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Die Wahrheit · 1934-03-23 · Heft 12 (23.3.1934) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1934
Issue
Heft 12 (23.3.1934)
Date
1934-03-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6„ DIE WAHRHEIT SCHOKOLADEN BND HAKAOPlILfE» - hdb b& - Sr. Ehrw. Herr Rabbiner H. SCHENK beaufsichtigt heuer nur die Schokolade-Erzeugnisse der Marke JPI0LI" Koch-, Wirtschafts-, Haselnuß- und Bitterschokolade 10 Groschen-Schokolade in Haselnuß und Bitter AMetmntf Malier aer »eutafter schakvlMMlttrllf Wien na, OoMscMMSstr. 1»! / Tel. B SS-l-60 1350 neue PaKstina-ZertiHkate ausgegeben. Die Palästina-Regierung hat der Executive der Jewish Agency soeben 1350 Arbeitereinwanderungszertifikate zur Verfügung gestellt, die auf die Einwanderungsquote für das nächste Halbjahr angerechnet werden. Die Höhe der nächsten Halbjahreseinwanderungsquote wurde noch nicht festgesetzt. _ Gemeindedkwoniti. Antwerpen. König Leopold III. von Belgien verlieh dem orthodoxen Rabbiner von Antwerpen M. K otemberg das Zeichen eines Ritters des belgischen Kronen ordens. Bukarest Der Präsident der Union rumänischer Juden und frühere Senator Dr. Wilhelm Fildermann wurde vom Ministerpräsidenten Tatarescu m längerer Audienz empfangen. Dr. Fildermann gab dem Ministerpräsidenten eine eingehende Darstellung der augenblicklichen Situation der rumänischen Juden und der Lage der jüdischen Gemeinden im Reiche. Die Besprechung wird fortgesetzt werden. — Zum Präsidenten der Bukarester Sektion der Union rumänischer Juden wurde Advokat Kiva Ornstein, Vizepräsident der Loge „Noua Fraternitatac" gewählt Zur Besetzung der Chordirigenten* stelle im Stadttempel. Bevor ich mich zu dieser nunmehr erfolgten Besetzung der ChordirigentensteUe am Stadttempel nach vielseitiger Aufforderung äußere, ist es mir eine Herzenspflicht, dem nach 4üjähriger erfolgreicher Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand getretenen Freund und Kollegen Chordirektor Josef Z e 11 n i k Anerkennung und Dank zu zollen. Chordirektor Zellnik hat seine schwere Aufgabe, den Stadttempelchor, seiner berühmten Tradition entsprechend, auf gleicher Höhe zu erhalten Und! den von weiland Professor Salomon Sulzer geschaffenen weihevollen würdigen, erhabenen, von Aesthetik getragenen Gottesdienst in seiner Schönheit zu gestalten, hingebungsvoll erfüllt Es ist ihm das dank der Unterstützung der jeweiligen Kantoren und seiner ausgezeichneten Sänger im Chore voll und ganz gelungen; Zellnik war ein pflichteifriger, pflichtbewußter Chorleiter, dem seine musikalische bedeutende Begabung und seine große Sulzerverehrung die Arbeit erleichterte. Möge es nun Chordirektor Zellnik vergönnt sein, die wohlverdiente Ruhe viele Jahre in Gesundheit zu genießen. Nun zum neuen Chordirigenten, Herrn Kurt Fuchsgelb, dessen Ernennung ich mit aufrichtiger Freude begrüßt habe mit den Worten: „Endlich der richtige Mann am richtigen Platz". Es wäre mir nie eingefaien, zu dieser Frage mich öffentlich zu äußern, wenn nicht in einer hiesigen jüdischen Zeitschrift ein in Anonymität gehaltener, unfairer Angriff erschienen wäre. Aber dazu hieße Schweigen Bestätigung. Wer mich kennt und meine fachmännische Objektivität, der wird von jeher wissen, daß ich einem krassen Unrecht immer scharf entgegengetreten