Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 27 (5.7.1935)
- Date
- 1935-07-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3062972-3064555-3064581--20272-3085499- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DIE WAHRHEIT Nr. 27 — 5. Juli 1935 Seite 7 Spsxialhaus fdr Wolle und Strickgarne Noritz Nagel -Wien, Z. Best., Tatoorsiraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden .Telephon A 49-3-69 70. Geburtstag. Kürzlich' beging der Obmann der Bezirkskommission I und Obmann der Schätzungskommission der Kultusgemeinde Herr Dr. Norbert Ktineer seinen 70. Geburtstag. Die Beliebtheit, deren sich _......_....._______ der Jubilar überall erfreut, manifestierte sich besonders und ejgenen ausgezeichneten Kompositionen-, zu bein der Feier, die das Präsidium der Kultusgememde reichern. Der Jubilar, der in alfen einschlagigen Fachern dienstes, ließen die Gemeinde Hamburg bald erkennen, welch würdigen, überragenden Nachfolger Henles sie erhaltet;, haben.. Es dflitte. nicht fielen, mehr bekannt sein, daß in. diesem Tempel die. Portugiesen mit den Askenasin vereint den Gottesdienst abhielten, wodurcft ein geteUte,r .Mknhaa eingeführt, war,.^ der zum großen Teil noch^rückbli^als.dj« Portwaesen sich in einer eigenen Synagoge selbständig mächten. Dieser portugiesische. Ein^cMag . mit verschiedenen traditionellen GesängeA veroliCD nöcTi.zum grrißeli Teil zur Zeit Henles bis zu Kärhitzer, ner es Verstand, den Gottesdienst neu zu gestalten, zum reinen askenasischen traditionellen Gesang in vorbildlicher Art zurückzuführen STE1NINDUSTI3IE Zentrale: Hl.. Rennweg 112, Tel. U 15-0-52 GRABSTEINLAGER: Zentralfriedhof. 3. Tor, Tel. B53 0-53 -_ r tragenden sind die Kinder des Oberkantors S. Kreuts t e i n. der sich um das Gelingen des Festabends sehr verdient gemacht hat und dessen großer Beliebtheit in seiner beruflichen Wirkungsstätte, dem Kascbltempel, undi die beiden genannten Kommissionen dem für die des traditionellen ttrid modernen Käntorats bedeutend der zah|r0iche Besuch des Abends zu verdanken ist. Interessen der Gemeinde so ersprießlich wirkenden durchgebildet ist, hat auf mu§Ucalischem Gebiete rftr Herrn Dr. Klinger am 1. d. M. veranstalteten. Im fest- ^ie Synagogenrpusik Hervorragendes geteistet Sein lieh geschmückten Sitzungssaale versammelten sich die letztes großes Synagogenwerk „Romn'memoss el" ist Mitglieder der beiden Kommissionen und die Familie ^„gg <}er musikalischesten der ganzen Synagogenlitedes Jubilars, unter der man, herzlichst begrüßt, seine ratur. Wenn atich nur, oder zum größten Teil, für Or- 94jährige Mutter, die Witwe nach dem berühmten wiegelsyfiagogen zu gebrauchen, ist und bleibt es eine ner Kultusvorsteher H. KHnger. bemerken konnte. Fundgrube musikalisch vollendeter Kompositionen voll Zwischen den beideä .Vizepräsidenten Dr. J. T ic n o Schönheit der Melodie und Bearbeitung des Chor- und und Dr. J. Löwenherz naJim der Jubilar Platz. Zunächst richtete an ihn Vizepräsident Dr. J. Lowenherz eine herzliche Ansprache, in der er lobend feststellte, daß der Jubilar, dem ruhmreichen Beispiele seines Vaters folgend, sich den Interessen der Gemeinde in einer Weise widmete, die ihm den Dank des Kultusvorstarides sichert, der in einer von Amtsvorstand Engel verlesenen Adresse zum Ausdruck kam. Sodann sprach der Obmannstellvertreter der Schätzungskommission Kultusvorsteher I. Wal tuen. Von innigen Gefühlen getragen war die Ansprache des