Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 16-17 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite_8_ Nr. 16/17 — 17. April 1935 JD1EJWAHRHEIT r. Cordova zählt heute 80.000 Einwohner, ist eine schöne, saubere Stadt. Sevilla mit 300.000 Einwohnern war früher eine sehr große jüdische Gemeinde, hat jetzt gar keine Juden. Man zeigt in Sevilla drei Paläste, die Don Samuel Levi erbaute, der Finanzminister des Königs Don Pedro war und nach einer politischen Wandlung seines Vermögens beraubt und grausam hingerichtet wurde. Toledo war in der Zeit des Rambam so von Juden bevölkert wie heute Warschau oder Krakau. Toledo war eine „Em bejisroel" (Mutter in Israel), es lebten dort der große Dichter Jehuda Halevy, ferner Abraham ibn Esra, Juda Alcharisi, Rabbi Ascher ben Jechiel (Rosch) und sein Sohn Rabbi Jakob bal Haturim. Heute wirkt die einstige große jüdische Stadt mit ihren vielen Synagogen, mit ihrer großen Bibliothek, wie ein Körper ohne Seele. Aus einem Tempel wurde die Kathedrale, die Bibliothek ist in höchster Unordnung, die wichtigsten Handschriften sind unauffindbar oder verwahrlost. In letzter Zeit entstehen in Spanien wieder jüdische Gemeinden, in Madrid (im dortigen Tempel hängt ein Luster, ein Geschenk Dr. Max Nordaus) und in Barcelona werden jüdische Institutionen errichtet, auch Bibliotheken. Es wäre wünschenswert, in dieser Zeit, da den Juden in anderen Ländern so viel Schmach und Bedrückung zuteil wird, wenn anständige, reelle Kaufleute, Gewerbetreibende oder Handwerker, die bedacht sind auf „Kidusch haschem", den jüdischen Namen bei den Andersgläubigen zu einem ehrenvollen zu gestalten, sich in Spanien ansiedelten. Wenn die Sonne hier unterzugehen scheint, geht sie vielleicht dort wieder hellstrahlend auf. Wenn zur Zeit der brennenden Scheiterhaufen die Musik lärmend laut erschallen mußte, um die Wehklagen der gemarterten Juden zu übertönen, so wurden in diesen Tagen jüdische Gäste aus aller Herren Länder in Spanien mit einer fröhlichen Festmusik begrüßt. Rudolf Kraus. Die Maimonides-Feier der Wiener Kultusgemeinde. Heute, am Tage, da nach dem hebräischen Datum die Wiederkehr des 800. Geburtstages des großen jüdischen Philosophen Moses Maimonides gefeiert wird, darf auch die Wiener Judenschaft mit Stolz von sich sagen, daß sie dieses Jubiläum in würdiger Weise begangen hat. In den letzten Wochen wurden in allen Wiener jüdischen Organisationen und Vereinen Maimonides-Feiern veranstaltet, als deren imposanteste wir wohl mit Genugtuung die grandiose Feier der „U n i o n" im Festsaale des Gewerbe-Vereines bezeichnen dürfen, bei der Ehrenpräsident Dr. J. O r n s t e i n in Gegenwart des spanischen Gesandten und illustrer christlicher und jüdischer Festgäste die gedankenreiche Festrede hielt. Die Beschlüsse, welche vom Wiener Kultusvorstande auf Grund der Anträge des Komitees für die Maimonides-Feier gefaßt wurden, sind in vollem Umfange zur Ausführung gelangt Die Herren Oberrabbiner Dr. Feucht wang und Professor Dr. Samuel Kraus haben eine das Leben und Wirken sowie die Bedeutung des Moses ben Maimon für die Judenheit und für die Um- und Nachwelt aufzeigende Festschrift verfaßt, die mit Genehmigung des Stadtschulrates im Wege der Schuldirektionen an sämtliche jüdischen Mittelschüler von der sechsten Gymnasialklasse aufwärts sowie an alle im Religions- und Hebräischunterricht