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Die Wahrheit · 1933-07-14 · Heft 28 (14.7.1933) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 28 (14.7.1933)
Date
1933-07-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite S Herr Frank droht nicht nur Österreich. Der in Oesterreich unrühmlich genug bekannte bayrische Justizminister Dr. Frank hielt auf einer Kundgebung des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen in der Berliner Philharmonie einen Vortrag über „Das Recht der Revolution", in dem er u. a. auch die a n t i j ü d ischen Maßnahmen auf dem Gebiet der Justiz streifte. Hierzu erklärte Staatsminister Dr. Frank: „Unser Recht soll den rassischen Kern des deutschen Volkes gegen jeden fremden Eindringling schützen. Es ist eine Verdrehung der Tatsachen, wenn man uns bei dieser Arbeit Brutalität und Rücksichtslosigkeit der jüdischen Rasse gegenüber vorwirft. Als Tausende bester deutscher Existenzen der jüdischen Zinsgier zum Opfer fielen, als eine Million Russen durch den Wahnsinn der jüdischen Internationale vernichtet wurden, da regte sich keine Stimme des Mitgefühls in der Welt; wenn aber heute bei uns einem jüdischen Rechtsanwalt das Betreten der Gerichte untersagt wird, dann schreit die Judenheit aller Länder von Greuel in Deutschland. Wer eigentlich hindert uns, das zu tun, was man uns in so gehässiger und falscher Weise seit Monaten im Ausland nachsagt? Wenn wir zu solchen Mitteln zur Vernichtung unserer Gegner nicht gegriffen haben, so nur aus dem Gefühl der Verantwortung unserem Volke gegenüber." Ein jüdischer Notar setzt sich zur Wehr. Den französischen Zeitungen wird aus Genf berichtet, daß der ehemalige Berliner Notar Erwin Hirschfeld, der sich jetzt in der Schweiz aufhält, eine Beschwerde an den Völkerbund wegen seiner Entlassung auf Grund der Bestimmungen zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums gerichtet habe. Die Blätter behaupten, Hirschfeld, der sich nunmehr in den Vereinigten Staaten niederzulassen beabsichtigt, fordere von der deutschen Reichsregierung als Entschädigung für die Zerstörung Radio Wien. Frau Bundesfürsorgerat Ottilie Pollitzer spricht im Radio Wien am 18. d. M., um 16 Uhr 35 über „Die Frau im Kulturlebe n". seiner früheren umfangreichen Praxis eine außerordentlich hohe Summe. Josef Viktor v. Scheffel als Seher. Der schwäbische Dichter des „Ekkehard" scheint die heutigen Zeitverhältnisse Deutschkinds vorausgeahnt zu haben, wenn er mit seinem Gedenkspruch, den er vor einem halben Jahrhundert zu Karlsruhe niedergeschrieben hat und den interessanterweise jetzt „Die Reichspost" zitiert, das Volk in Deutschland warnt: Stoß an: Ein Hoch dem deutschen Reich! An Kühnheit reich, dem Adler gleich Mög's täglich neu sich stärken. Doch Gott behüt's vor Klassenhaß Und Rassenhaß und Massenhaß Und derlei Teufelswerken! (Heise und Verkehr Bsmc&er die östBuiiriiiEliH SbbibbpMscIibb! Eine Leserin unseren Blattes schreibt uns: Die jüdischen Sommergäste, die heuer zum erstenmal die herrlichen Täler und Höhen Tirols, Vorarlbergs, Salzburgs und Kärntens aufsuchen, werden dort nicht nur Erholung und Kräftigung ihrer Gesundheit, Genuß für Sinn und Seele finden. Sie werden auch eine kulturelle Mission erfüllen können. Denn sie werden Gelegenheit haben, Vorurteile zu widerlegen, die böswillig in die Herzen der Bewohner dieser schönen Länder