Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1935-06-28 · Heft 26 (28.6.1935) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 26 (28.6.1935)
Date
1935-06-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3062972-3064555-3064580--20263-3085489
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

niE WAHRHEIT Nr. 26 — 28. Juni 1935 Seite 7 JifCliSChG ÄPfaSltSSböI^ fordert anläfclich der Ferienurkube den Bedarf an Angestellten und Arbeitern beim YCrCiR für nnenfgelfÜCbeil ArüeifSnödlWClS, Wien L, Kohlmessergasse 4, Telephon U 27-0-65 an Spezialhaus für Wolle und Strickgarne Noritz Nagel Wien, 2. Bez., Taborslraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden ■Telephon A 49-3-69___ In der Nacht zum Samstag, den 22. Juni, verstarb in Warschau im Alter von 69 Jahren der hervorragende polnische Historiker und Diplomat Professor Dr. Simon Askenazy. Prof. Askenazy, der auch Mitglied der polnischen Akademie der Wissenschaften war, zählte zu den führenden polnischen Geschichtsschreibern, seine wissenschaftliche Tätigkeit erstreckte sich über die Zeitspanne von 40 Jahren. Geboren in Russisch-Polen, begann er seine Universitätslaufbahn an der Lemberger Universi-;ät, wo er sich 1897 als Privatdozent habilitierte und 1907 Professor der Geschichte wurde. Aus seinem Seminar ist eine ganze Generation polnischer Historiker hervorgegangen. Im Jahre 1914 siedelte Prof. Askenazy nach der Schweiz über, nach dem Weltkriege verlegte er seinen Wohnsitz nach Warschan. Hier setzte er seine rege wissenschaftliche Tätigkeit fort, nahm an dem politischen und öffentlichen Leben maßgebenden Anteil. Die polnische Regierung sandte ihn 1920 als ihren Vertreter in den Völkerbund mit dem Rang eines Ministers. Bis zum Jahre 1923 vertrat er in Genf mit in Polen wie in der internationalen Welt anerkanntem JiidtiseAcs 3£index heim „JMMt* In Seebenstein (Pittental), herrlich gelegen, eig. Waldbestand, ständige ärztliche Aufg sieht,individuelle,pädagogische Beeinflussung, ■g vorzügliche Verpflegung, Sport, Gymnastik, »» Schwimmen, Nachhilfe. Auskünfte, Prospekte, £ Photoeinsicht u. Anmeldung: Wiener Sekretariat: IX., Schwarzspanierstraße 12, Mezzanin, täglich außer Sa. und So. von 3-6. Tel. A 26 3-73. Erfolg die polnischen Interessen. Während seiner Amtstätigkeit als Polens Vertreter beim Völkerbund er- :olgte die def initive Anerkennung der GrenzenPolens durch die Großmächte, sowie die günstige Entscheidung der Botschafterkonferenz in der oberschlesischen Frage. Trotzdem wurde er auf Drängen der antisemitisch-nationalen Kreis e, die es iür untragbar hielten, daß ein Jude die Interessen Polens vor dem internationalen Forum vertrete, aus Genf abberufen. Als Prof. Askenazy an die Warschauer Universität berufen werden sollte, stimmte die Mehrheit der Professoren, offenbar aus antisemitischen Gründen, gegen ihn. Er führte seither das Leben eines Privat gelehrten. Prof. Simon Askenazy entstammte einer hochan-;esehenen rabbinischen Familie. Er selbst gehörte zu den geistigen Führern der polnisch-jüdischen Assimilation und bekundete bei jeder Gelegenheit seinen Stolz auf seine jüdische und rabbinische Abstammung. Seine wissenschaftlichen Arbeiten befassen sich hauptsächlich mit der letzten Periode des polnischen Königreichs; sie zeichnen sich durch geistreiche Analyse und vollendeten Stil aus. Hervorzuheben sind: „Die letzte polnische Königswahl", „Rußland-Polen", die umfangreichen Biographen von Josef Poniatowski und Waleryan Lukasinski, sowie sein monumentales Werk „Napoleon und Polen". Baronin Adelaide de Rothschild verstorben. Im Alter von 82 Jahren verstarb in Paris Baronin Adelaide de Rothschild, Witwe nach dem im vergangenen Jahre verstorbenen Baron Edsiond de Rothschild, dem „Vater" der neuen jüdischen Kolonisation in Palästina. Baronin Adelaide wurde in Frankfurt a. M. als Tochter von Wilhelm Karl Baron Rothschild geboren, 1877 heiratete sie ihren Cousin Baron Edmond. Der Ehe entsprossen drei Kinder: James de Rothschild, der jetzt in England lebt und das Werk seines Vaters im Aufbau Palästinas fortsetzt, Maurice de Rothschild und Mirjam de Rothschild. Die Verstorbene