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Die Wahrheit · 1935-02-15 · Heft 7 (15.2.1935) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1935
Issue
Heft 7 (15.2.1935)
Date
1935-02-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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niE WAHRHEIT Nr. 7 — 15. Februar 1935 Seite 5 I Pessach in Palästina! ■ Der Palestine & Orient Lloyd, die ■ jüdische Weltorganisation -für Palästi- i nareisen, Vertretung für Österreich: ■ Reisebüro City Dr. I.H. Körner, Wien I. Bezirk, Kohlmarkt 8, :; veranstaltet auf dem beliebten Italien. I Ozeandampfer „Saturnia" 5 (24.000 t) eine I Gesellschafts-Reise 1 nach Palästina j j Verlangen Sie Prospekte 1 j sitenvolk" usw. Aus Nr. 25 im Juni: „Erlöst die Menschheit _ Eine Antwort an Judenknechte und gefühlsduselige Hanswurste". In dem also überschriebenen Artikel heißt es: „Der Jude ist in Wirklichkeit menschliches Ungeziefer . . . Wer diesem Verbrechertum gegenüber Mtfieid oder gar Liebe zeigt. ... ist auch ein Verbrecher an sich selbst und an seinem Volk . . ." — Aus den folgenden Nummern seien nur einige kennzeichnende Schlagzeilen und Artikelüberschriften herausgegriffen: „Mörder Alljuda. Ein grauenhafter Fund ii: Ungarn." (Nr. 30 im Juli). „Geheimnisse des Prager ülietto und seine Verbrechen". (Nr. 31). „Der Ritualmord zu Breslau. Was die Mutter zweier geschächteter Kinder berichtet." (Nr. 32 im August). „Die Tahnudtherasehule, eine Schule des Verbrechens". (Nr. 33). ..Die Tragödie eines Dienstmädchens. Vom Juden mißhandelt und geschändet." (Nr. 35). „Der WeTtfeind". (Nr. 3ö). Unter dieser Titelschlagzeile folgende Kapitelüberschriften: „Der Kreuzigungsjude", „Der Folterjude". ..Der Mädchenhandel" usw. — „Der Knabenmord zu Xanten am Rhein. Wie das nichtjüdische Kind Hegemami ven dem Juden Bischoff geschachtet wurde." (Titelüberschrift ven Nr. 42 im Oktober). Außerdem auf dieser Titelseite die Bildüberschrift: „Blutbestie Juda". „Mit Menschenblut leicht gefärbt" In seiner Ausgabe von Mitte Jänner 1935 leistet sich der „Stürmer" unter dem Titel „Zeitgemäße Anzeigen" auch die folgende Beschimpfung: „Ge- .v e i Ii t e r S y n a g o g e n w e i n, garantiert noch nie vom Goi berührt (also kein nesech), mit Menschenblut leicht gefärbt, soweit Vorrat, billig abzugeben. Off. u. .Diskretion'." b) Planmäßiger Rasse uverderb, verbunden mit Sittlichkeit tsverbrechen, wird den Juden in Wort und Bild zugeschoben als ständige Beigabe und Unterstützung der Blut- und Mordagitation. ftinige wenige Beispiele aus der Ueberfülle: „Geheimnis des Blutes — Völker Europas seid auf der Hut." (Nr. 35 im September). „Der Jude als Rasseschänder und Zerstörer der Moral." (Nr. 36 im September). „Rassenschande in Amerika. Amerikanischer Jude schändet deutsches Mädel." (Nr. 38 im September). „Hölle Hollywood" als Titelschlagzeile. (Nr. 39 im September). Aus dem Text; ..Wie die Hollywood-Juden ungezählte Mädchen in die Schande hetzten . . ." usw. c) Nennung von Namen und Adressen von jüdischen Opfern dieser Agitation und von solchen üichtjüdischen Personen, die sich durch diese Agitation des „Stürmer" nicht einschüchtern lassen, kehren in großer Zahl in allen „Stürmer"-Nummern wieder. Einige tieispiele: „Das Martyrium der Angestellten der Jüdin Wiener". (Nr. 46 im November). „Skandal in Magdeburg. Der leibhaftige Teufel." (Nr. 47). Kapitelüberschriften aus diesem Leitartikel: „Der Rasseschänder", ..11er Jugendverderber", „Die Rassegenossen" usw. — ..Jude Finsterwald. Ein Wucherer, Betrüger, Halsabschneider, Bauernwürger, nach talmudischem Rezept." (Nr. 48). — „Judenparadres Bad Kreuznach. Schändung, S::;>rt. Warenhaus. Konkurs. Charakterlosigkeit." — •Paul Rehfisch, der Kinderschänder