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Die Wahrheit · 1935-07-12 · Heft 28 (12.7.1935) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 28 (12.7.1935)
Date
1935-07-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Nr." 28 — 12. Juli 1935 Seite 7, JCfidlSChG /^l*beif SebGFy fordert anläßlich der Ferienurlaube den Bedarf an Angestellten und Arbeitern beim Verein für nnentgeltttdieil Arbeitsnachweis, Wien L, Kohlmessergasse 4, Telephon U 27-0-65 an, III WIEN II., Praterstraoe 33 Telephon R 47-4-49 Unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates der Adas Jisroel (Schiffschul). Ausgezeichnete Küche, zivile Preise und sorgsamste Bedienung. A la Carte-Speisen und Menüs von S 2.— aafw. Hochzeiten, Diners und andere Festlichkeiten werden in und außer Haus elegantest ausgeführt. Religion im Heiligen Lsnde.? Unsere Leser kennen bereits die häßlichen Formen, in denen um die — Sabbathruhe im Heiligen Land buchstäblich gerauft wird. Sie wissen auch, daß es dort jüdische Kolonien ohne Synagoge gibt. Die Palästinaregierung hat nun seit einiger Zeit die Einwanderung von Rabbinern und Kultusfunktionären nach Palästina eingeschränkt. Auf Grund einer besonderen Vereinbarung konnte das Oberrabbinat früher Zertifikate für Rabbiner und andere Kultusfunktionäre entsprechend dem allgemeinen Bedarf im Lande ausstellen. Jetzt bewilligt die Regierung Zertifikate nur dann, wenn die Bewerber einen schriftlichen Kontrakt mit einer Synagoge oder Gemeinde vorlegen können. Diese Vorschrift trifft insbesondere diejenigen Rabbiner schwer, die aus Sowjetrußland nach Palästina auswandern wollen. Deshalb hat der Rabbinerverband von Tel Aviv anläßlich des 70. Geburtstages des englischen Königs an diesen ein Telegramm mit der Bitte gerichtet, die Tore Palästinas für die Einwanderung von Rabbinern und Kultusfunktionären aus Rußland wieder zu öffnen. In einem dem Rabbinerverband vom Chefsekretariat der Palästinaregierung nunmehr zugegangenen Schreiben wird erklärt, daß eine Aenderung der bezüglichen Vorschriften nicht möglich sei. Daß sich das wirklich jüdische Empfinden gegen solche Bagatellisierang, um nicht zu sagen Eliminierung der religiösen Belange im Heiligen Lande aufbäumt, erscheint nur selbstverständlich. Die englischen Friedensfreunde an Deutschland. Der Kongreß der englischen Friedensgesellschaften' sandte ein Schreiben an die Londoner deutsche Gesandtschaft, in welchem erklärt wird, daß die deutsch-englischen Beziehungen infolge der Entrechtung und Verfolgung der Juden in Deutschland werden l e i d e n müssen. Jüdisches Todesopfer in Lemberg. Gegen. das Heim des zionistischen Klubs „Haschachar" in Lemberg : wurde bekanntlich vor kurzem ein Sprengstoffanschlag verübt, bei dem, zwei jüdische.. Jugendliche schwerverletzt wurden. Der 13jährige Emanuel Werbner ist nun seinen Verletzungen er Legen. Zwei arabische Judenmörder zum Tode verurteilt. Das Gericht in Nazaret hat zwei Araber unter der Beschuldigung, den jüdischen Kolonisten von Afuleh Blonder ermor.de t zu haben, zum Tode verurteilt. Volksgenosse, Du sollst nicht jüdische Tote ehren! Der Gauwalter des Gaues München-Oberbayern, Wettschurek, hat die folgende „Anordnung" an sämtliche Befriebszellenmäriner und Betriebswalter in jüdischen Betrieben "erlasseh:" ■!!..