wirkenden Lehrpersonen zur Verteilung gelangte. Ferner hat Herr Rabbiner Dr. Murmelstein eine solche Festschrift, für die Schüler der Hauptschulen und der 1. bis 6. Klasse der Mittelschulen bestimmt, dem Fassungsvermögen dieses Schülerkreises angemessen, verfaßt, deren Verteilung gleichfalls im Wege der Schulleitungen, bzw. der Religionslehrer mit Genehmigung des Stadtschulrates vollzogen wurde. Uriel Birnbaum hat zur Festschrift über Einladung des Kultusvorstandes Titelblatt und Randleiste gezeichnet. Am 6. April hat im Rahmen sämtlicher Jugendgottesdienst-Veranstaltungen die Verteilung von Kalenderblättern an die Schüler stattgefunden, welche dem Gedenken an Maimonides Rechnung getragen haben und alle Exhortanten haben in ihren Ansprachen die 800. Wiederkehr des Geburtstages Moses ben Maimon zum Gegenstande ihrer Ausführungen gemacht In allen Schulen und Erziehungsanstalten wurde in den letzten Wochen eingehend über Maimonides gelehrt und vorgetragen. Ihren Höhepunkt erreichten die Veranstaltungen des Vorstandes der Kultusgemeinde in einer imposanten Feier, die am vergangenen Sonntag abends im Großen Leopoldstädter Tempel stattgefunden hat. In Anwesenheit von Vertretern des Unterrichtsministeriums, der Behörden, Aemter, wissenschaftlichen Institute und Vereine und einer mehrtausendköpfigen Zahl von Gemeindemitgliedern fand diese Feier, die bei allen Anwesenden tiefsten Eindruck auslöste, statt. Sie begann mit dem Ma tauwo von S. S u 1 z e r, gesungen von den vereinigten Tempelchören unter Leitung des Kapellmeisters Kurt Fuchsgelb, das Solo rezitierte Oberkantor Gerson Margolies. Im weiteren Verlaufe der Feier wurden von den Tempelchören das Jigdal und der seit vielen Jahren in Wien nicht mehr gehörte Psalm 111 (Hallelujah) von S. Sulzer mit Oberkantor Margolies gesungen. Diese musikalische Umrahmung der erhebenden Feier war geradezu einzigartig. Die Tempelchöre gaben unter der hinreißenden Leitung von Kurt Fuchsgelb, dessen hervorragendes musikalisches Talent hier neuerdings bewundert werden konnte, ihr Allerbestes, Gberkantor Margolies war prächtig disponiert, seine Solis begeisterten mit der herrlichen Begleitung der Tempelchöre die tausende Zuhörer. Besonders schön wirkten das Hr, moniumspiel des Chordirigenten Rudolf Hei mann vd die Harfenklänge des Virtuosen Jellinek. Die einleitende Ansprache hielt der Vorsitzende des Komitees für die Maimondes-Feier. Oberrabbiner Dr. D. Feucht wang, die Festrede Oberrabbiner Dr. I. Taglicht. Wir geben die gehaltvollen Ausführungen der beiden Redner im folgenden auszugsweise wieder: Oberrabbiner Dr. Feuchtwang leitete seine Ansprache hebräisch ein und sagte: „Von Moses bis Moses erstand kein Mann wie Moses." Diese Sätze stehen über der Eingangspforte zur Grabstätte des Maimonides in Tiberias geschrieben. Sie bestätigen eine geschichtliche Tatsache. Der Bürgermeister der Geburtsstadt des Maimonides. Cordova, sagte in seiner Rede, die er zu Ehren desselben hielt: „Ein leuchtender Stern ist er in der Nacht und Finsternis dieser Welt" Das ist kein Gleichnis, sondern Wahrheit Das Licht des Maimonides leuchtet auch uns. In seiner Hand war der Schlüssel zu den Pforten der Lehre und der Philosophie, die er souverän beherrschte. Sein Wahlspruch war: „Ein Gott der Erkenntnis ist der Ewige." An ihm erfüllt sich das Wort: „Tote belebt Gott in seiner großen Gnade, gepriesen