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Die Wahrheit · 1934-03-16 · Heft 11 (16.3.1934) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1934
Issue
Heft 11 (16.3.1934)
Date
1934-03-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE WAHRHEIT Sie können Ihren f er graniten. Bekannten and rrennden m der owjei-Union durch fi TORGSIN if (Warenhäuser in allen Städten der UdSSR) alle fiewfinschten Lebensmittel, BekleldungsgegenstSndeund Bedarfsartikel ausfolgen lassen. Bestellungen, Auskünfte und Preislisten in der Handelsvertretung der UdSSR, Wien /., Watlnerstraße 9. Tel. U 21-5-55 Einige Preise (umgerechnet in österr. Schillingen zum gegenwärtigen Kurs): Mehl, 1 kg von S 0.19 bis 1.19; Reis 1 kg von S 0.47 bis 0.85; Würfelzucker, 1 kg S 1.32; Honig in Dosen, 1 kg S 1-66; Teebutter in Dosen, 1 kg von S 2.13 bis 3.56; Herr«nsocken. 1 Paar S 0.47 bis 4.75; Damenschuhe. 1 Paar S 17.75 bis 26.10; Herrenschuhe. 1 Paar S 19.70 bis 24.90. Erstklassige nDB b& TOS W B I N E von S 2.— aufwärts auch all« Sorten PalSstlna-Welnei erhalten Sie im bestbekannten RESTAURANT MORIZ SINGER II., H omOdiengasseö (EdteZlrhusgasse) FLEISCHHAUEREI BRUDER STADLER Wien II., Im Werd 1 — Tel. 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Unter ihnen befanden sich hervorragende Persönlichkeiten wie der Bürgermeister von New York La Guardia, der frühere Gouverneur von New York und Präsidentschaftskandidat AI Smith, der Gewerkschaftsführer William Green, der Chefredakteur des „Jewish Daily Forward" Ab C a h a n, der Ehrenpräsident des American Jewish Congress Rabbi Dr. Stephen S. Wise und der Präsident Bernard Deutsch, die Senatoren M i 11 a r d und T y d i n g s. der gewesene Staatssekretär Professor Raimund Moley usw. Die ganze Versammlung bildete die J u r y. Das U rtei 1 wurde durch Radio verkündet. AI Smith, dem die Versammlung eine enthusiastische Ovation bereitete, sagte in seiner Rede: „Hitler hat das deutsche Volk auf den Kulturgrad des Höhlenmenschen zurückgeführt. Die Kinder in Deutschland werden dazu erzogen, ihre Mitmenschen wegen ihrer religiösen Ueberzeugung zu hassen und zu verachten. Ehe Deutschland es wagt, internationale Gerechtigkeit zu beanspruchen, sollte es vor allem seinen«- eigenen Staatsbürgern Gerechtigkeit widerfahren lassen.'' Bürgermeister La Guardia erklärte, die Vereinigten Staaten würden bald in die Zwangslage kommen, die diplomatischen Beziehungen mit Deutschland abzubrechen, wenn das Hitler-Regime in Deutschland sich außerstande erweist, amerikanische Besucher Deutschlands vor Anpöbelungen zu schützen. Staatssekretär Moley kritisierte heftig die amerikanischen Einwanderungsbehörden, welche deutschen Emigranten das Visum nach den Vereinigten Staaten verwehren. Moley rief unter tobenden Beifallskundgebungen der Riesenmenge: „Ich hasse Hi11 er!" Der berühmte Reformator des amerikanischen Rechtswesens Samuel Seabury faßte die Ausführungen aller Redner zusammen und kam zu dem Schlüsse, daß der Hitlerismus eine Attacke gegen die menschliche Zivilisation und einen Rückfall in die Barbarei bedeutet. In der vom Senator F. Tydings eingebrachten und einstimmig angenommenen Resolution werden die „Regierungsmethoden eines mittelalterlichen und barbarischen Despotismus in Deutschland" verurteilt Es wird erklärt, daß Hitler, „der größte Tyrann aller Zeiten", „ein Verbrechen gegen die Zivilisation" begehe und i ein „Feind des Friedens" sei. KONKURS. Im Gotteshause