Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1934
- Issue
- Heft 30 (20.7.1934)
- Date
- 1934-07-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 DIE WAHRHEIT Der Arierparagraph und die Kunst Von Herrmann Steinhausen. Wenn der Arier-Paragraph in den freien Berufen (der Rechtsanwälte, der Aerzte) als eine Art äußerliches Regulativ zugunsten der „christlichen" Konkurrenz wirkt, so bedeutet er im Bereich der Kunst (auf den er inzwischen ausgedehnt worden ist) eine grundlegende Veränderung des bisher in Europa geltenden Leistungsprinzips. — In einer jahrhundertelangen Entwicklung ist man in Europa übereingekommen, den Künstler nach seinem Werk und das künstlerische Werk nach dem Grade von Vollkommenheit zu messen, der ihm zukommt Der Künstler als private Person, als ein Mensch von bestimmtem Herkommen und „bestimmten Meinungen, hatte nach dieser in den europäischen Kulturländern geltenden Auffassung aus der künstlerischen Beurteilung zunächst überhaupt auszuscheiden. Selbst die vierjährige kriegerische Selbstzerfleischung Europas vermochte dieses Prinzip nicht entscheidend zu durchbrachen; nach den ersten aufgeregten Wochen des Kriegsbeginns spielte man in Berlin wieder" Shakespeare und in London wieder Wagner und wenn man in der Nachkriegszeit in Deutschland einen bedeutenden Dichter wie Paul Claudel anerkannte, las und aufführte, unbeschadet der Tatsache, daß Claudel als Politiker mehrfach gegen Deutschland Stellung nahm, so geschah dies aus dem richtigen Gefühl heraus, daß die Welt des Geistes und der Kunst in einem in Nationen zerrissenen Europa die letzte wesentliche, allen Völkern gemeinsame Lebenssphäre bedeute. Man stelle sich für einen Moment vor, Europa würde auch noch dieser völkerverbindenden Sprache der Kunst beraubt, so könnte kein noch so selbstüberzeugter Külturdünkel, keine Sorte von „Heimatkunst" den Absturz unseres Kontinents in das tiefste geistige Chaos verhindern. Und so ist denn auch der heute mit Emphase vorgetragene Gedanke, demzufolge die echte „künstlerische Leistung ihre Wurzeln im „Volkhaften", im Wesen der eigenen Nation haben müsse, jener höheren Erkenntnis einzuordnen, daß die große künstlerische Leistung naturgemäß über alle Grenzen hinausdrängt und daß es geradezu zum Wesen einer bedeutenden künstlerischen Schöpfung gehört, daß sie überall da ergreift und bewegt, wo freie Menschen die Stimme der Kunst zu vernehmen willens sind. In diesem Sinne sind alle Menschen, die sich ein Leben ohne Kunst nicht vorzustellen vermögen, Bürger eines unsichtbaren großen Reiches, hl dem nationale Vorurteile und nationaler Eigendünkel unzuständig sind. Dieser Begriff einer „übernationalen" kulturellen Sphäre wird von den Theoretikern des Nationalsozialismus entschieden geleugnet; schon Mpeller van den Bruck bestreitet ausdrücklich, „daß es oberhalb, von Sprache und Land einen verwischenden Bereich geben sollte, in dem die Unterschiede zwischen den Werten des einen Volkes und denen des anderen Volkes verschwinden." Indem für ein großes Kulturvolk der Arier-Paragraph auch in die Sphäre der Kunst eingeführt wird, ist — zum ersten Male seit der Renaissance — das Leistungsprinzip als Fundament der ästhetischen Bewertung aufgehoben. Und in den Vordergrund tritt der pr i v ate Künstler, dessen politische Meinung wichtig wird und der eine Stammrolle auszufüllen bat, bevor sein Werk überhaupt die Oeffentlichkeit erreichen kann. Mit seiner Absicht, den Künstler der Kontrolle des Staates zu unterstellen, kann