und damit auf inneren und äußeren Erfolg rechnen dürfte. Leider kann man dem Buch in seiner vorliegenden Form dieses Zeugnis nicht ausstellen. Gerade ein Werk, das zur Verbreitung in der Jugend bestimmt ist, müßte in seinen Angaben völlig korrekt, in seiner stilistischen Form bedenkenfrei sein. Angesichts der Oberflächlichkeit und Ungenauigkeit, mit der es abgefaßt wurde, können wir uns nur wundern, daß ein Mann wie Emil Bernhard Cohn dafür %'erantwortlich zeichnet. Alfred Mond, First Lord Melchett — das bekannte biographische Werk des Engländers Hector B o I i t h 0, ist kürzlich in der deutschen Uebersetzung von Prof. Dr. Walter Roth im Verlag Ludwig Nath. Wien III.. Rennweg 94, in prachtvoller Ausgabe erschienen. Das Buch umfaßt 320 Textseiten und über 20 Kunstdruckblätter; es kostet in Ganzleinen RM 8.--. in Halbleinen RM 7.— und ist nur gegen Voreinsendung des Betrages vom Verlag zu beziehen. — Das Buch erzählt Z«ltBBff«B ffMB Y*rl«ff«r TUUBttt T11......1 ■rjiiiti pur rettta«. Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an Verlag „Die Wahrheit". Wl«n lk| HalnestraBe 13/13 Lcopoldstädter TempeSfcreui Aesc&ei Awrobom n„ Pazmonilengasfe 6, Tel. P 47-6-63 AnmeüHrageii f. Aufgeboten, Transagen (onfflnHl. freiem QimBienii. Dorralziraas ParMsnverkefcr an Werktag*11 von 2 bis >/i< Übt nachmittags, an Sonntag» von 10 bis 12 Übt vormittags Gsbetptunden Taraus-Aw 5695 TamuB 25/ (Mataus-Mase (4. B. M.) Haftora schimo dewar ascbem: Meworchim Hachaudesch I. Perek 27. bis Jaura kipur kotaun Rosen Cüaudesch irüb 8.30 6.30 u. 9.03 €.30 1 ,. 27. I ,. 29. ( Aw 1. ) „ 2. abds. 7.30 8.40 |t.so zunächst von Alfred Monds Urgroßvater, der im 18. Jahrhundert bei Kassel lebte; dann lernen wir den Großvater kennen, der ein angesehener Kaufmann in Kassel war. Wir begegnen weiters dem Vater Ludwig Mond, der ein genialer Chemiker war, und wir begleiten ihn auf seinem ganzen Lebenswege. Bald erkennen wir seine hervorragenden Begabungen, vor allem sein Erfindertalent und seinen Sinn fürs praktische Leben, fürs Schaffen und Forschen! Mond verläßt Deutschland, geht nach England, wo. seine Erfindungen Anklang finden. Ein Jude aus Deutschland ist der Begründer des größten englischen Chemietrusts geworden, eines der mächtigsten Industrieunternehmungen, der Welt: Ludwig Mond. Seine Kinder, Robert und Alfred, wurden schon in England geboren. Wir erleben mit ihnen alle Freuden der Kinderjahre, die Schulzeit. Wir finden Alfred in der Fabrik, als Student zu Cambridge, wir lernen seine Liebhabereien kennen, seine eigene Gedankenwelt und seine Einstellung zu den ungezählten Problemen des Lebens, zu Religion, Politik, Musik, Philosophie, Kunst, zu sozialen Fragen u. v. a. und sehen, wie Mond, nachdem er alle nur erdenklichen Erfolge als Industrieller und Politiker erreicht hat, schließlich auch zum Judentum zurückfand, für das er all die Jahrzehnte eigentlich!, nichts empfunden hatte. Er lernt die führenden Männer des Zionimus kennen, er schließt sich ihnen an, geht nach Palästina, begründet dort Siedlungen und stirbt als — Jude. Sein Sohn und Erbe, Henry, der dem interessanten Buche ein Nachwort widmete, ist bekanntlich erst vor kurzem zum Judentum übergetreten. Sifm „Baboona". Mehr als zwei Jahre war das bekannte Afrikaforscher-Ehepaar Martin und Osa Johnson im ständigen Kampf mit den Elementen, den Bestien und den Wilden des Dschungels, um den Film „Baboon a'' zu drehen. Für diesen Film mußten sich Johnsons in Gebiete wagen, die noch keines Weißen Fuß betreten hatte, die überhaupt nur durch Flugzeuge der Filmkamera erschlossen werden konnten. Sie mußten den Urwald aufsuchen, wo er am tiefsten ist und wo im Schatten der Riesenbäume die Pygmäen leben. Viele Naturwunder, herrliche Lattdschaftsaufnahmen, Raubtieraufnahmen, wie sie selten gezeigt sind, bilden eine Reportage von eindringlichster Wirkung. „Baboona" erscheint ab heute im Schweden-Kino. Ein neuer Wiener Filmverleih. Unter dem Firmenwortlaut Paul Freiwirth wurde kürzlich ein neuer Wiener Filmverleih gegründet, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Spitzenwerke der internationalen Filmproduktion nach Oesterreich zu bringen. Daneben will die neugegründete Firma ihr Augenmerk auch auf die Erzeugnisse der heimischen Filmproduktion richten, die in ihrer Erscheinungsüiste bereits einen breiten Raum einnehmen. An erster Stelle steht die Wiener Produktion „Maria Baskidt sehe ff" (Das Tagbuch einer Geliebten), Buch: Felix Joachimson, Regie: Hermann Kosterlitz, Musik: Paul Abraham, Hauptrollen: Hans Jaray und Lili Darvas, einer Filmdebütantin, die von vornherein regsten Interesses gewiß sein darf. Dann folgt eine Verfilmung des Welterfolges „Im weißen Roß 1", mit Hermann Thimig, Christi Mardayn, Richard Romanowsky. Annie Makart und Theo Lingen