Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 52 (29.12.1933)
- Date
- 1933-12-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 DIE WAHRHEIT Alle Radioapparate modernste Typen, stets lagernd J. HAHN, Wien IX. Wasagasse 12,Tel. A13-5-20 Serie Entsprechende Teilzahlungskonditionen / Kostenlose Vorführung in Ihrem Heim / Günstige Gelegenheitskäufe / 5 Prozent des Kaufwertes gebe ich zugunsten des Hilfskomitees für deutsche Juden Provinz- und Auslandversand Altrenommiertes Restaurant Moriz Singer II«, KomOdiengasse 8 (Ecke Zirkusgasse) 9 1.SSO Suppe, Braten oder Rindfleisch, Beilage. Mehlspeise S 1.40 Suppe, Braten nach Wahl, zwei Beilagen, Mehlspeise 9 m.«o Vorspeise oder Suppe, Schnitzel oder Rostbraten, geb. Bries, zwei Beilagen, Mehlspeise S «.- Vorspeise, Suppe, Gansl, Suppen-, Brat- oder Back-Huhn. Beilage, Mehlspeise m Spcilaiuaien! Um gefl. Zuspruch wird gebeten Nach den Wahlen in Rumänien. Katastrophale Niederlage der Zionisten. Von unserem Korrespondenten. In unserem Lande hat sich bekanntlich vor einiger Zeit ein Regierungswechsel vollzogen. Die Nationalzaranisten sind gegangen und haben den Nationalliberalen Platz gemacht Es wäre aber eine Naivität, zu glauben, daß dadurch die Verhältnisse in absehbarer Zeit eine wesentliche Verbesserung erfahren würden, obgleich man der Regierung der Liberalen mit Vertrauen entgegensehen kann. Diese Partei ist die einzige politische Organisation in Rumänien, welche auf das Greisenalter von 70 Jahren hinweist und bedeutende Erfolge in der Geschichte unseres Landes aufzählen kann. Ihre Wurzeln sind in allen Volksschichten und selbst bei den Minoritäten fest verankert und die Anhängerschaft erstreckt sich vom gewöhnlichen Ackerbauer bis zum reichsten Bankier oder Industriellen. Das von ihr angetretene Erbe in den Regierungsgeschäften ist aber zu verworren und chaotisch, als daß sozusagen über Nacht eine Besserung eintreten könnte. Nicht nur die wirtschaftliche Lage und der Wetteifer der einzelnen Oppositionsparteien mit ihren verhetzenden und demagogischen Phrasen sind es, welche den neuen Machthabern Hindernisse in den Weg legen; die Elemente, welche unter dem Hakenkreuz mit Terror arbeiteten und die Ruhe und Ordnung im Lande arg bedrohten; die zügellosen Willkürakte mancher Jünger der Wissenschaft, die mit Radauchauvinismus ihre Studienerfolge zu beeinflussen wähnten; das Treiben der Nazi, die mit ihrem Tantam das Aufsehen der Oeffentlichkeit erregen und dem Dritten Reiche ihre „wohlverdienten" Leistungen dartun wollten — alle diese Umstände sind keineswegs geeignet, der neuen Regierung ihr Dasein zu erleichtern. Es muß daher dem Innenminister manche schlaflose Nacht gekostet haben, bis er den Entschluß faßte, die „Eiserne Garde" gänzlich aufzulösen und mehrere Führer derselben in Haft zu nehmen. Zur Sicherung der Parlamentsmehrheit mußte das frühere Parlament aufgelöst werden und wurden in der Vorwoche Neuwahlen durchgeführt. Die Liberalen haben eine erdrückende Majorität errungen. Die Partei des Antisemiten Cuza hat aber auch neun Mandate erobert, nur die Juden sind — leer ausgegangen. Nicht einmal die erforderlichen 2 Prozent der gesamten Stimmenanzahl konnten sie aufbringen, obgleich die jüdische Bevölkerung 7 Prozent in Rumänien zählt. Die Million Juden wird also durch andere vertreten sein____Eine Kritik ist zwecklos und ändert nichts an der Tatsache. Der weise Spruch unseres größten Sehers Jesaia bewahrheitet sich auch diesmal, der dem jüdischen Volke verkündet: „Deine Zerstörer und deine Verwüster kommen aus dir selbst." In Großrumänien bestehen zwei jüdische Parteien, die miteinander im erbitterten Bruderkampf stehen, der von jüdischnationaler Seite