Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1934
- Issue
- Heft 13-14 (30.3.1934)
- Date
- 1934-03-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiedereröffnet das ehemalige Restaurant Zöllner Wien II.. Hammerpurgstallgasse 7 "TOD durch den bekannten "103 Restaurateur W. SPRITZER früher Hotel-Restaurant Stefanie Zur Verabreichung gelangen: Spezial* speisen für den verwöhnten Gaume" ä la carte, wie auch Menü von S l.ö'* aufwärts und Speisen am Rost. 0 Veranstaltung von Seder-Abenden! Tischbestellung unter Telephon Ä 45-5-42 nahmen sie fremde Magier in Anspruch, was am deutlichsten der Bericht über König Saul und die Zauberin von Endor beweist. Auch der Talmud hat die Ausübung der Magie verboten. Es scheint aber, daß; diese verborgene Lehre auf die Juden eine große Anziehungskraft ausübte, denn viele Gelehrte haben sich bei verschiedenen Anlässen ihrer bedient. Man kam aus dem Dilemma heraus, indem man einen Unterschied zwischen „erlaubter" und „verbotener" Magie schaffte: es ist erlaubt, Kraft eines „Schern" (heiligen Namens) übernatürliche Wirkungen hervorzubringen, wenn damit kein niederer Selbstzweck verbunden ist oder wenn es sich um das Wohl der Gesamtheit handelt. (Dieses Motiv schreibt die Sage dem hohen Rabbi Loew bei Schöpfung des „Golem" zu.) Wir finden im altjüdischen Schrifttum Berichte über verschiedene Begebenheiten, wo erlesene Männer durch ein „Wort" Wunder taten, und wissen, daß dieses Wort «in „Schern" war. Der Ausganspunkt zu der „jüdischen Magie" ist eme Stelle in Sanhedrin 65 b.: „Wenn die Frommen wollten, sie könnten eine Welt erschaffen, denn so heißt es: Nur eure Sünden machen eine Scheidung zwischen euch und eurem Gotte." Raschi bemerkt zur Stelle: „Wollten die Frommen von der Sünde rein bleiben, es wäre keine Scheidung zwischen ihnen und Gott" Diese Annahme ist allerdings mit einem andern rabbinischen Ausspruch -nicht in Einklang zu bringen. Zu 1. Mos. 12,3: „Und die Seelen, die sie machten in Charan". bemerkt ein Gelehrter: „Wenn sich alle Menschen zusammennehmen, um nur eine Mücke zu erschaffen, sie könnten es nicht!" Doch beweisen zahlreiche Berichte, daß manche namhafte Gelehrte der „Magie" gehuldigt haben und alles Unmögliche, auch Erschaffung von Lebewesen durch die Magie des göttlichen Namens zustande brachten. Raw erzählte Rabbi Chija: „Ich sah, wie ein Araber mit einem Schwert sein Kamel zerstückelte und dann mit der Schelle klingelte, worauf das Kamel aufstand." Da sprach Rabbi Chija: „War denn nach dem Aufstehen des Kamels eine frische Blutlache zu sehen? Es war Schwarzkünstlerei!" — Seeira weilte zu Alexandrien in Aegypten, wo er einen Esel kaufte. Als er ihm dann Wasser zu trinken gab, löste das Wasser den Zauber auf und das Tier verwandelte sich in ein Brückenbrett. „Wärest du nicht Seeira", sprachen sie zu ihm, -„wir hätten dir den Kaufpreis nicht zurückerstattet. Denn wer kauft einen Esel, ohne ihn vorher am Wasser ausprobiert zu haben?" .— Janai verlangte in einem Gasthaus einen Trunk Wasser, da gaben sie ihm Wasser, das mit Mehl vermengt war. Er bemerkte, wie die Frau, die ihm das Wasser gab, mit den Lippen lispelte, und wußte nun, Ein gewisser Dr. Häuser von der Berliner Gesamtleitung_der NS-Hago hat auf einer Kundgebung der Berliner NS-Hago u. a. folgendes erklärt: In der letzten Zeit häufen sich die systematisch unternommenen Versuche der Juden, ihre Söhne in Handwerk und Handel unterzubringen. Dagegen müsse die NS-Hago Front machen. Es müsse verhindert werden, daß sich für die Juden neue Einflußsphären eröffnen. Unsere heroische Zeit verlangt die Abstreifung des Händlergeistes. * Das Pariser „Neue Tagebuch" reproduziert interessante Anweisungen des Berliner Propagandaministeriums an die Pressekonferenz vom 9. März, wonach zum Beispiel Kommentare über den Abbruch des Bergner- Films nicht gebracht werden dürfen; auch darf über das New Yorker Meeting mit dem Titel „Zivilisation kontra Hitler" nichts gedruckt werden. * Die englischen Zeitungen geben an auffallender Stelle und mit sarkastischen Glossen die jüngste Rede des Pastors Krause, des Führers der „Deutschchristen", wieder, in der er unter anderem sagte, daß „es eine unmögliche Vorstellung sei, daß jemand das Dritte Reich anerkennen und dennoch eher Gott ais dem Führer gehorchen