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Die Wahrheit · 1935-06-28 · Heft 26 (28.6.1935) · page 8

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 26 (28.6.1935)
Date
1935-06-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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scite o Nr. 26.— 28. Juni 1935 DIE WAHRHEIT Kalender-, Sfdra-, Perele, Omer- und Haftorah-Tafel . .tMwtatnnaaB Siwan—Tunu 5695 Juni-Juli 1985 frOb " abds. 7.00 Siwan 27. 7.30 , .Scbelach-lecbo { f (* B.«) \ 1 |Haftora.WajischUchl 8.00{ „ 28.< Jebauscbua }9.00 1 iMeworchünHactaau-l 1 I desch I * x3. Pcrek ' . „ 29.<Jaum kipur kotaun , 1 „ 30.11- Tag Rausch Chan-1 7.00? \ desch >7 00 1TU1I 1.12. Tag Rausch Chau-I v desch ' bis 3. abds. Freitag, 28. Juni 7.30 Samstag, 20. Juni 9.00 Sonnt.. 30.Junib.I,nn Donnerst 4. Jnli f1 sondere hatten sich viele eingefunden, lim Herrn und Frau Direktor Deszö Henduschka, die in Floridsdorf wegen ihres humanitären Wirkens überaus beliebt sind, ihre freudige Anteilnahme zu bekunden. Auch die Großeltern der Braut, die auf der Landstraße allgemein geschätzten und verehrten Herr und Frau Richard Pick wurden sehr beglückwünscht Man sah zahlreiche Vertreter jüdischer Organisationen: Herr Richard Pick gehört seit vielen Jahren dem Vorstande des Bethausvereines, III., Untere Viaduktgasse, an. Frau Pick ist die rührige Kassierin des Jüdischen Frauenvereines Landstraße und Frau Heuduschka ist im Vorstande des Floridsdorfer Jüdischen Frauenvereines tätig. Die Trauung vollzog Rabbiner Dr. M. G. Mehr er mit einer gedankenreichen herzlichen Ansprache. Die kantorale Funktion versah Oberkantor H. Fischer. 70. Geburtstag. Am 7. Juni beging der in jüdischen Kreisen sehr bekannte und allerorts geschätzte Vizepräsident des Jüdischen Bethausvereines Neubau, Herr Isaak Heller, seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlasse wurde der Jubilar am 1. Tag Schewues im Bethause Neubau zur Thora gerufen und ihm für seine rührige Tätigkeit der Dank ausgesprochen. Herr Vizepräsdent Isaak Heller ist einer der Gründer des Jüdischen Bethausvereines Neubau und ein altes Mitglied der Union österreichischer Juden. Todesfall Am 20. d. M. verschied nach längerem schweren Leiden 80jährig Frau Amalia Wachsberger. Sie war eine durch besondere Herzensgüte ausgezeichnete Frau, ihrem Gatten Samuel, mit dem sie 48 Jahre in glücklichster Ehe lebte, eine brave Gattin, ihren Kindern eine zärtliche Mutter. Namenlos war ihr Schmerz, als ihr im Vorjahre frühzeifigj die geliebte Tochter Rosa durch den Tod entrissen wurde, der seelische Kummer trug viel zu ihrer Krankheit bei. Amalia Wachsberger war auch eine wirklich gute Jüdin, lebhaft nahm sie Anteil an dem jüdischen Wirken ihres Mannes,der langjähriger verdienstvoller Obmannstellvertreter des „Talmud Thora"-Bethausvereins. IL, Malzgasse, ist, und ihres einzigen Sohnes Felix, der dem Beirat des Zentralvorstandes der „Union österreichischer Juden" angehört und in deren Bezirksorganisation Leopoldstadt hingebungsvoll wirkt Von beiden Organisationen hatten sich zahlreiche Vertreter zur Abholung der Leiche eingefunden, die vom Trauerhause am Bethause „Talmud-Thora" in der Malzgasse . vorübergerührt wurde, wo Kanthor Roth ein inniges „El mole raebamin" rezitierte. Auch beim Leichenbegängnisse war die Beteiligung sehr stark, die Trauergemeinde lauschte ergrifien den herzlichen