mit Beleidigungen, Verleumdungen und Herabsetzungen der . Gegner geführt wird. Die U. E. R. (Union rumänischer Juden), welche zu den meisten politischen Parteien , in guten Beziehungen steht, hat beschlossen, keine Koalition einzugehen und überließ ihren Mitgliedern freieHand, mit jenen Parteien zu gehen, welche für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung kämpfen und die Rechte der Juden. respektieren. ^Dieses Verhalten wurde damit begründet, daß die antisemitischen Parteien in der Bevölkerung das Gerücht verbreiten, daß die Liberalen nur mit Hilfe der Juden zur Regierung gelangt sind und daß die Juden daher für alle Maßnahmen der Regierung gegen die widerspenstigen Elemente verantwortlich gemacht werden müssen. Wenn man weiters in Erwägung zieht, daß die demokratischen Parteien in jüngster Zeit sich hierzulande vermehrt haben und viele Juden in ihre Mitte aufnehmen, so erscheint der Standpunkt der U.E.R. durchaus gerechtfertigt. Eine katastrophale Niederlage hat die total durchgefallene „Jüdische Reichspartei" erlitten. Diese Partei stützt sich bekanntlich auf die jüdischnationalen Organisationen und war früher bereits in zwei Wahlperioden mit fünf Mandaten durchgedrungen. Soll der ungeheure Mißerfolg etwa auf die antisemitischen Strömungen und die Einschüchterungen der Juden zurückzuführen sein? Oder hat die Situation in Palästina die Zahl der jüdischen Stimmen beschränkt? Jedenfalls zeigt es sich, daß die Juden in allen Lagern zu finden sind. Welche Folgen sich für die Jüdische Reichspartei ergeben werden, bleibt noch abzuwarten. Große Fehler sind jedenfalls begangen worden, die die Juden um die Jüdische Vertretung gebracht haben. Bernhard R i p p e 1, Bukarest. MÖBEL Moderne KQchen- Vorzimmer- Wohnzlmmer- F.KOHNf Wien II TABORSTRASSE Nr. 22 Telephon R 40-7-14 Samstag geschlossen — Angeschlossen der „Schomra* König Carol II. von Rumänien hat vor Vertretern der Presse versichert, daß in Rumänien Zurücksetzung bestimmter Bevölkerungskreise wegen ihrer R eligions- oder Rassenzugehörigkeit nicht geduldet werden würde. Der König gab dem Friedenswillen Rumäniens Ausdruck und erklärte, im Interesse der Aufrechterhaltung guter internationaler Beziehungen sei es notwendig, daß in seinem Lande auch der innere Friede durch energische Maßnahmen gesichert werde. Alle Bürger seines Landes, erklärte der König, ohne Unterschied von Rasse und Religion, seien von ihm ermahnt worden, einträchtig zum Wohl des gemeinsamen Vaterlandes zusammenzuwirken. * Bisher unerkannt gebliebene Täter haben in der Nacht die Jassyer Synagoge „Kantarschi" in Brand gesteckt, nachdem sie vorher die Inneneinrichtung völlig zertrümJmert hatten. Um die Löschung des Brandes unmöglich zu machen, hatten die Brandstifter vorher Wände und Einrichtungmit Petroleum begossen. Außer den Thorarollen, die wie durch ein Wunder unversehrt blieben, konnte nichts gerettet werden. Die polizeiliche Untersuchung blieb bisher erfolglos. Armerjttdisiiier §<finelder bittet um Arbelt, macht alle Reparaturen. -Aendenineen und dergleichen. M o M z S i n u e r. V- Rechte Wienzeile 85. Tür 10. SCCf Cid (1200 m>: hervorragendster Wintersportplatz und Höhenluftkurort, das Sonnenparadies für Kinder, jede Art Winter-] spart, absolut schneesicher / 50% Fahrpreisermäßigung PENSION GESCHWISTER SCHEER. streng "1^3 im Hotel Hochalm Bekannt erstklassige Verpflegung, Wiener Küche. Mäßige Preise. — Telephon 28 — Mitglied des Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser, Hamburg Der Minister und sein Rektor. Der Präsident der Israelitischen Landeskanzlei Hofrat Stern und der jüdische Abgeordnete der Regierungspartei Geza D e s i sprachen dieser Tage beim Unterrichtsminister