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Die Wahrheit · 1933-12-29 · Heft 52 (29.12.1933) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 52 (29.12.1933)
Date
1933-12-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 5 Spazlalhaus für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2- Bez., Taborslraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden Telephon A 45-3-69 Polen beschämt Deutschland. In der Sitzung der Budgetkommission des Sejm wandte sich der Abgeordnete Dr. Rosmarin scharf gegen die antisemitische Verhetzung, die von den Nationaldemokraten in Stadt und Land getrieben wird und machte die Regierung darauf aufmerksam, daß die Nationaldemokraten nach Hitlers Muster den Boden durch antisemitische Hetze auflockern wollen, um auf diese Weise zur, Macht zu kommen. Innenminister P i e r a c k i erklärte: Es ist mir bekannt, daß gewisse Kreise unzufrieden sind, weil die Regierung Ueberfälle auf Juden nicht duldet. Ich erkläre kategorisch, daß die Regierung Exzesse, von welcher Seite sie auch organisiert werden mögen, unter gar keinen Umständen zulassen wird. * In der Woiwodschaft Posen hat die antisemitische Boykottpropaganda eine neue exzessive Form angenommen. In der Stadt Posen schleuderten junge Nationalisten Bomben in zwei jüdische Warenhäuser, wodurch großer Sachschaden entstand und einjüdischerVerkäuferverletzt wurde. Die Polizei nahm Verhaftungen vor. jriMtr$IM Wien L, Seltenstettengasse 2, Tel. C 28-1-28 XI., Zentralfriedhof, «tu dlB I. Üf, Tel. U 18-0-85 Palästina-Nachrichten. Im englischen Unterhaus richtete der liberale Führer, frühere Innenminister und erste High Commissioner von Palästina. Sir Herbert Samuek an den Minister für die Kolonien Sir Philip Cunliffe- Lister die Frage, ob ihm bekannt sei, daß der jetzt dem Colonial Office vorliegende Entwurf eines Strafgesetzes für Palästina die Möglichkeit vorsieht, die Todesstrafe in Fällen zu verhängen, die nach dem derzeit geltenden Strafgesetz nicht in die Kategorie des Mordes fallen und daß in dem Entwurf zum ersten Male auch die Prügelstrafe für bestimmte Vergehen vorgesehen wird. Sir Herbert Samuel fragte, welche Maßnahmen der" Minister in diesem Zusammenhang zu treffen gedenke. Sir Philip Cunliiie- Lister erwiderte: Der palästinensische Strafgesetzentwurf basiert auf englischem Recht. Vor kurzem habe ich kritische Einwendungen gegen die erwähnten Bestimmungen erhalten und habe eine entsprechende Anfrage an den High Commissioner gerichtet Die einlangende Antwort werde ich Sir Herbert mitteilen. * Das Jerusalem er Distriktgericht als Appellationsger.icht hat die über Jamal Husseini und Edmund Roch, die beiden wegen Teilnahme an den letzten Unruhen in Jerusalem zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilten Araberführer, verhängte Strafe auf Hinterlegung einer Kaution von hundert Pfund für die Dauer eines Jahres gemildert. Scheik Muzafa, der zur Hinterlegung von hundert Pfund bei Bürgschaftsleistung für weitere hundert Pfund durch einen Dritten verurteilt worden war. wurde vom Berufungsgericht freigesprochen. * Der deutsche Generalkonsul in Palästina. Herr Wolff, wurde in Kerak, Transjordanien, von Arabern, die ihn für einen Juden hielten, angegriffen und schwer verprügelt. Nur mit Mühe konnte er den Händen seiner Verfolger entrissen und in Sicherheit gebracht werden. Die Regierung des Emirs Abdullah hat sich beim Generalkonsul Wollt wegen dieses Vorfalls in aller Form entschuldigt. : * Diele' 'drei jüdischen Polizisten von Nazar Aas Hauptpolizeistation für den gesamten Emeh. öi;;- haben Entlassungsgesuche eingebracht und wollen sich Zivilberufen zuwenden. Nach unrf nach wird das palästinensische: Polizeikorps vollkommen judetifrei. Niedrige Bezahlung und angebliche Zurucksetzungeim Dienst werden als Grund für das Ausscheiden