Worten des Herrn Rabbiner Schenk, der ein schönes Bild vom vornehmen, grundgütigen Wesen und Wirken, der allseits geschätzten Verstorbenen entwarf und insbesondere schilderte, wie es ihr Freude bereitete, anderen Freude zu machen. Die kantorale Funktion hatte Kantor Löwy inne. Der Döblinger Tempelverein legt Wert auf die Feststellung, daß die Stelle, die von ihm in unserer letzten Nummer ausgeschrieben wurde, eine gehobene ist und ungefähr der eines Tempelinspektors gleichkommt Daß der Bewerber gegebenenfalls, aus der Thora vorlesen kann, ist — wie aus diesem Wortlaut» hervorgeht — kein unbedingtes Erfordernis. Djensrjubiläum. Am 7. d. M. (l. Tag Schewuoth) feierte der bekannte und im X. Bezirk besonders beliebte Herr S. Insel sein 30jähriges Dienstjubiläum als Tempelinspektor und Inkassant des IJumanitätsvereines für den X. Bezirk. Aus diesem Anlasse wurden dem Jubilar besondere Ehrungen zuteil. Beim Vormittagsgottesdienste, bei welchem er zur Thjüa gerufen wurde, sprach Rabbiner Dr. Wein er herzliche Worte der Anerkennung und Oberkantor Weiß rezitierte mit seinem gutgeschulten Chor unter Leitung seines Dirigenten H. Oesterreicher ein „Echod ioöhid" und ein für diesen Zweck verfaßtes „Mischeberach". Nach dem Gottesdienste fand in der Bibelschule eine sehr eindrucksvolle und erhebende Feier statt, zu welcher .sich der Gesamtvorstand unter Führung des Obmanns B. Scher und des Obmannstellvertreters L. Grünspan, eine Abordnung des Humanitätsvereines unter Führung des Präsidenten Medizinalrat Dr. Back sowie sämtliche Mitangestellte und zahlreiche Freunde des Jubilars eingefunden hatten. Ansprachen hielten die Herren Scher und Grünspan, die Vorstandsmitglieder Fuchs und Plaschkes und im Namen des Humanitätsvereines Medizinalrat Dr. Back. Sodann wurden dem Jubilar wertvolle Geschenke überreicht. Hicbler liest in der Tschechoslowakei. Leopold Hichler, der Autor der bekannten Romane ..Heimweh nach Wien" und ..Moses Mautner und sein Sohn", hat im vergangenen Winter eine Reihe von Vorlesungen bei den verschiedensten jüdischen Organisationen abgehalten. Der Dichter wurde eingeladen, in der Tschechoslowakei zu lesen, und wird diesen Einladungen im Herbst Folge leisten. ZeltBBffen vom ▼•vieler varaondet. Joaxsal «xpadK pax 1'eAttvDZ. - Falls Adressat verzogen, nicht nachsenden; mit neuer Adresse zurück an Verlag »Die Wahrheit", Wien tu, HalnsstraBe U/12 Leopoiasfädter Tempeiferein Aeschel Awfötoom Ii., Pazmaatlctmassc e, Tel. R 41-8-63 Anmeldungen t; Atugeboten, Trauungen (aadi anf. iretem Bimmen n. Darmlzwans Partei anvorkeftr an Werktagen von 2 bb «fc4 Übt nachmittag!, an Seantagea Ton 10 bbi 12 IIb! «ocodttagf früh 630 Oobatatandan SlwaB-TammuS 6695 Siwao 27. IScbelach-lecbo (4. B. M.) Haftora, Wajischlacb Jehauschua Meworcbim Hachandescb 8. Perek ,, 29. Jaum kipur kotann . „ 30. 1. Tag Rausch Cbaudescb Tammus 1. 2. „ „ ., bis 3. abds 7.30 flmtfidfe Verfäutßarungen ber Jsraeßtisdfen Xuftosgemeinde Wieg Kundmachung. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien eröffnet mit Beginn des Schuljahres 1935/36 die I. 