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Die Wahrheit · 1934-11-30 · Heft 48 (30.11.1934) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1934
Issue
Heft 48 (30.11.1934)
Date
1934-11-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 5 -Gemeinschaft an der Boykott-Bewegung interessiert. Die Federation of Labour mit ihren 5 Millionen Mitgliedern steht hinter der Aktion. Alle Elemente des Fortschritts stehen in einer Schlacht; es ist dies ein friedlicher Krieg, ein Wirtschaftskrieg. Kein Angriffskrieg, sondern ein Verteidigungskrieg. Ja, es ist nicht einmal eine Boykott-Bewegung, sondern eine Gegen-Boykott-Bewegung; •denn Hitler hat mit dem Boykott angefangen. Es sprachen dann Delegierte aus Frankreich, Belgien und Polen, die über die Aktion in ihren Ländern berichteten. Es wurden drei Ausschüsse gewählt, die die Fragen der Boykott-Statistik, der Ermittlung neuer Bezugsquellen zum Ersatz der vom Handel ausgeschlossenen deutschen Waren, der Propaganda und Information zu behandeln haben. Untermyer unterbreitete die Richtlinien für Organisierung einer Weltkörperschaft zur Leitung der Boykott-Bewegung. Die polnische Delegation unterbreitete Vorschläge über Ausübung eines moralischen Drucks auf Boykott- Brecher: solche sollen sich vor gesellschaftlichen Gerichten zu verantworten haben. Eine „schwarze Liste" soll regelmäßig die Namen der unverbesserlichen Boykott-Brecher der Oeffentlichkeit mitteilen. Jüdische Boykott-Brecher sollen ein Mandat als Abgeordnete, als Stadträte oder als Mitglieder einer jüdischen Gemeinde-Repräsentnaz nicht bekleiden dürfen, auch sollen ihnen die Ehrenämter in den Synagogen entzogen werden. Berufsvereinigungen, wirtschaftliche, soziale, humanitäre und wissenschaftliche Institutionen sollen verpflichtet werden, Boykott- Brecher auszuschließen. Alle auf den Boykott Bezug habenden Materialien sollen in einem Archiv vereinigt werden. In der zweiten Sitzung beschloß die jüdische Sektion, mit den unparteiischen BoykottrOrganisationen in der ganzen Welt zusammen zu arbeiten und sich der zu schaffenden zentralen Boykott-Leitung zu unterstellen. Der Sekretär des Londoner Gewerkschaftsrates A. M. Wall hielt eine Ansprache an die jüdischen Delegierten und versicherte sie .der Sympathie und der Mitarbeit seiner Organisation. Nur durch die organisierte Macht des Volkes, sagte er, werden wir die Regierung Deutschlands dazu bringen, in ihrem Zerstörungswerk inne zu halten. Die englische Gewerkschaftsbewegung wird in diesem Kampf eine bedeutsame Rolle spielen. Wir alle, Juden und Nichtjuden, müssen zusammenstehen gegen die menschenfeindlichen Taten des heutigen Deutschland. Das Chanukkafest in Talmud und Midrasch. Von Josua H o r o w i t z. Es waren bedeutungsvolle Stunden, jene frühe Morgenstunden des 25. Kislew im November 165 v. Chr. Das jüdische Volk sollte sein Heiligstes, seinen Tempel zurückbekommen. Keinem hellenischen Polytheismus sollte mehr «ehuldSglt werden, vielmehr sollte von nun an der Monotheismus in seiner vollkommensten Form die Gemüter durchdringen und beherrschen. Die Beklommenheit, die die Herzen umfangen hatte, wich einer starken Lebensfreude, die Vergangenheit mit ihrer Düsterkeit und Unsicherheit wurde von einer Periode abgelöst, die einen mehr hoffnungsreichen Ausblick in die Zukunft gestattete. Wir vermögen nicht, uns in das Innere jener Juden