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Die Wahrheit · 1934-03-23 · Heft 12 (23.3.1934) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1934
Issue
Heft 12 (23.3.1934)
Date
1934-03-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 5 QLE WAHRHEIT Untifnofflirh MazzE5,6rieB> ^farwel-s,alt Rßl,|araB'3 HürtB: JMnB- V Ur 11 uI lllulli lieh—Erzeugung unübertroffen". In allen Bcziphen Verkaufsstellen täglich frisch. Die österreichische Molkerei Union Telephon A 46-4-69 S. & G. PISK Gegründet 1885_ Wien XX., NordwestbahnstraQe 71 __ bringt die unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der ADAS J1SROEL (SCHIFF¬ SCHUL) erzeugte garantiert verläßliche KOSCHERMILCH während des ganzen Jdhres und speziell für PESSACH noS unter Anwendung aller rituellen Vorschriften seit mehreren Jahren in sämtlichen Bezirken Wiens in geschlossenen Kannen und Flaschen zum Verkauf. Jedes Gefäß ist mit der Marke (Plombe) der Adas Jisroel (Schiffschul) versehen. Wenn daher die Kunden auf verläßliche, einwandfreie Koscher milch reflektieren, empfehlen wir unsere Bezugsquellen, in welchen diese unsere Milch zum Ausschank gelangt. w. orT, 7. Nissan 5694 Wien, am 23> M~rz ,934 iil'iiihilji: üil-li'ii;. Wien I., Seitenstetteagasse 2, Tel. ü 28-1-28 XL, Zentralfriedhof, «tu iiffl I. I«, Tel. U 18-0-85 die behördliche Erlaubnis erst nach großen Schwierigkeiten erlangt werden konnte, ist jetzt, noch bevor er recht in Tätigkeit treten konnte, vonderRegierung aufgelöst worden. Der Verband stand unter dem Protektorat des Verbandes jüdischer Gemeinden Bayerns. Als Grund für die Auflösung des Vereinigten Jüdischen Sportverbandes wird angegeben, daß andere Verbände ihn zur Tarnung ihrer eigenen verbotenen Tätigkeit benutzt haben. * Die englische Presse meldet aus Berlin, daß der nationalsozialistische Handels- und Handwerkerverband (NS-Hago) für die Feiertagssaison vom 23. März bis 7. April eine Boykottaktion gegen die Juden proklamiert hat. Besonders in der Provinz werden große Vorbereitungen zur planmäßigen Durchführung des Boykotts getroffen, wobei die organisierte Jugend in den Dienst der Sache gestellt wird. Der Rundfunk soll in den Dienst der Boykottpropaganda gestellt werden. SA-Streifen werden in Städten und Dörfern eingesetzt. Posten werden die Eingänge zu jüdischen Geschäften bewachen. Jeder arische Ladenbesitzer ist verpflichtet, das Abzeichen der NS-Hago so auszustellen, daß die Käufer ohne weiteres zu unterscheiden vermögen, ob es sich um ein „arisches" oder um ein jüdisches Geschäft handelt. Obwohl manche der gleichgeschalteten Zeitungen nicht verfehlen, darauf hinzuweisen, daß die Regierung die Hineintragung des Rassenkampfes in die Wirtschaft mißbilligt, wurden bisher keine Gegenmaßnahmen gegen die neue turbulente Boykot t a k t i o n, die anscheinend erst einen Anfang darstellt und den Juden Anlaß zu ernsten Befürchtungen mit Bezug auf deren weitere Entwicklung gibt, ergriffen. Auch deutet nichts darauf hin, daß beabsichtigt wäre, in naher Zukunft solche Maßnahmen zu ergreifen. * Das Sächsische Innenministerium hat dem Landesverband der sächsischen israelitischen Religionsgemeinden mitgeteilt, daß es gegen die Stellungnahme des Rates der Stadt Plauen und der Kreishauptmannschaft Zwickau, derzufolge Juden vom Besuch der städtischen Badeanstalten zu ihrem eigenen Schutze ausgeschlossen sind, nichts einzuwenden habe. * Vor dem Mainzer Rathaus, in dem das Standesamt untergebracht ist, versammelte sich eine große Menschenmenge, um die Ziviltrauung eines Mainzer Juden mit einer „arischen Arbeiterin" zu vereiteln. Das Verhalten der Menge wurde so drohend, daß die Polizei — wie die Mainzer Zeitungen melden — „im eigenen Interesse" die beiden Hochzeitsleute verhaften mußte. * Gauleiter Julius Streicher schreibt in seinem „Stürmer": „Gegen Rasseschänder und Sittlichkeitsverbrecher ist ein neues Gesetz geschaffen. Es soll das deutsche Volk, soll die arische Rasse schützen. Es ist das Gesetz der Entmannung. Auf Grund unserer Kenntnis in der Judenfrage sind wir der Ansicht, daß eigentlich alle Juden entmannt werden müßten." 25.000 Amerikaner protestieren. Im Weißen Hause erschien am 16. März eine Abordnung des Internationalen Ordens Bne Briss unter Führung seines Präsidenten Alfred M. Cohen, um dem Präsidenten Roosevelt eine 250.000 Unterschriften tragende Petition zu überreichen, in der er ersucht wird, der deutschen Regierung die Gefühle des Volkes der Vereinigten Staaten und aller zivilisierten Völker angesichts der Entrechtung und der Verfolgung der Juden in Deutschland zum Ausdruck zu bringen. FAMILIEN - PENSION |RB3laRPitioii,IIaffniiaos täglich 5-ühr-Tee SEMMER1N« | TELEPHON 11 Hochstraße 43 neben Kasino und Strandbad YOUNEflrlE "ÄioffiK ^filÄEl w ■±-;ir^B'ii^A Mäßige Preise, Zimmer mit Pension S12.