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Die Wahrheit · 1934-06-08 · Heft 24 (8.6.1934) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1934
Issue
Heft 24 (8.6.1934)
Date
1934-06-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 3 Sieben verschiedene Rassentypen unter den Juden. Die Wiener Anthropologische Gesellschaft hat im Verein mit der Gesellschaftfür Rassenkunde unter Leitung von Hof rat Prof. Dr. Wagner-J au r egg im anthropologischen Institut der Wiener Universität an zwei aufeinanderfolgenden Abenden wissenschaftliche Versammlungen veranstaltet, in denen wissensch äftiche Forschungen, die in der letzten Zeit in Wien über das Problem der jüdischen Rasse vorgenommen wurden, diskutiert wurden. Die Arbeiten wurden durchgeführt von Frau Hella Pöch, der langjährigen Assistentin ihres verstorbenen Gatten, des Anthropologen Professor Dr. Raimund Pöch, und von dem Assistenten des Anthropologischen Instituts Dr. Robert R o u t i 1. Maßgebend waren dabei die in Wien ausgebildeten Methoden der Messungen und Beobachtungen, wie sie auch schon Professor Pöch an den Buschmännern der Wüste und an den Kriegsgefangenen erprobt hatte. Es waren schon früher auf langen Forschungsreisen im Jemen Aufnahmen und Messungen an Arabern und Juden gemacht worden. Dieses Material wurde den Weener Forschern zur Verfügung gestellt, die es dann noch erweiterten. Das vorläufige Ergebnis geht dahin, daß mindestens sieben verschiedene Rassentypen sich unter den Juden vereinigt finden und daß die Weiterführung der Arbeit wahrscheinlich noch weitere Typen ergeben wird. Die jemenitischen Juden, von denen die Forschungen ausgingen, besonders in den Oasen, haben ein sehr altertümliches Aussehen. An ihre Rasseneigentümlichkeiten anknüpfend läßt sich eine Gliederung auch unter den anderen Judengruppen vornehmen, die alle bisherigen Deutungsversuche korrigieren. Es hat sich gezeigt, daß die Juden Elemente von Rassen aufbewahren, die längst ihren ursprünglichen Siedlungsraum verlassen haben. Dahin gehören namentlich zwei altsemitische Rassen: Die alten Kanaaniter, deren Spuren sich heute noch unter den Samaritanern in Palästina finden. Sie sind groß, hochgewachsen, großnasig und mittellangköpfig. 2. Die akkadische Rasse, das sind die Babylonier und Assyrier Mesopotamiens; mittelgroß, mit konvexgekrümmter „Sechsernase".. Einige Rassen sind den Juden besonders eigen und finden sich schon auf ägyptischen und assyrischen Reliefs. Sie sind schmalgesichtig, Jangköpfig, gradnasig und hochwüchsig. Heute finden sich ihre Vertreter besonders unter den spaniolischen Juden. Besondere Judentypen findet man dann auch wieder in Marokko, mit kleiner konvexer Nase, schmalem Gesicht und langköpfig. Auf die rassenmäßig verschiedenen „Ostjuden" und .,W e s t j u d e n" dürfte die syrischaramäische Kurzkopikomponente besonderen Einfluß genommen haben, die wiederum den Juden des westlichen Mittelmeerbeckens vollkommen fehlt. Das fremde Blut haben die Juden schon in Palästina, dem bevorzugten Durchzugsland fremder Völker, aufgenommen, dann aber wieder auf ihren eigenen ausgedehnten Wanderungen. Hettiter, Amoniter lassen sich nachweisen. Ihre späteren Wohngebiete in Südeuropa und Siidosteuropa haben neue Elemente hinzugefügt. Die weitere Forschung wird nun dahin gehen, jedes dieser Elemente von dem eigentlichen orientalischen Grundstock herauszuerkennen. Alle diese Kennzeichen fanden sich schon an Schädeln und an Bildwerken vor 5000 Jahren und sind heute genau so nachzuweisen. Wir sehen, daß die Typen Dauertypen sind. Seit Tausenden von Jahren sind keinerlei Grundveränderungen an den Menschenrassen vorgekommen, sondern lediglich Vermischungen. Die Rassenmischung der Juden weist die Merkmale orientalischer Völker auf, die selbst aber wieder dem Norden entstammen. Sie enthalten aber auch Rassenmerkmale nordafrikanischer Berber, abessynischer Neger, alter ägyptischer Rassen und schließlich auch Rassenmerkmale, die aus der Vermischung mit allen europäischen Völkern zu erklären sind.!BAD HALL! ■ Ober Österr. (Villa Mayerhofen) ■ 5 Pension, Cafe-Reataurant orth. "CD 5 j A. BARSCH AK j ■ aus Wien 11., Gr. 