hinei.nzufühlen, ihr inneres wie äußeres Erleben, nachzuempfinden. Welche Eindrücke mochten an jenem frühen Morgen die versammelten Sieger gehabt haben, welche Gefühle haben sie wohl beim Anblick des Tempels durchdrungen? In dem Siegesfeste verbanden sich ideelle Momente mit mehr materiellen. Land und Güter wurden zurückgewonnen, aber auch altüberlieferte Lehren kamen wieder zur Geltung. Zwei Prinzipien hatten miteinander gerungen, das jüdische und das griechische und der Zweikampf endete mit einem Siege des Judentums über den fein pointierten Hellenismus. Eine neue Sonne über einen breiteren Horizont war Israel aufgegangen, ein neues Leben begann mit neuen Zielen und neuen Idealen. Es ist nun klar, daß dieses Chanukkafest, dieses Fest der Tempelweihe, das ein bedeutendes Ereignis in der damaligen jüdischen Geschichte bildet, in der mannigfachsten Art im jüdischen Schrifttum verarbeitet wurde und uns in der verschiedensten Form entgegentritt. Die wichtigste Stelle im Talmud ist babli Sabbat 21b, wo das Wesen des Chanukkafestes erklärt und das Wunder des Oelkruges erzählt wird, daß nämlich der aufgefundene Oelkrug, der nicht von den Griechen verunreinigt worden war, Oel nur für einen einzigen Tag beinhaltete, aber das Oel durch ein Wunder Gottes für 8 Tage ausreichte. Das ist also das Hauptmotiv für die Festsetzung der Freudentage in Zukunft hin; der nationalen Errungenschaften wird keine Erwähnung getan. Es herrscht im babylonischen Talmud die Tendenz vor, das Chanukkafest nicht auf natürliche Art zu erklären — daß das Chasmonäerhaus gesiegt hatte, wird nur nebenbei erzählt —, das wichtigste Moment ist das Auffinden des Oeles und das sich daraus ergebende Wunder. Interessant und von Wichtigkeit für das Verständnis des Chanukkafestes ist folgende Midraschstelle in Gen. r. XXII, 4, die in einem anderen Zusammenhange von Prof. Aptowitzer in seinem Werke „K a i n und Abel in der Agada" (Wien und Leipzig 1922) angeführt wird und nach der Erklärung des Prof. Aptowitzer viel zur richtigen Erfassung des Chanukkafestes beiträgt. Die Stelle lautet folgendermaßen: „Es geschah nach Verlauf einiger Zeit, da brachte Kain von der Frucht des Bodens ein Opfer dem Herrn (Gen. 4, 3>. Die Deutung hängt ab von der Meinungsverschiedenheit zwischen R. Elieser und R. Josua, indem R. Elieser behauptet, die Welt sei im Tischri erschaffen worden und R. Josua behauptet, die Welt sei im Nissan erschaffen worden. Nach der Ansicht desjenigen, der behauptet, die Welt sei im Tischri erschaffen worden, hat Abel gelebt von Sukkoth bis Chanukkah; nach der Ansicht desjenigen, der behauptet, die Welt sei im Nissan erschaffen worden, hat Abel gelebt von Pessach bis Schabuoth. Sowohl nach der Behauptung des einen, wie nach der Behauptung des anderen, geben beide zu, daß Abel nicht länger als 50 Tage auf der Welt gewesen." Es wird vorausgesetzt, wie auch aus anderen Quellen ersichtlich (vgl. Kain und Abel S. 6 und Anm. 31), daß die Ermordung Abels zeitlich mit der Darbringung der Opfer zusammenfällt, daß also die Brüder ihr Opfer entweder ^m Chanukka cder am Schabuoth darbrachten. Es würde zu weit führen, in diesem Rahmen die einzelnen Schwiergkeiten dieser Midraschstelle und ihre Beseitigung darzulegen; den Zusammenhang zwischen diesen beiden Differenzen und die Gründe für jede der beiden Ansichten herausgefunden zu haben, ist das Verdienst