könnte". Die englische Presse erblickt in der These des Pastors Krause, daß Hitler mehr sei als Gott, eine Blasphemie ärgster Art * Die Berliner Wochenschrift „Blick in die Zeit" veröffentlicht folgende Aeußerung des Reichsstatthalters von Braunschweig und Anhalt: „Zeitweise machten gewisse jüdische Kreise den Versuch, sich durch einen besonderen Omnibusverkehr einen Theaterbesuch in Leipzig zu sichern. Ich habe dem dadurch einen Riegel vorgeschoben, daß ich angekündigt habe, ich würde künftig die Abfahrt der Theateromnibusse nach Leipzig unter besonderer Musikbegleitung erfolgen lassen" (Was der Reichsstatthalter unter „besonderer Musikbegleitung" versteht, ist leicht zu erraten. D. Red.) * In der Jahreshauptversammlung, die die Zwangsinnung für das Metzgergewerbe in Nürnberg dieser Tage abhielt, erklärte der Pfleger des Vieh- und Schlachthofes, Stadtrat Haberkern, daß er den Antrag gestellt habe, vom 1. April ab den Viehmarkt in zwei Abteilungen, in eine deutsche und eine jüdische, abzuteilen. Es werde dann leicht sein, die Metzger festzustellen, die immer noch beim jüdischen Händler kaufen, denn es sei leider eine betrübliche Tatsache, daß heute noch 63% des Marktauftriebes aus jüdischen Anlieferungen stammen. Es habe alsdann auch der nationale Viehhandel Gelegenheit zu beweisen, daß er in der Lage sei, seine Aufgabe im neuen Staat zu erfüllen und daß es auch ohne Juden gehe. * Die früher demokratische „Hagener Zeitung" hatte den Mut, sich objektiv mit der „Geschichte der Juden in Hagen" zu befassen. Ihre Erörterung war auf einen Ton der Versöhnung gestimmt „Stets war bis auf den heutigen Tag", hieß es zum Schluß des Artikels. daß sie eine Zauberin war. Er schüttete ein wenig Wasser auf die Erde und es entstanden sogleich Skorpione. Da sprach er zu ihr: „Ich trank von deinem Wasser, trinke auch du von meinem!" Als sie davon trank, verwandelte sie sich in einen Esel. Er bestieg den Esel und ritt auf den Markt. Es kam eine Gefährtin der Zauberin, löste den Zauber, so daß die Marktleute ihn plötzlich auf einer Frau reiten sahen. Hier ist die Betonung Raschis von Bedeutung: „Dieser Janai war ein einfacher Mann und mit Rabbi Janai nicht identisch, denn ein angesehener Mann betreibt keine Zauberspiele!" Für die Beurteilung des Unterschiedes zwischen schwarzer und weißer Magie wird eine Stelle aus dem kabbalistischen Werke „Sepher ha-Chajim" („Buch des Lebens"), dessen Verfasser spätestens im 12. Jahrhundert gelebt hat, bedeutungsvoll sein, die aber auch als Bekräftigung für unsere Annahme dienen kann, daß der Glaube, ein Mensch vermöge durch den „Schern" ein Lebewesen zu erschaffen, seinen Ursprung in Aegypten hat. Die Stelle lautet: „Alle jene ägyptischen Magier, die irgendein Wesen erschaffen haben, erkundeten durch Dämone oder mit Hilfe einer anderen geheimen Weisheit die .Ordnungen der Sphären', nahmen Erde von unter dieser Sphäre und bildeten, was sie wollten. Hingegen haben jene Rabbinen. die einen Menschen oder ein Kalb machten, das .Geheimnis' gekannt; sie nahmen Erde von hinter den Füßen des Reitwagens', sprachen darüber den .Schern' und das Wesen war erschaffen." — Chajim Bloch. „das Verhältnis der jüdischen Familien zu den christlichen auf gegenseitige Achtung gegründet. Daß es auch so bleiben mögepSät Im Interesse einer friedlichen, gedeihlichen Weiterentwicklung unserer Stadt aufrichtig zu wünschen." Diese Aeußerungen wurden von der „Westfälischen Landeszeitung", dem NSDAP.-Organ für das Ruhrgebiet, zum Anlaß ein.er neuen hemmungslosen Judenhetze genommen. „Nationalsozialisten, SA.-Männer", ruft das blatt, „Ihr, die Ihr im Kampf gestanden habt gegen jüdische Ausbeutung, jüdische Frechheit, jüdische Volksvergiftung und -Zersetzung, was sagt Ihr zu den Ohrfeigen, die Ihr hier bekommt? Derjenige, der sich heute noch in einem solch ungeheuerlichen Angriff auf die Belange unseres neuen Deutschland als Steigbügelhalter des Judentums bekennt, hat die sich hieraus ergebenden Folgen zu tragen. Da die Erregung innerhalb der Hagener Bevölkerung über den Artikel in der „Hagener Zeitung" ungeheuer ist, wird erwartet daß der Polizeipräsident entsprechende Schritte unternimmt." Tatsächlich ist es dann auch zu einer Nazi- Demonstration gegen die „Hagener Zeitung" gekommen, bei der der Oberbürgermeister von