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Die Wahrheit · 1933-12-01 · Heft 48 (1.12.1933) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 48 (1.12.1933)
Date
1933-12-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Wer sind also die Mörder? DIE WAHRHEIT ßfäl)$t{ill{2!ä2? Wen h, S*iU0Btottengaase 2, ToL Ü 28-1-28 :XL, Zentralfrtedliot, ittti tm I. t», Tel. Ü 18-0-85 „Es geschient dies zu dem Zwecke," antwortete Sir Philio. ..daB dte verschiedenen Teile der oalästld. neaslschen Oeffentllchkelt Gelegenheit haben, ihre Meinungen in einer renräsentativen Körperschaft zum ~u Ausdruck zu bringen." . .. . Josiah Wedgwood fragte sodann, ob das Unterhaus in der Frage der Einsetzung des Legislative Council -ausgeschaltet werden solle oder ob man dem Hause nochmals Gelegenheit geben werde, zu diesem Stellung zu'-nehmen. - .Oer'Midister für die Kolooieu antwortete, diese Angelegenheit sei dem Parlament bereits zu wiederholten Malen vorgelegt und von Ttim'behandelt worden. Die Politik der englischen Regierung betreffend Palästina sei im Laufe der letzten zehn Jahre festgelegt worden. „Ich kann dem Hause." sägte Sir Philip, „die uneingeschränkte Zusicherung .geben, daß die Befugnisse der britischen Regierung, des .Unterhauses und des High Gammissioner bei der Durch. Tührung der Politik des Mandates, auch wenn der Council eingesetzt seid wird, genau so streng aufrechterhalten und vollständig unbeeinträchtigt bleiben werden, wie wir es heute sind." Der Abgeordnete Barnett Jänner fragte uunniehr den Münster, wie es sich mit der Einwanderung von Arabern a us Transjordanien uach Palästina verhalte. Sir Philip erwiderte, diese Einwanderung könne nicht gehindert werden. Auf eine weitere Frage des Abgeordneten Janner, ob auch Juden aus Palästina ungehindert nach Transjordanien einwandern können, wurde keine Antwort erteilt. * * - * Bei der Fortsetzung des sich nun schon endlos fange hinschleppenden Verhörs im Mordfall Arlosoroff führte Abraham Stavsky Beschwerde dagegen, daß er vor der Identifizierungsvorführung, bei der er von Frau Arlosoroff als einer der beiden Täter bezeichnet worden war, photographiert wurde, und sprach den Verdacht aus. daß man sein photographisches Bild Frau Arlosoroff vorher gezeigt habe. Jedenfalls habe Inspektor Stafford bei der Vorführung selbst die Aufmerksamkeit von Frau Arlosoroff auf ihn gelenkt. Auch die Spurensachverständigen hätten ihn noch vor der Identifizierung gesehen. Im Kreuzverhör stellte Inspektor Shitrit an Stavsky die Frage, warum er Palästina ohne Rückreisevisum habe verlassen wollen. „Ich hatte emen guten Weg für die Rückkehr," erwiderte Stavsky, „ich hätte gleichzeitig Freunde aus Polen mit eingeschmuggelt" Das bei ihm gefundene Geld sei dazu bestimmt gewesen, die illegale Einwanderung seiner Freunde zu erleichtern. Die Urheberschaft an der angeblichen Grabinschrift für Ben Gurion leugnete Stavsky. Schließlich erklärte er: „Ich bin unschuldig. Dieses Verfahren ist für mich eine Komödie. Für meine Eltern aber bedeutet es eine Tragödie." Auch Zwi Rosenblatr, der dritte der AngeT klagten im Mordfalle Arlosoroff. beteuerte vor dem Untersuchungsgericht seine Unschuld und erklärte, er habe an dem Abend, an dem der Mord geschah, in Kfar Sabah geweilt Rebekkah Feigin. die ihn bei der Polizei als Mörder angezeigt hatte, habe ihn dreimal im Gefängnis besucht und von ihm gefordert daß er ein Geständnis ablege; er aber habe jedesmal erwidert, daß er unschuldig sei. Die Feigin brachte ihm auch angeblich von Achi-Mieir geschriebene Zettel, in denen er beschworen wird, im Interesse der Partei ein Geständnis abzulegen: er aber habe die Zettel als Fälschungen erkannt. Auch Frau Arlosoroff habe ihn