■' •,. . . Menschen gegenüber, die nicht der deutschen Volksgemeinschaft angehören können, hat der deutsche Volksgenosse und die deutsche Volksgenossin mit Ausnahme der vom Staat verordneten gesetzlichen Bestimmungen keinerlei Verpflichtungen. Es ist deshalb auch abwegig, wenn ein ' deutscher Volksgenosse einem Juden ei^ne besondere Ehre erweist. Ich mußte an Hand verschiedener Fälle leststellen, daß deutsche Volksgenossen und Volksgenossinen beim Ableben ihres jüdischen Chefs aller Oeffentlichkeit durch die Presse oem Verstorbenen einen ehrenden Nachruf gebra.cht haben. Dieses Verhalten ist für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront unwürdig, weshalb folgende Anordnung ergeht: . , Sämtlichen Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront •st; es untersagt, bei Anlässen jeglicher Art. die «•ne jüdische Person in den Mittelpunkt besonderen Interesses stellen, weder durch Wort hoch durch Schrift Uli . des Betreffenden ehrend oder lobend zu gedenken. Sämtliche politische Leiter der NSBO. und DAF.- Walter wachen über die Durchführung dieser Anordnung. Zuwiderhandlungen werden mit dem Ausschluß aus der Deutschen Arbeitsfront bestraft. Ebenfalls untersagt ist, daß mit der Bezeichnung „Die Gefolgschaft", „Der Vertrauensrat", „Die Angestellten und Arbeiter", „Die Mitarbeiter" ein Nachruf in der Presse unterzeichnet wird, sondern jeder Volksgenosse, der das Bedürfnis hat, einem Juden eine Ehre zu erweisen, hat seinen Namen zu nennen und selbstverständlich auch damit zu rechnen, daß er dementsprechend' behandelt wird." Wie sie sich vordrängen. Den ersten Preis für ungarische Literatur im Wettkampt der ungarischen Mittelschulen hat der Jude Imre Klein, ein Schüler des jüdischen Gymnasiums zu Budapest, gewonnen. An der Budapester Universität haben 76 Hörer Auszeichnungen erhalten, darunter 19 Juden. MÖBEL Moderne KQchen- Ventanmer- Wohnzlmmer- F. KOHN, Wien IL, TABORSTRASSE Nr. 22 Telephon R 40-7-14 Samstag geschlossen. Ein neues Intelligenzspiel. „A1 p h ä" ist ein Buchstabenspiel in Spielkartenform, das : von jedermann sofort mühelos erlernt wird, ohne daß Kartenspielvorkenntnisse notwendig wären. „Alpha" hat den Vorteil abwechslungsreicher Verwendungsmöglichkeiten: Es eignet sich zum Gesellschaftsspiel für eine beliebige Anzahl von Personen und kann um Geld gespielt werden, bietet aber auch Einzelnen anregende Beschäftigung. „Alpha" läßt sich ähnlich wie Rummy spielen; ferner kann man mit „Alpha" Patiencen legen; weiters können allein oder mit Partnern ganze Kreuzworträtsel gebildet werden usw. Kurz, für jeden Intelligenzler, für alt und jung ist „Alpha" gleichbedeutend mit Zerstreuung, Belehrung, Erheiterung! Besonders Rätsel- und Denksportfreunde werden an „Alpha" ihre helle Freude haben und ihre Erfindungsgabe, ihr Kombinationstalent, ihren Wortschatz verwerten und vertiefen. Wer „Alpha" zu Hause hat, kennt keine Langeweile mehr. Und wer „Alpha" in eine Gesellschaft geistig reger Menschen bringt, wird als Spender einer neuartigen, bildenden und belustigenden Zerstreuung willkommen sein. Das „Alpha"-Spiel (es kostet S 2.— und ist auch in der Administration der „Wahrheit", IT., Heinestraße 13, erhältlich) können Sie jeden Montag ab!8 Uhr im Klubzimmer des Terrassencafe. V.. Margaretenplatz 4, Tel. A 30-0-30, kennenlernen. Dortselbst kostenlose Anleitung und zwanglose Zusammenkunft von „Alpha"-Partnern jeder Spielstärke. Kein Verein! Zutritt frei! HQgtenisdies Seit vielen Jahren das anerkannt beste vyb-rvtim Man achte auf die ges. gesch. Marke »Hyglen. Königslicht'« und Name Schute Fabrik und Büro: Sflen XIV., BraiHihferschengassM S Telephon R 35-5-98 Wien Li Seitenstettengasse 2 XI.) Zentralfriedhof neben dem I. Tor _Samrtag g—düoma I Semeindecäatonitz. Trauung. Sonntag, den 7. d. M. fand im Tempel in der Leopoldsgasse eine Trauung statt, deren Festlichkeit bei allen Teilnehmern dieser überaus schönen Feier geradezu Aufsehen erregte. Fräulein Berta Schächter, Tochter des Herrn Iro und der Frau Helene Schächter, vermählte sich mit Herrn Emanuel Schreck. Der reich mit Blumen geschmückte und festlich beleuchtete Tempel konnte die gewaltige Schar der Festgäste nicht fassen, so daß viele keinen Einlaß mehr finden konnten. In dieser ansehnlichen Gemeinde sah man zahlreiche prominente Mitglieder der