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Die Wahrheit · 1933-09-01 · Heft 35 (1.9.1933) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 35 (1.9.1933)
Date
1933-09-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Dg WAHRHEIT ■-JT,-tt. ■■■=-.: =a^=st Lederhandsdmhfabrik Gründungsjahr 1696 ^■■■Ml^HHHi L, Rotenturmsfraße 23 Telephon U 25-5-29 ♦ IL, Hollandstraße 11 Telephon A 47-2-40 Gäste unnachsichtiich entfernen wird, sie muß aber auch erwarten, daß hier ansässige fremdrassige Personen, deren Herkunft und Vorleben zu prüfen dem einzelnen gar nicht möglich ist, unbehelligt bleiben." Neue Drohungen des „Völkischen Beobachter". Der „Völkische Beobachter" versieht in seiner Nummer vom 26. Ausust ein ausführliches Zitat aus der vom Zionistentoangrcß angenommenen Resolution zur Lage der Juden in Deutschland und die unter dem Titel ..Herausfordernde Einmischung der Zionisten in deutsche Angelegenheiten" daran geknüpften Bemerkungen an der Spitze seiner Ausgabe mit auffälligen, rot unterstrichenen Schlagerzeilen: „Die zionistische Proklamation. — Neuer Hetzfeldzug des Judentums gegen Deutschland." Der „Völkische Beobachter" schreibi: „Hervorzuheben ist bei Bewertung dieses arroganten Angriffes, daß die Juden in Deutschland in Ausübung ihrer religiösen Tätigkeit nirgends behindert worden sind. Nirgends ist eine Synagoge geschlossen oder beschädigt worden, nirgends wurde ein Jude auf dem Wege dahin belästigt (Die Resolution spricht von Behinderung der religiösen Lebensformen durch das Verbot der Schechita. Red.) Der Vorwurf ist von einem heimtückischen Motiv geleitet: Man möchte durch diese Emtschrueßunjr allen Nationen der Welt beibringen, daß in Deutschland eine religiöse Verfolgung stattfinde! Zweifellos wird dieser verlogene Vorwurf seine Früchte zeitigen in einer verschärften Hetze gegen das neue Deutschland. Da sämtliche Zionisten der Welt (die Vertieter Deutschlands sind vorsichtshalber nicht erschienen) für diese Entschließung gestimmt haben, so haben wir es hier mit einer programmatischen Einheitsfront des gesamten zionistischen Weltjudentums zu tun, das sich ietzt erst recht bemühen wird, die Souveränität der anderen Staaten für die jüdischen Sonderintieressen einzuspannen. Interessant ist die Forderung, daß die ganze sogenannte „zivilisierte Welt" sich für die Juden einsetzen müsse, und der Aufruf an den Völkerbund, sich im Kampf für die jüdischen Privatinteressen einzusetzen! Das alles stellt eine unerhörte Einmischung in innerpolitische deutsche Verhältnisse dar, denn was sich in Deutschland abgespielt hat, ist eine rein deutsche Revolution gewesen, welche die Rechte anderer Staaten und Völker nicht angetastet hat Wenn die Herren glauben, durch derartige verlogene Angriffe und provozierende Entschließungen die Lage der Juden in Deutschland zu bessern, so irren sie außerordentlich. Man wird sich den WoTtlaut der Resolution in Deutschland genau betrachten und beobachten, welche tatsächlichen Folgerungen aus ihnen «ezogen werden." Wie zum Kongreß gewählt wurde. Diesem famosen Kapitel widmet Bruno Rabinowitz in der letzten „Stimme" folgende „nachdenkliche Worte": Ich glaube, man kann heute beruhigt feststellen, daß die Wähler für die Delegation zum Kongreß zur Modern« Küchenm±m W mm* mm m Vorzimmer- M (J HEL Wohnzimmer- ■ ■ mmW mm mm F. KOHN, Wien II., TABORSTRASSE Nr. 22 Telephon R 40-7-14 Samstag geschlossen — Angeschlossen der „Schomra* überwiegenden Mehrheit (sicherlich 60 bis 70 Prozent) nicht der Organisation angehören. Man täusche sich doch nicht darüber, daß der größte Teil der „Schekelzahler" nicht als Mitglieder unserer Organisation angesprochen werden kann. Ich will nicht behaupten, daß die Schekelwähler, die in die Wählerliste und dann auch zur Wahlurne kamen, nicht berechtigt wären, bei der Entscheidung über jüdisches Schicksal mitzusprechen. Aber sie haben sich dieses Recht nicht erworben, sie haben es nicht angestrebt, sie haben — und