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Die Wahrheit · 1933-08-25 · Heft 34 (25.8.1933) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 34 (25.8.1933)
Date
1933-08-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE WAHRHEIT Spezialhaus für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, 2~ Bez., Taborstraße Nr. 17 Fabriksniederlage. Wirku. Strickmoden Telephon A 45-8-69 es in hundert Jahren mit den Brüdern Mann und anderen Dichtern sein, die vom neuen Deutschland verfolgt und verjagt wurden, während die Hans Heinz Ewers, Max B a r t h e 1 und Konsorten bereits in zwanzig Jahren keine Katze mehr kennen wird. Spectator. Palästina-Nachrichten. Unter dem Vorsitz von Chief Rabbi Doktor Hertz tagte in Genf die Jahreskonferenz des Kuratoriums für das Judaistische Institut der Hebräischen Universität Jerusalem. Universitätskanzler Dr. J. L. M a g n e s erstattete den ausführlichen Bericht über die Entwicklung des Instituts in letzter Zeit und über die in Jerusalem ausgearbeiteten Pläne für die Erweiterung seines Rahmens im kommenden Jahr. Nach eingehender Aussprache über die vorgelegten Pläne wurde ein Ausbau-Programm beschlossen, das eine Erweiterung des Forschungsbereichs des Instituts und die Schaffung von Möglichkeiten vorsieht, die Arbeit jüdischer Gelehrter, die durch die Maßnahmen in Deutschland betroffen wurden, für das Institut nutzbar zu machen. Neue Professuren für Hebräisch und jüdische Philosophie wurden geschaffen. Ferner sollen eine weitere Lehrkanzel für Bibelforschung, sowie Lehrkanzeln für altisraelitische Geschichte und für Geschichte und Literatur in der Zeit des zweiten jüdischen Reiches errichtet werden. Das Kuratorium kam überein, daß in den nächsten Monaten größtmögliche Anstrengungen zur Aufbringung neuer Mittel für das Institut gemacht werden sollen, um die UeberWindung der gegenwärtigen Krise und die Schaffung größerer Möglichkeiten für Lehre und Forschung zu sichern. Das Departement für öffentliche Arbeiten bei der Palästina-Regierung hat seine Unterabteilungen bei den einzelnen Distrikten angewiesen, von nun an bei allen durch Regierungsstellen zu vergebenden öffentlichen Arbeiten jüdische Arbeiter in einem Ausmaß zu beschäftigen, daß ein Drittel der für Löhne bestimmten Gelder an jüdische Arbeiter zur Auszahlung gelangt. * Wie aus dem soeben veröffentlichten Bericht des Schatzamtes der Palästina-Regierung hervorgeht, betrug der Verwaltungsüberschuß der Palästina-Regierung Ende März 1,230.296 Pfund. In den inländischen Banken befanden sich Depositen in der Höhe von 7 Millionen, außerdem waren in ausländischen Banken 3 Millionen zugunsten Palästinas deponiert. * Gegen den revisionistischen Jugendführer Achi Meir, der vor einigen Tagen aus Jaffa in das Gefängnis von Jerusalem überführt worden ist, wurde neuerdings eine Untersuchung wegen Mitschuld an der Ermordung Dr. Arlosoroffs .eingeleitet Die Beschuldigung gegen Achi Meir wird auf Grund von Dokumenten, die bei im Juli durchgeführten Hausdurchsuchungen beschlagnahmt wurden, erhoben. Der Vater Abraham Stavskys, dem das englische Konsulat in Warschau vor einiger Zeit die Erteilung eines Einreisevisums nach Palästina verweigert hat — wie man annahm, wegen der Tatsache, daß gegen seinen Sohn eine Untersuchung wegen Mordes geführt wird —, hat nunmehr auf dringliche telegraphische Anfrage