der Nationalsozialismus sich allerdings ebenso auf Plato berufen, der aus seinem Idealstaat bestimmte Kunstarten ausschließt, wie auf das Prinzip der katholischen Kirche, die dort, wo sie die Macht hat, auch die Kunst unter das Gebot ihrer religiösen Anschauungen stellt; indessen war es Plato erspart, die Probe aufs Exempel seiner die Kunstübung einzwängenden staatspolitischen Tendenzen zu machen, und den Katholizismus hat (im Gegensatz zum Nationalsozialismus) ein feines Gefühl für den Wert der bedeutenden Persönlichkeit davor bewahrt, die äußerste Konsequenz seiner rigorosen kunstpolitischen Grundsätze zu ziehen; schließlich aber handelt es sich in beiden Fällen doch um ein geistiges, auf die Bewahrung bestimmter kulureller Werte gerichtetes Prinzip. Mit dem Arier-Paragraphen aber wird zum ersten Male, seit das Wort „Abendland" ein geistiger Begriff geworden ist — ein naturalistisch-materialistisches Kriterium — das Kriterium der physischen Rassenzugehörigkeit in die europäische Vorstellungswelt eingedrängt. Da der jüdische Mensch „blutsmäßig", d. h. jenseits der individuellen geistigen Kontrolle von dem sogenannten ,,'deutschblütigen" Menschen abgelehnt wird, ist auch seine künstlerische Leistung (unabhängig von ihrem objektiven Wert) für das völkische Reich nicht vorhanden. (Der Nationalsozialismus geht hier radikaler vor als beispielsweise die spanische Inquisition, für die es auf das Bekenntnis des Ketzers und nicht auf seinen physischen Status ankam). Die künstlerische Tätigkeit des Juden mag einstweilen im privaten Zirkel, etwa in dem bereits ghettohaft abgeschlossenen „Jüdischen Kulturbund" geduldet werden — die deutsche Oeffentlichkeit soll sie jedenfalls nicht mehr erreichen. (Vorgänge der letzten Wochen beweisen, daß wenigstens in Berlin schon das bloße Auftreten reproduzierender jüdischer Künstler von einem besonders rabiaten Teile der .nationalsozialistischen Anhänger als Provokation betrachtet wjrd.) Wenn man gelegentlich führende Persönlichkeiten des Dritten Reiches davon phantasieren hört, daß Deutschlands geistige Verfassung 150 Jahre zurückrevidiert werden müsse — wenn der Schriftsteller Wilhelm Schäfer rühmend hervorhebt daß Deutschland im Begriffe sei, in das tiefe Mittelalter zurückzukehren, so wirken solche frappanten Erklärungen blaß und unverbindlich neben der durch den Arierparagraphen tatsächlich bewirkten Aufhebung der Kontinuität in Deutschlands kultureller Entwicklung. Wir werden Zeuge, wie ein mächtiges Volk nach physisch-biologischen Grundsätzen nicht nur seine geistige Gegenwart aufzubauen, sondern auch den gewachsenen Kulturbesitz der Vergangenheii auszuroden versucht Wenn wir die geistigen Folgen des „Arier"-Paragraphen betrachten, so sehen wir, daß auf Grund dieser neuen Prädestinations-Lehre den Angehörigen der jüdischen Rasse (jener Rasse also, die als erste den Monotheismus einrührte und aus der Christus hervorging) die innere Möglichkeit abgesprochen wird, den Kulturbesilz des-deutschen Volkes zu mehren. Es ist folgerichtig, daß eine solche „biologisch" fundierte Welthaltung auch zu einer „biologisch" fundierten ästhetischen Auslese und Kritik führen muß. Was die seit der deutschen Umwälzung durch den Staat vorgenommene Auswahl der neuen künstlerischen Kräfte anlangt, so ist heute dafür gesorgt, daß von sämtlichen öffentlichen Wettbewerben (ob es sich nun um Werke bildender Kunst oder um ein „nationales Festspiel" handelt) nichtarische Künstler prinzipiell ausgeschlossen sind. Aber