bin. Kurt Fuchsgelb braucht keinen Verteidiger, hat mich auch nicht dazu bestellt oder aufgefordert lediglich weil ich seine bedeutende Musikalität und seine sonstigen Fähigkeiten kenne, fühle ich mich als ältester Chordirigent in Wien berufen und berechtigt, hierzu Stellung zu nehmen. Schon als kaum 16jähriger hat Fuchsgelb unter meiner Leitung im türkischen Tempel als Organist aushilfsweise mitgewirkt, da lernte ich seine musikalische Fähigkeit kennen; dann übernahm er die Leitung des Fünfhauser Tempelchores in sehr desolatem Zustande. Ich hatte dann nach kurzer Zeit seiner Tätigkeit die Gelegenheit bei einer Trauung den Chor wieder zu hören und war. überrascht von dem Unterschied der Klangwirkung, Kultur und Exaktheit, die Fuchsgelb erzielt hat Somit hat er den vollen Beweis seiner besonderen Begabung als Chorleiter bereits erbracht. Auch sein Studiengang, seine Zeugnisse sind Garantien für seine Bestellung zum Chordirigenten des Stadttempels. Zum ScMusse will ich noch bemerken, Herr Brandmann braucht nicht auf Kosten eines anderen groß gemacht zu werden, er hat seine Qualitäten für sich und kann sich in gleicher Eigenschaft, in der er tätig ist zum Ruhme des jüdischen Gottesdienstes betätigen und bewähren. Vergleichen und Abschätzen führt nie zum guten Ende. Oberkantor Isidor Löwit Dr. Leo Goldhammer — ein Fünfziger! Der Mann, den wir heute an dieser Stelle zu seinem 50. Geburtstage begrüßen, erfreut sich in allen Kreisen der Wiener Juden Sympathie und Wertschätzung und! nimmt im geistigen und gesellschaftlichen Leben dieser Stadt einen hervorragenden Rang ein. Leo Goldhammer stammt aus dem Osten, wo er auch im Hause seiner hochangesehenen Eltern die Jugendjahre verlebte. Nach Wien, wohin ihn als Student um die Jahrhundertwende der Weg führte, brachte er ein reiches Maß echter, ursprünglicher Jüdischkeit mit und zeichnete sich durch reiche Erstklassige ^3 Küche sowie Weine von S 2.— per Liter aufwärts, auch alle Sorten Orlg. Palästina - Weins, erhalten Sie im altrenommierten RESTACRAM NOBITZ SINGER II., KomöulengasseO (EtiieZtrkosgasse) FLEISCHHAUEREI BRÜDER STADLER Wien II., Im Werd 1 - Tel. A 43-5-20 unter Aufsicht der Ada* Jisroel, SdüfEsmuI, Wien offeriert täglich frisches, prima extrem Rind- und Kalbfleisch eigener Schlachtung au den billigsten Tagespreisen Du Fleisch wird in unterer hygienischen amerikanischen Kühlanlage „Kolvinator" aufbewahrt und auf Wunsch kostenlos ins Haus gestellt. Aufträge auch telephonisch unter Nummer A 43-5-20 erbeten. Ein einziger Versuch genügt, daß Sie unsere standige Kunde bleiben Kenntnisse der hebräischen Literatur aus. Dem Zionismus schloß er sich schon in seiner Heimat an. als die Bewegung ihren1 Anhängern reine Herzenssache war und ihnen lediglich die Erfüllung tiefer Sehnsucht bieten konnte. Dr. Goldhammer ging nie darauf aus, Ruhm für sich zu begründen, denn er faßte seine Arbeit als heilige Pflicht für die jüdische Gemeinschaft auf. Er gehört zu jenen zionistischen Führern, die auch für die Andersdenkenden Verständnis finden und diesen Achtung entgegenbringen. Auch als geschichtskritischer Schriftsteller hat sich Dr. Goldhammer einen bedeutenden Namen erworben und zeichnete sich als Soziologe und Statistiker besonders aus. Sein Werk „Die Juden W i e n s" ist wohl bekannt. Goldhammer, der