von Gelsenkirchen." (\;r. 50 im Dezember). — „Judenfreunde im Wuppertal." iN'r. 51). — Aus früheren Nummern: „Die judenfreund- 'iche Frau des SA-Mannes." (Nr. 26). d) Der Talmud, oder vielmehr das, was Julius Streicher unter diesem Werk sich vorstellt, wird in alle diese Anschuldigungen und Aufforderungen miteinbezogen. In allen Nummern werden grauenhafte Dinge zitiert, die angeblich im Talmud stehen sollen. Ein Beispiel: ^Der Judenkriegsgott" als Ueberschrift einer Zeichnung auf der Titelseite (Nr. 27 im Juli), die einen jüdischen Mars zeigt mit einem Mantel „Freimaurerei", einer Bombe „Anarchie", einer Brandfackel „Verletzung" und einem Brustpanzer „Talmud". Aus dem Inhalt dieser Nummer: „Das Märchen vom anständigen 'uden". ein von Julius Streicher mit vollem Namen unterzeichneter Artikel, der durch viele deutsche Zeitungen ging. Leitgedanke: .....daß der sogenannte inständige Jude viel gefährlicher ist . . . Es ist die Aufgabe der Wissenden, dem Märchen vom anständigen luden endlich ein Ende zu bereiten." — „Talmud und Blut machen den Juden." (Nr. 50 im Dezember). „Der 'ade sieht im Nichtjuden das Tier in Menschengestalt." (In derselben Nummer). — „Was sagt uns der Talmud?" 'Nr. 52 im Dezember). Unter dieser Ueberschrift eilte Sammlung der immer wiederkehrenden verfälschten <*der ganz erfundenen Zitate. Sie wird eingeleitet mit den Worten: „Der Talmud-Schulchan Aruch ist eta 'üdisches Geheimgfisetzbuch, das dem Juden sagt, wie er sich beim Zusammenleben mit Nichtjuden verhalten soll." Darin wird ferner behauptet: „daß der Jude eine j:roGe Sünde begeht wenn er die Gesetze der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit gegen die Nichtjuden beobachtet": femer: „daß es für den Juden ein Recht und eine Pflicht ist, den Nichtjuden auf jede Weise zu vernichten, sowohl heimlich als mit offener Gewalt" ,!"d so fort Mit dieser Agitation mittels angeblicher Zitate aus dem Talmud ist in der Regel das Argument von den den Juden angeblich vorgeschriebenen geheimen W e 1' tlierrschaftspläuen verbunden. Ein Beispiel: Die Schlagzeile der Titelseite von Nr. 52 (im Dezember 1934): „Der Herr der Welt. Enthüllung der jüdischen Weitverschwörung gegen das deutsche Volk." Aus dem weiteren Inhalt derselben Nummer: „Die Juden in Palästina. England erkenne Deinen Feind!" „Geheimnisse der Präger Judenstadt". — Aus früheren Nummern Artikel, in denen dieser fast überall mit hereinkifcigende Gedanke besonders scharf betont wird: „Wer regiert ii. Amerika?" (Nr. 28 im Juli). Der Text bringt eine Aufzählung von Juden, die Ratgeber des Präsidenten Rccsevelt seien, ferner von hervorragenden Mitgliedern des Judentums in Amerika. — Eine der üblichen Zeichnungen auf der Titelseite stellt das Judentum als Vainpyr dar (Nr. 31 im August). Bildunterschrift: „Vom Teufel in die Welt gesetzt, er stets die Völker cuält und hetzt." — Andere solche Schlagzeilen: „Parasiten der Völker." (Nr. 40 im Oktober). In derselben Nummer: „Die Verjudung Chiles." „Der Kongreß der Weisen von Zion." (Nr. 44 im November). — „Viehiuden in Holland. Sie wollen Kinder und Frauen kaufen." Nr. 45 im November). „Jüdischer Schrecken vor der antisemitischen Internationale." (Nr. 46). „Parasiten." Das übliche BUd auf der Titelseite. Der darauf dargestellte Jude sagt: „Wie wuchernder Efeu den Baum erstickt, so wird von uns der Ooj erdrückt." fNr. 49 i:n Dezember) usw. e) Schlag worte und Parolen Julius Streichers, die in den „Stürmer"-Nummern i;i fettem Druck regelmäßig wiederkehren: „Die Juden sind unser Ungiück!" „Der Jude siegt mit der Lüge und stirbt mit der Wahrheit." „Ohne Brechung der Weltherrschaft der Juden kein Weltfriede!" „Frauen und Mädchen, die Juden sind Euer Verderben!" „Wer den Juden