Schriftführers der Bezirkskommission 1 Herrn Siegmund Freund, der die Tätigkeit des Jubilars in schöner Weise charakterisierte und ihm den herzlichen Dank der Kommission abstattete, die zu Händen des Jubilars einen ansehnlichen Betrag tur wohltätige Zwecke spendete. Sachliche Ziffern, die die hingebungsvolle Wirksamkeit des Jubilars ülustrieten, erbrachte der Leiter des Steueramtes Hofrat Goldmann. Gerührt dankte der Jubilar in einer geistreichen Ansprache, in der er, dessen geistige und körperliche Frische mit Freude festzustellen ist, im Dienste der Gemeinde weiter zu arbeiten versprach. Der Jubilar und seine hochgeschätzte Familie wären, Gegenstand! herzlichster Glückwünsche. 80. Geburtstag. Herr Eduard Schnabel, der seit mehreren Jahrzehnten im Dienste der. Israelitischen Kültusgemeinde steht und vor einigen Monaten die Goldene Hochzeit gefeiert hatte, feierte am Samstag, den 29. v. M. im Stadttempel in voller geistiger und körperlicher Frische den 80. Geburtstag. Der Jubilar, der trotz seines, Alters noch seinen Dienst im Stadttempel versieht,, war Gegenstand vieler Ehrungen. Barmizwähfeier. Samstag, den 29. v. M. fand im Stadttempel eine besonders erhebende Feier statt Zwölf Knaben des Waisenhauses XIX.. Probusgasse, wurden zum ersteh Male vor die Thora gerufen. Jeder Knabe las aus der Thora einige Verse des Wochenabschnittes Schelach-decha vor, worauf die Barmizwanten, die unter Führung ihres Präfekten Dr. Löwenfeld erschienen waren, auf der Estrade Aufstellung nahmen. Herr Oberkantor H. Fischer, der den Gottesdienst in vorzüglicher Weise versah, trug einen feierlichen Mischeberach vor. Herr Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang hielt eine erhebende Festrede, in der er den Knaben die Bedeutung der Barmizwah vor Augen führte und sie ermahnte, aurrechte Menschen und gute Juden zu werden. Oberkantor Leon Kornitzer. Zum 60. Geburtstag und 35jährigen Berufsjubiläum. Von Oberkantor J. Löwit. Präsident des österr. Kantorenvereines. Kürzlich feierte Leon Kornitzer, Oberkantor in Mamburg, seinen 60. Geburtstag und sein 35jähriges Berufsjubiläum. Der Jubilar, der weit über seinen Wirkungskreis als hervorragender Vertreter unseres Faches bekannt und geschätzt ist, wurde am 4. Mai 1875 als Sohn eines Kantors in Wien geboren, wo er nicht nur im Vaterhaus, sondern auch in den Synagogen während seiner Kinderjahre die ersten Eindrücke für seinen späteren Beruf in sich aufnahm. Er hatte noch das Glück, Altmeister S u 1 z e r und den berühmten Goldstein zu hören und die Weisen, die er während seiner langjährigen Berufstätigkeit so oft meisterhaft zelebrierte, von den Schöpfern derselben in ihrer Erhabenheit kunstvollendet zu empfangen, so daß es kein Wunder ist, wenn Kornitzer ein begeisterter Anhänger und Verehrer S u 1 z e r s wurde. Oberkantor Kornitzer begann in Wien seine Schulstudien bis zum Gymnasium, übersiedelte mit seinen Eltern 1893 nach Brünn, wo er seine Studien fortsetzte. Da sich nebst seiner bedeutenden musikalischen Begabung auch eine sehr schöne Tenorstimme zeigte, nahm er Gesangstunden bei Prof. Schmidt . und die kantorale Ausbildung bei seinem Vater .und dem Meister Oberkantor Heller in Brünn. Vor einer k. k. Prüfungskommission in Prag legte er sein Staatsexamen für Musik mit Auszeichnung ab und ward dadurch berechtigt, an Mittelschulen und Lehrerbildungsanstalten Musik zu unterrichten. Der Jubilar begann seinen Kantorberuf in Klattau, wirkte