das erscheint mir das Wesentlichste — nicht die genügende Sachkenntnis, um entscheidend einzugreifen. Und das ist das Tragische: diese Masse der Juden, die einmal in zwei Jahren mit der Organisation nolens volens in Kontakt tritt, hat über die Zusammensetzung des Kongresses entschieden. Diesem Zustand muß nun endlich von einer Organisation, die nicht nur formell „demokratisch" sein will, sondern die etwas auf den inneren Aufbau hält, abgeholfen werden. Das Organisationskomitee auf dem Kongreß, das sich aus gewiegten Arbeitern innerhalb der Organisation zusammensetzen wird, muß Mittel und Wege suchen, um einer unhaltbaren Situation beizukommen. Ich schlage daher vor, man möge vor allem die unbedingte Ergänzung des Wahlstatuts durchführen, daß nur jene Juden, respektive Schekelzahler wahlberechtigt sind, die in beiden Jahren ihren Schekel entrichten. Man bedenke doch, daß der Kongreß von Vertrauensmännern der Organisation beschickt sein soll, daß die Mehrheit der wirklich in der Organisation tätigen jüdischen Menschen entscheiden soll und nicht die Uebermacht der Schlepper, Autos und Geldmittel, die ja plötzlich bei Wahlen aufgebracht werden und sonst ausbleiben. Wenn ich nicht fürchten würde, mir die besondere Ungunst der Ueberdemokraten zuzuziehen, würde ich das Stimmrecht für den Kongreß nur den eingeschriebenen Mitgliedern der Organisation und nicht denjenigen Juden bewilligen, die zufällig Schekel gezahlt haben oder, wie es leider oft vorkam, plötzlich erfuhren, daß sie in der Wählerliste sind, während diese Liste die Namen jener zionistischen Mitarbeiter oft nicht enthält, die der Organisation oft seit'.Jahrzehriten durch Bekenntnis und Leistung angehören.'* iMiii^^ Tapezierermeister ZERN OWITZ SPEZIALIST in Tapetenarbelten Werkstätte für moderne Möbel. — Übernahme aller Reparaturen. I., Neutorgasse 18 Telephon ü 23-8-28 Werkstätte: I., Seitenstettengasse 2 Telephon U 22-7-31 mmmmmmmmmmmmmmm Herr Rabinowitz, der so vorlaut aus der zionistischen Schule plaudert, wird noch ..nachdenklicher" werden, wenn er folgendes im radikalen „Jüdischen Weg" über das „Wovon man (in Prag) nicht spricht" liest: „Man spricht davon, daß das vom Kongreß gewählte Gericht anläßlich der Wahlprüfungen in vielen Fällen ganz unerhörte Mißbräuche der Parteien feststellen, Mandate annullieren, Wahlen aufheben mußte. Man spricht nicht davon, daß die Parteien, welche sich am Wahlkampf beteiligen, den Einfluß auf dem Kongreß durch die unsittlichen Methoden des Schekel Verkaufes in der ganzen Welt vorbereiten, daß die Aenderung des Schekelwesens von den Parteien und Gruppen als unbedingt nötig erachtet, aber — abgelehnt wird, weil alle an der Erhaltung des verhängnisvollen Systems interessiert sind. Solange es vorkommen kann, daß ein Land im kongreßlosen Jahr 9000, im Kongreßjahr 300.000 Schekel abliefert gibt es keinen gangbaren Weg zur Sicherung der zionistischen Organisation und der Reinheit des Kongresses." Palästina-Nachrichten. Eine Delegation, bestehend aus dem Vorsitzenden des Waad Leumi Isaak Ben Zwi, dem Bürgermeister von Tel Awiw Meir Dizengoff, Oberrabbiner Kook und den Rabbinern Uziel und Aaronsohn aus Tel Awiw, überbrachte dem High Commissioner die Forderung nach Erlaß einer Sabbathschutzverordnung für das jüdische Palästina. Durch eine solche Verordnung soll in den jüdischen Gebieten, insbesondere in Tel Awiw, das Offenhalten vonQeschäftsläden amSabbath untersagt werden. Der High Commissioner brachte seine Sympathie für diesen Vorschlag zum Ausdruck. * Der Stadtrat von Tel Awiw hat eine Resolution gefaßt, in der gegen die neue Ein- Wanderungsverordnung der Regierung schärfster Protest erhoben wird. In der Resolution wird darauf hingewiesen, daß diese Einschränkung zu einer Zeit erfolgt, da im Lande ausgezeichnete wirtschaftliche Verhältnisse herrschen und verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften sich geltend macht. Der Stadtrat protestiert ferner gegen die von