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Die Wahrheit · 1933-08-11 · Heft 32 (11.8.1933) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 32 (11.8.1933)
Date
1933-08-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 5 Palästina-Nachrichten. Das Amtsblatt der Regierung veröffentlicht den EntwurfeinesneuenEinwanderungsgesetzes, der bereits vor Jahresfrist ausgearbeitet, dessen Veröffentlichung jedoch auf Einspruch der Jewish Agency hinausgeschoben wurde. Der Entwurf enthält neue Erschwerungen für die Einwanderung, besonders für jene Einwanderer, die sich zunächst als Touristen ausgeben und dann im Lande bleiben. * Zahlreiche Juden aus Aegypten, die alljährlich ihren Urlaub in Palästina zu verbringen pflegten, sind in diesem Jahre statt nach Palästina nach dem Libanongebiet gereist. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die britischen Konsuln in Aegypten die neuen Vorschriftenfürden palästinensischen Touristenverkehr äußerst rigoros handhaben, während anderseits die französischen Konsuln den Touristenverkehr nach dem Libanongebiet in jeder Weise erleichtern. * Frau Sarah Levi aus Singapore, die sich gegenwärtig in Palästina aufhält, hat beschlossen, ihr gesamtes etwa 100.000 Pfund betragendes Vermögen für den Wiederaufbau der Stadt Safed, die während der Unruhen von 1929 schwer gelitten hat, zu verwenden. Ein neues Wohnviertel, eine Synagoge und eine große Mittelschule sollen auf dem bei der Stadt liegenden Berg Kanaan errichtet werden. Zur Durchführung dieses Planes wurde eiira Komitee eingesetzt, dem Frau Levi als Ehrenpräsidentin angehört. * Kürzlich wurde in Jerusalem die a r abisch-palästinensische Ausstellung eröffnet. Entsprechend der von der arabischen Exekutive Palästinas vor kurzem beschlossenen Politik der Non-Coopetlation mit der Regierung und den übrigen offiziellen Körperschaften wurden weder die Mitglieder der Palästinaregierung, noch der Vorstand der Gemeinde Jerusalems zur Ausstellung eingeladen. Auch an jüdische Journalisten sind keine Einladungen ergangen, nicht einmal an die „Palestine Post", die die einzige englische Tageszeitung in Palästina und den Nachbarländern ' ist. Ein jüdischer Journalist, der die Ausstellung sehen wollte, wurde abgewiesen. * Vor dem Strafgericht in Nablus wurde die Verhandlung gegen vier Araber durchgeführt, die unter der Beschuldigung, den ehemaligen jüdischen Legionär Joseph Benjiamini in Nathania getötet zu haben, verhaftet worden waren. Einer der Angeklagten wurde zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, die drei übrigen wurden freigesprochen. Joseph Benjamini war Ende März bei einem Zusammenstoß mit Beduinen auf jüdischem Boden in Wadi flawarith, wo er als Wächter tätig war, getötet worden. Er war eines der ersten Mitglieder der Jüdischen Legion, die während des Weltkrieges im Verband der englischen Armee kämpfte, und der Führer der Bewegung zur Ansiedlung ehemaliger jüdischer Soldaten in Palästina. Die Ermordung Benjaminis bildete auch den Gegenstand einer Anfrage im englischen Parlament. In Beantwortung dieser Anfrage schilderte Kolonienminister Sir Cunliffe-Lister den Hergang des Ueberfialls. Beduinen von Wadi Hawarith, die auf einem jüdischen Besitztum bei Nathania ihre Herden weideten, wurden von der Polizei veranlaßt, ein anderes Weidegebiet aufzusuchen. Auf dem Wege dahin kamen sie durch die Siedlung der ehemaligen jüdischen Soldaten. Benjaminigeriet mit den Arabern in einen Wortwechsel, wurde von ihnen niedergeschlagen und erlag nach fünf Stunden seinen Verletzungen. * Der Stadtrat von Tel