Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 29 (19.7.1935)
- Date
- 1935-07-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Nr. 29 — 19. Juli 1935 Seite 3 HERRENKLmmRSAWN S. FROST III., Landstraße Hauptstraße 28 Telephon U 11-2-72 bringt den m odernen Hochsommer-Anzug für den eleganten Herrn Feine Maßarbeit — Beste Ausfährung — Billigste Preise ständigkeit auf diesem Gebiet die Augen öffnen. Man muß diese Ausführungen eines gewesenen Unterrichtsministers im Wortlaut genießen, dann üben sie ihr« Wirkung auch ohne Bier und Salzstangel: „Die wechselseitigen Beziehungen zwischen Christen und Juden bedürfen dringend einer Erörterung und Klärung, wenn wir ganze Aufbauarbeit leisten wollen. Weif entfernt, einem gehässigen Antisemitismus das Wort zu sprechen, müssen wir doch jene Ueb er griffe, die sich das Judentum im Laufe der Zeit an dem christlichen Volke erlaubt hat. entschieden zurückweisen und gegen den Antichristiahismus der Juden mit allen Machtmitteln, kämpfen. Die Reste des Liberalismus, die größtenteils aus Juden bestehen, müssen verschwinden, das jüdische Volk aber in die neue Zeit eingegliedert werden. Um diese Eingliederung wirksam durchzuführen, müssen wir uns bemühen, die Juden kennenzulernen, ihre staatshemmenden Eigenschaften unwirksam, Ihre Fähigkeiten jedoch dem Staatsganzen dienstbar zu machen." . Man sollte meinen, daß die Juden ihre Fähigkeit, sieh als nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft ins Staatsgefüge einzugliedern, hinreichend in der langen Zeit seit dem Josefinischen Toleranzedikt bewiesen haben. Herr Czermak ist anderer Ansicht. Das gigantische Ringen der Juden um ihre Eingliederung ins europäische Kulturleben stellt sich ihm folgendermaßen dar: „Sie haben ihr Judentum in den Hintergrund, ihren Antichristianismus aber in den' Vordergrund gestellt Sie haben die Macht der Presse ausgenützt, gegen christliche " Einrichtungen Abneigung hervorzurufen, gegen ehrliche Moral Spott und Hohn zu richten, gegen christliche Kunst Geringschätzung und "Verachtung^ Sie haben das Theater beherrscht und dasselbe benützt, um die Schweinsgestalten, die sie auf die Bühne gestellt, dem Volke als nachahmenswert zu empfehlen. Sie haben das Kino in Beschlag genommen, um hier in Bildern und Liedern das Volk zu demoralisieren, sie waren ausschlaggebend für die Mode und haben Kleidungsstücke ersonnen, die sitteriverderbend wirken, sie haben die Schulen mit ihrem Geist erfüllt, eine Flut ihrer Volkszugehörigen auf unsere Hochschulen gewälzt; 80 Prozent der Aerzte und Rechtsanwälte sind Juden." Da aber die Gefahr bestand, daß der eine oder andere Kremser Kursteilnehmer zwischen zwei Krügeln Bier Zweifel äußerte,, ob es den Juden wirklich als Zeichen von Schlechtigkeit und subversiver Gesinnung anzukreiden sei, daß sie sich in Massen dem schwierigen Hochschulstudium zuwandten, verstieg sich Herr Czermak zu der unerhörten Behauptung: „Sie haben uns Christen drangsaliert, wo und wie sie nur konnten." Den biederen Kremsern mußte es bei dieser Kunde zu Mute gewesen sein wie dem Reiter über den Bodensee, der auch erst nachträglich von der Gefahr erfuhr, von der er vorher gar nichts, bemerkt hatte. Es ist zu wetten, daß die Kremser erst in diesem Moment von den Drangsalierungen Kenntnis erhielten, die sie seitens der Juden zu, erdulden gehabt hatten. Leider schwieg Sich Herr Czermak über die Art dieser „Drangsalierungen" gründlich aus. Dieses Schweigen ist beredt, aber Herr Professor Czermak wird es nicht aufrecht erhalten dürfen. Wir fordern ihn bjemit öffentlich auf, zu sagen, worin die Drangsalieningen der Christen durch die Juden beständen. Schweigt Professor Czermak zu dieser frage, dann wissen wir, daß ihm nicht, w?e er vorgibt, die Verständigung, sondern gerade deren Gegenteil am Herzen liegt Heiraten ff Den idealen jüdischen Lebensgefährten finden. Sie schnell und sicher, dücch~~ r "" ' •Die indisch^ Helrflfs#lftintf morni % werteste Verbreitung im In? und Ausland. Reichste Auswahl an Ehegesuchen, Einheiraten etc. Prospekt r>ut 9e9- Rückporto, rifueste.Pro^enummer Kc 4.