in den Hauptrollen. Die Außenaufnahmen werden an Ort und Stelle in St. Wolfgang gedreht. Musik: Ralph Benatzky, musikalische Leitung: Frank Fox, Regie: Carl Lamac. „Moskauer Nächte", mit Harry Baur, dem großen französischen Charakterdarsteller, und der bezaubernden Annabella, ist ein Werk Alexis Granowsky, der, nach vielen Versuchen, die Schablone zu durchbrechen, endlich, einen Film inszeniert hat, der stärkste Spannung und zugleich hohes künstlerisches Niveau vereint. „Menschen unter Menschen" nach Victor Hugos „Les Miserables", von Raymond Bernard; dem Schöpfer der „Hölzernen Kreuze" inszeniert, bringt gleich zwei große Schauspieler in den Hauptrollen: Harry Baur und Henry Krauß. „Viereinhalb Musketiere", mit Szöke Szakail, Felix Bressart, Ernst Verebes, Otto Wallburg und Tibor von Halmay, ist ein ausgesprochener Komikerfilm. Ferner erscheint im Verleih Paul Freiwirth eine Verfilmung von Benatzkys Erfolgsstück „Bezauberndes Fräulei n". Die lustige Filmopperette „Damenwahl", Musik Eduard Künnecke, gelangt bereits diese Woche zur Erstaufführung. Die bekannten Starewich-Filme werden eine willkommene Abwechslung in das Programm bringen. föeerdä&iiiigcii. 17. Juli 1935: Samuel Löwy, 90 Jahre, 19. Bez. (I. Tor). 18. Juli: Esther Schenker, 76 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Dr. Friedrich Sanders, 77 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Emil Schwarz, 60 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Lina Wollner, 81 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Alwine Reichsthaler, 76 Jah*e, 9. Bez. (IV. Tor). — Franziska Pach, 5 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Mayer Zollschan, 81 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). 19. Juli: Paula Löwy, 69 Jahre, 19. Bez. (I. Tor). — Dr. Karl Brenner, 69 Jahre, 1. Bez. (I. Tor). — Mayer Derter, 80 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Isidor Strauss, 86 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Ernst Schwarz, 58 Jahre, 1. Bez. (IV. Tor). — Adele Lande, 59 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Alice Kantor, 50 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Rosa Schmilovitsch, 50 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Fritz Kuffler, 40 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Henriette Grüwald, 63 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor) 21. Juli: Fanny Ellbogen, 93 Jahre, 20. Bez. (I. Tor). — Markus Josef Klein, 65 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Cäcilie Peterselka, 55 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Berta Rapaport, 78 Jahre, 9. Bez. (I. Tor). — Jeanette Brock, 70 Jahre, 10. Bez. (IV. Tor). — Moses Skalka, 63 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Arthur Berger, 35 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Emilie Kominik, 76 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Doris Kominik, 6 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Ignaz KHnenberg, 66 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Dr. Ilse Zimmermann, 43 Jahre 7. Bez. (IV. Tor). — Charlotte Grünbaum. 67 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Grete Schick, 28 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Theodor Gross, 52 Jahre, 6. Bez. (IV. Tor). — Elie Saporta. — Dr. Karl Pollak, 63 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Samuel Kohn, 48 Jahre, 21. Bez. (Floridsdorfer Friedhof). 22. Juli: Julius Klein, 70 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Samuel Ettinger, 73 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Hermann Jaritschower, 67 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). 23. Juli: Marie Barany, 75 Jahre, 4. Bez. (IV. Tor). — Ida Goldberg, 40 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Hermine Werndorfer, 55 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Osias Low, 60 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Hermann Gorges, 72 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Ernst Neumann, 70 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). Weiße it. schwarze Talare u. Barette von der einfachsten bis zur kunstvollsten Ansführung erhalten Sie vorrätig als auch nach Maß in der altbekannten Uniformierung und Maßschneiderei RUDOLF GOLDSTEIN Wien II., TabOrStraße 54 (Achtung auf die Hausnummer) Gegründet 1866 Telephon R 49-0-48 Weiland Oberkantor Josef G o 1 d s t e i n' Verlangen Sie rechtzeitig Muster und Kataloge Versand nach allen Ländern! Feine Zivilgarderoben nach Maß, billigste Preise! Bei gruppenweisen Bestellungen auf Uniformen Ausnahmspreise Eigentümer. Herausgeber. Verkcer und verantwortlicher Schriftleiter: OsJuw 51 Ir»chleld, Wien II., PraterstraBe 29. — Druck: Ignaz Spitz & Söhne. Wien II.. Robertsasse 2.