Awiw hat das Budget der Stadtverwaltung für 1933/34, das Ausgaben in der Höhe von 175.000 Pfund gegenüber einer voraussichtiicheini Einnahme von 150.000 Pfund vorsieht, angenommen. Die Stadtverwaltung erwartet, daß das Defizit von 25.000 Pfund durch H&gty erungszusch'uß gedeckt werden wird. Die hauptsächlichen Ausgabenposten betreffen: Unterrichtswesen 32.000 Pfund, Straßenbau und Kanalisation 30.000 Pfund, Gesundheitswesen 18.000 Pfund, Verwaltung 12.862 Pfund, Arieihen-Zinsendienst und -Rückzahlung 27.128 Pfund. England wünscht keine Einwanderung nach Transjordanien. Das offizielle Protokoll der letzten Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes wird erst Ende September anläßlich der nächsten Tagung des Völkerbundrates veröffentlicht werden. Ueber den Verlauf der Verhandlungen auf der letzten Tagung der Mandatskommission erfährt der Genfer JTA-Vertreter folgende das Palästina-Mandat betreffende Einzelheiten: In der ersten Sitzung wurde die Frage jüdischer Kolonisation in Transiordanien sowie die Stellung der britischen Regierung zu einer solchen ausführlich erörtert. Die Frage wurde durch das britische Mitglied der Kommission Lord L u g g a r d aufgeworfen. Er fragte den Vertreter der Mandatarmacht M. A. Young. ob Aussichten für eine Kolonisierung von Juden und Arabern in Transiordanien vorhanden seien und ob die Regierung geneigt sei, eine solche Einwanderung zu erleichtern. In seiner Antwort betonte Young vor allem, daß die Bestimmungen des Palästina-Mandates betreffend die Errichtung des Jüdischen Nationalheims sich nicht auf Transiordanien erstreckten und daß es sich jetzt nicht darum handle, irgendwelche Aenderungen in dieser Beziehung vorzunehmen. Die britische Regierung glaube nicht, daß es gegenwärtig möglich sei. die Niederlassung von Juden in Transiordanien zu erleichtern. Auf eine weitere Frage des portugiesischen Kommissionsmitgliedes nach den Gründen für diese Haltung erklärte Young, die Niederlassung von Juden in Transiordanien könne aus allgemeinen Gründen der Sicherheit nicht ermutigt werden. Es gäbe dort keine Bewegung zugunsten der Einwanderung anderer Rassen und es seien auch nicht größere zur Kolonisation geeignete Landstrecken vorhanden, wenn auch das Land nicht so dicht bevölkert sei wie Palästina. Nach diesen Erklärungen nahm der Vizepräsident der Kommission van Rees das Wort. Er wies darauf hin, daß das Mandat die Einwanderung von Juden nach Transjordanien nicht ausschließe. Van Rees beschäftigte sich mit den in letzter Zeit verbreiteten Nachrichten, aus denen hervorgehe, daß in Transiordanien der Wunsch nach jüdischer Einwanderung und Niederlassung bestehe. Wenn Emir Abdullah für jüdische Einwanderung sei, erklärte van Rees, dann möchte er wissen, warum die britische Regierung dagegen sei. Der Vertreter der Mandatsregierung Young erwiderte, er sei mit van Rees darin einer Meinung, daß das Mandat jüdische Einwanderung nach Transjordanien nicht ausschließe; die britische Regierung sei jedoch unter Berücksichtigung der allgemeinen Stimmung im Lande und der Sicherheitsfrage zu der Ansicht gelangt, daß es nicht zweckmäßig sei. derzeit eine jüdische Kolonisation in Transiordanien zu erleichtern. Lord Luggard richtete an Young die Frage, wie sich die Regierung zu einer mit Unterstützung der Juden durchzuführenden Ansiedlung von Arabern in Transjordanien stelle. Young erwiderte, die Regierung habe gegen ein solches Projekt nichts einzuwenden, doch könne es sich nicht darum handeln, Araber in größerer Zahl nach Transjordanien umzusiedeln, als der Aufnahmefähigkeit