Prof. Aptowitzers. (Siehe Kain und Abel S. 4—6 und 28i.) Uns interessiert hier vor allem die Anschauung R. Eliesers, daß Kain sein Opfer in der Zeit von Chanukka dargebracht hat Prof. Aptowitzer wirft nun die Frage auf (a. a. O. S. 33): „Beschränkt sich diese Behauptung auf Kain oder will sie auch im allgemeinen andeuten, daß in' den Tagen der Vorzeit um die Zeit von Chanukka Opfer dargebracht zu werden pflegten?" Liegt dieser Behauptung eine historische Reminiszenz zugrunde, ist in alter Zeit bei Beendigung der Aussaat, in der. zweiten Hälfte Kislew ein Fest veranstaltet worden? Die Antwort lautet, daß man in der Tat diie Existenz eines landwirtschaftlichen Festes in der zweiten Kislewhälfte in alter Zeit voraussetzen kann. Wie die anderen landwirtschaftlichen Ereignisse, Ernte und Einheimsung von Festlichkeiten begleitet wurden, so ist es auch naheliegend anzunehmen, daß auch die Aussaat, die am Sukkoth begann, mit einem Feste beschlossen wurde. Der Einwand, daß die Thora überhaupt kein Aussaatfest kennt und die Bibel, wenn so ein Fest gebräuchlich gewesen wäre, es bestimmt erwähnt hätte, wird durch Anführung des folgenden Midrasch entkräftet: „R. Josua b. Levi sagt: Von Rechts wegen müßte das Schlußfest von Sukkoth £0 Tage davon entfernt sein, wie das Schlußfest des Pessach (Schabuoth) 50 Tage von Pessach entfernt ist . . . Pessach bildet den Uebergang vom Winter zum Sommer, in welcher Jahreszeit die Mühe der Reise nicht groß ist, daher ist (fas Schlußfest von Pessach 50 Tage davon entfernt . . . TJach Sukkoth aber geht man vom Sommer in den Winter hinein, in dem die Mühen der Reise groß sind, daher ist das SchluQfest von Sukkoth nicht 50 Tage davon entfernt. . . Daher sprithfi Gott: da. Israel jetzt in Jerusalem versammelt ist, soll es auch schon das Schlußfest feiern." (Pesikta de R. Kahana ed. Buber S. 193 a, 195 a, auch Tanchuma ed. Bubre Abschnitt Pinchas § 13). R. Josua b. Levi meint also, daß das Schlußfest von Sukkoth eigentlich 50 Tage nach Sukkoth, d. h. im Kislew gefeiert werden soll. Diese Anschauung des Gelehrten stützt sich auf das Vorhandensein eines Landwirtschaftsfestes im Kislew, das tatsächlich in alter Zeit veranstaltet wurde und von einer Wallfahrt nach Jerusalem begleitet war. Die Spuren dieses Festes in der Torah glaubt er nun im Schlußfest des Sukkoth gefunden zu haben. Das Schlußfest des Sukkoth ist ein Ersatz für das Kislewf e s t; analog; dem Schabuothfeste, „müßte auch das Fest am Ende der Aussaat- und Einheimsungszeit von Sukkoth 50 Tage entfernt sein und im Kislew gefeiert werden — wie es im Volke tatsächlich geübt wurde. Die Torah hat aber dem Volke nicht die Beschwerlichkeit einer Winterwallfahrt auferlegen wollen, sie wollte aber auch das Fest nicht ganz fallen lassen; daher hat sie es dem Sukkothfeste angeschlossen und die beiden Feste der Einheimsung- und Aussaat vereinigt" Das Volk konnte freiwillig auch das Kislewfest feiern. Eine Reminiszenz an ein viertes freiwilliges Wallfahrt s fest liegt nach Prof. Aptowitzer in folgender Agada vor (Seder Elia r. cap. 9): „Elkana pflegte viermal jährlich zu wallfahrten, dreimal infolge der Vorschrift der Torah und einmal aus freiwilliger Verpflichtung, wie es heißt: Und es zog dieser Mann von seiner Stadt zur Zeit der Wallfahrtsfeste." Interessant ist folgende Agada: „Das Mischkan (Stiftszelt) war in seinen Teilen am 25. K i s 1 e w" f e rt i g g e s t e 111, es lag aber zusammengerollt bis zum 1. Nissan. Die Aufstellung und Einweihung des Heiligtums wurde deshalb auf den Nissan verschoben, weil in diesem Monate Isak geboren wurde. Der Kislew aber, dem das Einweihungsfest des Mischkan entzogen wurde, erhielt seine Entschädigung im Einweihungsfeste der Hasraonäer" (Pesikta r. c. 6). Auch in Num. r. 23. 