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Die Wahrheit · 1935-07-19 · Heft 29 (19.7.1935) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 29 (19.7.1935)
Date
1935-07-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 29 -r 19. Juli 1935 DIE WAHRHEIT ■^■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■J i lod PromDad Bad Hall [ bewährt seit Jahrhunderten bei Erkrankungen der Blutgefäße, Arterienverkalkung, Gelenksrheumatismus, Nervenleiden, bei Stoffwechselerkrankungen, wie Gicht und Erkrankungen der Luftwege Kur-Methoden: Trink- und Bade-, Kaltwasser-, elektrische Kuren und Röntgenbehandlung Mäßige Preise für Logis und Verpflegung Auch rituell-koschere Restaurants Ulli sich hier um einen Ueberfall von Nazis auf die Synagogenbesucher gehandelt hat Der „Stürmer" ist empört, daB die Juden die „Frechheit" hatten, die Hilfe der Polizei in Anspruch zu nehmen, und schließt: „Das leiseste Nachlassen im Kampfe gegen die Judenpest wäre weiter nichts als ein Zurück in die vergangene Schmach und schließlich das Ende der deutschen Nation." ...... # Der Londoner „Daily Telegraph" veröffentlicht folgende Zuschrift eines Engländers: „Einer meiner Freunde ist kürzlich von einem Besuch in Deutschland zurückgekehrt wo er in einem sehr renommierten Hotel einer der größten Städte wohnte. Er war dort zur Besprechung von Geschäften mit mehreren Firmen, deren Vertreter zu einem Teil Juden waren. Die Hotelleitürig weigerte sich aus Rassegründen, meinem Freunde zu erlauben, diese jüdischen Geschäftsvertreter im Hotel zu bewirten, und veranlaßte ihn, ihr Heitel zu verlassen. Es scheint mir unvorstellbar, daß etwas Aehnliches mit Erlaubnis der Behörden in irgendeinem zivilisierten Lande möglich wäre." « Prager Zeitungen melden aus Berlin: Der „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" hatte in einem Lokal des Berliner Westens eine Ver#nsveranstaltung abgehalten. Der Zufall wollte es nun, dqg.'im benachbarten Saal eine Kundgebung zweier SA-Bezirksgruppen stattfand. Als die SA-Leute von der jüdischen Veranstaltung hörten, brachen sie stürmische Empörungsrufe aus und stürmten in den Nachbarsaal, wo sie die dort versammelten jüdischen Frontkämpfer, zum großen Teil Kriegsy er letzte, als „A . . . löcher, Judensäue, Christenmörder, Mädchenschänder" beschimpften. Als die Juden scharf erwiderten, ging die SA zu Tätlichkeiten über. Die Frontkämpfer setzten sich zur Wehr, mit Stuhlbeinen und Biergläsern wurde erbittert gekämpft. Die SA-Leute waren zum größten Teil mit Gummiknüppeln bewaffnet Schließlich wurden die Eindringlinge aus dem Saal geworfea Als die Polizei kam, sah es aus wie^auf einem .Gefechtsfeld. Kein einziger SA-Angreifer wurde in Haft genommen, hingegen von den angegriffenen Frontkämpfern 12 Mann wegen „gewalttätiger Uebergriffe". » Aus Deutschland melden die schweizerischen Zeitungen: In der Umgebung von Köln hat die Polizei den Direktor eines katholischen Gymnasiums verhaftet, weil er auf Anordnung des erzbischöflichen Generalvikariates seinen Zöglingen Verboten hatte, einen Vortrag des antisemitischen Wanderredners und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Pfarrer Münchmeyer zu besuchen. Von der Münchmeyerischen Versammlung aus zog die aufgehetzte Menge vor das Gymnasium und demonstrierte so lange, bis der Direktor in Schutzhaft überführt wurde. In einer anderen katholischen Unterrichtsanstait wurde ein Lehrer abgesetzt weil er gegen die Anbringung