sei sein Name in Ewigkeit." Würdig schließt sich diese Feier den Festlichkeiten an, welche in unserer Gemeinde, in der ganzen jüdischen Welt und besonders in Cordova aus Anlaß der 800. Wiederkehr seines Geburtstages veranstaltet worden sind. Nur derjenige kann nach jüdischer Weltanschauung, Kultur und, sittengeschichtlich gesehen, groß genannt werden, der seiner eigenen Zeit leuchtendes Vorbild durch Weisheit und Tugend gewesen ist und zum Fortschritt der Menschheit durch Erleuchtung der Geister beigetragen hat. Diese Forderung hat Maimonides eriüllt Er war ein religiöses Genie, ein Riese im Aufbau der jüdischen Gedankenwelt Darum ist er groß. Deshalb lobpreisen wir ihn und ehren sein Andenken in Dankbarkeit, Liebe und Ehrfurcht. Oberrabbiner Dr. I. T a g 1 i c h t führte u. a. aus: Am 30. März 1135 wurde in Cordova dem Rabbinatsassessor Maimon ben Joseph ein Sohn geboren, der den Namen Moses erhielt. Als er zum Manne gereift war, nannten ihn seine Zeitgenossen das Licht und Wunder der Welt. Das war Moses, Sohn des TAPEZIERER ZERKOWITZ Werkstätte für; moderne Möbel sowie aller Reparaturen in bester Ausführung und Material Spezialist ImSTapezieren von Wohnungen und Lokalen unter Garantie. I., Nentorgasse 18, Tel. U 23-8-28. Wohnung: Tel. U 22-7-31 Werkstätte: I. Seitenstettengasse 2_ Maimon, genannt Maimuni, auch Maimonides.: Er brachte Licht. Klarheit, zusammenfassende Ordnung in das talmüdische Schrifttum, in den Gedankengehalt des Judentums. Seine Werke, die seit fast 800 Jahren Tag für Tag von vielen' Menschen eifrig studiert werden, sind Zeugnis dafür, daß er das weite Reich von Bibel und Talmud und auch" alle "Bezirke des Wissens seiner Zeit mit seinem führenden Geiste und seiner starken Hand uneingeschränkt beherrschte. Seine Jugend war durch die Judenverfolgungen voller Unruhe, voller Mühsale und Wirrnisse. Erst im Alter von 31 Jahren konnte er sich in Fostal, Aegypten, dauernd niederlassen. Während der Jahre der stärksten geistigen Aufnahmsfähigkeit konnte er nicht in Ruhe seinen Studien obliegen. Dennoch hat er den Gipfel menschlichen Wissens und Erkennens erstiegen. Der Mensch ist durch die Vernunft, durch die Fähigkeit zu denken vor allen Geschöpfen ausgezeichnet. Dieser Auszeichnung, sagt Maimonides. muß sich der Mensch würdig erweisen, indem er von seiner Vernunft Gebrauch macht, seine Denkfähigkeit entwickelt, folgerichtig denken lernt. Beim Studium des Talmuds soll der Lernende sich bemühen, selbst die Folgerungen aus den Voraussetzungen zu gewinnen, Vergleiche anzustellen, Schlüsse zu ziehen, die Diskussion der Gemora zu überprüfen. Maimonides hat das getan. Er übt nicht selten Kritik an der Gemora, er geht oft seine eigenen Wege. Er ist ein selbständiger, kühner Geist. In seiner ersten Arbeit behandelt er die Logik. In ihr sieht er die Voraussetzung alles Studierens. Ziel alles Denkens und Lernens ist ihm die Erkenntnis, die Gotteserkenntnis. Der Glaube soll durch das Denken zu einem auf festem Grunde ruhenden Besitz werden. Glaube und Wissen sollen einander durchdringen. Die Religion ruft das gesamte Geistesleben wach, die tiefsinnigen Aussprüche der Bibel schärfen den geistigen Blick für das Erkennen der sichtbaren und unsichtbaren Welt, ihre Forderungen kräftigen den Willen und lenken das Streben von dem Gemeinen hinweg "auf die heiligen Ziele. Maimonides hat die heidnische