Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1935
- Issue
- Heft 6 (8.2.1935)
- Date
- 1935-02-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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niE WAHRHEIT Nr. 6 — 8. Februar 1935 Seite 1 Spezialität» tur Wolle und Strio*B»r«e Moritz Nagel Wien, 2. Bez., Tabörstraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden _Telephon A. 49-.3-69 befriedigend. Die inspizierende magistratische Kommission äußerte sich diesbezüglich in Worten besonderer Anerkennung. Jüdische und religiöse Erziehung stehen im Mittelpunkte der Erziehungsarbeit. Die Sabbatfeiern und die Feiertage geben Gelegenheit, das religiöse Gefühl zu vertiefen. Im Knabenwaisenhause werden durch Werkunterricht, Betrieb einer Schusterwerkstätte, in der sämtliche Schuhreparaturen des Hauses angefertigt werden, Lust und Verständnis zu manueller Arbeit geweckt. Die körperliche Ertüchtigung und Kräftigung der Kinder wird auf jede mögliche Weise gefördert. Der Berichterstatter dankte allen Wohltätern der Waisenhäuser, insbesondere der Kultusgemeinde, der Vereinigung Wien B. B. und den anderen Vereinigungen für ihre Unterstützung, ebenso dem Hause Gebr. Gutmann; der Alliance Israelite, der Chewra Kadischah, der Presse, allen voran der Redaktion der „Wahrheit", und ganz besonders der Gemeinde Wien. Er fordert die Anwesenden auf, den Vorstand durch Spenden und Werbung von Freunden und Gönnern in die glückliche Lage zu versetzen, das angestrebte Ziel, armen Waisen das Vaterhaus zu ersetzen, zu erreichen. — In der anschlie- Benden konstituierenden Sitzung des Vorstandes wurde der um die schöne Sache des Vereines überaus verdienstvolle Kultusvorsteher Dr. D. Raum an n wieder zum Präsidenten gewählt . Israelitische Kinderbewahranstalt des Vereines Wohlfahrt, II. Um die Erinnerung an den verstorbenen Freund der Anstalt Herrn Cafetier J. Müller s. A. für immerwährende Zeiten zu bewahren, hat der Vorstand beschlossen, im mittleren Saale der Anstalt an hervorragender" Stelle eine Marmortafel anbringen zu lassen. Die Enthüllung dieser Ehrentafel, verbunden mit einer kurzen religiösen Feier, findet Sonntag, den 10. d., präzise 11 Uhr vormittags, im Anstaltsgebäude IL, Schiffamtsgasse 15, statt. Die Festrede wird der Ehrenpräsident, Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald, halten. Der Hllfsverein für russische Joden in Wien, der eine segensreiche charitative Tätigkeit entfaltet veranstaltete am 26. Jänner seine diesjährige Künstlerakademie mit Tanz, die heuer zum zehntenmal als Jubiläumsabend abgehalten wurde. Nach herzlichen Begrüßuhgsworten des Präsidenten Dr. S. Goldstern, hegann die erstklassige Akademie, die von nachstehenden Künstlern uneigennützigerweise in vollendeter Form ausgeführt wurde: Sina Adlersberg (Gesang), Sonja Gurewitsch (Klavier), Marguerite Kotzen (Gesang), Sevilla Pastor (die bekannte jüdische Soubrette), Albert Feller (Gesang), Sascha Leont}eff (Tanz), ProL. Dimitriy Turaweroff (Balalaika). Der Akademie folgte bis in die späten Nachtstunden der Tanz, zu dem die Jazzkapelle „The Melody Players" aufspiete. In der von eifrigen Damen des Vorstandes geleiteten Bar wurde ein gutes Kabarettprogramm abgewickelt, das vornehmlich von Lydia Rad Ion und einem Balalaika-Orchester bestritten wurde. Die Stimmung an dem überaus gelungenen Abend, der moralisch wie materiell einen großen Erfolg darstellte, war eine sehr gute; zu diesem schönen Feste ist die rührige Vereinsleitung nur zu beglückwünschen. Der jüdische Frauenwohltätigkeitsverein Favoriten, der unter der umsichtigen Leitung seiner