gepflanzt wurden. Sie werden durch ihr entsprechendes Auftreten Sympathien erringen können, wo ihnen vorher Mißtrauen und Zurückhaltung begneten. Indem sie die Eigenheiten des Bergvolks erkennen und dieses ihre guten Eigenschaften kennen lernt, werden sich freundschaftliche Beziehungen anknüpfen und dauernder Kontakt entstehen. J. W. Tirol. Wenn man von Tirol spricht, wenn man an Tirol denkt, dann taucht immer ein ganzer Komplex von Vorstellungen auf. Andreas Hofer, Tirols Freiheitsheld — Innsbruck, die weltberühmte Maria Theresienstraße — Berg Isel, der Schlachtenberg von 1809 — Jodler, Trachten, Schuhplattler — Wälder, Almen, einsame Eis- und Felsenwildnis. Vielgestaltig sind die Sommerfreuden, die den durchaus gern gesehenen Gast in Tirol erwarten! Fels und Firn, die erhabene Einsamkeit der Drei- und beinahe Viertausender der Zillertaler- und Oetztaler Alpen (Wildspitze 3774 m), der Stubaier (Zuckerhütl 3511 m), des Qroßglockner (3798 m) und Qroßvenediger sind magnetische Pole der Anziehung für zahllose Wanderer. Die wilde, bizarre Felswelt des Kaisergebirges, der Lienzer Dolomiten oder der Kalkkögel sind ein Eldorado, sowohl für den Kletterer als auch für den, der die Natursymphonie der Berge nur aus der Talperspektive genießen will. Reizende Seen — tiefblau, smaragdgrün oder schwarz — spiegeln in kristallklaren Wassern Farben und Formen der Felsenberge, Wiesen und Wälder. Achensee, Walchsee, Tristachersee (alle drei mit Strandbad), Schwarzsee bei Kitzbühel (der wärmste Gebirgssee), Plansee, sind die größten Seen und die bekanntesten unter den vielen Bademöglichkeiten in den zahlreichen kleinen und großen Fremdenplätzen Tirols. Jedem anderen Sport kann man in Tirol huldigen: Golf in Pertisau und Igls; Tennisplätze befinden sich in über 40 Orten, man kann jagen, fischen (besonders Forellen), reiten oder paddeln. Wahre Meisterwerke der Technik und moderner Konstruktionskunst sind — neben den Bahnen (Karwendelbahn usw.) — Tirols Seilschwebebahnen. Hahnenkamm-, Hafelekar-, Patscherkofel- und Zugspitzbahn. In wenigen Minuten führt die österr. Zugspitzbahn ihre Fahrgäste in eine Höhe von 2805 m. Während Täler, Dörfer, Wälder und Seen zu Füßen sinken, weitet sich der Blick in ein Panorama von überwältigender Großartigkeit und unermeßlicher Ausdehnung. Kraftwagenfahrten auf Tirols Berg- und Paßstraßen zählen zu unvergeßlichen Erlebnissen. Hervorgehoben seien nur die Dreipässefahrt (Arlberg-, Flexen- und Fernpaß) und die Fahrt „Rund um das Kaisergebirge". Seit neuestem fährt auch der Postkraftwagen zum größten Gletscher (11.300 nr) der Oetztaler Alpen, zum Gepatschgletscher und vermittelt auf bequeme Weise auch dem Nichttouristen das Märchenwunder bläulichweiß schimmernde Firne. Viele Sehenswürdigkeiten und Kunstschätze birgt Tirol. Winkelige Gassen und malerische Häuser in Innsbruck, Hall, Schwaz, Rattenberg usw. raunen ein Stück Geschichte des Landes; auf den schönsten Punkten thronen Schlösser und Burgruinen, die Beherrscher des Landes im Mittelalter: aus der Zeit der römischen Heereszüge erzählen reiche Funde und Ausgrabungen — sorgsam in Museen aufbewahrt. Und an unsere toten Helden im Weltkrieg mahnen weithin hörbare Orgelklänge des Kufsteiner Heldenmales auf Geroldseck, der berühmten Heldenorgel. * Im obigen Artikel werden die allgemein bekannten Schönheiten des Landes Tirol geschildert. Wir wollen