ein vielbeschäftigter Rechtsanwalt ist, verfügt über eine glänzende Rednergabe und hat oft durch seine Vorträge große Kreise erfreut. Eine Zeitlang stand Dr. Goldhammer an der Spitze des Zionistischen Landeskcmitees und war Mitglied des Wiener Kultusvorstandes. Wir wünschen Dr. Leo Goldhammer noch viele Jahrzehnte reichen Schaffens. Gl. B. Zimmermaler Kohn empfiehlt sich zur Ausführung von Malerarbeiten jeder Art 11., Rotenkreuzgasse 3 Tel. A 45-5-37 Trauung. Sonntag, den 18. d. M., fand im Turnertempel die Trauung des Fräuleins Irmy W o 11 m a n n mit Herrn Ernst Neuer, Sohn des Herrn und Frau Moritz Neuer, statt. Der Bräutigam ist ein eifriges Mitglied der Jugend-Union, weshalb auch eine Deputation dieser Vereinigung unter Führung des Obmannes Oskar Hirse Ilfeld der Trauung beiwohnte und das Brautpaar, das überhaupt wie auch seine Eltern Gegenstand herzlicher Gratulationen war, innigst beglückwünschte. Die Trauungsrede hielt Oberrabbiner Dr. I. T a g 1 i c h t, die kantorale Funktion vollzog in gediegener Weise Oberkantor Heinrich Fischer, begleitet von dem ausgezeichneten Chor. Israel. Theol. Lehranstalt. IL. Temnelgasse 3. Für das Sommersemester 1934 finden Einschreibungen und Aufnahmsprüfungen am 18. und 19. April statt; die Vorlesungen beginnen Sonntag, dien 22. April. W&akstots Köniösliclir Seit vielen Jahren das anerkannt beste tssb-rresüi Man achte auf die ges. gesdi. Narke „Hyglen. KSnlgsllcht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhlrschengassse 3 Telephen R 33-1-87 Bitte um rechtzeitige Vormerkungen für die Erstklassige P1D3 Weine von S 2.— per Liter aufw. ins Haus zugestellt. Alle Sorten Karmel- und Palästina- Weine. RESTAURANT RCRLIN6ER II., TADORSTRASSE Nr. 18 im Hotel National Tel. R 47-7-41 Silberne Hochzeit. Der allseits beliebte Kantor des Tempels in der Inneren Stadt, Herr Markus B a 1 ab a n, feiert mit seiner Gattin Charlotte am 24. März das Fest der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlasse sind dem Jubelpaare vielfache Ehrungen zugedacht. Goldene Hochzeitsfeier in der israelitischen Versorgungsanstalt. Am Samstag, den 17. d. M., fand im Betsaale der israelitischen Versorgungsanstalt die Feier der goldenen Hochzeit des Pfleglings Regine Braun mit ihrem Gatten Moriz Braun, Tempelaufseher, statt. Rabbiner Dr. Schwarz hielt an das Jubelpaar eine Ansprache, welche sowohl von dem Hochzeitspaar als auch von den den Betsaal bis aufs letzte Plätzchen füllenden Festgästen mit Rührung aufgenommen wurde. Dann gratulierte namens des Kultusyorstandes der Obmann der Anstalt, Herr Dr. I. H. Körner, dem Brautpear und überreichte ihnen eine Ehrengabe der Kultusg-emeinde. Nach dem feierlichen Gottesdienst nahm das Jubelpaar die Gratulationen der Angehörigen und Freunde entgegen und dankte tief gerührt. Ein scllenes Festessen beschloß die Feier. Todesfälle. Sonntag, den 18. März, fand das Begräbnis des Herrn David K o d i t s c h e k, des Vaters des in weiten Kreisen bekannten Herrn lng. Hugo Koditschek, statt. In der Zeremonienhaie, 1. Tor, fand sich ein zahlreiches Publikum ein, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Unter anderen waren erschienen von der „Union" Präsident Dr. Ornstein, Univ.