dann in Saar als Oberkantor und wurde 1906 nach Prag in den Jubiläumstempel, wo er bis 1913 wirkte, und im selben Jahre nach Hamburg, seiner gegenwärtigen Wirkungsstätte, berufen. Daß Oberkantor Kornitzer in allen Gemeinden, in denen er wirkte. Hervorragendes leistete, bedarf wohl keiner Betonung. Bleibende unvergängliche Verdienste erwarb sich der geschätzte Jubilar in Hamburg. Kornitzer wurde der Nachfolger des in der Fachwelt berühmten Oberkantors und Gesangsmeister „H e n 1 e", der auch als Synago- Senkomponist bekannt und geschätzt war, hatte es daher nicht leicht, sich durchzusetzen. Doch das bedeutende Können und die hervorragende Persönlichkeit des Oberkantors Kornitzer, sein würdevoller kulturell hochentwickelter Vortrag, sein scharfer Blick für die Schönheit und Erhabenheit eines erhebenden Gottes- Orgeisatzes, im allgemeinen modern gehalten, oft sogar fast zuviel der neuen Richtung sich zuwendend. Trotzdem ist der Tradition in meisterhafter Weise Rechnung getragen. Nebst all diesen bedeutender Leistungen auf synagogalem Gebiet hat der beliebte Jubilar schriftstellerisch sich einen bedeutenden Ruf erworben, seine Fachartikel sind wissenschaftlich durchdacht und! betehrend, voll Klarheit und schöner Sprache. Er hat für die Kollegenschaft in Deutschland, ia der ganzen Welt Hervorragendes geleistet. Ihm ist die Redigierung des „Jüdischen Kantors" zu danken. Alt diese großen mustergültigen Taten haben die Kollegen Deutschlands besonders anerkannt und gewürdigt, indem sie Oberkantor Kornitzer zum Präsidenten des Deutschen Kantorenverbandes wählten, in welcher Eigenschaft er sich unvergängliche Verdienste erwarb. Wir sind stolz auf unseren Landsmann und schließen uns gerne dem großen Kreis der Gratulanten an. wünschen dem verehrten Jubilar mit aufrichtigem Herzen „ad meo weessrim schono". Nach Abschluß der Weltkonlerenz der Jüdischen Frontkämpfer in Paris wurde der Bundesführer des „Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs", Hauptmann Edler von Friedmann, zum E h r e n m i tg 1 i e d e der Jewish Ex Servicemens Legion (Jüdische Frontkämpfervereinigung Englands) ernannt. JHktMiaefätts JtfinäerAetin „Jttid." In Seebenstein (Pitlental), herrlich gelegen, tig. Waldbestand, ständige ärztliche Auf- 2 sieht,individuelle,pädagogische Beeinflussung, vorzügliche Verpflegung, Sport, Gymnastik, g Schwimmen, Nachhilfe. Auskünfte, Prospekte, £ Photoeinsicht u. Anmeldung: Wiener Sekretariat: ■ IX., Schwarzspanierstraße 12, Mezzanin, täglich ' außer Sa,; und vpn..3-6* T'M.A&3J3._ Verein der Klnderfreunde XVI/XVIL Bezirk. Jüngst fand die 50. Generalversammrung des Vereines der Kinderfreunde zur Bekleidung armer israel. Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk statt, die einen sehr würdigen Verlauf nahm. Nach Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder und des Delegierten der Kültusgemeinde sowie der humanitären Vereine obiger Bezirke und nach einer Trauerkundgebung für die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinmitglieder, insbesondere für den langjährigen verdienstvollen Obmann Rudolf Urbach, erstattete der Obmann, Oberveterinärrat HeSnrüch Rosenzweig, einen ausführlichen Tätigkeitsbericht. Dank der Zuwendungen und der Beiträge der Mitglieder undi Gönner konnten 104 Kinder ärmster Familien mit Schuhen, Wintermänteln, zum Teil auch mit Anzügen und Wäschestücken — alles von bester Qualität — beteilt werden, lieber Antrag