eines Mfinc.hmeyerrPlakats im Schulgebäude protestierte. (Münchmeyer, der seinerzeit wegen Sittlichkeits^ vergehen aus dem Pfarramt ausscheiden mußte und jetzt Badekommissär auf der Nordseeinsel in Borkum ist, wurde von den in Bern angeklagten Nazis im Prozeß der „Protokolle" als „Experte" genannt, konnte aber nachher von der Reichspost nicht mehr „aufgefunden werden", weil das Propagandaministerium offenbar da-; vor zurückscheute, eine so kompromittierte Person in das Ausland als Vertreter der nationalsozialistischen Ideologie zu entsenden.) Für mvmmm „Union Osterreltlilscber Juden" ßeratupgsstelle für kflHfmänpiBche, gewerbliche, Steuer- und Versicherungs- Angelegenheiten. Leiter: Konun/r^lat Alexius Salzer» Eingehende Informationen für jedes Mitglied der' .Union" unentgeltlich," und zwar bis auf weiteres Wien I„ Kohlmarkt 8, 1. Stock, Tür 4, täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 10—12 Uhr vormittags. Palästina-Miszellen. Im englischen Unterhaus lenkte Cotonel Wedgwood die Aufmerksamkeit des Kojonienminlsters auf d^ Fall des in Liverpool lebenden engiisGö-jüdiscJieB Bürgers Rosenblatt, dessen Gesuch um Einreise nach Palästina zu dreimonatigem Aufenthalt abgelehnt wurde, weil er nicht in der J^age war, die für Touristen vorgeschriebene Hinterlegung vtm 60 Pfund Sterling als Garantie dafür, daß der Reisende nach Ablauf der Aufenthaltefrist wieder in sein Land zurückkehren werde, zu leisten. Wedgwood fragte, ob der Kojontenminister nicht veranlassen wcüle, daß Palästina-Touristen, die englische Untertanen sind, von der Leistung einer Geldgarantie befreit werden. Kolonienminister Malcolm MacDonald erwiderte, er sehe nicht ein, weshalb er dem High Commissioner für Palästina nahe legen solle, die Bestimmung hinsiphtlich der 60 Pfund-Sterling- Garantie, die sich als wirksames Mittel zur Unterbindung illegaler Einwanderung erwiesen hat zu revidieren. Wedgwood: Wie kommt es aber, daß jemand, der Wedgwood heißt, nach Palästina reisen kann, ohne 60 Pfund Sterling zu hinterlegen, während ein anderer englischer Bürger, der den jüdischen Namen Rosen blatt trägt, dies nicht kann? Ist dies abhängig davon, welche Schiffsklasse man benutzt, oder davon, ob man einen englischen oder einen jüdischen" "NaH}en teäg^f Malcolm MacDonald: Man leistet die Sicherheit, ob man jüdisch oder picht Wedgwood: ist es night Tatsache, daß die GMaHtiebestimmung keineswegs auf Nichtiudeh, wohl aber auf Juden angewendet wird? Auf diese Frage erfolgte keine Antwort Pie Landwirtsx&aftssektkm der Histadruth teilt mit, daß lediglich ein Drittel der in den jüdischen Kolonien beschäftigten Landarbeiter Juden seien? es müsse «ine schnelle Aktion zur Ueberffihrung von 3000 städtischen Arbeitern auf das Land durchgeführt werden. Auch sollen alte neu ins Land kommenden Chaluzim sofort in die Kolonien geschickt werden. Leider stellt sich der Mangel an billigen und hygiernscV?ff^öhnungen, in den. Kolonien dieser Aktion als ein Tündernis entgegen; die Histadruth habe die Jewish Agency aufgefordert, sofort an den Bau von Wohnungen für mindestens 300 jüdische Arbeiterfamilien her? anzugehen. Im englischen Unterhaus erkundigte sich der Abgeordnete Colone! Wedgwood beim Kolonienminister nach der Zahl d e r j ü d i s c h e n i 11 e g a 1 e n Einwanderer, die sich in palästinensischen Gefängnisse9 befinden, und nach der genauen Zahl der Immigranten, die früher in Gefängnissen wären, aber jetzt auf freiem Fuß sind. Kplpnienminister Malcolm MacDonald antwortete, daß nach einem ihm vorliegenden Bericht vom 7. Juni 85 jüdische illegale Einwanderer zu diesem Zeitpunkt sich in Gefängnissen befänden und daß gegen sie ejn Verfahren auf Landesverweisung schiebte. Die Zahl der illegalen Einwanderer, die sich gegenwärtig gegen Kaujtion auf freiem Fuß befänden und gegen die ein Verfahren auf Lahd^verweisung schwebe, könne er nicht angeben. 