Hagen empfahl, die „Westfälische Landeszeitung" zu lesen. Hitler gegen neuen Judenboykott? Eine Nachricht aus Berlin besagt, daß Hitler bei einer Zusammenkunft der Reichsstatthalter diese dahin instruierte, daß sie eigenmächtigen Aktionen lokaler Parteiorganisationen oder Aemter auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiete Einhalt zu gebieten haben. Den Anordnungen des Reichswirtschaftsministers und des Reichsfinanzministers auf dem Gebiete der Wirtschafts- und Finanzpolitik und den Anordnungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht auf dem Gebiete der Währungs- und Bankpolitik sei unbedingt Folge zu leisten. Man faßt diese Instruktion Hitlers dahin auf, daß sich der Reichskanzler in der seit langem schon sich geltend machenden Auflehnung nationalsozialistischer Führer vom Schlage Julius Streichers gegen den Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt, der, um der Stabilität der Wirtschaft willen, Sonderaktionen gegen die Juden auf dem Gebiete der Wirtschaft nicht dulden will, nunmehr auf die Seite Dr. Schmitts gestellt habe. Es wäre dies, trifft diese Annahme zu, das erste Mal, daß Hitler gegen Judenverfolgungen Stellung genommen hat. Doch scheint diese Stellungnahme nicht durchgreifend genug zu sein, um auch den fränkischen Gauleiter Julius Streicher zu veranlassen, die am 26. März eingeleitete Boykottschlacht abzublase.n. Nachrichten aus Nürnberg lauten dahin, daß i n Franken der Boykott gegen die J^uden immer weitere Dimensionen annimmt; nach wie vor fordern Riesenplakate -und Sprechchöre der SA und der Hitlerjugend zum Boykott der Juden auf. Man glaubt nun, daß infolge des Eingreifens des Reichskanzlers die Boykottschlacht auf Streichers engeren Bereich Mittelfranken beschränkt bleiben wird. Judentum und Kommunismus, In der letzten Sitzung des englisch-jüdischen Board wurde ein dem Herausgeber der „C a t h o- 1 i c News" gesandtes und von diesem veröffentlichtes Schreiben verlesen, das im wesentlichen lautet: Im Leitartikel Ihrer Ausgabe vom 6. Januar fragen Sie: „Ist es eine Verleumdung, wenn man dem jüdischen Volk als Ganzem Sympathien mit jenen Juden nachsagt, die atheistisch, kommunistisch oder revolutionär gesinnt sind und kommunistische Propaganda treiben?" Die Antwort, die der Board im Namen der jüdischen Gemeinschaft Großbritanniens offiziell erteilt, lautet: Ja, es ist eine Verleumdung, weil es eine Unwahrheit ist, darauf abzielend, den guten Ruf aller Juden zu schädigen und die Juden als Gesamtheit dem Haß ihrer Mitbürger auszusetzen. Es mag sein, daß einzelne Juden Sympathien mit Atheisten und Kommunisten . hegen, wie dies einzelne Schotten, Engländer, Franzosen, überhaupt Christen, Moslems, sowie Angehörige anderer Glaubensrichtungen tun, aber es ist unwahr, daß das jüdische Volk, mehr als irgend ein anderes Volk oder eine andere Kirche, solche Sympathien hegt. Der Jüdischen Telegraphen-Agentur, die diese bedeutsame Erklärung des Board of Deputies verbreitet hat, ist von beachtenswerter, jüdischer Seite die Anregung zugegangen, daß sich die autoritativen jüdischen Stellen anderer Länder dieser Erklärung der Repräsentanz der englisch-jüdischen Gemeinden anschließen-, um auf diese Weise der Legende, daß zwischen Judentum und Kommunismus irgendwelche, auch nur entfernte geistige Zusammenhänge bestehen, oder daß das Judentum, aus jüdischem Solidaritätsgefühl etwa, mit einzelnen kommunistisch und atheistisch gesinnten Juden sympathisiert, ein Endezumachen. Auch eine „Brandmarkung". Es war zu erwarten, daß in dem Streit um die neueste Propaganda der „Jüdischen Volkspartei" auch „Die Stimme" auf den Plan treten wird. Denn sie kann doch das Feld nicht Herrn Oberbaurat Stricker aHein überlassen, der es — tüchtig wie er schon ist — zuerst betreten hat. Es ist eine alte Gepflogenheit, daß derjenige, der sich später in einen Konflikt mischt, stärker schimpft als derjenige, um den eigentlich der Streit geht. Und so findet auch „Die Stimme" nicht genug Kraftworte, um unsere bekannten Feststellungen zu „brandmarken". Auch dieses mit gewaltigem Stimmaufwand erzeugte Geschrei läßt uns kalt, wir beharren unbeirrt auf unserem Standpunkt, den, wie wir aus zahlreichen Zustimmungskundgebungen ersehen, auch objektiv denkende Zionisten teilen. Aus der braunen Hölle.