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Die Wahrheit · 1935-07-26 · Heft 30 (26.7.1935) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 30 (26.7.1935)
Date
1935-07-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 30 — 26. Juli 1935 DIE WAHRHEIT FRANZENSBAD ERSTES MoipRBAD DER WELT. IDEALES FRAUEN- UND HERZHEILBAD. In ebener Lage in ausgedehnte Anlasen und Wälder eingebettet STÄRKSTE GLAUBERSALZQUELLEN. Ueberraschende lieHerfolee bei Herz- und Frauenleiden. Kinderlosigkeit, Gicht. Rheumatismus. Fettleibigkeit und chronischer Stuhlverstopfung. Saison vom 1. Mai bis 30. September. — Kurbetrieb vom 15. April bis Ende Oktober. PROSPEKTE UND AUSKÜNFTE KOSTENLOS DURCH DIE KURVERWALTUNG. Palästina-Miszellen. Das Jerusalemer Gericht verurteilte <len Araber Abdullah Ismain wegen Ermordung des Juden Israel Lachman üi Ramat Gan bei Tel Aviv zum Tode. Der Mord geschah im Jänner d. J. Die Einwohner von Ramat Gan wurden um Mitternacht durch das Schreien der alten Mutter Lachmans aus dem Schlaf geweckt Die Leute, die in Lachmans Haus eilten, fanden ihn in einer Blutlache auf dem Boden liegend tot auf. Seme Frau lag schwer verletzt neben ihm, die drei Kinder des Ehepaars saßen neben ihren Eltern und jammerten. Als Frau Lachman wieder zum Bewußtsein gebracht wurde, sagte sie aus, daß Abäjfflati Ismain, der eine Zeitlang bei ihnen beschäftigt war, dann aber entlassen wunde, mit einem Komplicen ins Haus drang. und auf ihren Mann mit einem Dtvlch einstach. Als die Frau ihrem Mann zu Hälfe eilte, wurde sie ebenfalls niedergestochen. Dte Fcfizei verfolgte die Fußspuren der Mörder und stieß auf Abdullah Ismain und Abu Assad. Beide ■wurden verhaftet Abu Assad gestand seine Teilnahme am Morde und sagte aus, Ismain habe ihm gesagt er wisse, daß Lachman eine große Summe Geldes im Hause aufbewahre, ein Raub würde sich lohnen * „Falestin" teilt aus Nablus (dem biblischen Schechem) mit daß eine Anzahl arabischer Dorfbewohner zusammen mit 3 Juden in die Stadt gekommen seien, um die Formalitäten der Ueberschreibung von 190 Dunam Land an die Juden zu .erfüllen. Die arabische Jugend habe jedoch Käufer und Verkäufer daran .gehindert, das Amt zu betreten, so daß die Transaktion nicht durchgeführt werden konnte. Am Jeraisalemer Zionstor, .gegenüber den traditionellen Gräbern der jüdischen Könige, wurde ein Tiesiges Hakenkreuz, darunter in weit sidbtl>arer Schrift „He'41 Hitler" angebracht. Offenbar stammt die Provokation, die Empörung in der Jerusalemer Bevölkerung hervorgerufen hat von arabis<chenHitIerrAnhängern. * Vor mehr als sechs Wochen sind sechs Juden, die wegen ill-eg-aSer Einwanderung verhaftet wurden, im Jerus=alemer Zentralgefängnis in den Hungerstreik getreten. Die Verhafteten erklärten, sie stammen aus Rußland und dürfen deshalb nicht deportiert werden. Vier Verhaftete haben nun begonnen; Nahrung zu sich zu nehmen, während zwei im Hungerstreik ausharren. In Palästina macht sich ein empfindlicher Frauenmangel bemerkbar. Die Einwanderung nach Palästina wird vorwiegend von Männern bestritten. Die Union der jüdischen Rabbiner hat beschlossen, eine Konferenz der europäischen Rabbiner einzuberufen, um die britische Palästina-Kommission zu