'Er werde abpr entsprechende Unterlagen vom High Commissioner aus Jerusalem anfordern. * ■ Bei seinem kürzlichen Aufenthalt in Warschau äußerte der Leiter des Einwanderungs-Departements der Jewish Agency, Jizchak Qrünbaum, daß ab April 19^.niemand ein Zertifikat bekommen werde, der nicht die hebräische Sprache beherrsche. Wir wollen nicht die Tore von Erez Israel vermauern. Aber jeder, der nach Erez Israel will, muß sich den Forderungen des Palästina-Aufbaues fügen. Das Hamburger „Israelitische Familienblatt" veröffentlicht eine Artikelserie, die sich mit der Frage der pläiynäT^geiTAuswanderung und Kolonisation deutscher Juden beschäftigt Es wird davon ausgegangen, daß zehn Jafire hindurch iährjicli 12.500 deutsche Juden nach Palästina und §000 in das nichtpalä§tinensische Ausland gehen. Als UmschichtungsTawteij werden nach Berechnung' des Far^JiehbJättes''' 1,800.000 gmlc'erforderlich sein, und zwar 12^000 fjmk. für die ¥klästinäwähdfc rag. und $$$$ fonfc für die Auswanderung in das lucnjtpalästinensisch'e Ausland. Als ■Reisezuschüsse' wird der Betrag; vpn M75,.0QÖ "ghjk. angesetzt "(8753)00 Rnuc. Leopoldstfldfer Tempeivereln „AESCQEL äwrobomv IL, Pazmanlteagasse 6, — Telephon Nr. R 47-8-63. Zur Erinnerung an die Einweinunjg des Tempels findet am 1,;SeIichot-Tage (22. September) eine Stiftungstrauung für Waisen " " im Tempel.- IL, Pazmaiiiiengasse 6," statt Ber werber wollen ihre Gesuche an die Tempelkanzlei bis 25. August einsenden. '•'; Der Vorstand. FRANZENSBAD ERSTES MOORBAD DER WELT.. IDEALES FLAUEN- UND HERZHEILBAD. In ebener Lage in ausgedehnte Anlagen und Wälder eingebettet STÄRKSTE GLAUBERSALZQUELLEN. Ueberraschende Heilerfolge bei Herz- und Frauenleiden, Kinderlosigkeit, Gicht, Rheumatismus, Fettleibigkeit und chronischer Stuhlverstopfung. Saison vom 1. Mai bis 30. September. — Kurbetrieb vom 15. April bis Ende Oktober. PROSPEKTE UND; AUSKÜNFTE KOSTENLOS DURCH DIE KURVERWALTUNG. davon für Palästina). Als Zuschüsse für die Seßhaftmachung wird die Summe von 1,298.750 Rmk. angegeben, die ä fond perdu zur Verfügung gestellt werden müßte; während als Darlehen für die ländliche Siedlung und für städtische Betriebskredite etwa 12 Vi ' Millionen 'Rmk, veranschlagt werden. Damit jährlich 12.500 deutsche Juden zehn Jahre hindurch in Palästina verwurzelt werden können, wäre nach Ansicht des Blattes, abge? sehen von "den eigenen Mitteln der Emigration, eine jährliche Ausgabe von; " 12H' Millionen Rmk. erforderlich. Für die jährlich in das außerpalästinensische "Ausländ abwandernden "deutschen Juden wird ausschließlich . der eigenen Mittel der" Emigration die Summe von 4% Millionen Rmk. pro Jahr zur Verfugung stehen, müssen, um" der angegebenen Zahl von Auswanderer zü einer neuen Existenz zu verhelfen. Dieser Betrag könnte nur zu einem kleinen Teil von den deut? sehen Juden ajlein aufgebracht werden. Nur ein Judenjunge, . In. Plozk (Polen) fand kürzlich ein Pror zeß gegen vier Huligans statt, die ber schuldigt waren, das Mitglied des revisionistischen „Brith