der Revisoren Frau Schnabel und Herrn Samuel Fischer wurde dem abtretenden Vorstand das Absolutorium erteilt und hierauf unter dem Vorsitze des Ehrenpräsidenten Herrn Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch zur Neuwahl geschritten, bei der der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt wurde. Der Obmann des Bethausvorstandes XVl/XVII, Herr Leopold Sitzmann, sprach in Vertretung der Kultusgemeinde dem Vereinsvorstande für sein segensreiches Wirken im Dienste der Humanität den Dank aus und beglückwünschte ihn zu seinen Erfolgen. Gehaltvolle Reden hielten ferner Herr Samuel Fischer, Vizepräsident des Ausspeisungsvereines, Frau Rosenzweig namens des Frauen Vereines, Herr Saphir ais Bezirkstührer des Bundes jüdischer Frontsoldaten und Frau Hermine Sax in Vertretung des jüdischen Handwerkervereines „Zukunft", die rühmend hervorhob, daß die Kinderfreunde trotz ihrer Nöte ihre Fürsorgetätigkeit auch auf einige Lehrlinge ausgedehnt hatten. Nachdem noch Herr Obmannstellvertreter Josef Treu und Herr Alexander Ostermann der vorbildlichen Tätigkeit des Obmannes gedacht hatten, schloß dieser mit einem Appell an die Mitglieder, des Vereines auch weiterhin zu gedenken, die Generalversammlung. Wohltätigkeitsakademie. Zu Gunsten einer in Armut geratenen Familie veranstaltete Herr Oberkantor Kreutsteinim Festsaale des Hotel Bayrischer Hof am 25. Juni eine Wohltätigkeitsakademie, die dank den vorzüglichen Darbietungen einen sehr animierten Verlauf nahm. Aus dem abwechslungsreichen Programm erwähnen wir lobend die Vorträge des Tempelchores unter der gediegenen Leitung des Dirigenten J. Deutsch, die ausgezeichneten Solovorträge der Oberkantoren Funke und K r e u t s t e i n. die lebhaftesten Beifall ernteten, die virtuos vorgetragenen Klavierstücke der jugendlichen Selma Kreutstein und endlich die musikalischen Darbietungen des erstklassigen Pianisten Fritz Kreutstein, der sich auch mit vielem Beifall um die Begleitung der Gesänge verdient gemacht hat. Die letztgenannten jugendlichen Vor- S. In Linz gab kürzlich der bekannte jüdische Musiker Oberkantor Hermann Qwillmann ein Konzert weltlicher und hebräischer Musik. Dieser Abend gestaltete sich zu einem vollen Erfolg, die zahlreich Gekommenen konnten den Künstler sowohl als Sänger wie als Komponisten bewundern. GwiÖananns Stimme, ausgeglichen, weich und auch im zartesten Piano tragkräftig, zeigte sich in ihrer ganzen Schönheit in hoher Gesangskultur in italienischen und französischen Opernarien; der Künstler verfügt über dramatische Akzente und eine überaus große Technik des Atems. Besonders gut gelangen ihm die schwermütigen und eigenartigeji nissischen und jüdischen Volkslieder. Besonderes. Interesse wandte sich dem zweiten Teil des . Konzertes zu, in welchem GwiUmann eigene Kompositionen brachte. Diese geistlichen Lieder, zwei davon Uraufführungen, zeigten ihn als einen Komponisten, der in eigenartiger Harmonisierung und innigster Melodik den Ausdruck der von ihm vertonten Texte tief auszuschöpfen weiß. Besonders ergreitend war das Büßgebet mit seinem dramatischen Schwung und der kühnen Harmonik, sowie die feierliche Melancholie deS Priestersegens. Frau Cäcilie Qwillmann, die Gattin des Künstlers, erwies sich als Pianistin von hohen Qualitäten, herrlichem Anschlag und feinfühligster Begfeitungskunst. Sfohwitwer, Achtung! Der beliebte Treffpunkt aller Strohwitwer ist das Restaurant Hotet Stefanie, Wien