—, Ausländ 2 irrternation. Antwörtscnelne Alfred Dreyfus gestorben. Am Frejtag, den 12. Juli, abends, ist Artillerieoberst Alfred Dreyfus in seiner Pariser Wohnung, in der er seit dem Weltkriege in tiefister Zurückgezogenheit gelebt "hat, im 76. Lebensjahr gestorben. Alfred Dreyfus war der mehr passive Held des größten weltanschaulichen und moralischen Kampfes, den das moderne Frankreich durchgemacht hat und durch den es mehr als ein Jahrzehnt lang in zwei Lager geteilt wurde, Die „Affäre Dreyfus'^, deren Verlauf allbekannt ist, gehört aber auch der Geistesgeschichte der Menschheit als eines der wichtigsten Kapitel an. Die „Affäre Dreyfus", die eine reiche Literatur hervorbrachte, beschäftigte bis in die letzten Jahre hinein die fortschrittlichen Geister unter den Völr kern der Welt. Neuerdings wurde sie auf der Bühne und im Film mit großem Aufwand zur Dar? Stellung gebracht. Von' den jüngsten Dreyfus- Schriften ist die aufschlußreichste die vor wenigen Jahren von dem bekannten Berliner Rechtsanwalt und Vizepräsidenten des Centrai-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Dr. Bruno Weil veröffentlichte, die sich auf die zum erstenmal dem Verfasser zugänglich gemachten Archive des deutschen Auswärtigen Amtes stützt. In diesem ausgezeichneten Werke, aus dem wir im Feuilleton unserer heutigen-Nummer das Kapitel über die Rehabilitierung Dreyfüs' veröffentlichen, werden die geheimsten Zusammenhänge der Apäte aufgedeckt; insbesondere wird die "Rolle der deutschen Stellen, die die Wahrheit kannten, aber nicht sagten, gekennzeichnet. Es stellte sich heraus, daß" es* *4er^dacr^gg ^^skärizler'Fürst Bülow war, der' ^^Bc^treb'ü^e^eaej- .^eut? s%n;p^i|^|r^i|d Märsi |j§ sigi |$r ejni^ül deckung * der * wahren ^s^unmenhä'nge^ einsetzten, durchkreuzt hat. jÖie 'These""des Fürsten Bülo^y Vaf, daß. es, ,|iir, Teutschland wto^difinswerter sej, wenn Frankreichaii der Affäre versumpfe, als daß es.an der Wahrheit gesundet Am Sonntag, den 14. Juli, dem Tage^ an, dem das französische Volk die :Erinnerüng~ an dielErstürmung der Bastille gefeiert hat, wurde Alfred Dreyfus auf dem Pariser Montparnasse-Friedhof zu Grabe getragen. Die Beisetzung erfolgte in aller Stille, nur Mitglieder der Familie waren zugegen. Einige Pariser Zeitungen machen Andeutungen über das Bestehen hochinteressanter Memoiren von Alfred "Dreyfus, -deren Veröffentlichung nach seinem Tode Dreyfus bestimmt hatte. Sie sollen Tatsachen behandeln, die Dreyfus in seinem Buche „Fünf Jahre meines Lebens 1894-^1899" nicht berührt hatte. Kleine Tube S —SO Qroto Tu bat S 1.4Q Sühne für den Pogrom von Constanüne. Die blutigen Pogrome gegen Juden in Constantine und in einigen anderen Städten in Algier im August 1934 haben erst ietzt zum Teil ihre Sühne gefunden. Das Gericht hat eine Anzahl Araber, denen die Teilnahme an den Pogromen nachgewiesen werden konnte, zu Gef ängnisr strafen von 15 bis 4 Jahren verurteilt. Bei den Pogromen in Constäntine und in benachbarten Stedten wurden 28 Personen getötet und 40 Personen schwer verletzt Der Schaden wurde auf 70 MUBpnen französische Francs geschätzt. Damals hieß es, daß die Untersuchung .gegen 144 Araber geführt wird. Der Pogrpni entstand infolge eines Gejrüchtes,' daß ein jüdischer Soldat eine Mqschee errtw^eihjt habe. Das