hoffen, daß dieser Aufsatz mit dazu beitragen wird, die allseits vorherrschende Tendenz zum Besuche dieses herrlichen Landes noch zu erhöhen. Diese Tendenz besteht erfreulicherweise auch unter unseren Glaubensgenossen, zumal alle zuständigen Behörden für einen ungestörten Aufenthalt bürgen und auch tatsächlich -überall Ruhe herrscht. Außerdem besteht auch die Möglichkeit, ün jüdischen Häusern erstklassige Unterkunft zu finden, so insbesondere im Hotel Hochalm, Seeield, das von den Geschwistern Sc beer streng koscher geführt wird. Israelitisdie Kultusgemeinde Klagenfurt Die israeUtlsche Kultusgemeinde Klagenfurt sieht es als ihre Pflicht an. in treuösterreichischer Gesinnung in den Propagandadienst der Fremdenwerbung für Kärnten voll und ganz einzutreten. Wir finden uns nämlich durch die eingeleitete allgemeine Aktion autoritativer Jüdischer Kreise Oesterreichs, wie auch auf freundliche Einladung des Kärntnerischen Wörtherseeverbandes für die Sommerfrischen Pörtschach, Velden, Krumpendorf und Maria Wörth, Reifnitz. Millstatt. Maiernizz veranlaßt für den Reiseverkehr Kärntens zu werben. Auf Grund strikter Zusicherungen der Landesbehörden sind wir auch ermächtigt, auf die sichere Gewähr hinzuweisen, daß keinerlei Störung der Ruhe oder geringste Behelligung jüdischer Gäste zu gewärtigen ist. Kärnten, mit seinen herrlichen Bergen und lieblichen Seen, bildet mit seinen einzigartigen Vorzügen das ersehnte Ziel Tausender von Erholungssuchenden, die hier aus dem nie versagenden Born des milden Seeklimas, gepaart mit der ozonreichen Höhenluft der umgebenden Gebirgsketten und der Karawanken, immer wieder Erholung finden und neue Lebenskraft schöpfen. Wer Wassersport, Sonne und Höhenluft, Ruhe und Erholung in einem Lande der entgegenkommendsten Gastfreundschaft finden will, der komme nach Kärnten, wo überall Ruhe und Ordnung herrscht Der Wörthersee allein, der bekanntlich der wärmste See Europas ist, ist schon ein Prachtsaal der Natur ohnegleichen. Der Vorstand der Kultusgemeinde Klagenfurt ist gerne bereit anfällige auf den Aufenthalt in Kärnten bezügliche Anfragen und Auskünfte bereitwilligst zu erteilen. Streng -ran SCCMM in Tirol (1208 ■) das Paradies der Erholung und Gesandung, modernes Schwefelheilbad, Strandbad, Höhensonne, aller Sport, bekannt erstklassige Verpflegung, billige Preise, Pension Voranmeldung erwünscht 6aaehwlstmr Sek—r im Motml Hochmlm. Tel. 28 :ÄP6ÄSTÜN 9 l HOTEL ELISABETHHÖ Zeitgemäße Preise. Kein Mahlzeitenzwang BAD GASTEIN Pension Villa Dr.Wassing an der Kaiser-Wilhelm-Promenade Miet- und Badeham mit Dependance In landschaftlich reizvoller, ruhiger Lage. 35 Zimmer, flieüendes wärmet und kaltes Wasser. Zentralheizung. Fahrstuhl. Telephon im Zimmer. Gesellschaftsräume. Garten. Terrasse Fernsprecher: Nummer 448. Besitzer: OBERMEDIZINALRAT DR. WAS5INC Einziges Badener Vegetarisches Restaurant nnd Diätküche (Speisenzubereitung nur mit Butter und reinem Ol) Fl. SÄNOEtt Baden b. Wien, Vöslauerstraße 18. Tel. 507 Israel. Kinderheim. 30 Minuten von Wien, herrlichste Gegend, großer Garten, fünf Mahlzeiten. S 450 täglich; von 3 bis 14 Jahren. Anfragen: Tel- U 17-2-10 ve[!«in[ÄjeWttin ACHTUNG! Oesferrelchlsche Joden besuchen neuer ösierreichische Sommcrhrlsdien! Auswärtige Jaden, kommet neuer alle in Oesterreichs herrliche Sommernlschen!

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