von der rassenmäßigen Auslese werden auch Künstler und Werke erfaßt, die der aktuellen Gegenwart längst entrückt nur als zeitlos lebendige Kräfte noch in sie hineinwirken; so werden durch den Arierparagraphen Gestalten wie der um eine malerische Synthese zwischen südlicher und germanischer Kunst auf eine so typisch deutsche Weise bemühte große Maler Hans von Marpes oder der das klassische Erbe auf bedeutende Manier bewahrende Bildhauer Adolf von Hildebrand erfaßt Daß mit der Einführung des „Rassegefühls" (gegen das es kein geistiges Argument gibt!) zugleich der Begriff der bürgerlichen Bildung zerstört wird, liegt auf der Hand. Aber gerade diesem Begriff der allseitig durchgeführten autonomen Persönlichkeit wird ja der Typus des „rassisch" empfindenden Staatsbürgers bewußt übergeordnet „Bildung" aber kann nur Anerkennung der Bildungswerte, muß ein geistiges Assimilierungsprinzip bedeuten,, das sich jedem Anspruch aus einer außer-geistigen (etwa der sogenannten „rassisch-völkischen") Sphäre von Grund aus verschließt: so argumentieren, heißt nicht im Geist des (zum Prügelknaben gewordenen) „Liberalismus", sondern im Geist eines kontinuierlich verstandenen europäischen Bildungslebens denken, ohne dessen lebendige Tradition unser geistiges Heute unvorstellbar wäre. Es genügt daß die letzten Entwicklungsphasen der bildenden Kunst (Expressionismus, Kubismus, Futurismus) für das allgemeine deutsche Bewußtsein mit den Namen einiger jüdischer Künstler verbunden sind, um diesen künstlerischen Bewegungen das staatliche und das öffentliche Interesse zu entziehen. Selbst bei einem so unbestreitbar bedeutenden Maler wie (dem im Krieg gefallenen) Franz Marc dürfte seine enge geistige Be- —••••••••••••■•••••••CWWO«—8< Wohnzimmer s 270— bestehend aus 1 Kasten, 3 türig Vollbau, 1 Lotterbett, 1 runden Tisch und 2 Faüteuils. FERDINAND HÖHN, it., T&borstraoe Nr. 22 w>ft<»o»ww>»»oe«a»8a< Ziehung zu der Dichterin Else Lasker-Schüler ausreichen, um ihn in der offiziellen Bewertung hinter jeden der offiziellen Schönmaler des Dritten Reiches zurücktreten zu lassen. Was dabei herauskommt, erlebt man in der Oede der diesjährigen Ausstellung in München. Es ist klar, daß sich der Arierparagraph auf den Gebieten des Theaters und der Musik. Gebieten, denen das künstlerische Talent des Juden stets eine besondere Neigung zuwandte, besonders heftig ausgetobt hat. Der Einwand, daß Richard Wagner den seinerzeitigen Münchener Hofoperndirektor Hermann Levi als den idealen Interpreten seiner Werke bezeichnete, mußte hinter der aus den Tiefen des germanischen Gemüts geschöpften Behauptung zurücktreten, daß Wagners Musik nur von einem deutschblütigen Musiker wesensgemäß erfaßt wird. Und so verschwanden mit einem Schlage alle jüdischen Dirigenten aus dem deutschen Musikleben, vom kleinen Korrepetitor an einem Provinztheater bis zu den Trägern so anerkannter Namen wie Walter und Klemperer. Welcher Situation aber die nichtarischen Komponisten gegenüberstehen, mag eine Breslauer Notiz aus der letzten Zeit beleuchten: „Anläßlich der Neueinstudierung der Volksoper „Der Kuhreigen" von Wilhelm Kienzl in der Breslauer Oper hielt es eine Breslauer Zeitung, im Gegensatz zu der Stellungnahme der Schlesischen N. S.