dy jüdischen Polizisten angegeben. Arische Großmutter gesucht! Leonard 0. Montefiore veröffentlicht in der ..Times" ein Inserat, das in der „Juristisch e n W o c h e n s c h r i f t" in Berlin erschienen ist. Die annoncierende Firma verweist darin einleitend auf die L'-pße Wichtigkeit, welche in den heutigen Zeitläuften ein garantiertarischer S ta m m b a u m für jeden im Erwerbsleben stehenden deutschen Mann hat. Die Firma macht sich erbötig, Nachforschungen bezüglich der Ahnenreihe des Interessenten rasch, diskretundbillig durchzuführen. Ein Archiv mit 40.000 Stammbuchblättern stehe für diesen Zweck zur Verfügung. Die Firma offeriert ihre Dienste jedermann, der ein Interesse daran hat sich mit einem Stammbaum auszuweisen. Gemeinde - 'Chronik Aus dem Wiener Kultusvorstand. Am 21. d. M. fand, nachdem seit den Sommerferien im ganzen drei Plenarsitzungen des Kultusvorstandes abgehalten wurden, die noch dazu nicht öffentlich waren, wieder eine Plenarsitzung des Vorstandes statt, von der ebenfalls nur ein Teil öffentlich war. Wir werden über diese Sitzung noch berichten, deren wichtigster Beschluß die Bewilligung eines einmonatigen Budgetprovisoriums war. Probepredigten. In der allernächsten Zeit wird der Kultusvorstand über die Besetzung der Rabbinerstelle in Fünfhaus zu beschließen haben. Ueber Beschluß des Vertreterkollegiums wurde einer der Bewerber, welcher den Ausschreibungsbedingungen entspricht, Herr Dr. Augapfel, derzeit Rabbiner in I n s t e rb u r g, eingeladen, am 29. Dezember im Rahmen des Abendgottesdienstes eine Probepredigt im Qetneindetempel Fünfhaus, am 30. Dezember, nachmittags, eine Jugendgottesdienst-Exhorte im Stadttempel und am 31. Dezember, vormittags, einen Vortrag vor den gemäß den Bestimmungen des Statutes einberufenen Vertrauensmännern abzuhalten. Oesterreichischer Kantoren-Verein. Wie wir erfahren, hat der im Jahre 1883 gegründete Oesterreichische Kantoren-Verein in An- Zimmermaler Kohn empfiehlt sich zur Ausführung von Malerarbeiten jeder Art II., Rotenkreuzgasae 3 Tel. A 45-5-37 betracht der krisenhaften Verhältnisse die Begehung seines 50jährigen Bestandsjubiläums auf Anfang des nächsten Jahres verschoben. Geplant ist die Abhaltung eines Festgottesdienstes und Herausgabe einer Festschrift, an der sich hervorragende Persönlichkeiten und Fachkollegen des In- und Auslandes beteiligen werden. „Treue Brüder". Verein zur Unterstützung verarmter Glaubensgenossen, insbesondere von Witwen und Waisen, veranstaltet am 3. Jänner 1934. um 8 Uhr abends, im Theatersaal. II.. Praterstraße 60. eine Wohltätigkeitsvorstellung, deren Reinerträgnis zur Gänze dem Winterhilfsfonds zufließt. Der Verein, welcher bereits seit 30 Jahren auf humanitärem Gebiete segensreich wirkt. ladet hiemit alle Freunde und Gönner zu diesem Abend ein.; Das Damenkomitee des Ausspeisungs Vereines „Ohel Rachel" (Präsidentin Frau Henriette Fuchs) veranstaltet am Sonntag, den 7. Jänner 1934 um halb 4 Uhr nachmittags, im Festsaal des Hotel Continental. IL. Taborstraße. eine Künstler-Akademie unter Mitwirkungerstklassiger Kunstkräfte. Anschließend Tanz. Das Reinerträgnis fließt der kostenlosen Ausnijgieiiisdies KönioslicM Seit vielen Jahren das anerkannt beate UH ttySriDBtt Man achte auf die gas. gaset«. Marl» „Hyglan. KSmgsllcM" , Schulz GROSSFLEISCHHAUEREI IIEGM. KORNMEHL WIEN IX., MROaASM NB. 19 »IUALEi XVIII., WAHR1MOBRSTRASSI VT Tclepboo Nr. A 17-349 aad A 18-9-34 Lieferant für HaUaiwtaltea AbteilungenfQrKoscherfleisch unter Aufsieht das ehrw. Rabbinata» dar lar. Rultuagameiad» WJIan. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen speisung armer Jude», darunter vieler Angehöriger des Mittelstandes, zu. Konzert Postolow. Sonntag, den 28. Jänner 1934, 8 Uhr abends, findet im Handelsmuseum, IX., Berggasse 16, ein Konzert des Herrn Oberkantor S. Postolow statt. Im Polnischen Tempel wurde am vergangenen Sonntag ein neues Sefer Thora feierlich eingeweiht, das von dem hochherzigen Gönner dieses Tempels. Herrn S. S c h a r m i n s. in herrlicher Ausführung gespendet worden war. Das Sefer Thora wurde aus der Wohltun» des Spenders eingeholt und im Tempel vom Gesamtvorstaind des Tempelvereines unter Führung des Obmannes Dr. Leo Landau in würdiger Weise übernommen. Die kantorale Funktion bei dem Abendgottesdienst, in dessen Rahmen die Einholung erfolgte, versah Oberkantor E. Frankel in ausgezeichneter Weise. Im Anschluß daran fand im Hause des Herrn S. Werthammer eine gemütliche Zusammenkunft statt, bei der in lobenden Worten der Dankbarkeit über die edle Spendet des Herrn Scharmins Ausdruck verliehen wurde. Trauung. Dienstag, den 26. d. M.. fand im Seitenstettentempel die Trauung des Innsbrucker Rabbiners Dr. E. S. Rimalt mit Fräulein Dr. Wilma Gellmann statt. Die Trraiungsrede hielt Rabbiner Dr. B. Murmelstein in hebräischer Sprache, die kantorale Funktion versah Oberkantor M. Matyas. Pabrik und Büro: Man XIV., Telephon R»M-87 für die Tour 1111W Shreh's -ran f lelscnhonsenren l Dose S f.— 9. DIAPm/SiMaT. Wien II.. Große Schiffgasse 10 Telephon A 48-1-91 70. Geburtstag. Dieser Tage feierte Herr Daniel Freund, langjähriger Beamter der Chewra Kadischa, seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich wegen seines hervorragenden Pflichteifers in weitesten Kreisen überaus großer Beliebtheit, er gehört zu jenen Beamten, die ihr Amt nicht als Bürde, sondern als Erfüllung eines Herzensbedürfnisses auffassen, das bei Herrn Daniel Freund seiner streng religiösen Einstellung entspringt. 80. Geburtstag. In alter Bescheidenheit wurde beim Sabbatmorgengottesdienst am 23. d. Nl. in Gegenwart des gesamten Vorstandes der Vizeobmann des Tempelvereines, III.. Unt. Viaduktgasse 13. Herr Max Löwy, anläßlich seines 80. Geburtstages gefedert. Fast ein Vierteljahrhundert ist er Leiter beinahe sämtlicher Agenden des Vereines. Er ist sein unbezahlter Sekretär, der unermüdliche „Gabai", der strenge Hüter der Tradition, politisch rein und unwandelbar, schließlich ein Mann, der die. religiösen Pflichten im Sinne der Patriarchentugenden mit herzhafter Liebe erfüllte... so bemerkte der Vereinsrabbiner Dr. Kupfer in seiner Ansprache. Der zweite Vizeobmann. Ing. Hugo Kod i t s c h e k. sein Neffe obendrein, überbrachte ihm die Glückwünsche des gesamten Vorstandes und der Tcmpelmitglieder. Zu Hause erwartete den Jubilar eine Deputation des Gremiums der kaufmännischen Handelsvertreter, dessen Vizepräsident er durch viele Jahre gewesen ist. Todesfall. Obermedizinalrat Dr. Heinrich Hause hat einen schmerzlichen Verlust erlitten. Seine Tochter. Frau Lisbeth Honigs mann-Haase. eine anerkannte Kunstgewerblerin. ist am 20. d. M. in Hamburg an den Folgen einer schweren Operation gestorben. Das „Hanigun"-Kabarett. das an den vergangenen Feiertagen im Marmorsaale des Restaurants H e r 1 i ns e r. II., Taborstraße 18. gastierte und mit seinen Arien. Chansons. Duetten und Parodien glänzende Eriolge errang, tritt zum letzten Male am kommenden Sonntag und Montag, 8 Uhr abends, an der gleichen Stätte auf. Kein Freund guten jüdischen Humers versäume diese letztmalig gebotene Gelegenheit. die ausgezeichneten Künstler zu sehen und zu hören. ü^——————— JÜDISCHE KUNSTSTELLE. IL, AspernbrückenstraBe 2. Telephon R 48-2-tl. ___ Büro: 9 bis 18.30 Uhr. Den Mitgliedern stehen ermäßigte Karten tür nachstehende Theater zur Verfügung: Staatstheater. Kammerspiele. Komödie. Scala. Stadttheater. Der liebe Augustin. Jüdisches Theater. Jüdische Kleinkunstbühne „Chad-Gadio". Silvesterveraastaltung im Großen Konzerthaussaal. Silvesterfeier Cafe Altes Rathaus. Großes Programm. Entree S 1.50.

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