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Die große Mehrheit des rumänischen Volkes ist nach wie vor in der Landwirtschaft beschäftigt. Dort gibt es keine Arbeitslosen. Nach der Agrarreform hat jeder rumänische Bauer — im Altreich sowie in den neuen Provinzen — seine Erde, sein Haus, seinen Garten bekommen. In den Gegenden, wo eine Industrie vorhanden ist, gibt es teilweise gewiß eine Arbeitslosigkeit, zum Beispiel in der Holzindustrie. Die großen Holzunternehmungen in der Bukowina, in Nord-Siebenbürgen stehen still. Dort herrscht Arbeitslosigkeit und Armut. Aber darunter leiden Christen und Juden. Infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise und der Seringen Kaufkraft gibt es auch in den Städten eine Arbeitslosigkeit, doch diese betrifft ni e i s t Juden, insofern diese Angestejlte in Büros und Geschäften waren. Infolge der allgemeinen Kreditkrise haben viele Banken ihre Tätigkeit einstellen müssen, ihre ehemaligen Beamten, auch sie meist Juden, sind ohne Arbeit. Demgegenüber ist festzuhalten, daß die städtischen und staatlichen Beamten, durchweg Christen, ihre Stellung behalten haben. Entlassungen sind nicht vorgenommen worden. Das Akademiker-Proletariat. In welcher sozialen Schicht ist eigentlich die Krise akut? Wd liegt das Problem? Akut ist die Not bei dem akademischen Nachwuchs. Wie kam es zu dieser Anschwellung und Aufblähung in akademischen Berufen? In der ganzen Nachkriegszeit haben alle Regierungen zwecks kultureller nebung des Volkes den Besuch der höheren Schulen und der Universitäten außer- ■ if ordentlich begünstigt, ja sie haben nicht vor großen Opfern für die christliche Studentenschaft zurückgeschreckt. In allen Universitätszentren wurden Heime, Küchen usw. für die Studenten errichtet, die Tausende bedingungslos förderten, d. h. auch Studenten, die jahrelang ohne jede Prüfung studierten. Auch Stipendien wurden in großer Zahl verteilt. Bei einer Bevölkerung von 17 Millionen Einwohnern hat Rumänien fast soviele Studenten wie Länder, die eine doppelte Einwohnerzahl haben. Es ist klar, daß unmöglich all diese Akademiker eine angemessene Stellung finden können. Die Militärschulen z. B. geben mehr Anwärter als Offiziere benötigt werden, die Handelsschulen mehr als Handel und Industrie aufnehmen können, die Normalschulen mehr als Lehrer verlangt werden, die theologischen Seminare mehr als Priester ein Unterkommen finden können. Von den Rechtsanwälten ganz zu schweigen. Was die Aerzte anbetrifft, so gibt es ohne Frage einen Ueberschuß in den Städten: die jungen Mediziner wellen nicht in die Kleinstädte, wollen nicht aufs Land. Das gleiche gilt von den Apothekern. Ein psychologisches Moment darf hierbei nicht übersehen werden. Der christliche Intellektuelle in Rumänien ist überzeugt, daß wenn er sich ein Diplom erworben hat. der Staat ihm 'gegenüber eine Verpflichtung eingegangen ist. Er verlangt etwas vom Staat und um diesem Verlangen kräftigeren Ausdruck zu geben, wirft er sich in eine politisch-agfgatorische Bewegung. Diese Agitation haben bestimmte Politiker und Demagogen aufgefangen und für ihre Zwecke weidlich ausgenutzt. Die ersten, die sich mit dieser Frage beschäftigen, sind die C u z i s t e n und die von der Eisernen Garde (Codreanisten) gewesen. Die Agitation begann unter dem Vorwand, es befänden sich zuviel Juden im Staatsdienst. Man konnte diesen Vor wand nicht lange aufrechterhalten, denn es ergab sich, daß nur ganz wenige Juden in Rumänien Staatsstellungen bekleiden. In der Armee gibt es fast keine jüdischen Offiziere, in der Justiz, in der staatlichen und städtischen Verwaltung, in der Schule kaum jüdische Beamte oder Angestellte. Bei der Eisenbahn sind gewiß auch jüdische und aus den Kreisen_der Minoritäten stammende alte Angestellte in den neuen Provinzen übernommen worden, sie sind noch nicht „aufgebraucht". Neue sind kaum hinzugekommen, bis auf ein paar Ingenieure, die nur wegen besonderer Begabung und wenn ein besonderes Bedürfnis vorlag, eine Anstellung; linden konnten. Auch wenn diese zur Entlassung kämen, wäre die Generalfrage nicht gelöst. Das hat man schnell eingesehen und daher die Notwendigkeit erkannt, der Bewegung eine andere Richtiiiig