des Brig. isr. Tempelvereines, XX., Kluckygasse 11, in Wien, gelangt die Stelle eines Oberkantors zur Besetzung. Zur Anstellung sind erforderlich: die österreichische Staatsbürgerschaft oder die behördliche Berechtigung zur Ausübung des kantoralen Dienstes in Oesterreich, eine gute schöne, gesanglich ausgebildete Stimme, liturgische und hebräische, durch eine Prüfung zu erweisende Kenntnisse und ein Alter unter 35 Jahren. Mit den Personaldokumenten und einem Nachweis über die bisherige, fachliche Verwendung belegte Gesuche sind bis längstens 15. April ds. J. an die Kanzlei des Brig. isr. Tempelvereines, XX., Kluckygasse 11, zu überreichen. Vor der Aufnahme müssen sich die Bewerber einer Vorprobe und dann eventuell einer Probe bei einem Sabbatgottesdienste unterziehen. Gehalt nach Uebereinkommen. Nur dem Akzeptanten werden eventuelle Reisekosten vergütet. Für den Vorstand des Brig. isr. Tempelvereines: Geza K1 i n g e r, Josef K o h n, Schriftführer. Obmann. Der deutsche Gesandte und frühere Reichskanzler Dr. Hans Luther, der eingeladen wurde, den Hitlerismus zu verteidigen, wobei ihm zugesichert wurde, daß er respektvoll angehört werden "wird, hat auf das Einladungsschreiben keine Antwort erteilt. Dafür hat er beim State Department Vorstellungen wegen des Beschlusses der Versammlung gegen Hitler und den Nazismus erhoben, wobei er darauf hinwies, daß der jetzt amtierende Bürgermeister von New York als Redner auftrat. Vom State Department wurde lediglich erwidert, es bestünde keine Möglichkeit zum Einschreiten. Noch vor der Kundgebung hat Dr. Luther versucht, ein Verbot der Versammlung zu erwirken. Es wurde ihm entgegnet, es würde dies gegen die amerikanische Tradition der Redefreiheit verstoßen. Zimmermaler Kohn empfiehlt sich zur Ausführung von Malerarbeiten jeder Art II., Rplenkremgasse 3_ Tel. A 45-5-37 Palästina-Nachrichten. In der Zitadelle von-Acco wurde das Todesurteil an dem Araber Mustara E1 - A1 i, einem der beiden Mörder des jüdischen Kolonisten Joseph J a c o b i und seines neunjährigen Sohnes David, vollstreckt. Der zweite Mörder wurde bekanntlich zu 1 ebenslänglichem Kerker begnadigt. Zu der als Vorbedingung für die Ausübung des Rechtsanwaltsberuis in Palästina vorgesehenen überaus schweren Zulassungsprüfung für ausländische Rechtsanwälte haben sich für den nächsten Termin 45 jüdische und 5 arabische Anwälte angemeldet. Die jüdischen Kandidaten sind zu einem großen Teil Einwanderer aus Deutschland. Der größere Teil der eingewanderten Juristen hat sich infolge der schweren Bedingungen für die Zulassung zum Rechtsanwaltsberuf veranlaßt gesehen, z u neuen Beruien überzugehen. * In N a h a 11 a 1, der ersten nach dem Kriege gegründeten jüdischen Palästina-Siedlung, werden jetzt 35 neue Betonhäuser für die bisher in Holzbaracken untergebrachten Siedler errichtet. * Auf einer in der Hauptverkehrsstraße von Jerusalem, der Jaffastraße, zentral gelegenen Baustelle, wurde mit den Vorarbeiten zum Bau des neuen Hauptpostamtes begonnen. Die Durchführung der Erdaushebung wurde einem christlich-arabischen. Unternehmer übertragen. 