veranlassen, die Einreise für jüdische Frauen außerhalb der Einwanderungsfluote zu erlauben. * ©er Stadtrat von Tel Aviv hat beschlossen, eine Straße nach dem eben verstorbenen Obersten Dreyfus zu benennen. Z. T. A. Hitler ins Stammbuch. Das Jahr 1813^ war gekommen — Friedrich Wilhelm III. rief zürn; 'Kriege gegen Napoleon auf; er verpfändete sein königliches Wort und verkündete in -der Breslauer Zeitung vom 20. März 1813: „Gewisser Lohn wird den treffen, der sich auszeichnet, tiefe Schande und strenge Strafe den, der selber Pflicht vergißt" Die preußischenJ u d,£ n wurden, wie alle anderen Bürger, zu den Waffen gerufen; sie eilten ein Jahr, nachdem man ihnen die Bürgerrechte gegeben hatte, mit ihren christlichen Volksgenossen zu den Fahnen; der Kanzler Hardenberg erkannte in einem Sehreiben an den preußischen Gesandten in Hamburg vom 4. November .1815 gern an, wie tapfer sich die preußischen Juden geschlagen: „Auch hat die Geschichte unseres letzten Krieges wider Frankreich bereits erwiesen, daß sie d e s S t a a t e s, der sie in seinem Schoß aufgenommen, durch treue.Anhänglichkeit würd i g geworden. Die jungen Männer jüdischen Glaubens sind die Waffengefährten ihrer christlichen Mitbürger gewesen und wir haben auch unter ihnen Beispiele des wahren Heldentums und der rühmlichen Verachtung der Kriegsgefahren aufzuweisen, soi wie die übrigen jüdischem Einwohner, namentlich auch die Frauen; in Aufopferung jeder Art den Christen sich angeschlossen ..." Die ägyptische Judenpoütik. Vor einem Publikum von Gelehrten sprach in der Royal Asiatic Society in L-ojndon ibej einer Maimonides-Feier Professor A. S. Yanuda über „Maimonides, der Philosoph, und Arzt, seine Zeit und seine Bedeutung". Den Vorsitz führte der ägyptische ■Gesandte in London, Hassan Sabrey Bey. In seiner Ansprache unterstrich;Jggdie Tatsache, daß die 800. waederkehr des Geajggiages von Maimonides in Aegypten unter Beteiligung der ägyptischen Regierung, der Universität unduviefer literarischer und wissenschaftlicher Gesellschaften": jnit besonderer Feierlichkeit begangen worden sei.; Aegypten sei das Land, in dem Maimonides den größten und fruchtbarsten Teil ■seines Lebens verhrachtVhabe. Christen. MobämmedayaOMmrims Jfrndecftcian „Jttid" In St;ebenstein (Pittadai), herrlich gelegen, £ig. Waldbestand, siändige ärztliche Auf- £ sicht,indmduetis%pädagogische Beeinflussung, vorzügliche Verpflegung, Sport, Gymnastik, .** Schwimmen,- Nachhilfe:' 'Auskunftei Prospekte, ■■ £ Photoeinsicht u. Anmeldung: Wiener Sekretariat: IX., Schwarzspanierstraße 12, Mezzanin, iägllch außer Sa: und So. von 3—6: Tel. A 26-3.73. ner und Juden, die die verschiedensten Richtungen innerhalb ihrer Gemeinschaft vertreten, haben sich zusammengefunden, um .Werk und Verdienst eines Mannes zu feiern, der selbst seine Religion am strengsten beobachtet habe und doch zur gleichen Zeit ein großer Denker gewesen sei, der doch über allen religiösen Verschiedenheiten gestanden habe. Wenn Maimonides in der Lage gewesen ist, so sagte der ägyptische Gesandte, seine ungewöhnlichen Fähigkeiten und seinen großen Tätigkeitsdrang auf so vielen 'wissenschaftlichen, sozialen und sonstigen' Gebieten z.u entfalten, und beim Hofe des