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Die Wahrheit · 1935-04-05 · Heft 14 (5.4.1935) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 14 (5.4.1935)
Date
1935-04-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite.: 4 Nr. 14 — -5. April- 1935 DIE WAHRHEIT HHIIinillllHIIIIIHlHHHI dessadk steht vor der Jürel n M* hi . *f Rasch also Ihren Bedarf decken an den berühmten $€hmidl-Jilazzoth bei Jlathan (Buodetss&u Zentrale: Wien, 2. föexirß, JCeopoidsgasse H3 Telephone: A 46-1-90, A 48-4-48, A 60-2-63, £in Venuifi mtxtt *le OAnwiutai! Erzeugt aus feinstem Mehl unter streng orthodoxer Aufsicht Srr Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad ■' Die Stftwtiidl-JrKtULMOtfh und das Fabrikat ..^Rarfte StSkwniAt Jt. <i3." (Mazzoth, Grieß und Farwel) sind außerdem erhältlich in allen besseren Geschäften. ten wir als schwere Gefahr für die Juden des Landes, weshalb wir sie von vornherein ablehnen.'" In den Kreisen der orthodoxen Juden wird, wie die ..Reichspost*' erfährt, besonders auf die Anachronie hingewiesen, daß «in Jahr nach 4er Abschaffung des Parteienstaates durch die österreichische Verfassuns in der KultuSgemeinde noch immer der Parteienstaat fortlebt und nach bekanntem Muster zur Totalität einer einzigen Partei ausgebaut ist Der Artikel der „Reichspost" und insbesondere sein letzter Satz ist den Jüdischnationalen gehörig m die Glieder gefahren; sogar die sonst so lärmende „Stimme" ist auffallend kleinlaut geworden und spricht kein Wort von dem Beschlüsse, um den es sich eigentlich handelt. Wenn sie aber auf die Herkunft der Mehrzahl der Anhänger der Agudah hinweist und behauptet, da» diese nicht einmal österreichische Staatsbürger sind, so wäre darauf zu antworten, daß auch die Majorität der Jüdischnationalen in der Kultusgemeinde dadurch errungen wurde, daß auch Ausländer, also nichtösterreichische Juden, die ihren Wohnsitz in Wien haben, ihre Stimme für die Jüdischnationalen abgegeben haben. Die Tatsache des Wahlrechtes der ausländischen Juden zur Israelitischen Kultusgemeinde allein beweist schlagend die Absicht des Gesetzgebers, die politischen Rechte der österreichischen Juden nicht durch die Kultusgemeinde vertreten zu lassen. Das sollten die „derzeitigen" Machthaber der Kultusgemeinde sich vor Augen halten und nicht auch noch den Wirkungskreis der Kultusgemeinde dahin erweitern, daß eigene jüdische Volksschulen von der Kultusgemeinde ins Leben gerufen und geführt werden. Die Schule ist ein Politikum, in der Schulfrage aber sollte die richtige Politik der Kultusgemeinde, die deren unionistische Majorität initiiert hat, beibehalten werden: Unterstützung und Subventionierung aller jüdischen Schulen, gleichgültig welcher Tendenz, wenn sie die Heranbildung religiöser Juden sich zur Aufgabe machen. Der Beschluß der Delegiertenversammlung des zionistischen Landesverbandes, die Wahrung der sogenannten Landespolitik der Kultusgemeinde „in ihrer derzeitigen Zusammensetzung" zu überlassen, erinnert an den bekannten Satz von dem „König absolut, wenn er meinen Willen tut". Der Beschluß wird, wenn seine Ausführung tatsächlich in Angriff genommen werden sollte, wie schon die Stellungnahme der Agudah zeigt, rascher zum Zerfall der Kultusgemeinde führen, als sich die Herren das in ihrer parteipolitischen Verblendung vonstellen. Die Kultusgemeinden können und sollen bestehen, aber nur im Rahmen ihres vom Gesetzgeber vorgeschriebenen' Wirkungskreises. Wo alles streitet, kann Dr. Plaschkes nicht fehlen. In seinem Organ ist der in unserem Blatte vor einiger Zeit publizierte Auszug aus der Rede, die der neugewählte Präsident der „Union österreichischer Juden", Herr Reg.