des Landes entspreche. Es seien weder größere Bodenreserven noch eine einer Masseneinwanderung günstige Stimmung in Transjordanien vorhanden. Van Rees machte darauf aufmerksam, daß Transjordanien eigentlich doppelt so groß sei wie Palästina, dabei aber eine Bevölkerung von nur etwa 300.000 Seelen aufweise, während in Palästina beinahe eine Million Menschen wohnen. Er wiederholte seine Frage, ob es klug sei, den Verkauf von Boden in Transjordanien zu verhindern, wenn der Emir selbst den Verkauf wünsche. Young erklärte, es gäbe in Transjordanien große Gebiete von Oedland, während kulturfähiger Boden nicht weniger dicht bevölkert sei als in Palästina. Jedenfalls sei der Unterschied nicht groß. Die Regierung sei nicht gegen die Zulassung einer Einwanderung nach Transjordanien, jedoch nur in einem der Aufnahmefähigkeit des Landes angepaßten Ausmaße. Auf eine weitere Frage erklärte Young, es bestehe kein allgemeines Bodenkaufverbot für Juden, die Genehmigung zum Bodenkauf sei Juden nur individuell verweigert worden. Van Rees bemerkte nunmehr, nicht alle in Palästina ansässig e.n Juden seien p alästinensische Bürger; die Bürger der dem Völkerbund angehörenden Staaten aber müßten nach dem Grundsatz der wirtschaftlichen Gleichberechtigung der Völkerbundstaaten in Transjordanien ebenso behandelt werden, wie andere Bürger dieser Staaten. Young erklärte, die Regierung sorge dafür, daß der Grundsatz wirtschaftlicher Gleichheit in Transjordanien gewahrt werde. Schließlich gab Young auf eine Frage von Professor Rappard nochmals die Erklärung ab, daß die britische Regierung derzeit nicht gewillt sei, die Niederlassung von Juden in Transiordanien zu erleichtern. Bezüglich der Legislative Council erklärte Young, die Regierung halte an ihrem Entschluß, einen solchen Rat zu schaffen, fest, wenn auch in arabischen Kreisen ein gewisser Widerstand gegen den Plan bestehe und die Opposition der Juden gegen ihn s e h r s t a r k sei Im weiteren Verlauf der Debatte wurden von verschiedenen Mitgliedern der Kommission an den britischen Vertreter eine Reihe von Fragen betreffend die Zusammenarbeit der Araber mit der Regierung, die Huleh-Konzession, Einwanderung, Polizeiwesen. Gesundheitspflege, Erziehungswesen u. a. gestellt Es kam sodann zu einer Erörterung Aber den Schutz der der Christenheit heiligen Stätten. Schließlich fragte noch das deutsche Kornmissionsmitglied Lebensversi&erangg-Gesellsdiaft PHÖNIX Aus dem Jahresberichte 1931: Versicherungsbestand . . . S 2.746,000.000.— Prämienu. Zinsen-Einnahmen S 182.000.000.— Garantiemittel . S 472,000.000.— Auszahlung an d. Versicherten . S 42,500.000.— Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich.Tschechoslowakische Republik. Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslawien. Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten. Dr. Ruppel, warum die Regierung im Distriktsgericht von Haifa keine jüdischen Richter bestellt habe. Der Vertreter der Mandatarmacht Young erwiderte, an diesem Gericht sei vor drei Jahren ein arabischer Richter ernannt worden. Die Bestellung der Richter erfolge ausschließlich auf Grund ihrer Qualifikation, nicht aber nach irgendwelchen anderen Gesichtspunkten. Reise ond Verhehr streng -ira SecieM in Tirol (1200 ■) das Paradies der Erholung und Gesundung, modernes Schwefelheilbad, Strandbad, Höhensonne, aller Sport, bekannt erstklassige Verpflegung, billige Preise, Pension Voranmeldung erwünscht Geschwister Sehaee im HoM Mecbalm. Tel. 28 l HOTEL ELISABETHHO: Zeitgemäße Preise. 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