Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 26 (30.6.1933)
- Date
- 1933-06-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3064350-3064375--19349-3084477- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
HE DIE WAHRHEIT Seite 3 streng "ran S€€i€M in Tirol (1200 n) das Paradies der Erholung und Gesundung, modernes Schwefelheilbad, Strandbad, Höhensonne, aller Sport, bekannt erstklassgeVerpflegung, billige Preise, Pension Voranmeldung erwünscht Geschwister Seheer im Hotel Hochalm. Tel. 28 Tel-Awiw erklären, sie hätte Stavsky am Tag des Begräbnisses Dr. Arlosoroffs auf einem Balkon eines Hauses in der Allenby Street in Tel-Awiw gesehen, wie er photographische Aufnahmen machte. Frau Arlosoroff hat auf Veranlassung der Polizei in der Leichenkammer des Regierungshospitals zu Jerusalem die in der Nähe von Kirjath Anawim gefundene Leiche eines jungen Mannes in Augenschein genommen, von dem die Polizei annimmt, daß er mit der Mordtat irgendwie in Zusammenhang stand. Frau Arlosoroff konnte keine Aehnlichkeit der Leiche mit einem der beiden Männer, die den Ueberfall verübten, feststellen. Zur Agnoszierung des unbekannten Toten wurden auch Mitglieder der Agency-Exekutive und des Waad Leumi in das Spital gerufen, doch konnten diese die Identität des Toten nicht feststellen. Der wegen Widersetzlichkeit gegen die Polizei anläßlich der in seiner Wohnung, die er gemeinsam mit Abraham Stavsky bewohnte, durchgeführten Haussuchung festgenommene Führer des revisionistischen Zentralkomitees Palästinas (Jabotinsky- Richtung) A c h i M e i r wurde auch dem Tel- Awiwer Richter Korngrin vorgeführt, der zunächst eine mehrtägige Untersuchungshaft über ihn verhängte. Bei dem am folgenden Tag gegen ihn durchgeführten Verfahren wurde er wegen Widerstands gegen die Polizei bei der Durchführung einer Amtshandlung zu einer Geldstrafe von einem Pfund und Ersatz der Kosten verurteilt. Sein Verteidiger hatte geltend gemacht, daß Achi Meir, wie alle Juden, infolge der Ermordung Arlosoroffs sich in einem Zustand hoher Erregung befand und befürchtete, daß man versuchen wolle, die Verantwortung für die Ermordung Dr. Arlosoroffs der revisionistischen Partei aufzubürden. Deshalb habe er geschrien und sich ungehöriger Ausdrücke be- Pension SenHof. SübHüH, Tirol, izobm Modernes Haus, fließendes Kalt- und Warmwasser, sonnige Liegeterrasse, staubfrei, freier Rundblick. — Pensionspreis 10—12 S. Besitzer: Andreas Mair. dient. Er sehe seinen Fehler ein und bitte um Nachsicht. Letzte Nachrichten. Jerusalem, 22. Juni (J.T.A.). Die Polizei hat in Tel-Awiw in Zusammenhang mit der Ermordung Dr. Arlosoroffs eine zweite Verhaftung vorgenommen. Der Verhaftete heißt Samuel Ben Mordechei, soll Kommunist sein und sieht dem zuerst festgenommenen Revisionisten Abraham Stavsky außerordentlich ähnlich. Warschau, 23. Juni (J.T.A.). Die Liga -für das arbeitende Palästina teilt der Jüdischen Telegraphen-Agentur mit: Auf eine telegraphische Anfrage der Liga in Tel-Awiw über den Fortgang der Untersuchung zur Aufklärung des Mordes an Dr. Arlosoroff ist folgende telegraphische Auskunft eingetroffen: Es haben sich Zeugen gemeldet, die Stavskys Alibi bestätigen. Es gibt jedoch sehr wichtige Gegenzeugen,, die die gegen Abraham Stavsky erhobene Beschuldigung stützen. Das polizeiliche Ermittlungsverfahren wird fortgeführt. Jerusalem, 25. Juni (J. T. A.). Abraham Stavsky wurde von Tel-Awiw ins H a u p t g efängnis von Jerusalem überführt und in einer Einzelzelle untergebracht. Von den drei Männern, die Stavsky als Zeugen dafür geführt hat, daß er in der Nacht vom 16. zum 17. Juni im Hotel Turgeman in Jerusalem zugebracht habe, wurden zwei einvernommen, der dritte konnte noch nicht stellig gemacht werden. Einer der beiden Zeugen bestätigt die Behauptung Stavskys, der andere widerspricht ihr. Das Rätsel des bei Kirjath Anawim gefundenen Ji^HBaHHBMBBHaMMBm Zimmermaler Kohn empfiehlt sich zur Ausführung von Malerarbeiten jeder Art II., Rolenkreuzgasie 3 Tel. A 43-5-37 Ich bringe dem o. t. Publikum höil. zur Kenntnis, daß meine Firma es übernahm, die Budapester SKREK'schen Orth.