-Rat Dr. Hermann 0 pp e n h e i m, gelegentlich der Uebernahme seines Ehrenamtes gehalten hat, zum Gegenstand — man kann nicht sagen — sachlicher Angriffe, sondern Danksagung Für die uns anläßlich der Trauung unserer Tochter Lizzi vom Kultuspräsidium, dem Herrn Altvizepräsidenten Dr. J. Ornstein und vielen Herren des Kultus%'orstandes, zahlreichen Vereinen und Organisationen und allen Freunden und Bekannten erbrachten Beweise,.herzlicher Anteilnahme an unserer Freude danken innigst FRIEDRICH FEUER und FRAU gewöhnlicher Beschimpfungen gemacht worden, die so niedrig sind, daß keine Möglichkeit besteht, sich mit ihnen weiter zu befassen. Nur eines mögen sich „D e t'j>H e'u e W e g", der nicht unser Weg ist, und seine'Hintermänner gesagt sein lassen: Keine Ungeschlachtheit und keine Grobheit, aber auch keine Wortspielereien mit „V a t e rland Oesterreich" und „Mutterland Palästina" werden uns daran hindern, das zu sagen, was wir in diesen schweren Zeiten zu sagen für notwendig erachten, da es gilt, die Gleichberechtigung unserer Glaubensgenossen zu verteidigen und sie davon abzuhalten, einen Weg zu gehen, der sie unserer sicheren Ueberzeugung nach ins Ghetto führen muß. 0. H. Die Maimonides-Feier in Cordova. In aller Welt, wo Juden wohnen, werden in diesen Tagen glanzvolle Feiern zu Ehren Moses Maimonides begangen. Die bedeutungsvollsten dieser Veranstaltungen waren die im Geburtsorte des Gelehrten und Philosophen Cordova unter der Aegide der spanischen Regierung abgehaltenen Festlichkeiten, die einen erhebenden Verlauf nahmen. Wir berichten im folgenden auf Grund der JTA-Meldungen in großen Zügen über die imposanten Feiern und behalten uns vor. über den Gesamteindruck einen Teilnehmer der Festlichkeiten berichten zu lassen. Die Feiern in Cordova begannen mit einem großen Empfang im Rathaus, zu dem sich zahlreiche Vertreter ausländischer Regierungen und jüdischer Gemeinden, sowie Gelehrte aus allen Teilen der Welt, der Erzbischof von Cordova, der Zivil-Gouverneur, der Militärkommandant von Andalusien und viele Mitglieder der Akademie eingefunden hatten. Der Bürgermeister erklärte in seiner Begrüßung. Spanien sei stolz darauf, daß der große Denker Maimonides sein Sohn war. In seiner Geburlsstadt seien die Angehörigen seiner Rasse herzlich willkommen. Der Zivilgouverneur von Cordova betonte, wie sehr die Behörden es zu schätzen wissen, daß Juden :ius allen Ländern in so großer Zahl nach Spanien gekommen sind und Delegierte von überall Jier entsandt haben, um den großen Sohn Cordovas zu ehren. Die an der Feier teilnehmenden Spanier seien tief bewegt gewesen, als sie aus dem Munde der sephardischen Juden die Laute der seit fünf Jahrhunderten in voller Reinheit bewahrten altkastilischen Sprache vernahmen. Von ganzem Merzen, schloß der Gouverneur, verbrüdern wir uns mit den Juden, und diese Verbrüderung wird in der Geschichte Spaniens, als denkwürdiges Ereignis fortleben. Der Oberrabbiher der jüdischen Gemeinde Sarajevo Dr. Moritz Levi hielt eine Rede in spanischer Sprache, in der er Spanien dazu beglückwünschte, daß es den Geist Torquemadas beseitigt und1 sich heute die Achtung der ganzen Welt errungen hat. Der Leiter des Wiener Maimonides-Institutes und Generalsekretär der Israelitischen Allianz. Rabbiner Armand Kaminka. hob die von Spanien gemachten Bemühungen hervor, sich den Grundsätzen Maimonides' anzupassen und die Versöhnung mit den Juden herbeizuführen. Rabbiner Weil- Basel erklärte, Spanien beweise mit der Veranstaltung der Maimonides-Feier. daß es einen Platz in der vordersten Front derjenigen einnehme, die im Kampf für die Kultur stehen. Die Juden werden bestrebt sein, diese Tatsache überall zu verkünden. Der Delegierte der Jerusalemer Universität. Professor Roth wies auf den Umstand hin, daß Moses Maimonides heute von Nichtjuden gerade deshalb geehrt wird, weil er in seinem ganzen Weseen tief jüdisch war. „Kein Weltfrieden ohne Frieden mit Israel." Die am nächsten Tage vorgenommene Enthüllung emer marmornen Gedenktafel am Eingang zur kürzlich ausgegrabenen alten Synagoge von Cordova bol Anlaß zu einer feierlichen Kundgebung jüdisch-spanischer Ver- Festsaal des Handelsmuseums, IX.. Berggasse 16 Sonntag, den 7. April 1935 Arien- und Liederabend » Oberkanlor Samuel Postolow Unter Mitwirkung des Cellovirtuosen Prof. ERICH HOLLANDER. Am Klavier: Kapellmeister Kurt Fuchsgelb Ein Teil des Reinerträgnisses fließt der Ausspeiseaktion des lüd- LWitwen- und Waisenhilfsvereines des IX. Bezirkes zu Beginn 20 Uhr Entree S J.