rührigen Präsidentin Frau Dr. Anna Mandel so segensreich wirkt, veranstaltete am vergangenen Samstag abends in den Kunstspielen „Pan" eine Akademie, deren reichhaltiges, schönes Programm den zahlreichen Besuchern der gelungenen Veranstaltung sehr gefiel. Es wirkten in hervorragender Weise folgende mit großem Beifall bedachte Künstler mit: Steffi Mann, Rezitationen und Chansons, Hilde D u l i t z k a j a, jüdische Lieder, Kapellmeister Otto Kaperl, Violine; Arthur Hoff zeigte mit seiner Truppe zwei Bilder aus dem jüdischen Leben; Paul Wortmann produzierte sich zunächst mit Dr. Bruno Volk und dann mit Herrn Horowitz auf zwei Kavieren und bewies sein überaus großes musikalisches Talent Die Tanzmusik besorgte die ausgezeichnete Kapelle Winaple-Band, eine reichhaltige Tombola fand großen Zuspruch. Alles in allem, es war eine schöne Veranstaltung, die dem eifrig arbeitenden Vereinsvorstande' einen großen moralischen und gewiß auch materiellen Erfolg brachte. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für" den 16. und 17. Bezirk. XVI.. Würh'tzergasse 11, veranstaltet Samstag, den 16. Februar, %9 Uhr abends, in den Prachtsälen des Volksgarten- Restaurants, I., Bürgring, eine Akademie mit Tanz und Vorträgen erstklassiger Kunstkräfte. Der Verein speist täglich 60 Schulkinder und 40 alte erwerbsunfähige Leute aus, und bittet die Vereinsleitung, das Fest durch Abnahme von Karten und durch reichliche Spenden zu unterstützen, um ihre segensreiche Tätigkeit fortsetzen zu können. In keinem Wiener Bezirke herrscht unter der jüdischen Bevölkerung eine so entsetzliche, kaum vorsteHbare Not, wie kn 20. Beztrke. Es ist für die Leitung des BrigittenaueT Israelitischen Frauen- Wohltätigkeitsvereines, der sich seit Dezennien mit Erfolg bemüht, die ärgste Not zu lindern, ein unerträglicher Gedanke, gerade jetzt, dm dieser furchtbaren Elendszeit, die Aermsten der Armen ohne Hilfe lassen zu sollen. Um die zur dringendsten Hilfeleistung notwendigen Mittel aufzubringen, veranstaltet der unter der rührigen Führung von Frau Präsidentin Olga Friedmann stehende Verein Sonntag, den 17. Februar, präzise 4 Uhr nachmittags, im Festsaale des Hotel Continental. IL, Tabörstraße 4. unter Mitwirkung hervorragender .Kunstkräfte eine W o h 11 ä t i g ke i t sakademie mit nachfolgendem Tanz. Regiebeitrag S 1.50. FESTSAAL DES HANDELSMUSEUMS DL, Berggasse 16 Samstag, den 16. Februar, 8 Ubr abends. ARIEN- UND LIEDERABEND Jac Rosenwald (deutsch, italienisch, jiddisch) Mitwirkend der elfjährige Violinkünstler Norbert Brainln Generalversammlungen. „Beth Aharon", Tempelverein für die Bezirke Wieden-Margareten, V., Siebenbrunnengasse la, Sonntag, den 10. Februar, K10 Uhr vormittags, im Tempelgebäude 60. ordentliche Generalversammlung. Israelitischer Humanitätsverein für den X. Bezirk. Sonntag, den 10. Februar, im Wintertempel, X., Humboldtgasse 25, 57. ordentliche Generalversammlung. — Um 5 Uhr abends am gleichen Tag im Tempel, X., Humboldtgasse 27. Trauergottesdienst für die verstorbenen Vereinsmitglieder. Jüdischer -Witwen-, Waisenhilfsnnd Ausspelsevereln IX. (Obmann Josef Klein, IX., Hahngasse 12.) Montag, den 11. Februar, HjB Uhr abends, im Cafe Promenade, LX., Rossauerlände 27, Generalversammlung. Bund jüdischer Frontsoldaten, Jungbund. Donnerstag, den 14. d. M. um 8 Uhr abends spricht Dr. Emil Gut heil „Zur Psychologie des jüdischen Humors". Ort: Cafe .Altes Rathaus", I., V/ipplingerstraße 24. — Kleiner Regiebeitrag für den Jungbund. Jüdischer Angestelltenverband „Emunah", L> Biber' strafte 17. Samstag, den 9. d. M., 8 Uhr abends: Rezitationsabend „Ernstes und Heiteres". Gäste herzlichst willkommen. Sonntag, den 10. d. M., 7 Uhr abends: Heimabend mit Tanz und Jazzmusik. Ferner finden folgende Kurse statt: Montag, H9 Uhr: Hebräisch für Anfänger, nach modernster Sprechmethode; Leitung Ben Chaviv. Dienstag, 7 Uhr: Englisch für Anfänger, Leitung Gisa Broczyner. Mittwoch, 7 Uhr: Esperanto, Leitung Dr. Emil Pfeffer. Mittwoch, %9 Uhr: Französisch für Anfänger; mit Schallplatten, Leitung Frau EHa Rudna-Pfeffer. Die ersten Stunden sind frei zugänglich. Mäßige Kursbeiträge. Anmeldung täglich ab 3 Uhr im Sekretariat I-, Biberstraße 17. Humanitärer Verein der Lemberger in Wien. Bei der am 19. Jänner abgehaltenen Generalversammlung wurden nach Erstattung des Tätigkeitsberichtes und Erteilung des Absolutoriums Neuwahlen vorgenommen, welche folgendes Ergebnis hatten: Obmann: Oswald Reicher; Obmann-Stellvertreter: David Kassern, Adolf Tatler; Kassier: Leo Zohn; Schriftführer: Max Rappaport; ferner: Adolf Blatt Moriz. Bermarin, Arnold Eigenfeld, Hermann Ettinger, A. Frenkl, Ignaz FrenkL Ottilie Gröbl, Simon Glimmer, Ludwig Kaiisch, David Korkes, Philipp Langer, Simon Pelzmann, Oskar Romann und Leo Werber. . Wr.-Nenstädt. Am 26. v. M. fand die Generalversammlung des Israel. Frauen- und Mädchen-Wohltätigkeitsvereines Wr.-Neustadt statt In Vertretung der Kultusgemeinde waren Herr Kultuspräsident Reininger ujid Herr Tempelvorsteher Samuel Fr an kl erschienen. Der Kultuspräsident überprüfte den Rechenschafts- und. Kassabericht und sprach der Leitung des Vereines für seine mustergültigen charitativen Leistungen innigsten Dank aus. Ehrenmitglied Frau Oberrabbiner.. Dr. Weiß hob in eindrucksvollen Worten die großen Verdienste der langjährigen Präsidentin, Frau Malvine Ungar, hervor. Die durchgeführte Neuwahl ergab folgendes Ergebnis: Präsidentin: Frau M. Ungar; Vizepräsidentin: Frau Dr. Karpfen; Kassierin: Frau Dr. Popper, Kontrollorin: Frau Kathi Frankl; Schriftführerin: Frau Boskowitz und in den Vorstand die Damen: Dr. J. Weiß, Präsidentin Veronika Reininger, Rosa Jaul, Rosa Mayer, Engel Dr. Jaul, Sidon und Surany. KfälK.fiUft musim Wien I.» Seitenstettengasse 2 XI., Zentralfriedhof neben dem L Tor Samstag gaadüoaMal Seit vielen Jahren das anerkannt beste Irziil &ybmnnv: Man achte auf die ges. gesell. Marke „Hyglen. K&nlgsllcht" und Name Schub Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhirschengasssa S TetaotMn R (5-5-9 Stellenmarkt. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, L, Kohlmessergasse 4, Telephon U 27-0-65, sucht dringend Stellen für: a) Kontoristen, Buchhalter, langjährige Geschäftsführer aus der Schuhbranche, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, Inkassanten, Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kellner, Nachhilfe-Lehrer und -Lehrerinnen für Mittelschulfächer; b) Arbeit für gewerbliche Hilfskräfte aller Art (darunter auch Chemiker, Installateure, Bauingenieure, Schneider, Schuster sowie ungelernte Arbeiter); c) handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. In demselben Verein sind derzeit offene Steden für geschultes Hauspersonal jeder Art, Kinderfräulein mit guter Bildung und Praxis (auch für das Ausland); Modistinnen, geübte Handstrickerinnen, Häklerinnen, Heimarbeiterin für Strumpfgürtel; Ingenieur, bzw Werkstättenleiter und Appreturmeister für Spinnerei und Weberei nach GriecheidanttT Chemiker für Elektrolytkondensatoren, Radioingenieur (Spezialist für Entstörung), Fachmann für Dielektrika, alle nach Italien; Leitender Techniker für Chamotte- und Silikatmaterial-Erzeugung, nach Ungarn: Fachmann für Druck- und