50 Arbeiter, unter ihnen kein einziger Jude, wurden für zwei Monate aufgenommen. * Wie sich jetzt herausstellt, war der durch den letzten großen Brand in Jaffa, bei dem ein jüdischer Holzlagerplatz in Flammen aufging, verursachte Schaden bedeutend größer als ursprünglich angenommen wurde. Nicht nur der Holzlagerplatz und die auf ihm aufgestapelten ungeheuren Vorräte, darunter 1 Million Kisten für Orangenverpackung, ein Fünftel des Bedarfs für die ganze Saison, sondern auch einige an den Lagerplatz angrenzende Häuser, wurden eingeäschert, bis es den vereinigten Anstrengungen der freiwilligen Feuerwehr aus Tel Aviv, der Jaffaer Polizei und der englischen Garnison gelang, den Brand zu lokalisieren. Die vernichteten Werte werden auf über 100.000 Pfund geschätzt. * Im Hinblick auf die Tatsache, daß in letzter Zeit zahlreiche jüdische Polizisten infolge der ungünstigen Diensitbedingungen aus dem palästinensischen Polizeikorps ausgeschieden sind — es gibt z. B. keinen jüdischen Gefangenenwärter im Jerusalemer Zentralgefangenhaus —, wurde in Jerusalem eine Vereinigung zur Förderung der Interessen jüdischer Polizisten gebildet. Die Vereinigung will eine Reihe von Einrichtungen schaffen, durch die die Lage der jüdischen Polizisten verbessert werden soll. Man denkt an Sprachkurse, Kurse für Straf- und Zivilrecht, Einrichtungen iür medizinische und soziale Hilfe,' Arbeitsvermittlung für diejenigen, deren Dienstzeit abgelaufen ist, Erziehungshilfe und Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Zivilbevölkerung und Polizisten. * v- Marschall Pilsudski tritt demnächst eine Erholungsreise nach Aegypten an. In dem Programm ist ein Besuch in Palästina vorgesehen, und zwar wird der Marschall einen Tag in Tel Aviv und einen Tag in Jerusalem weilen. * In Palästina sind gegenwärtig 3,579.000 Pfund in Währungsgeld und Scheidemünzen im Umlauf. Der verstärkte Geldverkehr hat Ende Dezember die Neu aussähe von Papiergeld und Münzen im Werte von einer Viertel Million Pfund notwendig gemacht. Man erwartet, daß di.e Regierung in diesem Jahre einen Gewinn von etwa 100.000 Pfund aus ihren Geldoperationen ziehen wird. Sonderverband der Zionisten- Revisionisten aufgelost. Das Zentralbüro der Zionistischen Organisation erläßt die folgende amtliche Erklärung: In Erwiderung auf zahlreiche Anfragen stellt die Executive der Zionistischen Organisation fest: Gemäß dem Verdikt des zionistischen Ehrengerichts vom 5. Jänner 1933 und in Uebereinstimmung mit den Tatsachen ist der Sonderverband der Zionisten-Revisionisten als aufgelöst und als nicht existent zu betrachten. Keine zionistische Gruppe, Partei oder Fraktion hat das Recht, sich „Sonderverband der Zionisten-Revisionisten" zu nennen oder als solcher zu gelten. Die Weltunion der Zionisten-Revisionisten ist, wie allgemein bekannt, eine Körperschaft, die iaußerhalb der Zionistischen Organisation steht und innerhalb der Organisation keinerlei legalen Status besitzt. Die Rechte derjenigen Zionisten innerhalb der Zionistischen Organisation und der der Organisation angeschlossenen Körperschaften, die revisionistische oder dem Revisionismus ähnliche Ansichten haben, sind durch das Verdikt nicht betroffen. Die Juden in Zagreb. Wie das Zentralorgan der jugoslawischen Zionisten „Zidov" mitteilt, betrug die Zahl der Juden in Zagreb im abgelaufenen Jahr 9653. Davon waren 745 Klaufleute, 290 Handelsreisende und Vertreter, 104 Gewerbetreibende, 97 Ingenieure und Architekten, 94 Aerzte, 73 Advokaten, 983 öffentliche und Privatangestellte und 746 gehörten sonstigen Berufszweigen an. An der Zagreber Universität sind im laufenden Schuljahr 369 jüdische Hörer inskribiert, die sich auf die juridische, medizinische und technische Fakultät verteilen.

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