Sultans so sehr angesehen gewesen ist. so liegt das hauptsächlich an der großen religiösen Toleranz, die der Sultan Saladio gezeigt habe. Diese Tatsache, und daß zu jener Zeit Mohammedaner, Juden und Christen zum Wohle ihres Heimatlandes und für den Fortschritt von Wissenschaft und Kultur zusammenwirken konnten, erfüUt./nich und .meine Lands] eute mit Stolz und; Befriedigung.'Und das ist es auch, -was den Feiern zur 800. Wiederkehr des Geburtstages von Maimonides in ^meinem La.ndte eine besondere Bedeutung verleiht IcSibin glücklich zu sagen, daß in Aegypten heute die gleichen Voraussetzungen des Zusammenlebens herrschen wie zur Zeit von Maimonides. Auszeichnungen von Juden .Wien. Der ö5terreichisc.he Bundespräsident ernannte den Verwaltungsdirektor des Finanzdepartements im Haste, Dr. -L. A. Ries, zum Grpßbfiizier des.Verdienstordens. Florenz. Die Universität Florenz-hat dem Werk von Dr. Salomen Öksman aus Luzk über das Agrarsystem der Juden laut Bibel und Talmud einen Pr<eis verliehen.. Dr. jßksman ist Graduierter des HelHäischen. Lehrerseminars in Wilna und im; jüdischen frziehungswesen in Polen hervorragend tätig* Rom. Die italienische Regierung verlieh dem bekannten Verleger-teo Samuel Olschki, einem Führer der Juden in Florenz, für seine Verdienste, um das italienische Scnrifttüm den O r d e n St. :M aai r iti us. Budapest Der Reichsverweser hat den.Polizeihauptmann Dr. Zoltän 1? o n a zum. Polizeiraj.. ernannt BeriHandelscnulprafessor Dr. Moses Ryinny i erhielt auf Vorschlag des Kulturministers in Anerkennung seiner auf pädagogischem Gebiete erzielten Erfolge den Titel eines nanddsschuldjreföors. Schließlich verlieh der Relchsvefrareser dem Gerichtssenatspräsjäenten Dr. Albert Märfcn^den Titel eines Kürialr^hfeirs. ABe drei: Persönlichkeiten' sind angesenene MitgK&a'er des haujn^tfiätiscnen ^radentums. ,.^ ... - - $.&■ . V •<•■ -!'; -r- Für die Mitglieder der „Union österreichischer Juden4' Beratungsstelle für kaufmännische, gewerbliche, Steuer- und Versicherungs- Angelegenheiten. Leiter: Komm.-Rat Alexius Salzer. Eingehende lnformationen für jedes Mitglied der .Union" unentgeltlich, und zwar bis auf weiteres Wien I., Kohlmarkt 8, 1. Stock, Tür 4, täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 10—12 Uhr vormittags. Brüssel Die belgische Regierung verlieh dem Kaufmann Goldmintz die Ritterschaft des König Leopold-Ordens. Jüdische Flüchtlingsärzte In England. . Auf der soeben in L o n d o n abgehaltenen Jahresversammlung der Notgemeinschaft jüdischer Aerzte und Zahnärzte wurde mitgeteilt, daß die Mehrzahl der aus Deutschland geflüchteten jüdischen Aerzte und Zahnärzte, die in England die britische Qualifikation erlangt haben, bereits Posten gefunden hat. Weiter wurde mitgeteilt, daß im Jahre 1935 kein weiterer Zustrom von Aerzten und Zahnärzten aus Deutschland nach England zu verzeichnen war. Jüdischer Flüchtling als Lebensretter. Wie die „Depeche de Tours" meldet, hat am vergangenen Sonntag nachmittags in Savonnieres in der Nähe der Stadtt Tours der deutsche Flüchtling, E. Meyer, drei Personen unter eigener Lebensgefahr gerettet, die in der unmittelbaren Gefahr schwebten, zu ertrinken. Meyer, dessen Bruder Arzt in