B. B. Logen, den Gesamtvorstand des Tempelvereines „Beth Israel" sowie den des Vereines „Oseh Chesed", dessen hingebungsvoll wirkender Obmann der wegen seiner humanitären Gesinnung in weitesten Kreisen rühmlichst bekannte Herr Iro Schächter ist. Die Trauungszeremonie nahm Rabbiner M. Mayersohn vor, die kantorale Funktion versah mit verstärktem Chor in gewohnt ausgezeichneter Weise Oberkantor E. Fränkel, die Festrede hielt Rabbiner Prof. Dr. M. Lewin, der in erhebenden Worten den schönen jüdischen Familiensinn des Hauses Schächter pries, insbesondere die Persönlichkeit des Großvaters der Braut rühmend hervorhob. Zur Gratulation vereinigten sich im großen Saale des Militärkasinos mehrere hundert Personen, es war ein illustres Publikum, das da gekommen war, um der allseits beliebten Familie Schächter ihre herzliche Anteilnahme an dem Feste derselben zu bekunden. Von diesem Geiste inniger Wertschätzung waren auch die gehaltvollen Ansprachen getragen, die Bundeskulturrat Hoirat Prof. Dr. Frankfurter und Rabbiner Prof. Dr. J. M. Bach hielten. Es beweist den Wohltätigkeitssinn des Herrn Iro Schächter, daß er an diesem Freudentage auch der Armen nicht vergaß; 100 arme Leute erhielten im Ausspeisungsverein „Machsike Hadath" eine komplette Abendmahlzeit und wurde jeder einzelne nebstbei auch mit Geld beschenkt Im Hotel Continental fand abends im Familienkreise die rituell orthodoxe Hochzeitsfeier statt, die bis in den späten Abendstunden ihren Abschluß fand. Mehrere 100 Telegramme aus allen Wel^ teilen dokumentierten die Beliebtheit und Wertschätzung, deren sich Herr Iro Schächter wegen seiner besonderen Qualitäten überall erfreut. Verlobung. Fräulein Ilonka Stift, Tochter des Herrn I. Kantors und Sekretärs des Pazmaniten-Tempels Armin Stift und Frau, hat sich kürzlich im engsten Familienkreise mit Herrn Salo U n g e r verlobt. Wir gratulieren herzlichst. - DöbUmser Bibelschule. Mittwoch, den 26. Juni, fand die Schlußprüfüng der Döblinger Bibelschule im Beisein der Herren Rabbiner Prof. Dr. Frankfurt e r, Obmann Beia Fränkl, Tempelvorsteher Moritz Gal sowie der Vorstandsmitglieder Eduard Trnka, Direktor Joser Brüll und der Elternschaft statt. Nach einigen herzlichen Worten der Begrüßung durch Rabbiner Dr. Frankfurter begann die Lehrerin Fräulein Edith Frankfurter die Kinder zu prüfen. Die Knaben und Mädchen wetteiferten voll Begeisterung in der Beantwortung der an sie gestellten Fragen. Die Kinder lasen fließend aus Fibel und Gebetbuch, übersetzten präzise die Gebetstücke, erzählten begeistert die biblische Geschichte und besprachen die Feste und ihre Feier. Mit Recht wies Herr Rabbiner Dr. Frankfurter in seinem sinnigen Schlußworte auf die schönen Lernfrüchte hin, welche die Kinder gleich wie die biblischen Kundschafter heimbringen. Die Lehrerin Frl. Frankfurter wurde vom Tempelvorstande, von den Eltern der Kinder und den zahlreichen Gästen zu den schönen Erfolgen beglückwünscht. Die Kinder wurden vom Vorstande beschenkt. £ifm Die Selenophon auf der Biennale in Venedig. Die Selenophon, die zur Zeit eine Reihe interessanter Kurzfilme geschichtlichen und heimatkundlichen Charakters dreht, wird mit ihrem erst kürzlich fertiggestellten ersten Kulturfilm aus der Serie, der sich „Oesterreichs Theater im Wandel der Zeiten" betitelt, auf der Biennale in Venedig vertreten sein. In diesem Film wirkt der Schubert-Bund unter Leitung Prof. Kehldorfers mit Hervorrasende Künstlerin. Konzert- und Opernsängerin, die; aus Berlin flüchten mußte, bittet um leihweise Ueberlassnng eines Klaviers zur Ausübung ihres Berufes als Gesangspädagogin. Beschäftigung erbeten für Tonfilm, als Vorleserin, in Vereinen und bei Festlichkeiten. Zuschriften erbeten unter „Hoffnung" an die Verwaltung des Blattes;

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