— aufwärts Zentralheizung, fließendes Warm- und Kaltwasser in jedem Zimmer. Zum Besuch ladet höflichst ein Eckstein. Besitzer Einen starken Eindruck machte es, daß sich der Bne Briss-Abordnung freiwillig zahlreiche führende Persönlichkeiten des amerikanischen öffentlichen Lebens, in der Mehrzahl Nichtjuden, unter ihnen frühere und gegenwärtige Staatsgouverneure, Bürgermeister usw. angeschlossen haben. Die Abordnung wurde an Stelle des Präsidenten Roosevelt, der auf Anraten der Aerzte eine Zeitlang der Erholung pflegen muß, von dessen Sekretär M. Cintye empfangen, der erklärte, er werde unverzüglich die Petition dem Präsidenten zuleiten. Die Warschauer Universität geschlossen« Am 16. März wurde der Dekan der humanistischen Fakultät der Warschauer Universität Prof. Handelsmann beim Verlassen des Universitätsgebäudes von einer Gruppe Angehöriger des nationalsozialistischen Studentenbundes überfallen und mißhandelt. Dieser Vorfall steht im Zusammenhang mit der schon seit längerer Zeit an der Warschauer Universität herrschenden antisemitischen Hetze, die sich vor allem auch gegen Prof. Handelsmann, der Jude ist, richtet. Handelsmann kam gerade von einer Historikertagung, welche sich mit der Streichung des Arierparagraphen aus den Satzungen der Studentenvereine beschäftigte. Biso wir treffen uns bestimmt an den Sederabenden bei A. BARSCHAM Wien Ii., öroöe schiMKisse Nr. 3 Telephon \ 40-4-5» Unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Josef Babad Berühmt sind seine ungarischen Weine, Palästinaweine. Meth, Slibowitz, Kognak von S 2. - per Liter aufwärts. Besonders empfehlenswert: seine streng koschere Küche HD3 bv "ICD Der Rektor der Warschauer Universität hat sofort die Warschauer Universität bis auf weiteres für geschlossen erklärt. Handelsmann hat die Dekanswürde niedergelegt. Die Polizei verhaftete sechs Urheber des Ueberfalls auf Professor Dr. Marceil Handelsmann. Vier von ihnen sind nationalistische Hochschüler, zwei Handwerker. Sämtliche Lokale der nationalistischen Hochschüler wurden geschlossen. Taufschein Geburtsschein — in Bad Gastein. In Erledigung eines Protestes der Kultusgemeinde Wien wegen Fassung der amtlichen Ausschreibung einer Stelle eines Kurdirektors in Badgastein ist dem Kultusvorstande die folgende Erledigung der Landesregierung Salzburg zugekommen: „Unter Bezugnahme auf das Schreiben vom 3. Jänner d. J. beehrt sich die Landesregierung zur Aufklärung des. Sachverhaltes mitzuteilen, daß die Ausschreibung des in Rede stehenden Postens keineswegs auf Grund einer gesetzlichen Bestimmung erfolgte und dieser Posten von der Gemeinde Badgastein daher auch ohne jegliche Ausschreibung freihändig hätte vergeben werden können. Es war somit die Ausschreibung selbst und daher ebenso auch die Formulierung der Ausschreibungsbedingungen gänzlich Ermessenssache der Gemeinde, welche die Stelle zu vergeben hatte. Dies vorausgeschickt, möge der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde versichert sein, daß in dem beanständeten Verlangen wegen Beibringung eines Taufscheines eine Ausschließung von Bundesbürgern israelitischer Konfession von der Bewerbung nicht beabsichtigt war. Denn es ist, wie dies auch immer üblich war, der Ausdruck „Taufschein" diesfalls als gleichbedeutend mit dem Geburtsschein anzusehen gewesen und wird auch praktisch kaum einen Angehörigen der israelitischen Konfession davon abgehalten haben, ein Bewerbungsgesuch einzureichen, da schon der Charakter des Posten eine Einschränkung konfessioneller Natur bei der Bewerbung ausschließt Die Landesregierung war daher leider nicht in der Lage, dem dortigen Wunsche wegen Veranlassung der Neuausschreibung der Stelle Rechnung zu tragen." Der Landes-Amtsdirektor: B a i 11 o u. In der Jüdischen Bühne. IL, PraterstraBe 60. wird ab Freitag, den 23. d. M.. die musikalische Komödie „D u s C h a s e n d 1" zur Aufführung gelangen. Die bekannte und beliebte Wera Kaniewska spielt die Titelrolle, Paul Breitmann den Liebhaber. Zu nD3 benutze man in jedem lüdlschen Haus» SHENEH fett PliiSlill-OIMl noa1? n«o -p m pv Heurig frisch, nur mit Einprägung in der Dose. nosb "mn Das Beste zum Kochen, Braten, Backen, das Beste für Salate und Mayonnaise, das Beste für Medizinal- ZWGClt€ SBEHEi mimtm nimm in zehn Sorten, Bade-Soap, Adin, Hadar Hacarmel. Galfl, Carrael Flowers, Baby Soap, Menorah, La Palma, A Ia Marseille und Ora Seifenflocken in allen besseren Geschäften erhältlioh. Generalrepräsentant für Österreich: Sa. RABINOWITSCH Wien II., Zlrkiugass* 10, T«l. II 48-7 3S

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