unterstützte inten Mann in seiner Arbeit für Palästina und förderte auch ihrerseits zahlreiche philanthropische jüdische und nichtjüdische Anstalten. Ein Jude Vlze-Finanzminister in Griechenland. Bei den letzten Wahlen wurden als Mitglieder der Regierungspartei in Saloniki auch die beiden jüdischen Kandidaten Danie A11 a 1 o u f und Peppo M a 11 a h zu Abgeordneten gewählt. Wie die Jüdische Telegraphen- Agentur erfährt, wird nunmehr Abg. Peppo Maliah auf besonderen Wunsch des Finanzministers Pezmazoglau zum Unterstaatssekretär im Finanzministerium ernannt werden. Als vor zwei Jahren 1« Tsaldaris-Regierung ans Ruder kam, war Mallah uas Finanzministerium angeboten worden, er hatte!, damals den Eintritt ins griechische Kabinett abstelennt. Er hat aber als Finanzberater der Regierung wichtige Dienste geleistet. Z. T. A. Semeindedkwonik. Konferenz der Delegierten der Kulfusgemeinden Oesterreichs. in unserer Hetzten Nummer haben wir prinzipiell Stellung genommen zu dem Beschlüsse der am 10. Juni in Wien stattgehabten Konierenz der Delegierten der österreichischen Kultusgemeinden wegen Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft dieser Gemeinden. Auf der Tagung wurden noch folgende Referate erstattet: Vom Matrikelamtsleiter Julius R o s e n i e 1 d ein Bericht über: „Staatliche und rituelle Vorschriften bei Bestimmung des Religionsbekenntnisses bei Kindern anläßlich des Uebertrittes der Eltern"; von Inspektor Isidor Oehler ein Referat über: „Lehrpläne und Ergänzungsunterricht". Ein Referat des Vertreters des Freiwilligen österreichischen Arbeitsdienstes über das Wesen des Arbeitsdienstes, über die Möglichkeit der Teilnahme jüdischer Arbeitsloser und die Errichtung jüdischer Arbeitslager stand lebhaiten Beifall. Aus einem ausführlichen Berichte des Abteilungsleiters der Wiener Fürsorgezentrale, Dr. Nahum Blauer, über die Wan der f ür s o r ge konnten die Delegierten entnehmen, daß diese überaus wichtige Agende der modernen sozialen Fürsorge angesichts der überaus großen finanziellen Lasten der Gemeinde Wien und der geringfügigen Beiträge der Provinzgemeinden zusammenzubrechen drohe, was sich nicht nur zum Nachteile der Provinzgemeinden,. sondern auch zu Ungunsten der Armen auswirken würde. Ueber das Kindierferienwerk der Kultusgemeinde Wien berichtete der Amtsvorstand der Fürsorgezentrale Emil Engel in ausführlicher Weise und erinnerte die Delegierten der Provinzgemeinden an das Ersuchschreiben der Wiener Gemeinde wegen Mithilfe zur Unterbringung und Versorgung der Kinder. MÖBEL Moderne KQchen- Vorz Immer- Wohnzimmer- F. KOHN, Wien IL, TABORSTRASSE Nr. 22 Telephon R 40-7-14 Samstag geschlossen. Religionsnote und Religionsprüfung an den kaufmännischen Lehranstalten. Das Bundesministerium für Unterricht hat in einem soeben ergangenen Erlasse verfügt, daß an allen Handelsakademien, kaufmännischen Wirtschaitsschulen und kaufmännischen Berufsschulen, an denen in der obersten Klasse des laufenden Schuljahres Religionsunterricht erteilt wird, eine Religionsnote nicht nur in das Jahreszeugriis dieser Klasse, sondern auch in die Abgangs- und Reifezeugnisse aufzunehmen ist, auch wenn der Religionsunterricht an der betreffenden Anstalt erst im heurigen Schuljahr eingeführt wurde. Diese Anordnung erstreckt sich auch auf die kommenden Schuljahre. Bei den Externisten-Reifeprürungen an den Handelsakademien ist ab Sommertermin 1935 eine Vorprüfung aus Religionabzunehmen. ■igieiisdm Piiiüslkhl Seit vielen Jahren das anerkannt beste 1 llraii tM^nöEtt Man achte auf die ges. gesch. Mark« »Hyglen. Königslicht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., BraunhfrschengauM 3 Telephon R 33-1-87 Wien I., Seitenatettengasse 2 XI.