Pulverfabrikation nach Rumänien; Stricker (Jacquardmaschinen), tschechoslowakischer Staatsbürger, nach Bratislawa; Mittelschullehrer mit Lehramtsprüfung für Mathematik, Physik, Geographie, Geschichte. Englisch (Voraussetzung: . tschechoslowakische Staatsbürgerschaft, Beherrschung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift), nach der Tschechoslowakei; Chemiker mit Erfahrung in Schellack und Zellulose, Lackierarbeiten und Farbmischungen für Aluminiumbleche, nach England._ Berichtigung. Studienrat Dr. Heinrich Redisch ersucht uns, der folgenden Notiz Raum geben zu wollen: In der „Jüdischen Presse" vom 1. Februar 1935 wurde über eine Beschwerde berichtet die in der Generalversammlung des Tempelvereines in der Stumpergasse gegen mich als Inspektor der Kultusgemeinde erhoben wurde. In der erwähnten Beschwerde wurde behauptet, ich hätte gelegentlich eines Besuches in der Bibelschule „die Kühnheit gehabt in Gegenwart von Lehrern und Schülern den Unterrichtsplan zu beanständen, weil er den längst überholten Tefilloh-Unterricht vorsieht". Diese Behauptung ist in dieser Form eine glatte Unwahrheit. Ich inspizierte die vom Herrn Rabbiner FI e s c h geleitete Abteilung, in der Mischna und Gemara vorgetragen wurde, und ich war von dem Unterricht und den Erfolgen durchaus befriedigt und habe auch in diesem Sinne dem.-Vorstände berichtet. In den beideir anderen Abteilungen, die ein anderer Lehrer leitete, habe ich zunächst daran AnstoB genommen, daß" während des Unterrichtes ein großer Kasten in das Lehrzimmer getragen wurde und daß die Handwerker mit ihrem Hämmern und Klopfen den Unterricht unmöglich machten. Ich habe ferner mit dem Lehrer über die miethodische Frage gesprochen^ wie der' Unterricht im Hebräisch-Lesen erteilt werden solle. IcH' habeden' „Tefilloh-Unterricht" nicht als überholt bezeichnet, da ich selber stets dafür eingetreten bin, daßdas Gebetbuch im Religionsunterricht und in den Bibelschulen verwendet werde und daß die Schüler sowohl mit dem Wortlaut der hebräischen Gebete als auch mit dem Inhalt und der Bedeutung derselben bekanntgemacht werden. Ich habe nur die mechanische, geistlose Methode, die in dieser Stunde angewendet wurde, gerügt und dem Lehrer Ratschläge erteilt selbstverständlich nicht vor den Schülern und den Lehrern (welche Lehrer sollten da überhaupt in Betracht kommen?), sondern unter vier Augen. Der Beschwerdeführer hätte wohl die moralische Pflicht gehabt, sich vorher bei mir persönlich über die Aeußerungen, die ich gelegentlich meiner Inspektion gemacht haben soll, zu informieren. Neueinführung im Restaurant Hotel Stefanie, IL. Tabörstraße 12. Abends auch kleine Fleischspeisen (Rindsbraten S 1.20, Kalbsbraten S 1.30) in bekannt vorzüglicher Zubereitung. Außerdem immer frische Fische, warm und gesülzt, Speisen am Rost (Siehe auch Inserat auf Seite 3.) Ein vorbildlicher Betrieb. Ein Besuch in der Horidsdorfer Mazzothfahrik des Herrn Nathan B r o d e t z k y. wo die weltberühmten Schmidl- Mazzoth erzeugt werden, versetzt in die Lage, eine Fabrikation kennen zu lernen, die allen Anforderungen der modernen Hygiene, verbunden selbstverständlich mit der strengsten Einhaltung der rituellen Vorschriften, Genüge leistet. Aus der Mischmaschine wandert der Teie über die Knetwaisren i;nd; wird aut die erforderliche Stärke gebracht, gleichzeitig auf die bekannte Form geschnitten und geht automatisch auf die Herdplatte, die sich mit einer genau ausgerechneten Geschwindigkeit einmal durch den Ofen dreht. Von da kommen die'fertigen Mazzoth in den Verpackraum, wo sie in die bekannten Karton-Pakete