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Die Wahrheit · 1935-03-29 · Heft 13 (29.3.1935) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 13 (29.3.1935)
Date
1935-03-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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niE WAHRHEIT •Nr; 13 — 29. März 1935 Sette 5 HERRENKLEIDERSALON S. FROST HL, Landstraße Hauptstraßi 28 Telephon U U-2-72 bringt den modernen Frühjahrs - Ulster und den feinen Maßanzug in prächtigsten Dessins für den eleganten Herrn ten wurde auf Grund einer, Anfrage der Jüdischen Gemeinde in Madrid an das Warschauer Rabbinat diese Angelegenheit erörtert. Die Madrider Gemeinde hatte die Beiürchtung ausgesprochen, daß jeder bei der Feter etwa sich ereignende Unglücksfall mit dem Cherem in Verbindung gebracht werden würde. Daraufhin stellte Rabbiner Salomo David Kahane, an den sich die Madrider Juden gewandt hatten, auf Grund von Rückfragen bei den bedeutendsten rabbinischen Autoritäten fest, daß der {•einerzeitige Cherem nicht gegen das spanische Volk, sondern gegen das judenfeindliche Herrscherhaus gerichtet war. Auch seien in keiner Entscheidungs-Sammlung Angaben über diesen Cherem zu finden. Z. T. A. Jüdische Unternehmer, denket an die jüdischen Arbeitslosen und fördert anläßlich der Friihjahrssaison den Bedarf an Angestellten und Arbeitern aller Art beim jüdischen Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, Wien I, Kohhnessergasse 4, Tel. U 27-0-65 an. Gerichtstag über die Rasseiltheorie. Ktan« Tub« S -.90 Oro6* Twb* S 1.40 Dem bekannien Schriftsteller Dr. F. Carlebach, der als Vertreter des Warschauer Tagblattes „Hain t" in London weilt, hat der Karlsbader Arzt Dr. Zollschan nähere Mitteilungen über die Vorbereitungen zu dem von ihm initiierten Weltkongreß gemacht, der die Rassenfrage wissenschaftlich behandeln soll Von der Einberufung des Kongresses haben neulich katholische Blätter Kenntnis gegeben, die auf das Interesse des Vatikans an einer Lösung der Rassenfrage hinwiesen. Seitdem der Nationalsozialismus seine Rassentheorie benützt, um das Christentum als eine „j fleische Einrichtung" herabzusetzen, ist die Wichtigkeit einer wissenschaftlichen Lösung des Problems weit über die Kreise des Judentums hinaus der ganzen Kulturwelt zu Bewußtsein gekommen. Die Juden, meint Dr. Zollschan, haben sich nicht allzusehr für das Zustandekommen des Kongresses eingesetzt. Es scheint, daß sie für die Bedeutung des Problems, das doch sie zunächst angeht, wegen schlimmerer und bedrohlicherer Sorgen, nicht das rechte Verständnis aufbringen. Allerdings muß man zugestehen, daß sich der nazistische Rassismus von wissenschaftlichen Argumenten kaum wird beeinflussen lassen. Herr Streicher kann doch nicht seine Beschuldigungen gegen die jüdische Rasse etwa nur deshalb unterlassen, weil sie sich als unwahr erwiesen haben. Trotzdem ist es ein allgemeines Kulturinteresse, daß auf eine beweiskräftige und unwiderlegliche Klarstellung des Problems mit allen Kräften hingearbeitet wird. Ganz ohne Wirkung wird übrigens eine wissenschaftliche Widerlegung wohl auch in Deutschland nicht sein, namentlich bei seinen Akademikern. Eine gerichtlicheFests t e 11 u n g ist nicht möglich, weil die ehrenrührigen Vorwürfe, die sich auf die Rassentheorie stützen, niemals einem Einzelnen gemacht, sondern immer nur im allgemeinen erhoben werden. Es ist also weder eine Anklage, noch eine Zeugenvernehmung, noch ein Sachverständigengutachten, noch eine Beweisführung möglich. Und dennoch muß eine objektive Prüfung vor einem kompetenten Forum erfolgen. Dieses