-Gaupresse, für richtig, in ihrer Erwähnung der Aufführung Wilhelm Kienzl als Halbjuden zu bezeichnen, und das ganze Werk nicht tragbar als Bestandteil eines nationalsozialistischen Opernspielplans zu charakterisieren. Nachdem der Breslauer Generalintendant Berg- Ehlert darauf von dem Reichsdramaturgen Dr. Rainer Schlösser auf nochmalige ausdrückliche Anfrage hin die rein arische Abkunft Wilhelm Kienzls bestätigt erhalten hatte und der greise Meister selber durch ein Schreiben an die Breslauer Generalintendanz, dem sämtliche Geburts- und Taufscheine der Eltern und Großeltern in Originalphotos beilagen. seine Abstammung dokumentiert hatte, sah sich jene Zeitung genötigt in einem Widerruf ihre falsche Behauptung zurückzunehmen." Die heute in Deutschland beobachtete katastrophale Verarmung der Theaterspielpläne, ist nicht zuletzt durch die rigorose Anwendung des Arier-Paragraphen entstanden, dem nicht nur alle lebenden nichtarischen Schriftsteller von Werfel bis Molnar, sondern auch ein nicht mehr den Lebenden angehörender Mehrer deutschen Kulturbesitzes wie Hofmannsthal zum Opfer fallen mußte; es ist beispielsweise heute in Deutschland unmöglich, ein so graziöses Lustspiel wie Hofmannsthals „Schwierigen" vor das Publikum zu bringen; nur als Textdichter Richard Straußscher Opern kann sein Name heute noch auf den deutschen Theaterzetteln passieren. Das Auftreten nichtarischer Bühnenkünstler ist heute schon dadurch unmöglich gemacht daß die Bühnengenossenschaft, der jeder dort auftretende Bühnenkünstler angehören muß, die Aufnahme nichtarischer Schauspieler und Sänger verweigert So schmerzliche Wunden der Arierparagraph im täglichen Leben aufreißt, nirgends steht seine Gültigkeit in so schneidendem Gegensatz zum Wesen der Sphäre, innerhalb derer er Geltung beansprucht, wie im Reich der Künste, denn das ist ja nach der bisher im europäischen Kulturleben geltenden Auffassung das Charakteristikum der künstlerischen Schöpfung, daß der Begriff des „Artfremden", den die völkische Terminologie in die Aesthetik einführen möchte, durch das künstlerische Formerlebnis auf einer höheren geistigen Ebene aufgehoben wird. „Bettler werden Fürstenbrüder, wo dein sanfter Flügel weilt", hat der deutsche Schiller von jener Freude gesungen, deren sublimster Ausdruck die ästhetische Freude ist, wie sie das echte Kunstwerk vermittelt. An der Schwelle des Reiches dieser ästhetischen Freude aber hat das Reich Adolf Hitlers den Arierparagraphen aufgepflanzt Spätere Zeiten aber werden sich den Kopf zerbrechen, wie es möglich war, daß sich in Deutschland die Intelligenz: Schriftsteller, Hochschullehrer, RechtsanwältCa Aerzte und Künstler sich nicht der brutalen Durchführung einer Marotte widersetzt, haben, die alle Kennzeichnung der Halbbildung an sich trägt. (Basler .Nationalzeitung.) Die Rolle der Juden im Sport. Sport und Körperkultur — daran sei anläßlich des sensationellen Sieges des neuen jüdischen Boxweltmeisters Max B a e r erinnert — sind bei den Juden seit altersher geschätzt. Mit liebevoller Anschaulichkeit wird in der Bibel der Taten des Recken Gideon, des gewandten David, des athletischen Simson und vieler anderer gedacht Josephus Flavius übermittelt, daß im Heer Alexanders des Großen ein Jude der beste Schütze und daß Juda ben Jehonsadab einer der hervorragendsten Springer seiner Zeit war. Selbst unter den Gelehrten der Talmud-Zeit findet sich ein ehe-- maliger Gladiator: Simon ben Lakisch. Die Geschichte der Juden in Persien ist voll Episoden kühner Helden im Sportkampf. Der christlichen Umwelt war die militärisch-sportliche Betätigung der Juden nicht immer sympathisch; Rudolf II. verbot ausdrücklich, den Juden Prags, die ebenso wie die von Worms als wehrhaft galten, Fechtunterricht zu