besucht und ihm gesagt es lägen schwerwiegende Beweise gegen ihn vor. er solle gestehen. Aber auch der Frau Arlosoroff erwiderte er, daß er unschuldi» sei. Niemals, beteuerte Rosenblatt habe er gegenüber seinem Zellengenossen Moses Cohen ein Geständnis abgelegt, wie dieser, der unter der Beschuldigung des Diebstahls verhaftet Gewesene, ausgesagt hat. Wohl habe sich Cohen ihm unter der Vorgabe, er sei Revisionist zu nähern gesucht aber ein Geständnis habe er, Rcsenblatt. nicht abgelegt. Rosenblatt bezeichnete Cohen als Lockspitzel der Polizei. Seite 5 k GROSSFLEISCHHAUEREI tIEGM, KORNMEHL WIBN UC, BfiROOASSB NR. 1» FlUALSi XVIII., WÄHRINOBRSTRASSE »7 Telephon Nr. A 17*99 and A 18-9-34 Lieferant fO» Itellanstaltet» AbteilungenfürKoscherfleisch iMtep Aataioht ahrw. Rabbhmte» dar Isf. Kultusgamaind« W1«N. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität tu den billigsten Marktpreisen Das Weltgewissen. Amerika. Der frühere demokratische Präsidentschaftskandidat AI Smith veröffentlicht in seiner Zeitschrift „New Outlook" einen Appell an das amerikanische Volk, den deutschen Flüchtlingen Zuflucht zu bieten. Mit großer Wärme setzt er sich dafür ein, daß die Vereinigten Staaten ihrer traditionellen und geheiligten Politik, Zuflucht der Bedrängten zu sein, treu bleiben und eine größere Zahl deutscher Emigranten, Juden wie Nichtjuden, aufnehmen und zweckmäßig über das große Land verteilen sollen. Es handle sich bei den Emigranten zum großen Teil um hochbegabte und hochgebildete Menschen, die nur wegen ihrer Rasse oder ihrer Ueberzeugungen auswandern mußten und ihrer neuenil eima tgroßen Nutzen bringen könnten. Die Ernennung eines Amerikaners zum Flüchtlingskommissar sei sehr zu begrüßen: als Symbol der Rolle, die die Vereinigten Staaten als Hort der Menschlichkeit spielten. Es wird in Amerika angenommen, daß die jüdischen Instanzen in Europa, unterstützt vom Hüchtlingskommissar, sich um Einwanderung von jüdischen Emigranten nach den USA. bemühen werden. England. Der Marquis of Hartington hat in Gemeinschaft mit anderen Mitgliedern des Parlaments den folgenden Antrag im britischen Unterhaus eingebracht: „Das Haus macht die Regierung Seiner Majestät auf die schlechten Wirkungen der Diskriminierung der Juden in Deutschland auf die englisch-deutschen Beziehungen aufmerksam und ersucht die Regierung Seiner Majestät, diese Anschauung bei ehester Gelegenheit durch die entsprechenden diplomatischen Wege zum Ausdruck zu bringen." Dieser Antrag wird wohl Ausgangspunkt einer abermaligen größeren Debatte im Parlament über die Judenverfolgungen in Deutschland werden. * Frankreich. Der Vorsitzende des Außenausschusses des französischer Senats und ehemalige Botschafter Henri Berenger, der bei der Behandlung der deutschen Judenfrage vor dem Völkerbund in so eindrucksvollen Worten für die Rechte der Juden eintrat, hielt jüngst in Paris einen Vortrag über: „Hitler und Israel; der Kampf der Rassen". Er begann seine Ausführungen mit der Feststellung, daß nichtdergeringste Zweifel an der Tatsächlichkeit der skandalösen Behandlung bestehe, die das Hitler-Regime den deutschen Juden widerfahren läßt. 600.000 deutsche Juden sind außerhalb des Gesetzes gestellt. Er habe in Genf Herrn von Keller und Dr. Goebbels nach den Gründen gefragt: beide wußten nicht, eine sachliche Beschuldigung gegen die Juden vorzubringen; es wird ihnen lediglich vorgeworfen, daß sie keine Arier sind. Goebbels war nicht einmal imstande, eine Definition des Ariertums zu geben. Wenn der Arier blond, blauäugig und von heller. Hautfarbe sein soll, so ist Goebbels mit seiner kleinen Statur, seiner dunklen Haut und seinem Der ungarische Hochschalterror, der nun schon seit Wochen