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Die Wahrheit · 1933-09-01 · Heft 35 (1.9.1933) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 35 (1.9.1933)
Date
1933-09-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 5 RAZER 16.-24. SEPTEMBER 1933 |Pinxgauer und Mariahofer RindorschauJ vom 16. -19. September Klelnlier- und Pelztiersehau vom 21.—24. S«pt«rebf Messeauswelse erhältlich: Handelskammer, N. öst. Gewerbeverein, österr. Verkehrsbüro, Ministerialrat Dr. Raminger, Wien 1., Mölkerbastei 3 Ausweisung deutscher Emigranten. Die Polizei hat dieser Tage einer Anzahl von reichsdeutschen Emigranten Ausweisungsbefehle zugestellt. Es handelt sich dabei durchwegs um Leute, die liier kein genügendes Vermögen oder Einkommen nachweisen können und infolgedessen der öffentlichen Wohltätigkeit zur Last fallen. Die betreffenden Emigranten wurden nicht in den Gewahrsam des polizeilichen Gefangenhauses genommen, sondern lediglich aufgefordert, binnen einer bestimmten Frist das Gebiet der österreichischen Republik zu verlassen, da man es vermeiden will, daß sie sich hier seßhaft machen. Man steht auf dem Standpunkt, daß Oesterreich selbst übergenug Arbeitslose habe und sich infolgedessen eine so weitgehende Gastfreundschaft für politische Flüchtlinge wie reichere Staaten nicht leisten könne. Die Ausweisungen wurde ohne Ansehung politischer oder konfessioneller Gründe, lediglich von dem Standpunkt aus verfügt, ob die Betreffenden imstande sind, sich selbst zu erhalten oder ob sie durch Bettelei oder Inanspruchnahme von Wohltätigkeitsstellen sozusagen der Oeffentlichkeit zur Last fallen. In Oesterreich hat es immer so etwas wie ein Asylrecht gegeben. Ist es gerade den von den braunen Bestien Verfolgten gegenüber aufgehoben worden? Glossen. Der Landbund, der bekanntlich in der Regierung durch prominente Mitglieder vertreten ist. reklamiert neuestens die Fahne der deutschen Freiheit, schwarz-rot-gold, für sich. Damit steht in krassem Widerspruch, daß die Herren des Landbundes als ex-offo-Verteidiger völkischer Organisationen, wie des Deutschen Turnerbundes fungieren. Wiederholt wurde darauf hingewiesen, daß die völkischen Turnvereine, die immer das Rückgrat der deutschnationalen Bewegung in Oesterreich waren, heute Organisations- und Propagandastellen der Nazis sind. In den letzten Tagen wurden in mehreren Turnvereinen Waffen und Ausrüstungsstücke der S. A. beschlagnahmt; als es hieß, daß diese Vereine aufgelöst werden sollten, machte sich sofort die Landbuudpresse bemerkbar und versicherte, die Landbundregierungsfunktionäre würden behördlichen Maßnahmen gegen nationale Turnvereine nicht zustimmen. Es ist auch tatsächlich keine Einschränkung der Tätigkeit des Deutschen Turnerbundes wahrzunehmen; am 3. September finden am Jauerling und am Bisamberg große Turnteste statt, für die in völkischen Kreisen rege Propaganda gemacht wird, und Mitte September soll am Trabrennplatz ein Wiener Gauturnfest stattfinden, bei dem es wieder so zugehen dürfte, wie nach der Sonnwendfeier der deutschen Turner im Juni. Zu den vielen Merkwürdigkeiten Oesterreichs gehört demnach auch die seltsame Erscheinung, daß die schwarz-rot-goldene Fahne des Jahres 1848 das Hakenkreuzbanner zu decken hat. * Christlichsoziale und Heimwehrblätter, also Regierungsorgane, bringen öfters anmutige Berichte über die Art und Weise, wie die