zu geben. Man erhob ein Geschrei: Zuviel Juden und M i n o r i t ä 11 e r in den Privatbetrieben! Sie wurden beide kurzerhand als „F r e in d e" bezeichnet, obwohl es sich durchweg um rumänische Bürger handelt. Wirklich Fremde sind in verschwindend geringer Zahl vorhanden und diese Fremden sind bedingt durch das ausländische Kapital, das hier investiert wurde: sie sind mit diesem Kapital ins Land gekommen. Logischerweise müßte man auf diese Investitionen verzichten, wenn mau sich dieser Vertreter entledigen will. Eine sehr heikle Frage, denn keiner der maßgebenden Faktoren des Landes möchte diesen Verzicht vornehmen, auch nicht die demagogischen Parteien, die so gern alle Fremden aus dem Lande haben wollen. Autochtone Rumänen. Was also blieb für eine zugkräftige Parole übrig? Nur die eine Möglichkeit der Agitation für „Protektion der a u t o c h t o n e :i rumänischen ß e v ö 1k e r u n g". Man verlangt von der Regierung, daß sie gesetzlich diesen Schutz durchführt. Aber wie? Die rumänische Verfassung sieht die Gleichheit aller Bürger vor. ohne Unterschied der Rasse, Religion, Sprache und Nation. Wie könnte man ein Gesetz einführen, in dem man das Recht auf Arbeit, das elementarste Recht, dem einen geben, dem anderen entziehen kann? Was die neuen Provinzen anbetriift, so sind die Gleichheitsrechte der Bürger schon durch die Friedensverträge garantiert. Was die Juden in Altrumänien anlangt, ist es die Verfassung, die ihre Rechte gewährleistet. Betrachtet man auch noch die Juden als eine Minderheit, so sind es die Klauseln über Minderheitenrechte aus den Friedensverträgen, welche Rumänien verpflichten. Dies alles erschwert die Erfüllung der Wünsche der Regierung, welche sich bereit erklärt hat, der nationalistischen Demagogie nachzugeben. Schon sind Projekte ausgearbeitet worden zum „Schutz der nationalen Arbei t", doch auf die passenden Formeln hat man sich nech nicht einigen können, denn eine Durchführung des Gesetzes wäre letzten Endes nur auf illegalem Wege möglich. Was die Juden anbetrifft, so ist die Situation insofern schwierig, weil man sich aiii die Formel „rumänischer Staatsbürger" beruft. Es gibt mehr als 30.000 Juden im ganzen Reich, die diese Staatsbürgerschaft noch nicht erworben haben: im Altreich, weil sie bestimmte Termine nicht eingehalten haben: in den neuen Provinzen, weil sie bestimmte Dokumente nicht vorweisen konnten. Viele haben sich jetzt zur Klärung an die Behörden gewandt. All diese Personen sind de jure und de facto rumänische Staatsangehörige, sie sind hier geboren, hier aufgewachsen, haben hier ihrer Militärpflicht genügt, viele von ihnen haben auch an dem Kriegt teilgenommen. In Altrumänien hat man immer anerkannt, daß es sich um „sujets roumains" handelt, sie bekamen rumänische Pässe usw.. waren lediglich vom Wahlrecht ausgeschlossen, und von den Berufen, die mit diesem Recht in Verbindung standen. Will man diesen rumänischen Staatsangehörigen dasRechtzulebennehmen?Zu wessen Nutzen? Würde es nicht im Lande eine noch größere Verarmung hervorrufen und kann das Absicht der Regierung sein? Die Frage stellen, heißt sie beantworten. Bei den Wahlen zum Bukarester Stadtrat haben die Liberalen einen großen Sieg davongetragenaut ihre Liste wurden 25.000 Stimmen, auf die Liste der Nationalzaranisten 9000 Stimmen abgegeben. C u z a hatte auf die Aufstellung einer eigenen Liste verzichtet, offenbar weil auch die Juden keine eigene Liste aufgestellt hatten. Im zweiten Wahlbezirk der Stadt, dei auch das Judenviertel einschließt, wurden auf der Liste der Liberalen auch vier Juden zu Stadträten gewählt, unter ihnen der Präsident der Jüdischen Gemeinde Senator S. Birraan. „Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis", Wien II, TaborstraBe 59. Tel. A 42-3-16, bittet die p. t. Arbeitgeber angesichts der Notlage der jüdischen Arbeitslosen um Anmeldung ihres dauernden oder vorübergehenden Bedarfes an qualifizierten kaufmännischen Angestellten. Arbeitern, Handwerkern, Sekretären, Nachhllielehrern und Hauspersonal aller Art bei dem angeführten Verein. Mitgeteilte Wünsche werden sorgfältigst berücksichtigt.

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