-Prof. Dr. Stern samt Gemahlin und viele Mitglieder des Zentralvorstandes, von der Chewra Kadischa eine Reihe prominenter Mitglieder, von der Bezirkskommission Landstraße der Obmann Dr. Hendler sowie eine Anzahl von Kommissionsmitgliedern, vom Tempel, III., Untere Viaduktgasse 13, der gesamte Vorstand, eine Reihe von Mitgliedern und viele jüdische Bewohner der Landstraße, eine Abordnung des Bundes jüdischer Frontsoldaten mit dem Bezirksführer Z e 1 u i k. Die Kultusgemeinde war außer durch ihren Vizepräsidenten Dr. Ornstein noch durch den Kultusvorsteher Herrn Berthold Sinai, ferner durch Herrn AmtsIeMer F r e i s t a d t vertreten. In der Zeremonienhalle hat ais Freund des Herrn lng. Hugo Koditschek. der Familie des Verblichenen und als Tempelrabbiner Prof. Doktor Kupfer die Trauerrede gehalten, die vom Herzen kam und alle Zuhörer tief bewegte. Er schilderte des Verewigten reines, schönes Berufs- und Familienleben, sein außergewöhnliches jüdisches Wissen, seine besondere Vertrautheit mit alen jüdischen Vorschriften und Gebräuchen, sein hervorragendes Gedächtnis, seine seltenen Charaktereigenschaften. In den letzten Jahrzehnten bewies er, der auch ein braves Mitglied der „Union" war, eine grenzenlose Liebe und Anhänglichkeit zum Tempel. III., Untere Viaduktgasse, dessen treuestes, dem Gebet ergebenes Mitglied er war. Der Prediger fordert alle anwesenden „Weißgärber" Juden auf, die Erinnerung an den sei. David Koditschek dadurch zu ehren, daß si,e sich alle der Sache des von ihm so geliebten Tempels widmen. Die kantorale Funktion versah Oberkantor L ö w y vom Landstraßer Tempel mit den Chorherren in ausgezeichneter Weise. Den trauernden Söhnen und insbesondere den weit über die Grenzen des Bezirkes bekannten und beliebten Herrn lng. Hugo Koditschek. dessen jüdisches Tun und Wirken, dessen hingebungsvolle Arbeit für den Landstraßer Tempel allgemein geschätzt wird, wendet sich unsere ganze Teilnahme zu. . — Am 15. d. M. ist nach langer, in gottesfürchtiger Weise ertragener Krankheit Frau Käthe S t ö ß 1 e r, geb. M a n d 1, die Gattin des in weitesten Kreisen bekannten und beliebten Zentralvorstandsmitgliedes der „Union", Herrn Kommerzialrates Gustav Stoßler, in ein besseres Jenseits abberufen worden. Entsprechend dem letzten Willen der braven Frau fand das Leichenbegängnis m aller Einfachheit statt; die vielen Freunde des Witwers ließen es sich-jedoch nicht nehmen, ihm durch zahlreiches Erscheinen die herzliche Anteilnahme zu bekunden, die alle jene erfüllt, die von dem schweren Verluste Kenntnis erhielten, der ihn und seine Kinder betroffen. So waren u. a. in Vertretung der „Union" Präsident Dr. J. Ornstein und Prof. Dr. H. Stern samt Gemahlin erschienen. Frau Käthe Stößler war eine hochgebildete, vornehme Frau, deren einziges Streben es war, bedürftigen und unglücklichen Menschen zu helfen. Sie war ihrem Manne eine gute Gattin, ihren Kindern eine vorbildliche Mutter. — Kürzlich wurde der im 69. Lebensjahre ganz plötzlich dahingeschiedene Herr Gustav Rosenberg zu Grabe getragen, der ungefähr 4 Jahrzehnte im Währinger Judentum verdienstlich gewirkt, so als Vorstand der dortigen Chewra Kadischa, wie auch des Währinger Talmud-Thoravereines und als Delegierter der Chewra Kadischa. Wohltätigkeit und Gottesfürchtigkeit waren Grundzüge des lauteren Charakters dieses braven

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