| Zentralfriedhof neben dem L Tor _3amrt»g gndiloMenl ■■■■^■■■■■■■■■«■■■B Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien und die Zentral-Kommission für soziale Fürsorge wenden sich an die Mitglieder der Wiener Kultusgemeinde um Förderung ihrer diesjährigen Aktion „Kinder auis Land". Nach entbehrungsvollen Monaten naht wieder die Zeit, die für viele tausende armer Kinder und ihre Eltern, sei es auch nur für wenige Wochen, Freude und Erlösung aus dumpfer, drückender Not bedeuten kann — wenn gute Menschen sich ihrer Pticht, zu hellen, bewußt sind. Nur wer unmittelbar mit den Kinder in Berührung steht, die sich ein ganzes Jahr lang auf ihre Aufnahme in eine Ferienkolonie freuen, kann ermessen, wie groß das Glück ist, das man diesen Kindern bereitet, wenn sie aufgenommen werden, wie ungleich größer aber die Enttäuschung, wenn sie zurückgewiesen werden müssen. Die jüdische Gemeinde tut, was in ihren Kräften steht; durch eine hochherzige Stiftung der sei. Eduard und Rosa G o 111 i e b war es in diesem Jahre möglich, ein eigenes zweckdienliches Kindererholungsheim in Payerbach-Küb zu erwerben, das nach seiner Ausgestaltung weit mehr als 400 Kindern einen idealen Sommerautenthalt bieten könnte. Allein die Kostenaurbringung iür dieses Heim sowie für andere Vorkehrungen — im Vorjahre wurden mehr als 2500 j üdische, linterernährte, durch Entbehrungen geschwächte Kinder der Erhol ungsiürsorge zugeführt — bereitet schwerste Sorge, wenn die Aktion auch durch das im Auftrage der Regierung arbeitende Kinderferien werk der Vaterland i s:e h e n Front und 'das Jugendhilfswerk der Gemeinde Wien in dankenswerter Weise unterstützt wird. Der Kultusvorstand appelliert deshalb an die immer und auch in Zeiten schwerster wirtschaftlicher Not bewährte Hilfsbereitschaft der Wiener Judenschatt und bittet sie, mitzuhelfen, damit arme Kinder, deren junges Leben ohnehin von so wenig Glück und Freude erfüllt ist, wenigstens vier Wochen lang Jugendglück, Freude und Sorglosigkeit genießen können. Alle, die zu diesem Werke der Nächstenliebe beitragen, werden für ihre eigene Erholung von sorgenvoller Arbeit das beseeligende Bewußtsein mitnehmen, ihre Menschenptlicht erfüllt und mitgeholfen zu haben, tausenden armen jüdischen Kindern einige Woche ungetrübten Glückes zu schaffen. Spenden werden an die Fürsorge-Zentrale der israelitischen Kultusgemeinde, Wien L. Seitenstettengasse 2 (Postsparkassenkonto B 29-659) erbeten. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■aaamHaauaBUHu Der Jüdisch-Akademische Klub fährt heuer im Sommer an die jugoslawische Adria. Alle Mitglieder und Freunde sind herzlichst zur Teilnahme eingeladen. Crikvenice (Selce) 2 Wochen S12!.—, 3 Wochen S 156.— Ragusa 2 Wochen S148.—, 3 Wochen S 188.— Makarska 2 Wochen S122.—, 3 Wochen S 155 — Sekretariat täglich von 18 bis 20 Uhr, IL, Taborstraße Nr. 20 A. Te!. R 47-0-54. Jeden Samstag K9 Uhr Klubabend. Verlobung Fräulein Amalia B o h o m i I n y, Tochter des Oberkantors D. Bohomilny, hat sich Sonnt ig. den 23. d. M., mir Herrn Moritz Turner verlobt. Viele Gäste fanden sich aus diesem schönen Anlasse im Elternhausc ein, u. a. Herr Rabbiner Prof. Doktor frankfurter, der Obmann des Döblinger Tempelvereins Bela Fränkl mit den Vorstehern Moritz Gal, Eduard Trnka. die Vorsteher der Chewra Kadischa S. Altbach, S. Frankfurter und J. Spielh o 1 zt Kultusvorsteher Dr. Leopold Plaschkes. Präsident des Kantorenvereines J. Löwit, die Oberkantoren Frankel und Postoiow u. a. m. Es sprachen Prof. Dr. Frankfurter. Vorstand Trnka. Präsident J. L ö w i t. Dr. Leopold Plaschkes. Die Oberkantoren Fränkel und Postoiow entzückten das Publikum durch herrliche Gesangsvorträge. » Trauung. Am 20. d. M. fand im Seitenstettentempel unter starker Beteiligung die Trauung des Fräuleins Fritz; Heuduschka mit Herrn Dentist D. Korrler statt. Zahlreiche Freunde des Brautpaares und der Familien waren zu dem schönen Feste erschienen, insbe- Der sogenannte grüne Zahnbelag bei Kinder ist eine sehr häuiig beobachtete Erscheinung, die dadurch entsteht, daß infolge ungenügenden Putzens Speiesreste — vor allem klebrige Zuckermassen — Gärungs-Säuren bilden, die eine Entkalkung der Schmelzschichte und eine Besiedlung der Zähne mit grünen Fadenpilzen herbeiführen. Deshalb sollen auch die Zähne der Kinder mit einer geeigneten Bürste und Zahnpasta gründlich und regelmäßig gereinigt werden. ODOL-ZAHN- PASTA reinigt gründlich, ohne den Zahnschmelz anzugreifen, desinfiziert, ist von angenehmen, köstlichen Geschmack und verleiht reinen Atem.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.