II., Taborstraße 12, das durch seine vortreffliche Küche bei billigen Preisen und durch den angenehmen Aufenthalt im schönen und schattigen Garten eine große Anziehungskraft ausübt. E. Der Luftburort Seebenstein liegt im landschaftlich lieh wirklich reizvollen Pittental. Eine der schönsten und modernst gebauten Villen dieses Ortes, das Kinderferienheim „Atid", soll jüdischen Kindern nach den Strapazen des Schuljahres Erholung bieten. Eine Freitreppe führt in die großen, hellen, zweckmäßig und hygienisch eingerichteten Räume. Große Fenster bieten nach allen drei Seiten einen wundervollen Fernblick. Nach Norden schützt ein ansteigender Berghang, mit Nadelwald bewachsen, vor Winden. Die große Veranda ermöglicht auch bei Schlechtwetter das Speisen im Freien. Für die Verpflegung gelten die Prinzipien: Verläßlich rituell, Reichhaltigkeit, Abwechslung, viel Obst Das Körpergewicht der Kinder wie ihr Gesundheitszustand werden ständig fachärzttich überwacht. Auch der Sportbetrieb, Schwimmen und Wanderungen iinden stets unter ärztlicher Aufsicht statt Die pädagogischen Prinzipien: Die Kinder werden in kleine Gruppen eingeteilt, die entsprechend' aufeinander abgestimmt sind und nur von bestgeschulten Erzieherinnen und Erziehern geleitet werden. Für Unterhaltung wird durch kleine Veranstaltungen, Theaterautführungen, Musik, Radio, ferner durch die eigene Bibliothek und das Heimkino gesorgt. Durch gelegentliche Besuche können sich die Eltern von dem Wohlbefinden der Kinder überzeugen. Auf Wunsch wird Nachhilfe in allen Gegenständen der Haupt- und Mittelschulen erteilt Von Sprachen werden gelehrt: Englisch, Französisch, Hebräisch, Latein, Griechisch. Als Wichtigstes: Die Leitung des Heims liegt in den Händen eines überaus bewährten Kinderpsychologen, der bestrebt ist, eine gute j ü d i s c h e, von aller Einseitigkeit freie Atmosphäre zu schaffen, in der sich — besonders heute — jüdische Kinder auch wirklich wohlfühlen können. Jüdische Kulturstelle, IL. Asperubrückengassc z (R 48-2-91). Den Mitgliedern stehen Karten in das Theater in der Josefstadt zur Verfügung! Bürozeit 9—13 Uhr! j£iferalur. Blochs „Bluf und Eros" Ein Freund unseres Blattes besuchte Kommerzialrat Ehrenstein, der sich von seinem kürzlich gemeldeten Unfall schon ziemlich erholt hat. „Wahrend er mir diesen schildert," schreibt uns unser Gewährsmann, „fallen meine Blicke unwillkürlich auf verschiedene Bücher am Nachrkastchen neben dem Krankenbett Ich lese: Karl Schertiers „Europäische Kunst im neunzehnten Jahrhundert", Ferd. Gregorovius „Rom in der Renaissance", Chaiim Blochs „Eros". Auf meinen verwunderten Blick lächelt der Kranke: „Seit jeher lese ich zu gleicher Zeit abwechselnd Bücher ganz verschiedenen Inhalts. Mußten wir nicht auch auf der Schulbank in wenigen Stunden ganz Verschiedenes durchnehmen? Uebrigens lese ich Blochs Buch mit nicht weniger gespanntem Interesse als dieses berühmte römische Geschichtsbuch da. ich möchte „Blut und Eros" jedermann wärmstens empfehlen. Kein einseitiger Hebräist, sondern ein Gelehrter mit universellem Wissen tritt da dem ehemals objektiven, seither aber ins judenfeindliche Lager abgewanderten protestantischen Bibelforscher Erich Bisch oii entgegen, bedauerlicherweise viel zu Das Sommeriest des „Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs" findet am Samstag, den 6. d. M.. 20 Uhr, in der „L i 1 i p u t s t a d t", II., Prater, statt. (Eingang gegenüber dem Planetarium.)