22 und Ex. r. 52, 2 findet sich dasselbe Motiv. Prof. Aptowitzer kommt nun zu dem wichtigsten Schlüsse, „daß Chanukka in sei-ner ältesten Zeit nach Art des Laubhüttenfestes gefeiert wurde. Laubhüttenfest genannt wurde und ein W a 11 f a h r t s f es t war oder werden sollt e."- Einen starken Beweis für diesen Grundsatz finden wir in II. Makkabäerbuch 10, 6—7: „Und mit Freude feierten sie 8 Tage nach Art des Hüttenfestes . . . Darum trugen sie mit Weinlaub umwundene Stäbe und grünende Zweige, auch Palmzweige . . ." Am Anfange des II. Makkabäerbuches befindet sich ein Sendschreiben der Palästinenser an die ägyptischen Juden, in dem die letzteren aufgefordert werden, das Chanukkafest ähnlich dem Sukkothfeste mit Anzünden von Lichtern festlich zu begehen. Es wird dort erzählt, daß in der Zeit der Verfolgung unter Antiochus Epiphanes die Juden das Laubhüttenfest nicht nach den Gesetzen der Thora feiern konnten, und erst jetzt nach dem Hasmonäersieg feiern sie 8 Tage als Ersatz für das nicht abgehaltene Sukkothfest. So ist also das Chanukkafest in sei nie r ursprünglichsten Gestalt ein Sukkothfest im Monate Kislew, wie schon früher ausgeführt wurde. In späterer Zeit wurde es aber zum Brauch, sowohl das Sukkothfest wie auch das Chanukkafest zu feiern. Vgl. Bernfeld, Einleitung in die GROSSFLEISCHHAUEREI IIEGM. KORNMEHI UMMMHMMflHHHMSMBHHMnMMHM WMN IX., BERGOASSB NR. 1» FILIALE ■ XVIII., WAMRINGIRSTRASSS 97 Telephon Nr. A 17*98 and A 10-3-34 Lieferant Wr Hallanataltea AbteilungenfürKoscherfleisch Mater Aufsicht dea «hrw. Rabbinate» dar lar» aultiiagamvinda Wlan. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlieb Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Heiligen Schrift II 278, Anm. das. und III 226. In diesem Sendschreiben finden sich folgende Stellen: „So feiert denn nun die Tage des Laubhüttenfestes des Monates Kislew" (1, 9), und 1, 18: „Weil wir nun am 25. des Monates Kislew die Reinigung des Tempels zu feiern gedenken, haben wir nicht versäumen wollen, euch davon Kunde zu geben, damit auch ihr (die Tage) der Laubhütten und des Feuers feiert" Es sind also folgende Momente gegeben: „Ein Fest in der zweiten Hälfte des Kislew und ein Fest in der zweiten Hälfte des Tischri, das eine Fest am Anfange einer Zeit zweier landwirtschaftlicher Ereignisse und das andere Fest am Ende desselben Zeitabschnittes, beide Feste führen den gleichen Namen, beide werden nach gleicher Art gefeiert — achttägige Dauer des Laubhüttenfestes und 8 Tage wird Chanukka gefeiert, Palmzweige am Sukkoth und Palmzweige am Chanukka, Lichterauziinden am Chanukka- und Lichteranzünden am Laubhüttenfest. Dazu kommt: Am 25. Kislew wurde der Tempel eingeweiht und die Feier der Einweihung des salomonischen Tempels wurde dem Laubhüttenfeste unmittelbar angeschlossen." (Kain und Abel S. 36). Betreffs des letzten Punktes finden wir Stellen in I Könige 8, 2, II Chr. 5, 3; 7, 8—10. auch Esra 3, 4, an welchen Stellen erzählt wird, daß das Sukkothfest zeitlich mit der Einweihung