Forum wird der große Kongreß sein, an dem Gelehrte aller Fächer und aller Völker teilnehmen werden; hoffentlich auch aus Deutschland. Die Deutschen mögen vor diesem Gericht die Rolle des Anklägers übernehmen. Sie mögen sagen und beweisen, was sie den anderen Rassen — und namentlich den Juden — vorzuwerfen haben. Es sind ja eine ganze Reihe Wissen- ■ schaffen, auf die sie sich mit ihrer Lehre stützen, nach der nur der „nordischen" Rasse der Fortschritt der Kultur und der Aufbau der Welt zu danken ist, während die anderen das Prinzip der , Zerstörung und Verneinung verkörpern. Deshalb beeinflußt die Rassenlehre auch — weit über die Judenfrage hinaus — fast jedes Problem des Zusammenlebens der Völker: das Minoritätenproblem, die soziale Frage, die Demokratie, alle Kirchentagen, den Imperialismus, die Frage der Kolonien — wohin man sieht, stellt sich der Rassismus allen vernünftigen und friedlichen Lösungen feindselig gegenüber. Aus diesem Grunde wurde auch der Völkerbund dafür interessiert, daß sich seine „Sektion für geistige Zusammenarbeit" des Kongresses annehme. Vor Gelehrten aller Fakultäten wird das Problem nach allen Richtungen hin erörtert werden. Historiker, Prähistoriker, Anthropologen, Philologen, Aerzte und Psychologen — sie alle werden in diesem P r o z e ß, der öffentlich sein muß, weil auch die Anklagen öffentlich erhoben wurden, ihre Argumente vorbringen, und es ist selbstverständlich, daß die deutschen „Ankläger" vollständige Redefreiheit in weitestem Umfange haben werden; sie werden auch erwidern, „replizieren und duplizieren", gegen alle Einwendungen ihren Standpunkt hervorheben können, und die Protokolle sollen zeigen, ob von ihren Anklagen noch etwas übrig bleibt. Nur eines ist zu iürchten, daß sie überhaupt nichts sagen werden. Denn als im Vorjahr der Internationale Amhropologen-Kongreß in London und später der Internationale Philosophen-Kongreß in Prag mit aller Entschiedenheit Resolutionen gegen den Rassenwahn führten, saßen ctie deutschen Delegationen dabei und sagten — nichts. Allerdings: Wenn sie das bei diesem Weltgericht über die Grundlagen Restaurant Botel Stefanie vormals Opecer Ii., Toborstraße n, Tel. n 46-s-M Ausgiebige Braten-Menua S 1.60 «MMh 'CJ „ Geflügel- „ S S.JO VorzDgl che Zubereitung — jScbwecbarer Piere — Naturweine Gr08er Saal mit Bühne frh-VeriostaUirrrgeTiu. Hoehieiten ablageben ihrer Weltanschauung wieder tun. so wird vor diesem Forum das Urteil über sie gleichfalls feststehen. Dann wird erwiesen sein, daß sie sich nicht auf e r w e i s b a r e Tatsachen stützen, sondern auf Wünsche und Hypothesen. Und kein Wissenschaftler, auch kein Politiker, der ernst genommen sein will, wird sich mehr auf die Rassentheorie stützen können. Und die Nationalsozialisten werden nicht mehr ihre Akademiker, Professoren sowohl wie Studenten, auf diese Theorie einschwören und alle Verhältnisse nach ihr beurteilen lassen können, um ihren Blick von allen sozialen und menschlichen Problemen abzulenken. Da an der Lösung des Problems so viele Staaten und so viele KuJturkreise interessiert sind — der Papst ebenso wie Stalin, und das Christentum ebenso wie das Judentum haben die Vorbereitungen schon einen großen Umfang angenommen. In England, Frankreich, Italien, der Tschechoslowakei haben Akademien und wissenschaftliche Vereine bereits mit der Verteilung der Referate an die Fachgelehrten begonnen. Der „Gerichtshof" in dem „Prozeß in der Rassenfrage" konstruiert sich bereits, und man darf hoffen, daß es nicht mehr lange dauert, bis das gerechte Urteil gesprochen