bei der Palästina-Regierung die vom britischen Konsulat in Warschau geforderte Bestätigung erhalten, daß gegen seine Einreise keine Bedenken bestünden. Herr Stavsky, der seinen gefangenen Sohn besuchen will, hat bereits das Visum erhalten und begibt sich in den nächsten Tagen nach Palästina. # Der zu Beginn des Monats Mai von der Stadtverwaltung Tel Awiw mit den verschiedenen Arbeiterorganisationen geschlossene Vertrag, in dem ein Schlüssel für die Beschäftigung der Mitglieder der einzelnen Organisationen bei Bauarbeiten festgelegt wurde, ist in letzter Zeit wiederholt gebrochen worden. Die Verantwortung hierfür schieben sich die Arbeiterorganisationen gegenseitig zu. Die Histadruth ist dazu übergegangen, eigene Arbeitsverträge mit Bauunternehmungen abzuschließen. In einigen Unternehmungen ist es im Zusammenhang damit zu Streiks und in einer Reihe von Fällen zu Zusammenstößen zwischen Histadruth-Mitgliedern und Revisionisten gekommen. Einige Arbeiter, die an diesen Zusammenstößen beteiligt waren, wurden gerichtlich zu Geldstrafen verurteilt. Isdüas, Rhenma, Gidif 14tägige Ischias - Schnellkuren (Italienische Methode) Fango-, Schlammpackungen, Moor-, Schwefel-, Sool-, Fichten-, Kohlensäurebäder, Diathermie.. Heifilnft, Höhensonne Paraffin-Entfettungskuren und alle sonstigen modernen physikalischen Heilmethoden täglich von 8—6 Uhr ■eHamtfaU ..Thermla" L, Franz Josefskai 1 — Telephon R 29-1-37 Leiter: Dr. Wolf Somer Wissen Sie schon, daß Max Liebe rmann, der in den letzten Monaten zahlreiche, weithin sichtbare Beweise persönlichen Mutes gegeben hat, von Berlin nach Paris übersiedelt ist? daß der Orientalist Dr. J. Scheftelowitz, Professor der indo-iranischen Wissenschaft an der Kölner Universität, einen Ruf an die Universität Oxford erhielt; Professor Scheftelowitz wirkte etwa 20 Jahre als Religionslehrer und Rabbiner der Kölner Synagogengemeinde. * daß Frau Lola Kreuzberg vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda die von ihr geplante Verfilmung der Novelle „Amokläufer" von Stefan Zweig wegen erheblicher innen- und außenpolitischer Bedenken untersagt wurde; Stefan Zweig stehe auf der schwarzen Liste und seine Bücher seien öffentlich verbrannt worden. * daß der preußische Theaterausschuß dem neugegründeten Kulturbund deutscher Juden, der übrigens in den wenigen Wochen seines Bestehens bereits viele Tausende von Mitgliedsanmeldungen erhalten hat, die Konzession zum Betrieb eines jüdischen Theaters in Berlin erteilt hat, jedoch nur unter der Bedingung, daß kein öffentlicher Kartenverkauf erfolgt? * daß nach einer Verordnung des Propagandaministers Goebbels der Darsteller des Christus bei den Oberammergauer Passionsspielen nur ein blonder Mann mit blauen Augen sein darf, dessen Rock mit Hakenkreuzen geschmückt sein muß; auch alle Christus treu ergebenen Aposteln müssen arisch-germanischen Typus haben, nur Judas wird als prononciert semitischer Typ dargestellt werden. Oticus Verein sucht für die hohen Feiertage guten KaDtor mit kräftiger Stimme. Kurzes Anbot mit Honorarangabe an Räber, II., Pillersdorfgasse 8 daß jüdische Händler künftighin nach einem Beschluß des Münchner Stadtrates in den Versteigerungssaial des städtischen Leihamtes nicht mehr zugelassen werden, ebenso nicht mehr zum Oktoberfest und den Dulten (Messen), und haben Sie da noch Lust, die Leipziger Messe zu