erteilen. „Ott, der tauffte Jud", der 1509 Meisterringer Oesterreichs war, schied, um seinen Titel behalten zu können, aus der jüdischen Gemeinschaft aus. Eine systematische Beteiligung der Juden am Sportleben setzt erst in der Neuzeit ein. Bereits 1769 wird ein hervorragender jüdischer Boxer Lyons in England genannt. Nicht lange darauf tritt im Boxsport Daniel M e n d o z a hervor, der Mann, der das Boxen nach gewissen Regeln und mit Handschuhen erst populär gemacht hat. Mendoza war der erste Champion von England, ein Schwergewichtler, dessen Kämpfe uni 1790 die Aufmerksamkeit der ganzen Oeffentlichkeif auf sich zögern Nach ihm sind zahlreiche Juden Meister des Boxsports geworden, unter ihnen ein Mittelgewichtler, der alle Schwergewichtler schlug: der amerikanische Jude Samuel Elias (genannt Dutch Sam), der so beliebt war, daß bei seiner Niederlage gegen Bill Nosworthy auf ihn 500.000 Dollar gewettet wurden. Im 20. Jahrhundert wächst dann die Zahl der jüdischen Boxer gewaltig. Die Weltmeisterschaft haben eine Reihe von Juden errungen, unter ihnen Battling Levinsky, Busly, Graham, Ruby Goldstein, Phil Kaplan. Den Prüfstein sportlichen Könnens bildet für Amateure der Sieg bei den Olympischen Spielen. Hier konnte der vielfache englische Meister Harold M. Abrahams (1924) Sieger im Laufen über 100 Meter werden. Frl. Rosenfeld aus Kanada wurde (1928) über dieselbe Strecke 2. Siegerin, Katz (Finnland) 2. Sieger beim Hürdenlaufen über 3000 Meter (1924). Meyer P r i n s t e i n (Amerika) siegte 1904 in der Olympiade mit dem Weltrekord-Weitsprung von 7.35 Meter. Im Fechten brachte Dr. Fuchs (Ungarn) mehrfach (1908 und 1912) den 1. Preis von den Olynv pischen Spielen nach Hause. Die Siegerin im Damenfechten auf der Amsterdamer Olympiade, Helene Mayer, hat einen jüdischen Vater. Ebenfalls in Amsterdam (1928) wurde Morrison (Amerika) 3. Sieger unter den Amateurringern. Weltmeister im Ringen waren lange Zeit Zbysko und Stanislaus Czyganiewdcz, die, ebenso wie der bekannte stärkste Mann seiner Zeit Breitbart, das Märchen von der körperlichen Minderwertigkeit der Juden Lügen straften. Im Tennisspiel genießen die Franzosen Suzanne Lenglen und Lacoste und der galizische Jude Daniel Prenn internationalen Ruf. Im Fußball war die bekannte Mannschaft der Hakoah (Wien) lahrelang erste Klasse, vorübergehend auch Wiener Meister. Als erster Sieger bei einem Turnfest der deutschen Turnerschaft in Hamburg 1898 wurde Alfred Flatow aus Berlin ausgezeichnet Auch im Flugsport beteiligten sich die Juden schon frühzeitig. Bei den ersten großen Flugrennen siegten Abramowitsch (Berliner Flugwoche), Rosenstein (Mecklenburgischer Rundflug). Von den Aviatikern der Vorkriegszeit sind zu nennen der bekannte Erfinder der Albatros-Flugzeuge Wiener, der neben dem Juden Rumpier einer der erfolgreichsten Konstrukteure Deutschlands war. In der Nachkriegszeit ist Robert Kronfeld (Wien) im Segelflug unerreicht, der 1930 in Paris von der russischen Jüdin Lena Bernstein erreichte Dauerflugweltrekord erregte großes Aufsehen. Im Schwimm- und im Skisport stellten besonders die österreichischen und die tschechischen Juden bekannte Preisträger. Auch in der Alpinistik haben sich die Juden mehrfach ausgezeichnet, eine Reihe von Erstersteigungen, u. a. in den Dolo miten, wurde von Juden ausgeführt. Nach dem verunglückten kühnen jüdischen Hochtouristen Pflaum ist eine Hütte benannt Zahlreich sind die Erfolge von Juden im Golf- und Polo-Spiel, in der Automobilistik und im Wassersport.