kennt, kennt den Teufel." (Schluß folgt) Streichers „Geist" in Berlin. Als ein Zeichen dafür, daß der mit erhöhter Intensität jetzt in ganz Deutschland geführte Diffamierungsteldzug gegen die Juden im Sinne der herrschenden Kreise ist, kann es gelten, daß trotz der in ganz Deutschland verfügten Sperre für neue Zeitungsgründungen soeben in Berlin erstmalig eine neue Zeitung von der Art des „Stürmer" unter dem Titel „Der Judenkenner" zu erscheinen beginnt und im gleichen Geiste wie der „Stürmer" geführt wird. Die Zeitung wendet sich mit folgendem Aufruf an die Berliner Bevölkerung: „Die Juden werden wieder irech in Berlin. Das merkt man mit jedem Tage deutlicher. Während Julius Streicher ihnen in Nürnberg auf die Finger guckt, so daß sie zahlreich abrücken, erleben wir es, daß die ganze aus den Adreßbüchern Frankens verschwindende altgläubige Zoologie, Botanik und Geologie der Wolf, Fuchs, Low, Veilchenstein, Blümel- und Karfunkelstein sich in Berlin anzusiedeln beginnt, und diese Herrschaften werden täglich unverschämter. Da :st es höchste Zeit, daß dieser asiatischen Horde klargemacht wird, daß Berlin eine deutsche Stadt ist. Wir rufen darum unsere Leser uui: Meldet uns alles, was ihr von der Judengesellschaft hört, seht und eriährt, berichtet uns alle Lumpereien, die das auserwählte Volk sich herauszunehmen erdreistet. Ab 1: März 1935 beginnen wir mit der Veröffentlichung. Wir hotten, daß die Mitarbeit unserer Leser es uns ermöglichen wird, durch eine jede Woche erscheinende vierseitige Beilage „Im Schatten der Synagoge" zu beweisen, daß Berlin den Berlinern üiid nicht den asiatischen Horden gehört. Darum vorwärts, Volksgenossen! sorgt für Material, stellt die Juden unter Kontrolle!" Zum Berner Prozeß. Unter diesem Titel schreibt die „Jüdische Rundschau". Berlin: „Bekanntlich hat der Gutachter der Angeklagten, Oberstleutnant a. D. Fleischhauer, der Herausgeber des „Welt- Dienstes" (W. D.) in Erfurt, nunmehr dem Gerichtshof in Bern sein Gutachten über die „Protokolle der Weisen von Zion" überreicht. Es ist anzunehmen, daß der Experte sich in dem Gutachten, das ja zur Entlastung der Angeklagten dienen soll, für die Echtheit der Protokolle einsetzt. In diesem Zusammenhang interessiert eine Mitteilung, die wir in der letzten Nummer des „Stürmer"* iinden. Danach hat sich ein Komitee gebildet mit der Auigabe, „Klarheit in die Angelegenheit der Protokolle zu bringen". Dieses Komitee (dessen Mitglieder nicht genannt werden) veröffentlicht einen Aufruf, in dem erstens aufgefordert wird, ihm Material zur Verfügung zu stellen (gemeint ist offenbar Materiaf, das die Echtheit der Protokolle erweisen soll), wobei es heißt: „Aus scheinbar harmlosen Nachrichten, deren Tragweite der Absender gar nicht zu übersehen in der Lage war, gibt und ergab sich oft der Schlußstein des Mosaikbildes." Die zweite Bitte, die ausgesprochen wird, ist die um finanzielle Unterstützung. Es wird gebeten, Spenden auf ein Konto in Erfurt zu überweisen, das die Bezeichnung trägt „Aryan Christian Protection Fund". Warum eine englische Bezeichnung gewählt wurde, ist nicht ersichtlich. Wir haben den Aufruf dieses Komitees, der ja wahrscheinlich an viele Zeitungen versandt wurde, in keiner deutschen Zeitung mit Ausnahme des „Stürmer" gefunden. Daraus darf man wohl annehmen, daß keine andere Zeitung sich — besonders nach den Enthüllungen des Berner Prozesses — für die These einzusetzen bereit ist, die der „Stürmer" im Anschluß an den Aufruf dieses Komitees in der letzten Nummer wiederholt: „Die Protekofle von Basel sind echt Sie sind das Teufelswerk der Juden und werden es immer bleibe n." k GROSSFLEISCHHAUEREI tlEGM, KORNMEHL WIEN IX., BBRQQASSE NR. 19 NUUli XVIII., WÄMR IN (HB STRASSE »7 Telephon Nr. A 17-349 aad A 164-34 Uafmraat Mr HalianataKaa AbteilungemürKoscherfleisch taatar Aufsieht des «hrw. Rabbinatas dar lar» KHltaagaaiaiada Wim. