Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 28 (12.7.1935)
- Date
- 1935-07-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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1K K, j"* A j.f r * 1«. » |R b? r f' i $ H fc' rf S> 3 11 Ii *f 1 I' * I *i I 1 , 8' I, <v p * fr ^nnuEunBppmnp^; I Jod Drombad Dad Dali I bewährt seit Jahrhunderten bei Erkrankungen der Blutgefäße, Arterienverkalkung, üelenksrheumatismus, Nervenleiden, bei Stoffwechselerkrankungen, wie Gicht und Erkrankungen der Luftwege Kur-Methoden: Trink- und Bade-, Kaltwasser-, elektrische Kuren und Röntgenbehandlung Mäßige Preise für Logis und Verpflegung Aach rituell-koschere Restaurants herabsetzende Aeußerungen, sei es iri Wort, sei es in Schrift, als Kampfmittel verwendet werden. Wir Unionisten wissen immer davon ein Lied zu singen, so oft es einen Wahlkampf mit den Allgemeinen Zionisten gibt. Die „Stimme" hat eben, scheint es. nur eine Stimme. Der Binjan Haarez („Das arbeitende Palästina") hat mit über 3000 Stimmen einen sehr bedeutenden Stimmenzuwachs gegen das Jahr 1933 aufzuweisen: ein. Zeichen der Hoffnungslosigkeit der arbeitswilligen, aber leider arbeitslosen jüdischen Jugend. . - Die Misrachi, die religiö-sen Zionisten, sind bezeichnenderweise ganz leer ausgegangen. Alles in allem: Die österreichischen Wahlen zum Zionistenkongreß haben wieder einmal gezeigt, daß hier nicht der Boden ist für jüdischnationale Ueberhitzungen. Dies ersieht man daraus, daß bei den Kultusgemeinde-Wahlen 1932 die Jüdischnationalen um fast 4000 Stimmen mehr aufgebracht haben als jetzt bei den Kongreßwahlen. Dies trotzdem bei den Kongreßwahlen schon ein Achtzehnjähriger wahlberechtigt ist, also weit mehr Wähler auftreten konnten als bei den Kultusgemeinde-Wahlen, bei denen das Wahlrecht an das Mindestalter von 21 Jahren gebunden ist. Dies weiter, trotzdem erst nach den Kultusgemeindewählen der stärkste Agitator der' Jüdischnationalen auf den Plan getreten ist: Adolf Hitler. Selbst der Hitlerismus hat die Reihen der Jüdisch" , nationalen in Wien.-nicht.verstärken können. Die Kongreßwahlen haben aber auch noch manche tief bedauerlichen Tatsachen aufgezeigt Zunächst die. traurige Tatsache der Ueberpolitisierung der Jugend. Die Versammlungen zu den Kongreßwahlen wiesen vielfach einen unverhältnismäßig hohen Prozentsatz ganz junger Leute auf, fast kaum dem Kindesalter entwachsene Jünglinge und Mädchen; weiter einen Fanatismus gerade mancher dieser jungen Leute» der sich mitunter zu wüsten Szenen, ja zu Gewalttätigkeiten steigerte; weiter, und das ist das Allertraurigste, einen geradezu erschreckenden Haß der verschiedenen Parteiangehörigen gegeneinander. Haß, brennender persönlicher Haß ist es, zu dem die Gegensätze zwischen den einzelnen jüdischnationalen Fraktionen sich fortentwickelt haben. Und die Reden, die ihre Führer in den Wählerversammlungen zumeist hielten, malten grau in grau, nein, schwarz in schwarz. Alles Gegenwärtige, aller politischer Besitz, die ganz rechtliche und faktische Lage der Juden in Oesterreich, alle Errungenschaften: Das Alles sehen und schildern sie meist schwarz in schwarze um aus dieser vermeintlichen Hoffnungslosigkeit ihr Endziel um so heller erstrahlen zu sehen. Und vergessen, daß dieses Endziel doch nichts ist als Wunschtraum, Romantik und Fata morgana und daß die Prosa Palästinas ganz, aber schon ganz anders aussieht. Dr. Maximilian Stiglitz. -Bö VILLEfiPßHSIQM KREUZBERB -raö SSfeiieas/ein'iSin Pemmering Seehöhe 1050 m Telephon-. Breitenstein 11 FÜR KINDE* UNO ERWACHSENE Leitung:Frau Lola SCHIFF, (staztl.eepr. Kindergärtnirin) ARZT IM HAUSE Geöffnet Mai — Oktober — Auf Wunsch Prospekt Bodenspekulation in Palästina. Eine