besuchen? * daß auf Anordnung des Kommissärs für die ärztlichen Spitzenverbände, Dr. Wagner, es in Zukunft verboten ist, daß deutschstämmige und fremdr&ssige Aerzte einander vertreten, daß deutschstämmige Aerzte Ueberweisungen : an fremdrassige Aerzte vornehmen oder Ueberweisungen von ihnen annehmen und daß deutschstämmige Aerzte fremdrassige zu Konsilien zuziehen oder sich von ihnen zuziehen lassen? daß man aucli im Freibad Wannsee, dem in der ganzen Welt bekannten größten städtischen Freibad Berlins, den Juden das Betreten des Bades verboten hat? daß auch die Stadt München Personen nichtarischer Abstammung den Besuch der städtischen Badeanstalten untersagt hat; von diesem Verbot ausgenommmen sind Brause-, Wannen- und medizinische Einzelbäder. * daß das Badeverbot für Juden im Schwimmbad Qleiwitz (Oberschlesien) aufgehoben wurde? Der Wilhelmspark, in dem die Badeanstalt liegt, konnte von der Stadt seinerzeit nur durch großzügige Spenden zweier Juden, des Geh. Kommerzialrat Friedländer und des Kaufmannes Guttmann, erworben und ausgebaut werden. * daß in einer ostpreußischen Kleinstadt die Post an Juden nicht mehr befördert wird, sondern daß diese persönlich ihre Poststücke nach 6 Uhr abends auf dem Postamt abholen müssen, so daß im Orte lakonisch von einer „Judenpost" gesprochen wird? * daß in der gleichen Stadt Eltern ihre 15jährige Tochter aus der Schule nehmen mußten, weil erstens keine der Mitschülerinnen neben dem Mädchen auf der Bank sitzen wollte, zweitens aber folgendes Thema zum Schulaufsatz gestellt wurde: „Was ist der Unterschied zwischen Menschen und Juden?" * daß der berühmte Kammersänger Hermann J a d- 1 o w k e r in Riga zum Leiter der Gesangsklasse am lettländischen Staatskonservatorium mit dem Titel Professor ernannt wurde? daß der Präsident des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten. Dr. J. Schwarzbart- Krakau, bei der feierlichen Eröffnung der kürzlich in Prag abgehaltenen zweiten Weltkonferenz das Wort einem palästinensischen Delegierten übergeben mußte, weil die große Mehrheit der Konferenzteilnehmer stürmisch verlangte, daß die Eröffnungsansprache hebräisch gehalten werde, was der Herr Präsident der Allgemeinen Zionisten, übrigens ein eifriger Mitarbeiter unserer „Stimme'', — nicht konnte? * daß die Landstraße am kommenden Samstag vormittags ein neues Bethaus (III., Steingasse 18) erhält? * daß nach einer Zusammenstellung der Wiener Magistratsabteilung für Statistik über die Zahl der Trauungen an den einzelnen Tagen des ersten Quartals des heurigen' Jahres festgestellt wurde, daß der Sonntag von den Brautpaaren am meisten bevorzugt war, namentlich bei den Israeliten, bei denen die Sonntagstrauungen 77 Prozent aller Trauungen überhaupt sind? Bund jüdischer Frontsoldaten. Sonntag, den 27. d. M., um 9 Uhr 30 vormittags, wird im Tempel, XL, Braunhubergasse, eine vom Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs (B. 0. G. XI.) gewidmete Gedenktafel für im Weltkrieg gefallene jüdische Kriegsteilnehmer des 11. Wiener Gemeindebezirkes feierlich enthüllt. Der Eintritt zu der Gedenkfeier erfolgt gegen Eintrittskarten, welche bei Herrn Heinrich Langer, XL, Simmeringer Hauptstraße Nr. 113, Telephon U 12-9-43, und in der Bundeskanzlei IL, Aspernbrückenstraße 2, Telephon R 44-5-81, erhältlich sind.

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