™ Speisekonserven in Oesterreich in Verkehr zu bringen. Unsere Konserven wurden in den verschiedensten Sorten und Größen erzeugt und geben in auigewärmtem Zustande ein vollkommen fertiges Mittag- oder Nachtmahl. Von besonderer Wichtigkeit sind diese für Badeorte, wo keine verläßlich rituelle Kost zu haben ist: unsere Konserven sichern eine billige und schmackhafte Verpflegung. , . . , Zwischenhändler erhalten die originalen rabrikspreise liste. 150 Fuß breit Die Bauten waren um vier Höfe herum aufgeführt. Die Vorderseite der Synagoge war nach Westen, in der Richtung Jerusalems, gewandt Ein Gewölbe in der Mitte des ersten Hofes enthielt eine chinesische Inschrift, die dem Schöpfer und Bewahrer aller Dinge gewidmet war. An den Seiten dieses Hofes befanden sich Bäder. Durch ein großes Tor, das nur bei besonderen Gelegenheiten geöffnet wurde, und durch zwei Seitenpforten gelangte man zum zweiten Hof, der die Wohnungen der Beamten enthielt. In der Mitte des dritten Hofes war ein kleines Gewölbe mit Pavillons an jeder Seite, die zwei Inschriften aufwiesen, über die später noch ausführlich gesprochen werden soll. An der Nord- und Südseite waren Kapellen zu Ehren zweier jüdischer Mandarine, das heißt hoher chinesischer Staatsbeamter, die die Synagoge nach einer Zerstörung wieder aufgebaut hatten. Andere Bauten in diesen Höfen dienten als Empfangsräume für Gäste. Der vierte Hof war durch eine Baumallee geteilt In der Mitte stand eine eherne Weihrauchvase, zu ihren Seiten Blumenvasen und Marmorlöwen auf Piedestalen.. Eine Nische in der nördlichen Mauer diente zur Aufnahme der Sehnen, die nach jüdischem Ritus den geschlachteten Tieren ausgezogen wurden, wie sich ja auch die Juden in China zur Unterscheidung von den Mohammedanern früher „Sekte der Sehnenausreißer" nannten. In dem vorerwähnten vierten Hof befand sich auch eine Halle der Vorfahren, in der an Festtagen die Ehrung für die Patriarchen stattfand, deren jedem eine Inschrift und ein Weihrauchfaß geweiht war. Auch die Laubhütte wurde alljährlich in diesem Hofe errichtet Die Synagoge selbst stand am Ende dieses vierten Hofes; sie war 60 Fuß lang und 40 Fuß breit, von ganz chinesischer Bauart, und hatte eine Säulenhalle, die aus einer Doppelreihe von je vier Säulen gebildet wurde. In der Mitte der Synagoge stand der sogenannte Mosesstuhl, eine runde Kanzel, von der aus den Versammelten die Thora verlesen wurde. Vor der Synagoge war eine Tafel mit dem Namen des Kaisers in Geld gemeißelt An der! Kuppel befanden sich verschiedene hebräische Inschriften. Bei der Tür stand ein Tisch mit sechs Armleuchtern, einer Weihrauchvase und einer Tafel, die die freundlichen Handlungen der Ming- Kaiser anführte. Am westlichen Ende der Synagoge, durch Treppenstufen erreichbar, lag das Himmelshaus, das heißt die Lade, in der 13 Thorarollen lagen. Die mittlere Rolle war wahrscheinlich die älteste und wurde am meisten geschätzt Die westliche Mauer trug zwei Tafeln mit den zehn Geboten. Die Synagoge war anscheinend nur einmal in der Woche geöffnet da sie Li- Bai-Tze, das heißt Wochenhaus genannt wurde. Die Besucher zogen beim Eintritt ihre Schuhe aus: zum Unterschied von Andersgläubigen trugen sie eine blaue Kopfbedeckung. Der Thoravorleser bedeckte sein Gesicht mit einem Gazeschleier und trug einen roten Seidenumhang. (Schluß folgt) Verlangen Sie noch heute eine speziiisierte Preisf. DIAMANT Wim II.» aroBa Schlffgass* 10 Telephon A 48 1-91 Hanptdepot der Budapester Orth, "rös Konservenfabrik: SKRBKLIPOT Toten ist noch nicht gelöst. Die Identität des Toten wurde noch nicht festgestellt, obwohl photographische Abbildungen der Leiche in sämtlichen Zeitungen veröffentlicht wurden. Es mehren sich die Verdachtsmomente hin-' sichtlich eines Zusammenhangs zwischen dem Toten und den Mördern Dr. Arlosoroffs. Die Polizei hat ein besonderes Büro zur