des salomonischen Tempels zusammenfällt. Zusammenlassend schließt Prof. Aptowitzer seine Ausführungen mit folgender Erkenntnis: „In der zweiten Hälfte des Monates Kislew wurde von altersher eh I.andwirtschaftsfest gefeiert. Da dieses Fest zu denselben landwirtschaftlichen Ereignissen — Einheimsung und Aussaat — gehörte wie das Laubhüttenfest, wurde es nach Art des Laubhüttenfestes gefeiert Als dann die siegreichen Makkabäer ihr Frei hei ts- und Einweihungsfest einsetzten, verbanden sie es mit dem alten Landwirtschaftsfest — wie die Einweihung des salomonischen Tempels an das Laubhuttentest angeschlossen wurde, das ja ebenfalls zugleich Landwirtschafts- und Freiheitsfest ist" Zahlreich sind die Deutungen des Chanukkafestes, die sich in den anderen Quellen des jüdischen Schrifttums findea So nennt z. B. Josephus Flavius das Chanukkafest das Fest der Lichter und die angezündeten Kerzen sollen die Hilfe Gottes veranschaulichea Von anderen wird es als das Fest der Wintersonnenwende bezeichnet und soll auf ein Naturfest bei den alten Juden hindeuten; Spuren eines solchen Naturfestes sind in babli Aboda sara 8 a angedeutet Das Zunehmen des Sonnenlichtes ist durch das Entzünden von Lichtern symbolisiert. Denn das Chanukkafest bedeutet für das jüdische Volk ein „Zunehmen des Sonnenlichtes", ein Erstarken der geistigen Werte und den Sieg des erhabenen Einheitsgedankens über die Vielgötterei der antiken Welt. Das jugoslawische Judentum trauert. Die Spitzen der weltlichen und geistlichen Mitglieder der jüdischen Synode in Jugoslawien versammelten sich am Grabe des Königs Alexander I. des Einigers in Oplenac, um seinem Andenken ehe Andacht zu widmen. Den Aufruf zu diesem Grabgange erließ das Präsidium des Gemeindebundes. Es hatten sich etwa 350 Repräsentanten des Judentums in Jugoslawien in Belgrad eingefunden, wo sie die gemeinsame Fahrt zur letzten Ruhestätte des ermordeten Königs unternahmen, u. a. sämtliche .Mitglieder des Zentralausschusses des Bundes der jüdischen Gemeinden, 10 Rabbiner und die Mitglieder der Präsidien von 110 Gemeinden, die im Gemeindebunde organisiert sind. An der Spitze dieser impesanten jüdischen Delegation schritten der Großrabbiner Dr. Alkalay und der Präsident des Gemeindebundes Dr. Pop s. Vor der Grabeskirene wurden Gebete in hebräischer Sprache gesprochen. Dies ist der erste Fall in Jugoslawien, daß Rabbiner in einem andersgläubigen Heiligtum Gebete verrichteten. Nach dem Gottesdienste begaben sich die Vertreter des jugoslawischen Judentums in die Königsgruft, wo der Präsident Dr. Pops eine längere Ansprache über die Bedeutung des Wirkens des verblichenen Herrschers hielt Er sagte: Die Juden Jugoslawiens werden den Idealen Königs Alexanders treu bleiben. Wie die anderen Bürger werden auch die Juden dem jungen König Peter dem Zweiten Treue und Liebe bewahren. Die Delegation legte am Grabe des Königs Alexander einen kunstvoll gearbeiteten silbernen Kranz nieder. Der Prinzregent Pavle von Jugoslawien empfing den Großrabbiner Dr. Isac Alkalay in Audienz. Prinzregent Pavle erklärte, daß an höchster Stelle die tiefe Anteilnahme der Juden an der Nationaltrauer Jugoslawiens mit größter Zufriedenheit zur Kenntnis genommen wurde. In einer längeren Unterhaltung interessierte sich Prinzregent Pavle lebhaft für dio Lage der Judea Z. T. A.

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