andauert, hat am Montag seinen Höhepunkt erreicht. Die Budapester Universität war ■ an diesem Tag Schauplatz unerhörter Tumulte, die es notwendig machten, daß die Polizei zum erstenmal in der Geschichte der Budapester Universität den Hochschulboden betrat, um mit Gummiknüppeln Ordnung zu schaffen.;.. In den frühen Morgenstunden sammelten sich vor der Universität zahlreiche Hochschüler an. Sie stellten Kontrollorgane auf, die den jüdischen Hörern den Eintritt verwehrten. Plötzlich verbreitete sich das Gerücht, ein rebellierender Student sei von einem Beamten des Rektorats geschlagen worden. Daraufhin versuchte die Menge, die bereits auf einige hundert Köpfe angewachsen war, in die Universität einzudringen. Der Dekan der - philosophischen Fakultät begab sich in die Halle und forderte die Hochschüler zum Rückzug auf. Diese schenkten jedoch seinen Worten kein Gehör, drangen in das Gebäude ein und schlugen in der Aula alles kurz und klein. Angesichts dieser Ereignisse, die der Dekan als anarchistisch bezeichnete, setzte er sich sofort telephonisch mit dem Rektor in Verbindung und es wurde beschlossen, die Hilfe der Polizei in Anspruch zu nehmen. Zahlreiche mit Gummiknüppeln bewaffnete '.'Polizisten waren bald zur Stelle. Sie drangen in das Gebäude ein und versuchten, die demonstrierenden Studenten hinauszudrängen. Es kam zu einer wilden Schlacht. Nach einer An- ..." strengung von zwanzig Minuten gelang es der -Polizei, die Studenten aus der Aula hinauszu- •J_drängen. -V:. Die Vorfälle führten zu einer großen Menschenansammlung und in den Nachmittagsstunden sah die Ringstraße in der Umgebung der Hochschule wie im Belagerungszustand aus. Die Ereignisse in der Universität riefen in Budapest große Erregung hervor. Der Rektor fand sich noch in den Mittagsstunden zu einer Besprechung beim Kultusminister ein. Nach dieser Besprechung verfügte der; Kultusminister die sofortige Sperrung der Universitäten von BudapestundDebreczinbis einschließlich zum?. Dezember. Die Vorlesungen werden erst anfangs nächster Woche beginnen. Gleichzeitig erklärte der Kultusminister, daß er jedes Ultimatum der Studentenschaft ein für allemäl ablehne. Er sei fest entschlossen, die Ruhe und Ordnung um jeden Preis aufrechtzuerhalten und fordert die Studentenschaft auf, im eigenen Interesse endlich die Ruhe zu wahren. Falls die Studentenschaft auch nach der Wiederaufnahme des Studienbetriebes am 2. Dezember sich nicht ruhig verhalten werde, sei er entschlossen, die Universitäten bis zum Semesterende zu sperren, was für die Studenten schlimme materielle Folgen nach sich ziehen würde. Sie müssen Ereufle baten. wenn die Wäsche sauber und rein, und noch dazu für billiges Geld geliefert wird von der reiBwaschonston aidedt klabcd XII., SchOnbr. SchloOstr. 21, Tel. B 31-001 Rumänien beschämt Deutschland. Der rumänische Ministerpräsident Herr I. G. Duca, der Führer der liberalen Bewegung, emfing den Vertreter der Jüdischen Telegraphen- Agentur und gab ihm gegenüber die folgende Erklärung ab: Getreu dem Geiste unumschränkter Toleranz und absoluter Gleichheit aller Bürger ohne Unterschied von Rasse und Religion vor dem Gesetz und der Verfassung wird die Regierung bestrebt sein, unter der Bevölkerung des Landes alle jene Gefühle der Harmonie und des gegenseitigen Vertrauens zu pflegen, die für den menschlichen Fortschritt und auch für die allgemeine Wohlfahrt des Landessonotwendig sind. * Der Metropolit der Moldau, Pimen, forderte alle Priester in einem Zirkularschreiben auf, von der Kanzel herabdie Bevölkerung über die Gefahren der Rassenhaßpropaganda aufzuklären und Menschenliebe ohne Unterschied . des Glaubens zu predigen.

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