Begleiterscheinung des rapiden Aufstieges Palästinas ist, wie die in Wien erscheinende Zeitschrift für den Kompensationsverkehr mit dem Nahen Osten „Der O r i e nt" schreibt, der Landhunger und die damit in ursächlichem Zusammenhang stehende Preissteigerung für Gründe, die sich einerseits zum Häuserbau und anderseits zur Bepflanzung von Kulturen eignen. Zwei Faktoren sind es, welche als Käufer des Landes in Betracht kommen, die in ihren wirtschaftlichen und sozialen Motiven sich scharf voneinander scheiden: Der jüdische Nationalfonds betreibt den Landkauf aus rein nationalen und sozialen Motiven, die die Sicherung von Land für die Emigration zum Zwecke haben. Dieser Fonds hat große Länder- Strecken entlang der Küste aufgekauft Auf der anderen Seite hat sich die private Spekula- **- der der rücksichtslose Gewinn- /tlöii, . -•'dehegt, großer Strecken Landes betrieb zugrw ™<*tigLA ti. D1-^c Verein mit der Der Aufstieg Palästina s , T. . starken Einwanderung, die sien ~ ,f' "t! über die Küstenstriche ergoß, insbesomn,.» um Tel-Aviv und Haifa herum, hat eine starke Hausse in den Preisen der Grundstücke ausgelöst. Die Orängenindustrie und die Bauindustrie boten in den -ersten Jahren der palästinensischen Entwicklung Aussichten auf große Gewinne und es ist einleuchtend, daß sich der Kampf um den Boden in R ekordpreisen für Grundstücke auswirkte. Land in der Umgebung von Tel-Aviv ist zun,^Beispiel im Laufe der letzten drei Jahre von 50 Pfund per Dunam auf 1400 Pfund gestiegen und es ist noch immer mit weiteren Preissteigerungen im Orangengürtel und für Baugründe in den Städten und deren Umgebung zu rechnen. Die weitere Konsequenz dieser Preissteigerung ist die k ol o s s a 1 e Steigerung der Mieten. Arbeiter oder Angestellte müssen gegenwärtig zirka 40 Prozent ihrer Wocbenverdienste, welche 3 bis 4 Pfund betragen, für die Miete aufwenden. Diese Belastung hat bekanntlich schon mehrmals zu Demonstrationen und zu einem Mietenstreik in Tel-Aviv geführt so daß die Regierung sich gezwungen sah, gewisse Mxetenregulierungen anzuordnen. Diese Entwicklung' birgt natürlich große soziale, und wirtschaftliche Gefahren in sich, insbesondere wenn man berück-, sichtigt daß mit der steigenden Produktion der Orangen die Preise für dieses wichtigste Produkt Pajästinas zurückgehen; müssen, wodurch sich automatisch das Schwergewicht der spekulativen Böden- und Pachtrenten immer stärker bemerkbar machen wird. Ein Orangenhain, der mehr als hundert Pfund pro Dunam an Pacht kostet, kann auf die Dauer diese Belastung, die in keinem Verhältnis zum Preis des Absatzproduktes steht, nicht ertragen. Diese Landspekulafion ist heuie ein Problem, das die Regierungs- und Verwaltungsinstanzen vor eine schwere Aufgabe: stellt, denn die große Menge der ärmeren Siedler wird durch die enorm hohen Landpreise und die Mieten zu einem dauernden Proletarierdasein v e r u r t e i 11, da sie bei den bestehenden Einkommensverhältnissen nicht in der Lage sind, eigenes Land zu erwerben. Die wirtschaftliche Weiterentwicklung Palästinas wird nicht zuletzt von der Landpolitik der maßgebenden Faktoren abhängen und es ist die Aufgabe des jüdischen Nationalfonds, seine ganze Initiative darauf zu verwenden, Land zu vernünftigen Preisen den ärmeren Klassen zur Verfügung zu stellen, bzw. die exorbitante private Spekulation durch seine Interventionen zu zügehu Heute ist die Situation so, daß sowohl im Orangengürtel als auch in den großen Hafenstädten Land zu entsprechenden Preisen überhaupt nicht zu bekommen ist. Es wird nötwendig sein, durch weitere Landkäufe im Innern des Landes und. eventuell in Transjordanien den Strom der Einwanderer dorthin abzulenken, wodurch auch die Verhältnisse in