Deutschland war und von den Nazis in einem Sack ertränkt wurde, hatte von der französischen Regierung die Erlaubnis erhalten, sich m Tours (Indre-et-Loire) niederlassen zu dürfen. Der Divisionsgeneral von Tours hat Meyer seine <31ückwünsche ausgesprochen. Schweizer Radiovortrag über Dreyfus. Der Schweizerische Landessender Beromfinster brachte vergangenen Montag abends über Studio Basel eine Einschaltsendung anläßlich des Todes von Hauptmann Dreyfus. Ate Referent konnte Wilhelm Herzog, der Verfasser des bekannten Schauspieles: „Der Kampf-einer Republik, die Affäre Dreyfus", gewonnen werden. Ohne auf die Einzelheiten des Falles selbst einzugehen, gelang es dem Referenten doch in hervorragender Weise, Dreyfus, seine Freunde und Feinde lebenswahr in, schildern. „Der Fall Dreyfus", führte der Referent aus, „war der damals fällige Kampf zwischen der Republik und dem Militär, zwischen Zivfl- und Militärmacht Um den Fall Dreyfus wäre beinahe ein Krieg entstanden, spaltete sich Frankreich in zwei feindliche Lager. Doch Dreyfus selbst verstand die Hintergründe seines Falles bis an sein Lebensende kaum." Bruno Weil sagt in seinem Buch über Dreyfus hingegen, daß dieser geäußert habe: „Man wird meine Affäre erst nach fünfzig Jahren verstehen." Vielleicht hat Weil recht gehabt, vieEeicht auch Herzog. D. J. Vierblättriges Kleeblatt statt Hakenkreuz. In England ist das Hakenkreuz wenig beliebt, obwohl es dort — als indisches Glückszeichen — weit länger bekannt ist als in Deutschland. „The Jewish Daily Post" berichtet, daß die Bevölkerung es dahin gebracht hat, dem königl. Artillerieregiment der 2. mittleren Brigade das zur Montur gehörende Hakenkreuz abzugewöhnen. Denn jedesmal, wenn Angehörige des Regiments in Sicht kamen, erhoben Passanten spöttisch den Arm zum Hitlergruß . . . Jetzt ist angeordnet worden, das Hakenkreuz durch ein — vierblättriges Kleeblatt zu ersetzen, da das schließlich auch ein Glückszeichen ist Warschau. In der polnischen Stadt Kazk, wo der jüdisch-polnische Freiheitskämpfer Oberst Berek Jasselewicz begraben liegt, ist eine Delegation der jüdischen Frontkämpfer Polens eingetroffen. Sie wird dem Grabhügel Erde entnehmen und sie nach Krakau zum Grabhügel des verstorbenen -Marschalls Pilsudski bringen. Rom. In einem großen Theater in Crenoma wurde ■i6e Kantate des 12jährigen jüdischen Komponisten, Giorgio Levi, aufgeführt Die Pressekritik spricht sich sehr lobend über das Können des jungen Konponisten aus. Man Boll den Tag nicht vor dem Abend loben! Sätd wir heute noch im glücklichen Besitz schöner und gesunder Zähne, so kann schon in kurzer Zeit die gefürchtete Zahnkaries ihr Vernichtungswerk beginnen. Darum heißt es rechtzeitig vorbeugen, durch tägliche Mund- und Zahnpflege mit -O d oJ- M u n d w a s s e r und Odol-Zahnpasta. .Odöl-Mundwasser dringt in die verborgensten Winkel der Mundhöhle ein. desinfiziert diese und verschafft reinen Atem. GdolrZahnpasta verhütet Zabnbelag.und macht die Zähne blendend weiß. Spazlalhaus für Wolle and Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2LBez.,Taboirab-^peJ»r.l7 Fabriksniederhage. Wirkn. Utrickmodea ■*—- - Telephon A 4S-3-69 J- ■'■

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