'Klasse einer jüdischen Volksschule für Knaben mit dem Standort IL. CasteÜezgasse 35. Der Lehrplah ud das Stundenausmaß für alle weltlichen Gegenstände sind gleich denen der allgemeinen Volksschulen, doch wird an dieser Anstalt ein größeres Maß jüdischen Wissens' vermittelt werden, indem außer zwei Religionsstunden auch zwei Hebräischstunden wöchentlich erteilt werden. An Sabbaten und jüdischen Feiertagen findet kein Unterricht statt Der, Vormittagsunterricht wird erst um 9 Uhr beginnen. Für Kinder-unbemittelter Eltern kann eine Ermäßigung, bzw. Nachlaß des Schulgeldes bewilligt werden. Anmeldungen von schulpflichtigen Knaben für diese Schule sind unter Beibringung des Geburts-, Heimats- und Impf Zeugnisses im Schulamt der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 2, I. Stock, bis längstens 15. Juli 1935. täglich von 9 bis 12 Uhr vormittags, vorzunehmen, woselbst nähere Auskünfte erteilt werden.. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahmen, die nur im beschränkten Ausmaße erfolgen können, werden vom Vorstande der Kultusgemeinde rechtzeitig getroffen werden. Gespräch über jüdisches Theater. Der Gatte der berühmten Mali Picon, Dir. K a I i c b, weilte dieser Tage vorübergehend in Wien und es ist sicherlich interessant, die Meinung dieses prominenten Regisseurs und Schauspielers über das jüdische Theater kennen zu lernen. Ueber den Grund seiner Anwesenheit in Wien befragt, erzählt Dir. Kalioh: Ich bereise jetzt alle großen Städte Europas, aber nicht etwa um Abschlüsse zu tä-. tigen. sondern um Stücke und Couplets für meine Frau zu finden. Man kann sich gar nicht, vorstellen, wie schwer es ist, dem Publikum immer Neues zu bringen, um so mehr als — ein Zeichen der Zeit — sich die neugeschriebenen Stücke immer mehr von der Tragödie zum lustspiel- und operettenhaften bewegten. Nicht vielleicht, weil es den Juden so gut sondern weil es ihnen so schlecht geht. Ich suche jedoch nicht nur jüdische Stücke, sondern auch Material für das englische Theater, eventuell sogar für eine Revue. Spielt denn Frau Picon nicht vorwiegend am jüdischen Theater? Nein. Die Einteilung; ist beiläufig so, daß sie im Winter jüdisches Theater und im Sommer an einer englische Bühne wirkt, zur Zeit spielt sie mit ganz großem Erfolg in London. Sie ist auch fast jede Woche im Radio zu hören, ebenfalls in englischer-Sprache. Unsere Tätigkeit in letzter Zeit haben wir zwischen England und Amerika geteilt. So wie in AmerBca allesüberdimensioniert ist, ist dies auch beim jüdischen Theater zu verzeichnen. Es gibt drüben 23 großjüdische Theater mit 380 wirklich erstklassigen jüdischen Schauspielern. In Amerika muß man. ein Stück ganz groß herausbringen und die Ausstattung von .JOeiner Teufel" hat allein 40.000 Dollar gekostet. Dafür gehen Stücke, wenn sie einmal einschlagen, sehr lange und wir konnten z. B. „Maly Darling" 38 Wochen lang spielen. Glauben Sie, daß der gesteigerte Antisemitismus erhöhtes Interesse für jüdisches Theater erwecken kann? Kaum. Denn Theater ist keine Wohlfahrtsinstitution. Wenn das jüdische Theater gute Kräfte und gute Stücke bringen wird, wird es auch sein ständiges Publikum haben. Wenn in Wien in der abgelaufenen Saison das jüdische Theater gut gegangen ist so war es bestimmt nur dem großen Talent Sevilla Pastor zu danken. Und wann kommt Frau Picon nach Wien? Das ist vorderhand nicht abzusehen. Sie hat Verträge mit der englischen Radiogesellschaft, mit den Warner, Brothers für einen großen Film und günstige Angebote nach Rußland. Vielleicht aber bringt uns eine Konzert-Tournee nach Europa auch nach Wien, um vor dem uns so lieben Wiener Publikum zuspielen. E. IL Beerdigungen. 