der Küstenzone besser würden, weil diese Expansionspolitik die Preise von ihrer Höhe herabbringen würde. Leider ist der Nationalfonds in dieser Landpöiitik durch die Tatsache behindert, daß die Preise der Landstrecken, welche weiter ab von der Küste liegen, bereits ebenfalls stark ansteigen, während auf der anderen Seite nicht bewohn- und bebau* HERRENKLEIDERSALON S. FROST III., Landstraße Hauptstraße 28 Telephon U 11-2-72 bringt den. modernen Hochsommer-Anzug für den elegan ten Herrn Feine Maßarbeit — Beste Ausführung — Billigste Preise bares Land die Aufwendung großer Kapitalien für die Fruchtbarmachung erfordert. Die Lösung d erBode nfrageistfürdiewirtschaftliche Zukunft Palästinas ein Schicksalsproblem. Die Judenfrage in der V. F. In den „Wiener Stadt-Stimmen" vom 21. v. M. finden wir folgende interessante Antwort an einen Einsender, der behauptet-hatte, „daß die V. F. von Juden beherrscht wird": Oesterreich ist ein christlicher, deutscher Staat und die christliche Bevölkerung umfaßt 95 Prozent Deshalb ist aber Oesterreich noch lange kein antisemitischer Staat und darf es auch gar nicht werden. Der gute Oesterreicher — und das ist die Voraussetzung für die V. F. —, der zufälligerweise jüdischer Konfession ist, hat in der V. F. genau iso Platz wie jeder andere Oesterreicher. Warum auch nicht? Voraussetzung ist allerdings, daß dieser Jude nicht nur heute Oesterreicher ist, sondern schon gestern ein guter Oesterreicher war. Für „Zugereiste" und „Auchösterreicher" ohne Unterschied der Konfession ist in der V. F. kein Platz, sondern nur für wirkliche Oesterreicher ohne Unterschied der Konfession. Warum soll ein guter und treuer Oesterreicher jüdischen Glaubens schlechter sein als ein schlechter Oesterreicher christlicher Religion? Soll Oesterreich wieder aufgebaut werden, dann ist uns jeder gute Oester reicher ohne Unterschied des Glaubens gut genug und her z | i c h Vi 11 k b nt in e h '.v.: Wir wefderfdie" Judenfrage in gerechter und christlicher Weise zur Diskussion stellen, und wir haben heute schön die Versicherung, daß Wirkliche Altösterreicher jüdischen Glaubens mit der Lösung der Judenfrage selbst einverstanden sind. Auf „Auchösterreicher" jüdischer Konfession sind wir ebensowenig neugierig wie auf jene christlicher Konfession. Bringen, Sie uns einen konkreten Fall und wir geben Ihnen die Versicherung, daß wir in der rücksichtslosesten Weise solche „Auchösterreicher" jüdischer Konfession rasch aus der V. F. entfernen. Allgemein ohne. Unterschied nur immer an die Juden anzustreifen,, hat doch wahrlich keinen Sinn. Zwischen Jud und Jud muß genau so ein Unterschied gemacht werden, wie zwischen Christ und ,,Auchchrist"v.. Im Bausch und Bogen, ohne jede rechtliche Grundlage,, "wie es die Nationalsozialisten machen» können- und wollen wir uns mit dieser Frage nicht befassen: „Wenussati schalom bearez." Kardinal V e r d i e r, der als der p ä. p st I i e h e- Legat dem Prager Katholikenkongreß beigewohnt hat, erhielt vom Obe.rrabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in B r a t i s 1 a v a Dr. Samuel F u n k ein lateinisches BegrüßungsteJegramm, in welchem Dr; Funk den Kardinal als Sohn des edlen Frankreichs feiert, das immer ei» Vorkämpfer für Kultur und Zivilisation war. Der Rabbiner segnet die Ankunft und die Abreise des Kar» dinäls. Kardinal Verdier antwortete mit einem lateinischen Telegramm, in welchem er für die Begrüßung dankt und sowohl dem Rabbiner und seiner Gemeinde* als auch der Tschechoslowakei alles Gute wünscht Das Telegramm endet mit dem hebräischen Gruß aus der Heiligen Schrift »wenussati schalom bearez" (Ich bringe Frieden dem Lande). 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