Untersuchung des Mordfalles eingerichtet. Warschau, 25. Juni (J. T. A.). Bei dem in Lublin abgehaltenen Kreistag der Abteilungen des Brith Trumpeldor aus der Lubliner Woiwodschaft ist es zu blutigen Zusammenstößen zwischen den Teilnehmern an der Tagung, und Bundisten, die Flugblätter ihrer Partei verteilten, gekommen. Es entwickelte sich ein mehrstündiger heftiger Kampf, dem erst durch das Eingreifen der Polizei ein Ende gemacht werden konnte. Vierzehn Mitglieder des Brith Trumpeldor und drei Bundisten wurden verletzt. Einige Schwerverletzte, unter ihnen ein revisionistisches Mädchen, das mehrere Messerstiche erhalten hatte, mußten ins Lazarett gebracht werden. Auf beiden Seiten wurden Verhaftungen vorgenommen. In Deutschland nichts Neues. Bericht des Joint Foreign Committee. In London fand eine Sitzung des Board o f Jewish Deputies statt, auf der Leonard Stein den Bericht des Joint Foreign Committee über die Lage der Juden in Deutschland vorlegte. In seinem Referat über den Bericht des Committee erklärte Leonard Stein, die Lage in Deutschland verliere allmählich ihre Neuheit und damit ihren Neuigkeitswert. Man dürfe aber nicht glauben, daß die Situation weniger ernst sei, weil man weniger über sie höre. Diese scheinbare Ruhe sei eher damit zu erklären, daß der erste Abschnitt des Regierungsplians in dieser Hinsicht durchgeführt worden ist. Im Wesentlichen sei die Lage in Deutschland unverändert. Es könne kein Zweifel bezüglich des Eindrucks bestehen, den die Maßnahmen in Deutschland auf die öffentliche Meinung Englands gemacht haben; ebenso wenig seien jedoch Zweifel hinsichtlich der Absichten der deutschen Reichsregierung betreffend die Juden in Deutschland möglich. Jene Leute, die argumentiert hätten, eine solche Politik könneaufdieDauernichtfortgeführt werden, hätten eine Desillusion erlebt Sie hätten gesehen, daß die Art der Behandlung der Juden in Deutschland nicht Ausdruck einer vorübergehenden Aufwallung war, sondern im Gegenteil auf gesetzliche Grundlage gestellt wurde. Der Zusammenbruch der deutschen Judenheit werde über kurz oder lang ein vollständiger werden. C1L1TS1I1ISBAB KÜ&- UND BANKANSTALT WIEN IX., CLUSIUSGASSE NR. 12 an der Friedensbrtcke gelegen hm I_°~ Original DüSSlSffieS DampflMd mit Buschenbehandlung gegen Rheuma etc. Gegen Vorweisung dieses Inserates S 1.30 Es brauche, fuhr der Redner fort, wohl kaum darauf hingewiesen zu werden, daß die Juden außerhalb Deutschlands sich angesichts des augenblicklichen Zustands nicht beruhigen können; ein Zustand des Helotentums der deutschen Judenheit sei nicht zu ertragen. Man könne sich mit Geringerem als der Wiedereinsetzung der deutschen Juden in ihren früher innegehabten politischen und bürgerlichen Status nicht zufrieden geben. Der deutsche Antisemitismus habe gegen unbezwingbare moralische Kräfte Front gemacht, gegen Kräfte, die stärker seien, als er glaube, und stärker als er selbst; er kämpfe einen verlorenen Kampf. Wenn es anders wäre, so wären nicht bloß die deutschen Juden, sondern auch die Kultur im Sinne europäischer Auffassung die Besiegten. In dem zur Abwehr des Antisemitismus geführten Kampf seien die Kraft der gerechten Sache und die öffentliche Meinung der zivilisierten Welt die einzigen Waffen gewesen. Engfand habe seine Meinung in außergewöhnlicher Geschlossenheit und in nicht mißzuverstehender Welse zum Ausdruck gebracht. Am 27. Juni würden die zahlreichen bisher veranstalteten Protestkundgebungen ihren Höhepunkt in einer nichtjüdischen Versammlung in der Queens Hall, auf der der Erzbischot von Canterbury das Wort ergreifen werde, finden. (Ueber diese inzwischen unter kolossafer Beteiligung stattgehabte Versammlung berichten wir in unserer nächsten Nummer. D. Red.) Hägers Selchwapen-Rrataupant Selchwaren aas dar Fabrik ElSetl & H8MgSb«r streng ortb. iw (Unter Aufsicht der Adia-Jittoel-Schifftchul) Wla» lt., Pratmratrato 33, Telephon R-47-4-49 ■aalt «an S aafwlrts. Hochzeiten un et Banketts werden besten» arrangiert