Qerücht wurde später'als gefälscht hachgeViesen. Der High Commissioner an Rabbi Kook. Der Kommissar des Jerusalemer Regierungsdistrikts Major Keith Roach &esüchte den erkrankten Rabbi Kook und, ürjerbrachte ihm den Wunsch des High Commissioner Sir Arthur Wauchope nach baldiger Wiedergenesung. Das B. e f i n d e n R ab b i K b 6 k 's ist u'n v er an de r t Z. f. Ä. Ein Priester der Nächstenliebe? Vom katholischen Verlag der Abtei; Seck au in Steiermark wird jetzt ein Buch ver-r breitet „Im christlichen Orient" vom Pater Dr. Chrysostomus Bauer, das auch ein Kapitel „Die Juden" enthält, in dem die Judenfrage als eine Weltfrage bezeichnet wird, „die immer drückender und drohender auf der Welt lastet, vor allem auf der christlichen Welt". Zur Lösung dieser Frage wird der Mut, die Juden ins Ghetto zu verweisen, empfohlen und den Juden in Uebereinstimmuig mit den „Protokollen der Weisen von Zion" nachgesagt, es sei ihnen „durch systematisches und planmäßiges Verdächtigen, Hetzen und Verleumden, durch raffir nierte Schlagworte gehingen, die Christenvölker ihrer früheren christliches.Führung zu entwinden, in Gegensatz zu ihr zu bringen, sie wirtschaftlich, politisch, moralisch und religiös zu spalten und so zu beherrschen, daß heutzutage Christen auf jüdischen Logenberehl über Christen herfallen, sie unterdrücken oder morden. Das haben wir in Frankreich erlebt, in Portugal und Ungarn und erleben es wieder in Mexiko in Rußland... lieber den eintägigen Judenboykott Deutschlands ließ sich die ganze außerdeutsche Cristenwelt in eirien Entrüstungstaumel hineinhetzen und mußte ein amerikanischer (jüdischer) Parlamentarier erklären, daß die .Menschheit' über so viel Uhrecht .schockiert' sei." Nun, der katholische Verfasser möge sich trösten: Die Kultur weit, die sich durch Unr menschlichkeiten ohne Ansehender Pereon,'Klasse, Rasse oder Konfession der von ihnen Betroffenen^ angewidert fühlt, „schockiert" sich auch über die Verfolgungen, denen der Katholizismus im Hitler?Reiche ausgesetzt ist, von denen sich aber merkwürdiger Weise der fromme Autor der Abtei Seckau sein Vergnügen über den deutschen Judenboykott nicht stören läßt. Vielleicht ist die Kunde von dem Martyrium der reichsdeutschen Katholiken noch nicht in seine klösterliche Abgeschiedenheit gedrungen und er ahnt noch nicht, daß dem deutschen Nationalsozialismus auch der Katholizismus, ja das ganze Christentum als ein Werkzeug der Weisen von Zion zur Erlangung der jüdischen Weltherrschaft gilt. Ungarische Jadenschaft lehnt jüdischen Nationalismus nach wie vor ab» Unter dem Vorsitz des Gemeindedistriktspräsidenten und Präsidenten der Szegeder Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Samuel B i e d 1 fand in M a k 6 jüngst die XXII. Gememdedistriktskonferenz statt Nach der Predigt des Privatdozenten Oberrabbiners Dr. Armin Kecskemeti gab Doktor B i e d 1 der Hoffnung Ausdruck, daß die durch die ungerechten Judenverfolgungen verletzte sittliche Weltordnung. nach dem Siege von Wahrheit und Gerechtigkeit wiederhergestellt werden wüsda Der Numerus clausus in Ungarn bringe dem Land!« nur Nachteil, denn auf seinen Spuren folge der Numerus vallachicus in Rumänien. Die Versammlung nahm u. a. eine von Doktor Franz Dözsa (Mako) vorgeschlagene Resolution einstimmig an, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die Pro-Palästina-Bewegung aus den Händen der Jüdischnationalen genommen, werden müsse, weil der überwiegende Teil der Ungarisch-jüdischsnGes eil schaff dem jüdi.schen Nationalismus abr lehnend gegenüberstehe, so daß, wenn die Pro-Palästina-B&wegung weiter von dep Jüdischnationalen geleitet würde, der Zionsr gedanke beeinträchtigt werden könnte^.