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen ,.B 1 a c k s h i r t" (Schwarzhemd), das offizielle Organ der von Sir Oswald Mosley geführten British Union of Fascists. führt zu dem Berner Prozeß um die Protokolle der Weisen von Zion u. a. aus: In Rußland wird der Besitz der „Protokolle" mit dem Tode bestraft. Hier in England aber kann man die „Protokolle" immer noch kauten. Hauptangeklagter im Berner Prozeß ist Dr. Zander, der eine Vertagung um einen Monat durchgesetzt hat, damit ein anderer Beklagter, Herr Fischer, der zuerst als Zeuge geladen und in letzter Minute informiert wurde, daß er auch Angeklagter sei — ein typisches Beispiel orientalischen Betrugs (?) — seine Verteidigung vorbereiten könne. Dr. Zander hatte bereits den ersten Teil der Klage gewonnen und das Recht aui Verkauf des Buches zurückerhalten, die Herausgabe der 720 beschlagnahmten Exemplare wurde ihm dennoch verweigert. Das Interessanteste an den Protokollen ist, daß ihre Echtheit 30 Jahre lang unangefochten war und erst jetzt bestritten wird, wo einige der in ihnen enthaltenen „Prophezeiungen" sich so in die Augen springend bewahrheitet haben, daß die Frage der Echtheit nahezu irrelevant geworden ist. (In Wirklichkeit wurde in den „Times" bereits 1921 zweifelsfrei nachgewiesen, daß die „Protokolle" nichts seien als eine gefälschte Uebertragung des 1864 erschienenen Pamphfcts des französischen christlichen Arztes Jolv gegen Napoleon III. D. Red.) Geschäft und Antisemitismus. Wir erhielten folgende Zuschritt: Auf Ihren Artikel im Dezember v. J.. „Antisemitismus und Geschält", habe ich folgendes zu erwidern: Ich habe seit 21. Jahren mit meiner zum größten Teil jüdischen Kundschaft im besten Einvernehmen gelebt. Als Geschäftsfrau inseriere ich ohne Hinblick aui die Politik in Zeitungen, Kalendern und Kinos aller Richtungen. Wäre mir das von Ihnen mit Recht beanstandete Vorwort bekannt gewesen, hätte ich niemals meine Einwilligung zur Einschaltung im „Arischen Geschättsweiser" gegeben. Mit vorzüglicher Hochachtung Sophie Perthen. Bären-Drogerie, II., Glockengasse 8 a. Das Ende eines Ritualmordmärdbens. Vor dem Neusatzer Kreisgericht wurde eine phantastische Ritualmordafiäre nach Fünfjähriger Untersuchung aufgeklärt. Am 8. September 1928 hatte sich im Dorfe Petrovac vor dem Haus des jüdischen Kaufmannes P o 11 a k eine erregte Menschenmenge angesammelt, um an dem Kaufmann Rache wegen angeblicher ritueller Opferung seines 15jährigen christlichen Dienstmädchens Takac zu üben. Das Mädchen war aber, wie nachträglich festgestellt wurde, ihrem Dienstherrn entlaufen und wurde nach einigen Tagen in der Umgebung des Ortes ausgeforscht. Von den vor Gericht erschienenen 16 angeklagten Bauern wurden zwei wegen grober RuhestörungzujeeinemMonat Arrest verurteilt, während die übrigen freigesprochen wurden. Ein jüdischer Abgeordneter im türkischen Parlament. Die Wahlen in die XV. Nationalversammlung der Türker, die mit einem großen Sieg der Volkspartei des Ghazi Kemal Pascha, der einzigen politischen Partei in der Türkei^ endeten, haben u. a. zum Ergebnis gehabt, daß — dem Wunsche des Ghazi gemäß — auch Vertreter der nationalen Minderheiten, u. zw. zwei Griechen, e i n spaniolischerJude und ein Armenier, in das Parlament einziehen Gepfändete Synagogenbänke. Die Prager „Bohemia" teilt mit: Der Obmann der Partei der tschechischen Gewerbetreibenden, Abg. Najman, der» sich dieser Tage in K a rpathorußland aufgehalten hat, schreibt über die Eindrücke, die er dort gewonnen hat: Die Ver-

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