Maßnahmen der Regierung den Nazis gegenüber von öffentlichen Angestellten durchkreuzt werden. In Linz werden bei der Post militante Nazijünglinge aufgenommen, verurteilte Nazis werden auf freiem Fuß belassen, so daß sie nach Bayern zur „Oesterreichischen Legion" flüchten können, in Kärnten fällt das Bezirksgericht Feldkirchen durch seine auffallend milde Rechtsprechung bei Naziverhandlungen auf. Mandatare der Regierungsparteien protestieren in öffentlichen Kundgebungen wiederholt gegen die unverkennbare Sympathie, die der Hakenkreuzbewegung von einem Großteil der Beamtenschaft entgegengebracht wird. Es erhebt sich daher die Frage, warum denn nicht wirklich Ordnung gemacht wird, warum man sich scheut, die letzten Konsequenzen zu ziehen, und Verordnungen und angekündigte Maßnahmen nicht wirklich durchführt. Wenn die hohe Bürokratie, die vielfach aus „alten Herren'" nationaler Verbindungen besteht, kräftig angefaßt und eine Anzahl Hitler-Enthusiasten an die Luft gesetzt würden, dann wäre Ernüchterung da. Solange jeder Postvorstand und jeder Bezirksrichter in Gigritzhofen machen kann, was er will, kann von einem ernsten Ktimpf für österreichische Unabhängigkeit und Freiheit keine Rede sein. * In vielen Orten sind die Behörden auf die Idee gekommen, Hakenkreuzverunreinigungen durch Nazifunktionäre entfernen zu lassen. Solche ■ ..Putzscharen" wären auch in Wien am Platze: in den äußeren Bezirken sind vielfach Gehsteige und Wände mit Hakenkreuzen und Nazipoetik besudelt und es |ist nicht einzusehen, warum die zuständigen Behörden das gute Beispiel mancher Provinzbehörden nicht nachahmen wollen. Aus Deutschland kommt eine bedeutsame Nachricht: die 1000-Mark-Ausreisesteuer wird für Studenten, die an österreichischen Hochschulen studieren wollen, aufgehoben. Das bedeutet, daß hunderte Naziagitatoren in der Maske von Hochschülern nach Oesterreich geworfen werden sollen. Wie wird die österreichische Regierung auf diese zynische Maßnahme reagieren? Will sie weiter, daß die Hochschulen Brutstätten des Hitlertums sind? Auch bei dieser Frage läßt sich eine gewisse, echt österreichische Zwieschlächtigkeit nicht verkennen. Minister F e y kündete nach den letzten Hochschulskandalen die Errichtung von Wachstuben an einigen Hochschulen an. Jetzt hört man, daß über diese Sache verhandelt und paktiert wird, ja die Herren Studenten sollen Einfluß auf den Sicherheitsdienst an der Universität erhalten. Das kann hübsch werden und auch die katholischen Studenten, nicht nur die Juden, werden ihre Wunder erleben. Die Gleispach und Abel müssen doch auch im Unterrichtsministerium gute Freunde haben--- Spectator. Hagel's Selchwaren-Restaurant Selchwaren aus der Fabrik Eisen & Hönigsber streng orth itw (Unter Aufsicht der Adas -Jisroel - Schiffschul) Wien IL, PraterstraSe 33, Telephon R-47-4-49 Menü von S 2.— aufwärts. Hochzeiten und Banketts werden bestens arrangiert Lebensveroid&erangs-Gesellsdiaft PHÖNIX Aus dem Jahresbericht 1932: Versicherungsbestand . . . S 2.728,000.000.-- Prämienu. Zinsen-Einnahmen . S 179,000.000.— Garantiemittel . . S 527,000.000.— Auszahlungen an die Versicherten S 60,000.000.— Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslowakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten. also am besten zu schießen und zu stechen vermag; nur der soll das Recht haben, ein Stipendium für sein Universitätsstudium zu beanspruchen. Kultur und Geist werden dann zwar keinen Platz mehr finden an den deutschen Universitäten, aber dafür wird eine Generation herangezogen werden, die voll und ganz würdig ist. den Namen „Nationalsozialisten" zu tragen . . . Unsere Mitkämpfer verdienen Dank und Achtung. Die Hamburger Polizei verlautbart: „Eingeborene der früheren deutschen Kolonien in Afrika beklagen sich darüber, daß sie selbst wegen ihrer Rassezugehörigkeit und daß ihre weißen Frauen wegen ihrer Ehe mit einem Neger hier auf öffentlicher Straße belästigt werden. Viele dieser Afrikaner haben während des Weltkrieges in der Deutschen Schutztruppe gekämpft, und mancher ihrer Landsleute hat seine Treue zum Deutschen Reich mit dem Leben bezahlen müssen. Unsere alten Mitkämpfer verdienen Dank und Achtung und vor allem unseren Schutz. Es kann nicht geduldet werden, daß sie und ihre Angehörigen öffentlich beschimpft und verächtlich gemacht werden. Im Wiederholungsfälle müßte gegen die Täter vorgegangen werden. Unsere Volksgenossen dürfen zu der Polizeibehörde das Vertrauen haben, daß sie unliebsame Zu Rotch-Hatchonoh gratulieren Sie allen Ihien Verwandten. Freunden, Bekannten, Knoden and Gästen in der Neujahrstestnummer der „WAHRHEIT" Sie ersparen damit Mühe. Porto und Zeitaufwand! Nur bis Freitag, den 15. September können Aufträge berücksichtigt werden. Ein Teil des Erträgnisses fließt dem „Hilfskomitee für deutsche Juden" zu Muster: Anläßlich des Rosch-Haschonoh-Festes entbieten hiermit ihren Verwandten und Freunden die herzlichsten Glückwünsche Intelligenz Nebensache. Aachen war der Schauplatz eines großen nationalsozialistischen Studententreffens, bei dem, neben anderen Rednern, ,,Pg.'* Dr. Streit vom Studentenwerk unter großem Beifall folgendes ausführte: „Die Intelligenzauslese in der Stipendiumfrage war immer mehr zu einer ganz einseitigen Bevorzugung der semitischen Intelligenz geworden. Die jetzt ins Leben tretende Reform, die diese Auslese nach völkischen, charakterlichen, wehr¬ und arbeitsdiensttüchtigen Grundsätzen handhabt, erfüllt daher eine alte Forderung.'' Lieb Vaterland magst ruhig sein . . .! Die Intelligenz, diese semitische Erfindung, wird von den deutschen Hochschulen verschwinden. Nicht mehr der Kopf ist ausschlaggebend! Sondern nur, wer „völkischen1' Prinzipien entspricht, also die blauesteti Augen, die blondesten Haare, die arischste Großmutter hat, wer „nationalen Charakter" besitzt, also am lautesten gegen „Marxisten" und Juden hetzen kann, wer wehrhaft ist. (Einfaches Feld) Eugen Rottmann und Familie III., Marxergasse 6 Um allen Jenen, die durch „Die Wahrheit" gratulieren, die Gewißheit zu geben, daß ihre Gratulation auch alle jene Familien oder Personen erreicht, denen sie zu gratulieren beabsichtigen, werden wir an alle Adressen, die uns mit der Gratulationsbestellung aufgegeben werden. Je ein Exemplar der Festnummer kostenfrei zusenden. ------------— Ausschneiden!----------------- — D«stell9«jh«in An die Administration „DIE WAHRHEIT", Wien IL, Heinestraße 13 Ich bestelle hiermit einen Rosch-Haschonoh-Glückwunsch *) Einfaches Feld zum Preise von S ti'— *) Doppelfeld zum Preise von S IV — welchen Betrag ich Ihnen gleichzeitig übersende •) Nichtzutreffendes bitte streichen. Textangabe:............................................................

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