der Regierung gegenüber Touristen und insbesondere Touristen aus Deutschland angenommene Haltung. Wegen unerlaubter Straßenansammlung, Widerstand gegen die Polizei und öffentlicher Ruhestörung standen acht Mitglieder der Gesellschaft für Sabbathschutz vor dem stellvertretenden Distriktskommissar von Jaffa Pollock. Die Beschuldigten hatten an einem der letzten Samstage versucht, den Straßenverkehr in der Allenby-Street zu Tel Awiw in der Nähe der Großen Synagoge während des Morgengebetes aufzuhalten. Sie wurden verhaftet, jedoch gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Unter den Beschuldigten befinden sich auch zwei Rabbiner, Jacob Berman und M. Scheinin. Eine Anregung. Allwöchentlich das gleiche Schauspiel, nur die Besetzung ändert sich. Die Synagoge erstrahlt in festlicher Beleuchtung. Der Tempel füllt sich mit den geladenen Gästen, während die Hochzeitsgesellschaft sich im Zeremoniensaal versammelt, wo das sogenannte Bedecken stattfindet. Die erregten Brautleute haben meist keine Ahnung, um was es sich handelt. Die Tempeldiener ordnen den Brautzug und unter den erhebenden Klängen eines vielstimmigen Chores erfolgt in feierlicher Gemessenheit der Einzug. Rabbiner und Kantor begeben sich zum Trauzelt, wo das Brautpaar und deren Eltern entsprechende Aufstellung genommen haben. Nach Zelebrierung der vorgeschriebenen Segenssprüche, deren Inhalt dem Brautpaar meist unbekannt bleibt, hält der amtierende Rabbiner die obligate Trauungsrede. In den häufigsten Fällen steht der Rabbiner fremden Menschen gegenüber und der Redner ist nur auf flüchtige Informationen eines Familienmitgliedes angewiesen. Dies erfordert viel Routine und Menschenkenntnis, doch selbst bei der größten Beredsamkeit kann sich kein persönlicher Kontakt ergeben, denn es sind nur allgemeine Betrachtungen über jüdische Eheschließung und Hausgründung. Der laufende Wochenabschnitt bietet den Stoff zu diesen sich immer wiederholenden Gelegenheitsreden. Was kann aber selbst die beste Rede im entscheidendsten Augenblick bedeuten, wenn dem Redner die Einstellung und Auffassung des jungen Paares unbekannt und das Brautpaar mit jüdischem Brauch nicht vertraut ist. So bleibt für das junge Paar selbst die Trauungszeremonie nichts anderes als die staatsgesetzlich vorgeschriebene Legitimierung ihrer Eheschließung, ohne die religiöse Bedeutung von Chupoh und Keduschim zu erfassen! Welch schöne Aufgabe wäre es für den Rabbiner, schon in der Verlobungszeit der Braut für ihren neuen Pflichtenkreis als jüdische Gattin und Hausfrau ermahnend und belehrend zur Seite zu stehen, um dem Grundsatz jüdischer Auffassung Geltung zu verschaffen, daß jede Hausgründung einen Baustein liefern soll zur Wiedererrichtung des Nationalheiligtums. In Kursen sollten die Bräute für die beglückende Aufgabe, Lichtbringerin ihres Hauses zu sein, unterrichtet werden über die Reinheit jüdischen Ehelebens, über die Mission einer jüdischen Hausfrau, denn wie schon unsere Weisen sagen, die Frau ist der Inbegriff der Häuslichkeit. Gerade in dieser Verlobungs- und Erprobungszeit wird manche glückliche Braut freudig und begeistert diese Bekehrung auf religiösem Gebiet in sich aufnehmen und in ihrem Heim verwirklichen. Dann wird auch, bei entsprechender Vorbereitung, die Trauung nicht nur eine Formalität oder ein gesellschaftliches Ercisnis» bleiben, sondern zum religiösem Erlebnis werden, ein goldener Ring zur Kette traditioneller Ueberlieferung, ein Bündnis so stark und unzertrennlich wie das Gesetz Moses mit Israel. O. N. isdUas, Rheuma, Gidit Mtägige Ischias - Schnellkuren (Italienische Methode) Fango-, Schlammpackungen, Moor-, Schwefel-, Sool-, Fichten-, Kohlensäurebäder, Diathermie Heißluft, Höhensonne Paraffin-Entfettungskuren und alle sonstigen modernen physikalischen Heilmethoden täglich von 8—6 Uhr HellonstoH „Thcrmla" L, Franz Josefskai 1 — Telephon R 29-1-37 Leiter: Dr. Wolf Somer

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