— =a i a^=i ■ söhnung und Freundschait. Dieser Gedenkstein — so führte der Bürgermeister von Cordova in seiner Ansprache aus — soll Zeuge sein des Friedens, der hier mit den Brüdern des Maimonides geschlossen wurde. Ohne Frieden mit Israel kann es keinen wahrhaften Weltfrieden geben. Der Vertreter der Judenheit Jugoslawiens, Oberrabbiner Dr. Moritz Levi- Sarajevo, wies darauf hin. daß die Idee des ewigen Friedens das höchste Ideal des Judentums ist. Die Juden würden immer und überall bereit sein, der Sache des Friedens zu dienen. Im-Namen der spanischen Regierung begrüßte der Zivilgouverneur der Provjn? Cordova die Festversammlung. Manche Länder, erklärte er, lassen auf den Denkmälern der Kriegsgefallenen eine Flamme als Symbol des Friedens leuchten. Dieser Gedenkstein soll wie ein leuchtende Flamme künftige Geschlechter an den Frieden zwischen den Juden und Spanien erinnern. Als nächster Redner sprach der ehemalige Botschafter Don Antonio Jaen Morente, ein bekannter Gelehrter. Er betonte, daß häufig Kinder die Folgen der Irrtümer ihrer Eltern zu tragen hätten. Darum seien die Spanier froh, daß die Juden ihnen keinen Groll wegen vergangener Ereignisse nachtragen. Der dritte Tag der Maimonides-Feiern in Cordova war mit der philosophischen Tagung ausgefüllt, die mit einem großen Vortrag von Prof. Jos. Gaos von der Universität Madrid über das Thema „Des Juden Maimonides Konzeption der aristotelischen Philosophie" eingeleitet wurde. Zum ersten Male seit 600 Jahren Freitagabend-Gottes, dienst in der Synagoge von Cordova. Zum ersten Male seit 600 Jahren fand am Freitag, den 29. März, in der unlängst ausgegrabenen historischen Sy-nagoge von Cordova. die jetzt zum Nationaldenkmal erklärt wurde, ein Freitagabend-Gottesdienst statt. Dieser einmalige Gottesdienst wird als besonders denkwürdiges Ereignis im Rahmen der Maimonides-Feier gewertet. Die Leitung des Gottesdienstes, bei dem Kantor Ben Achim aus Gibraltar fungierte, wurde dem Pariser Oberrabbiner Julien Weil als Anerkennung dafür übertragen, daß Frankreich bedrängten Juden stets uneingeschränkt Zuflucht gewährt hat. Grandrabbin Julien Weil sprach Gebete für den spanischen Staatspräsidenten Zamora und für die spanische Republik. Hohe spanische "Staatsbeamte und spanische Gelehrte wohnten dem Gottesdienst bei. Der vierte Tag der Festwoche war der Würdigung der medizinischen Bedeutung des Rambam gewidmet. Prof. Jose Goynanes sprach über Maimonides als Arzt Er wies auf die Entdeckungen Maimonides' auf medizinischem Gebiet hin und zog einen Vergleich zwischen den praktischen Methoden der jüdischen Heilkunde jener Zeit und dem Stand der ärztlichen Wissenschaft von heute. Die eindruckvolle Schlußversammlung der Maimonides-Woche in Cordova stand im Zeichen einer überwältigenden Kundgebung der Freundschaft zwischen dem neuen Spanien und der Judenheit. Infolge der Regierungskrise war es dem Staatspräsidenten Zamora und dem Ministerpräsidenten Lerroux nicht möglich gewesen, an der Feier, wie sie es beabsichtigt hatten, teilzunehmen. In herzlich gehaltenen Telegrammen brachten sie ihr Bedauern hierüber zum Ausdruck. Zu Beginn der Kundgebung wurden Grußbotschaften hervorragender Persönlichkeiten aus allen Teilen der Welt verlesen, darunter solche von Lloyd George und Sven H e d i n. Ansprachen hielten der Bürgermeister von Cordova, der Zivilgouverneuer der Provinz und der frühere Gesandte Jaen. Nach der Feier statteten die Delegierten der jüdischen Verbände und Gemeinden den spanischen Behörden offizielle Abschiedsbesuche ab. Als Schlußpunkt des Festprogramms wurde am Sonntag, den 31. März, ein traditioneller spanischer Stierkampf veranstaltet. Für Polens Unabhängigkeit. An der Feier der neuen polnischen Verfassung nahm eine Fahnenabordn/ung des Verbandes der jüdischen Teilnehmer an den polnischen Unabhängigkeitskämpfen teil. Es erschienen 75 uniformierte Mitglieder, geführt vom Vizepräsidenten Ing. M. Kahan. Die Juden von Saloniki waren patriotisch. In Beantwortung einer Loyalitätskundgebung der Juden Salonikis nach der Niederwerfung der letzten Revolte hat Ministerpräsident T s a 1 d a r i s an den) Oberrabbiner von Saloniki, Dr. Zwi Koretz, folgendes Telegramm gerichtet: Ich danke Euch allen, Ich beglückwünsche Euch zu Eurer patriotischen Haltung. — Panaghis Tsaldaris, Präsident des Ministerrates. SHEMEN PALÄSTINA OLIVENÖL UND TOI- LETTENSEIFEN sind in jedem Hause unentbehrlich. Shemen-Salatöl. gerueh- und geschmacklos, ein Versuch genügt. Verlangt sie in euren Einkaufsquellen! Zu beziehen durch: Gen.-Repr. S. Rabinowitscfa. Wien II- Zirkussasse 10. Telephon R 48-7-38. ^■■:--*sqpl^^ymK%Stü&f»^

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