fiachajal", Sindel Jo^kowicz, ermorde t zu haben. Das Qerich,^ sprach drei der Angeklagten frei und Verurteilte den vierten zu einem Jahr Gefängnis. Internationaler Advokaten^Kongreß gegen ra& sische Berufsbeschränkung. Auf der in Brüssel stattgefundenen Tagung der Internationalen Adyokaten-Ünioii, welcher die Barreaus fast' aller europäischen Länder, einer großen Zahl von südamerikanischen, nordafrikanisehen und asiatischen Staaten als Mitglieder und Großbritannien sowie die Vereinigten Staaten von Nordamerika als Beobachter angehören, wurde das Hauptreferat vom Präsidenten der Wiener Ädvokatenkammer, Dr. Siegfried Kantor, erstattet. In seinen vom Kongreßbureau in Druck gelegten Bericht behandelte er in rechtsvergleichender' Darstellung die Entwicklung der persönlichen und sachlichen Immunität der Verteidigung in der europäischen Gesetzgebung. Er hob int mündlichen Referat besonders hervor, daß in Oesterreich die Freiheit der Verteidigung auch in kritischen Zeiten yon den Gerichten, voll gewahrt wurde. Das mit großem Beifall aufgenommene Referat gipfelte in dem vom Kongreß einstimmig zum Beschluß erhobenen Antrag, 4$8 die persönliche und sachliche Inununität der yerteidigung gewahrt, Ordnungswidrigkeiteit des Verteidigers' nur der disziplinaren Ahndung durch dep. Stand unterworfen, daß der Verkehr des Verteidigers mit dem Klienten nicht be? schränkt, das Berufsgeheimnis gewahrt und daß Verteidjger weder aus pphtischeii' noch aus religiösen oder rassenmäßigen Gründen an der Ausübung des Rechtes der Verteidigung behindert werden dürfen. Moskau. In der Plenarsitzung des Vollzugsaus: Schusses von Bjro-Bidscjiän wurde' mitgeteilt, daß die Regierung weitere 60 Millionen Rubel für Industrieaufbau in girfl-Bidschan in der zweiten Hälfte 1935 zur Verfügung gestellt bat Es sollen u. a. 6 Kohlen- und Rsengrujberi, einige elektrische Stationen u. dgl. m. neuangelegt' werden. — Im -ersten"' Halbjahr' 1935 kamen nach Biro-Bidschan 2529 jüdische Einwanderer, etwa 25. Prozent, weniger ajs im Einwanderungsplan vorgesehen. Qie Verminderung wird mit der strengeren Auswähl begründet! Däs Schülnetz von' Biro-Bidschan erweiterte sieh 'von 69 auf 107 Schuiehf' Z. T. A S. G., Wien DL :Auch uns sind selbstverr ständlich die in Wien stark kolportierten Gerüchte, die von >einer Bewerbung eines prominenten zionir «tischen Mitgliedes des Wieher Kultüsvorstandesum den, Posten des Amtsdirektoris der Wiener Kultusgemeihde wissen wollen, zu Ohren gekomnien. Wir glauben aber nicht; daß dieiJüdischnationalea nach dem peinlichen. Auf sehen, das der Fall Rath in der breitesten Öeffentlichkeit erregt hat, ein neues- - Husarenstückchen gleicher Art wagen werden. Laut ination bet Händen bei Teil des Bi worben, st Boden eigi bewässert flüssig. Dil 1000 Acker Nähe von heute eine Die Regier Propagandi machen, d; Produkte a Orangen E (Wie Malcolm A woods im Einwanden verfolge, d Zulassung würde, zu- A Der e teilt der J Regierung Lande nie liehen und wollen, güi terhfn solcl Bürgerscha keiten. Ander bisher wed ladung an derzulasser sucht, zw Tirana zu Paris. Welt eine! der nationi des Beirat: aas Verri jonin,Ai Baron Edh gerichteten Lo u v r e Kupfers an Bedeutu verglichen «efähr 20.0 "nd Handz 'ändischen fassen die hundert. M Ei-oßen ital »nd Rembi Regierung Louvre : «ernacht v yergileii J"nehrh( Aschen Sta a Straß! «rsönlichk "traßbnrg 1 >undes Ha 'nd für di ion Fra

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