Philosophie, die Mathematik, Physik, Astronomie, die Heilkunde studiert, um all dies in den Dienst der Gotteslehre zu stellen, immer e i n Ziel vor Augen, die Gotteserkenntnis. Auf dem Wege der Erkenntnis sollen, wir zur Höhe des Gottesgedankens emporsteigen. Die fremden Wissenszweige will er der Gotteslehre als Dienerinnen unterstellen, damit sie die Größe der Herrin künden. Den Mischne- Thora, dieses talmudische Gesetzbuch, leitet er mit religionsphilosophischen Gedanken, ein. mit den Worten an der Spitze: Urgrund aller Grundlagen und Säule der Weisheit ist die Erkenntnis, daß es ein höchstes Wesen gibt, welches alles Seiende erschaffen. Die Anfangsbuchstaben dieser vier ersten hebräischen Worte ergeben den Namen Gottes, Adonai. Gott vor Allem und über Allem. Die Verbreitung und Vertiefung dieser Erkenntnis ist der Zweck seiner Arbeit, das Ziel seines Lebens. Er schreibt seine Werke nicht um sich einen Namen zu machen, sondern um das Studium des Talmuds zu erleichtern. Es war selbst für den gelehrten Talmudisten schwer, aus den weitläufigen Diskussionen das Endurteil zu finden, die letzte Entscheidung, die Halacha zu bestimmen. Da hat Maimonides das riesenhafte Material in ein System gebrächt, ein fest umgrenztes Lehrgebäude des Judentums aufgerichtet, in welchem auch der Mindergelehrte sich zurechtfinden kann, da es, nach Materien geordnet, über jede Frage des Judentums Aufschluß gibt. Das korinte nur ein Mann vollbringen, der mit ungewöhnlichen Geistesgaben ausgestattet, von heiliger Begeisterung durchglüht, eine Persönlichkeit von systematischer Geschlossenheit war. Er hat seinen hohen Geist in das System gebracht. So erstrahlt aus seinen Werken das klare Licht des talmudischen Schrifttums. Im „Führer der Irrenden" behandelt er ausschließlich die religiösen Lehren des Judentums. Dieses Werk bildet den Höhepunkt der jüdischen Religionsphilosophie. Auch hier wahrt er der griechischen Philosophie gegenüber sein selbständiges Denken. Es sollen hier die Ausdrücke in der Bibel, die in sinnlichen Formen von Gott sprechen, in das rechte Licht gerückt und im richtigen Sinne erklärt, die religiösen Lehren gegen alle Einwände höher gestellt werden. Grundgedanke: Vernunfterkenntnis und Offenbarungslehre bilden keine Gegensätze, wenn sie richtig verstanden werden. Dieses Buch war von weittragender Bedeutung für das geistige Leben der Juden, von großer Wirkung auch auf außerjüdische Kreise. Mohammedanische Gelehrte studierten es mit großem Eifer. Es war auch von starkem Einfluß auf die christliche Philosophie. Die Werke wurden bewundert, erregten aber auch durch die ins Judentum hineingetragenen neuen Ideen heftigen Widerspruch innerhalb der Judenheit. Die Gegner strebten die Vernichtung des philosophischen Werkes an. Allein auch diese Gegner mußten die erstaunliche Gelehrsamkeit, das Genie des Maimonides, i seine völlige Hingabe an die Wahrheit an die göttliche Lehre anerkennen, die Reinheit seiner Seele, seine hohe Sittlichkeit, seine edle Menschlichkeit rühmend hervorheben. Groß und berühmt war Maimonides geworden. Er war Rabbiner von Kairo, Oberhaupt der ägyptischen Judenheit die anerkannte Autorität in allen Fragen des Judentums, der berühmte Arzt am Hofe des Sultans. Seine Zeitgenossen konnten sich in Ausdrücken der Bewunderung und Verehrung nicht genug tun. Doch größer als das Lob. das ihm gespendet