18. Juni 1935: Mathilde Low, 73 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Leopold Mayer, 60 Jahre, 2. Bez. (I/Tor). — Rosa Markuschewitz. 76 Jahre. 9. Bez. (IV. Tor). — Alexander Koblenzer, 61 Jahre. 16. Bez. (IV. Tor). — Rosa Stier, 73 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Moses Fischbach, 60 Jahre. 2. Bez. (IV. Tor). — Anna Schlesinger, 63 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Mai Paulsen, 63 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Berta Tanssl& 52 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). 19. Juni: Regine Falk, 64 Jahre. 4. Bez. (I. Tor). — Phöbus Bäcker. 68 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Johanna Spielberger, 29 Jahre, 2. Bez* OY, Tor). — Salomon Berger, 61 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Brunno Wilienz, 15 Jahre, 2. Bez. (IV. Tori. — Doktor Isidor Birkner, 56 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Rachel Senz, 51 Jahre, 6. Bez. (IV^ Tor). 20. Juni: Adolf ine Budlowskt 54 Jahre, 2. Bez. (I. Tor). — Max Landauer, 50 Jahre. 9. Bez. (I. Tor). — Melanie Eichenbaum-Todesko, 63 Jahre, I. Bez. (I. Tor). — Emma Budschowitz, 70 Jahre, 15. Bez. (IV. Tor). — Hermann Bergglas, 57 Jahre, Krakau, (IV. Tor). — Rosalie Pollak, 67 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Dr. Jakob Groß. 60 Jahre. Czernowitz (IV. Tor). — Fanny Müller, 14 Jahre, 2. Bez. <IV. Tor). — Karl Namai, 43 Jahre, 12. Bez. (IV. Tor). — Isak Toker, 71 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Frieda Messengießer, 21. Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). 21. Juni: Leopold Wohrisek, 48 Jahre, 3. Bez. (I. Tor). — Dr. Franziska Kerti. 40 Jahre, 8. Bez. (I. Tor). — Käthe Pribram, 67 Jahre, 9. Bez. (Döbl. Friedhof). — Reisel Zellet, 85 Jahre, 13. Bez. (IV. Tor). — Lola Polier, 47 Jahre, 7. Bez. (IV. Tor). — Doktor Josef Koppel, 66 Jahre, 5. Bezi (IV. Tor). 23. Juni: Samuel Frankel, 77 Jahre, 6. Bez. (I. Tor). — Morlz Grünbaum, 80 Jahre. 15. Bez. 11. Tor). — Karl Schneider, 48 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Golde Katz, 66 Jahre, 20. Bez. (IV. Tor). — Emil Dattelbaum, 63 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Wilhelm Gold, 63 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Blume Imbermann, 75 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). 24. Juni: Max Herlinger. 91 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Cäzilie Frank!, 75 Jahre, 3. Bez. (IV. Tor). — Dagobert Landau, 65 Jahre, 9. Bez. (IV. Tor). — Dr. Wilhelm Körner, 71 Jahre, 18. Bez. (IV. Tor). — Alax Suchmann, 52 Jahre, 2. Bez. (IV. Tor). — Sofie Rosenzweig, 69 Jahre. 2. Bez. (I. Tor). VBM Weiland Oberkantor Josef Goldstein Synagogen-Ornate u. Barette in den mannigfaltigsten Stilarien erhalten Sie sowohl vorratig als auch nach Naß in der altbekannten Uniformierung und Maßschneiderei RUDOLF GOLDSTEIN Lieferant vieler in- und auslandischer Kultusgemeinden Wien Ii., TabOrStraße 54 (Achtung auf die Hausnummer) Gegründet 1866 Versand nach allen Ländern! Telephon R 49-0-48 Moderne Zivilgarderobe nach Maß, billigste Preise! Vereine und Verbände, kompleite Ausrüstungen Preisermgßjpung. EicentOmer. Herausgeber. Verleser und verantwortlicher Schriftleiter: Oskar Hirschfeld. Wien II., PralerstraBe 29. - Druck: Ignaz SplU & Sßhne. Wien II.. Robertsasse 2.

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