wird. st. d. Palästina-Regierung unterstätzt nur arabische Schulen. In der letzten Sitzung des englischen Unterhauses fragte der Abgeordnete Rhys-Davies den Minister für die Kolonien, ob er eine Erklärung dafür geben könne, daß aus den Mitteln der Anleihe der Pal'ästina-Regierung ein Betrag für die Errichtung von arabischen Schulgebäuden bewilligt wurde, während für jüdisch© Schulen kein Zuschuß gegeben worden' ist. Würden im Hinblick auf die Vorstellungen der gewählten Versammlung der palästinensischen Judenheit Maßnahmen getroffen werden, um einen dem gegenwärtigen Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung entsprechenden Zuschuß für das Schulwesen, sowie einen Beitrag für jüdische städtische Schulbauten zu gewähren1? Kolonienminister Sir Philip C u n 1 i f f e L i s t er antwortete: Der in dem Verwendungsplan der vorgeschlagenen Palästina-Anleihe vorgesehene Posten für Schulbanten bezieht sieh auf neue R eg ie r u n g ss oh u I e n, in denen Arabisch Unterrichtssprache ist und die Jüd. bessere Frau mit Heimarbeit oder Pension, wird zu nicht mobilem Herrn für kleine Hilfeleistungen gegen schönen, leeren Wohnraum gesucht. Zu besichtigen II., Zirkusg. 29, II./III./15, Sonnt. 10 bis 12 vorm. Wochentag l/,8 bis 9 Uhr abds. allen Teilen der Gemeinde offenstehen. Die jüdische Gemeinschaft hat sich von den ersten Tagen der englischen Verwaltung an entschlossen, ihr eigenes S c h u 1 w e r k zu unterhalten und die Regierung von Palästina hat die Verantwortung für die Errichtungskosten solcher Schulen niemals übernom- . men. Doch hat die Palästina-Regierung jahrelang Zuschüsse zu den laufenden Kosten der jüdischen Schulen geleistet und in den letzten Jahren wurde dieser Zuschuß entsprechend der jährlichen Gesamtausgabe für Regieningsschulen und dem Verhältnis der Zahl jüdischer schulpflichtiger Kinder zur Gesamtzahl der Schulpflichtigen festgesetzt. Der für das laufende Jahr bewilligte Zuschuß beträgt 28.000 Pfund. Abg. .1 a n n e r: Wäre es rächt an der Zeit, daß der Kolonienminister auf diesem Gebiet eine etwas abweichende P o 1 f t i k einleitete? Ist er nicht geneigt, den Schulen, in denen Hebräisch unterrichtet wird, einen Zuschuß zu gewähren, besonders im Hinblick darauf, daß die jüdische Gemeinschaft viele Jahre lang die Regierung dadurch unterstützt hat, daß sie die gesamten Kosten der Schulbauten trug? Sir Philip Cunliffe Lister: Nein. Diese Angelegenheit ist schon sehr oft erwogen' worden und die politischen Richtlinien wurden vor einigen Jahren festgesetzt. Diese Politik ist von jeder Regierimg konsequent verfolgt worden. Der Abgeordnete Janner fragte den Minister weiter, ob er nicht bereit sei, der Errichtung von Schulen in denjenigen Städten zuzustimmen, deren Bevölkerung zum großen Teil jüdisch ist, damit nicht die ganze Last den Steuerzahlern dieser Städte aufgebürdet werde. Sir Philip Cunliffe Lister erwiderte, dies würde ganz davon abhängen, in welcher Weise der Unterricht erteilt werden würde. Wirklich ein Druckfehler? Die „Neue W e 11" korrigiert in ihrer Nummer einen Passus in einem Aufsatze einer früheren Ausgabe, wonach „der tragende Pfeiler innerhalb des Zionismus der Nationalsozialismus ist". Statt „Nationalsozialismus" soll es — sagt die „Neue Welt" — „selbstverständlich" — „Nationalismus" heißen. Ist das wirklich so „selbstverständlich"? Es wird manchen Leser des Aufsatzes gegeben haben, der über das verfängliche Wort hinweglas und es für passend fand. Denn gar oft ist „Nationalsozialismus" identisch mit ..Nationalismus".

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