ward, größer als der Ruhm, der seinen Namen umgab, war seine Bescheidenheit und seine Menschenliebe. Maimonides sieht in der Tugend das Mittlere zwischen zwei Extremen. Nur bei den Extremen Stolz und gebeugtes Gemüt soll man mit der Mittellinie sich nicht begnügen, sondern diese, die Bescheidenheit, bis zur Linie des gebeugten Gemütes hinausrücken. Von dem Weisen, dem Gelehrten verlangt Maimonides, er sei strenge gegen sich selbst, milde gegen die anderen, er komme jedem freundlich entgegen, er soll niemanden beschämen; auch wenn er selbst beleidigt wird, er soll auch diejenigen ehren, die sich gering- *?,t?end?egen ihn benehmen. Er selbst hat dies alles erfüllt Und weil er so gelebt, weil er die Wahrheit erstrebte und für sie kämpfte, weil er die Gotteslehre in ihrer ganzen Reinheit und Schönheit und sittlichen Erhabenheit darzustellen suchte und es auch vollbracht hat, weil seine Seele rein und sein Leben ein heiliges gewesen, wurde er die Leuchte seiner Zeit und ist es durch die vielen Generationen hindurch bis zum heutigen Tag geblieben. Wir verehren in ihm den Beherrscher und Ordner des talmudischen Sohrifttums, den strengen Systemati- Ker, den genialen Denker, den Mann von tiefster Religiosität, mit starkem Wollen und bewunderungswürdiger latkraft, den berühmten Arzt und den großen Menschen. Man sagte in alter Zeit von unserem großen Lehrer Moses bis Moses ben Maimon ist keiner ihm gleich gewesen, so dürfen wir sagen: Bis heute ist Keiner seinesgleichen dem Judentum erstanden Aus seinem Geiste strömt uns noch heute Belehrung Erhebung, Versittlichung. Besonders interessant unter den zahlreichen Zuschriften der öffentlichen Stellen, die zu der Feier eingeladen waren und sich hiefür herzlichst bedankten so z. B. der am Erscheinen verhinderte spanische Gesandte, war die der Wiener Akademie der Wissenschaften, die folgendes schrieb: .. ,Die Akademie der Wissenschaften dankt sehr für die freundliche Einladung zu der Feier, die die Israelitische Kultusgemeinde am kommenden Sonnta? anläßlich der 800. Wiederkehr des Geburtstages von Moses Maimonides veranstaltet. Die Akademie nimmt aufrichtigen Anteil an dem verehrungsvollen Gedenken an den «roßen Forscher und Gelehrten, dessen hervorragende Werke nicht nur von entscheidendem Einfluß auf die Entwicklung der jüdischen Theologie, sondern auch von großer Fruchtbarkeitfür die mittelalterliche Philosophie, Naturwissenschaft und Medizin wurden. Das Präsidium der Akademie der Wissenschaften- Redlich m. p. £. Schweidler m. p. Am 1. Pessachtage werden in allen Wiener Synagogen die Predigten zum Gegenstande haben: Moses ben Maimon. So hat die Wiener Israel. Kultusgemeinde dafür gesorgt, daß bei allen ihren Angehörigen, vom ältesten bis zum jüngsten, die Erinnerung an jenen Großen geweckt und wacherhalten werde, der vor 800 Jahren dem Judentum und der Welt geschenkt wurde. Die „Auskämmung wird fortgesetzt". Unter den Geheiminstruktionen des Reichspropagandaministeriums | an die deutsche Presse fand sich letzthin die folgende: „Die von der Reichsschrifttumskamnver eingeleiteten Maßnahmen zur Entfernung aller nicht arischen Mitglieder aus dem Reichsverband deutscher Schriftsteller werden zunächst etwa 1500 Nichtarier betreffen. Die Auskämmung soll planmäßig fortgesetzt werden. Bs ist jedoch nicht erwünscht, diese Maßnahmen allzu sehr in den Vordergrund zu rücken."