Dr. lioman vor und fragten ihn, welche Maßnahmen die Regierung zu treffen gedenke, um den jüdischen Studierenden das Recht ungehinderten Studiums zu sichern. Der Minister erwiderte, die Regierung sei entschlossen, im kommenden Semester die Ordnung an allen Hochschulen zu sichern und „mit allen Mitteln" das Recht der jüdischen Studenten zu wahren, an den Universitäten frei und ohne Furcht vor Belästigungen irgendwelcher Art zu studieren. Welche „Mittel" gedenkt der ungarische Unterrichtsminister anzuwenden gegen den Rektor der jetzt infolge der antisemitischen Studentenunmhen geschlossenen Budapest er Technischen Hochschule, der, nachdem er die barbarischen Ausschreitungen gegen die jüdischen Hochschüler seitens der christlichen Hochschülerschaft direkt ermuntert hat, sich jetzt ein Stückchen erlaubte, das direkt an Vorbilder des „Dritten Reiches" erinnert. Er hat gegen fünf jüdische und vier christliche Studenten das Disziplinarverfahren eingeleitet und vier Studenten, unter ihnen zwei Juden, relegiert und über die fünf anderen Disziplinarstrafen verhängt. Diese Maßnahmen erregen um so mehr Aufsehen, als bisher von keiner Seite auch nur behauptet wurde, daß die jüdischen Hochschüler anders denn als der leidende Teil in den Hochschulwirren aufgetreten waren. Der der Regierung nahestehende „P e s t e r L1 o y d". der im allgemeinen in seiner Kritik sehr mäßig ist, meint, die Oeffentlichkeit werde fordern müssen, daß der Urteilsspruch des Senats vom Plenum des Professorenkollegiums überprüft werde und nötigenfalls der Kultusminister in die Angelegenheit eingreife. Der Senat hat zwei Juden und zwei Christen verurteilt, also anscheiniend mit gleichem Maß gemessen. Aber es kann keinen Zweifel darüber geben, wer die Angreifer und wer die Angegriffenen waren. Die in einer verschwindenden Minderheit sich befindenden Juden können unmöglich die Angreifer gewesen sein. Waren sie in eine Schlägerei verwickelt, so konnte es gar nicht anders sein, als daß sie, von vielfacher Uebermacht angefallen, in ihrer Bedrängnis sich zur Wehr zu setzen versuchten. Die Notwehr ist ein unveräußerliches Recht des Menschen und des Bürgers. Ueberall in der gesitteten Welt ist im Strafgesetz das Recht der Notwehr festgelegt und in Gesetzen verankert. Die Zeitung appelliert an die Studentenschaft und die zuständigen Organe, auf Ungarns angesehene und ehrenvolle Stellung unter den Völkern Europas Rücksicht zu nehmen und Recht und Ordnung zu wahren. Danksagung. Die Insassen der Israelitischen Versorgungsanstalt, IX., Seegasse 9, bringen dem verehrlichen Präsidium der Kultusgemeinde, dem Obmann rW Kommission für die Versorgungsanstalt, Herrn Dr. Obmannstellvertreter, Herrn Berti- Herrn Oberverwalter Josef Popper bemüht haben, uns eine so schöne Ch. anstalten auf diesem Wege ihren innigsten Dank zum Ausdruck. Die Feier wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Für sämtliche Insassen:. Salo Deutsch 0 r n e r, dem " i n a '<, dem Ilen, die sich .icier zu ver- „FAMILIEN SCHÄTZ" Gemeinnützige Vereinigung für Familienfürsorge Wien II.. Aspernbriickenqasse 2_Tel. R 43-500 Durch Monatsbeiträge von S 1 bis 10 kann man bei uns sicherstellen: Studienbeiträge für Töchter und Söhne Ausstattungsbeiträge für "Achter Vorsorge für das Alter und für di. Hinterbliebenen Unsere Vorteile. 1. Geringe Beiträge. 2. Hobe Versicherungssummen. 3. Keine Wattezeit, daher sofortige Wirksamkeit. 4. Volle Garantie der Lebensversicherungs<*hellschaft. Phönix". 5. Keine Nebengebühren. v 6. Keine ärztliche Untersuchung. 7. Unverfallbarkeit nach zweijähriger Beitragszahlung. 8. Keine Aufnahmegebühr. Der „FAMILIENSCHUTZ" wird ron der Wiener Kaltaagemelade befürwortet