Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 14-15 (10.4.1933)
- Date
- 1933-04-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT S«ttB 9 --: k GROSSFLEISCHHAUEREI SIEGM, KORNMEHL MMBnoaiamHBHaBMBBaaBi WIEN IX., BEMQASfK NR. 19 FILIALE i XVIII., WÄHRIMOSRSTRASSE »T Telephon Nr. A 17-349 and A 16-3-34 Lieferant fOr Mollanataltant ÄbteilungenffirKoscherfieisch Katar Aufsicht de« ehrw. Rahblnale» dar lar. Kultuagemeiade Vlan. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Palästina-Nachrichten. In den Kreisen der Exekutive der Jewish Agency herrscht infolge des unbefriedigenden Ergebnisses der in diesem Jahre in Amerika durchgeführten Sammlungen für den Palästina-Aufbau lebhafte Unzufriedenheit mit der Leitung der Zionistischen Organisation in den Vereinigten Staaten. Es wird darauf hingewiesen, daß Amerika heute für Palästina-Zwecke bei weitem weniger aufbringt als Polen und zweifellos weniger als England. Während früher Amerika stets an der Spitze der Länder stand, die Geldsammlungen für den Palästina-Aufbau durchführen, ist es in diesem Jahre auf den fünften Platz der Liste zurückgefallen und rangiert erst nach der Tschechoslowakei. Die bis jetzt in Amerika im Laufe des letzten Halbjahres aufgebrachten und nach Palästina überwiesenen Mittel sind nicht höher als die im selben Zeitraum von der kleinen, bloß 200.000 Seelen umfassenden jüdischen Gemeinschaft Palästinas gesammelten Beträge, obwohl Amerika 4 Millionen Juden hat. Während Amerika sich verpflicht e t hat, in diesem Jahre mindestens 75.000 Pfund aufzubringen, hat die Leitung der Zionistischen Organisation in den Vereinigten Staaten bisher dem Keren Hajessod für einen Zeitraum von5Monaten bloß 3800 Pfund überwiesen. In Anbetracht dessen, daß es sich bei diesen fünf Monaten gerade um die Wintermonate handelt, in denen das jüdische soziale Leben in Amerika aktiver ist als in den nächstfolgenden Monaten, ist die Exekutive der Jewish Agency tief enttäuscht über die Tätigkeit <ter derzeitigen zionistischen Leitung in New York und höchst pessimistisch bezüglich der Möglichkeit, in den restlichen sieben Monaten die ausstehenden 70.000 Pfund des Budgets, auf dem die Arbeit in Palästina basiert, aufzubringen. Die Exekutive hat an die zionistischen Führer in New York telegraphisch die dringende Aufforderung, eine lebhafte Tätigkeit zu entfalten, gerichtet. Die Behörden haben 60 jüdischen Touristen aus Polen die Ausschiffung in Haifa untersagt, obwohl ihre Pässe ordnungsgemäß vidiert waren. Dies ist der zweite Fall innerhalb kurzer Zeit, daß jüdische Touristen an der Landung in Palästina verhindert werden. Vor kurzem wurde eine Gruppe von 23 jüdischen Touristen aus Polen, die ihre Visa vom englischen Konsulat in Konstantinopel erhalten hatten, vom gleichen Schicksal betroffen. * Nach offizieller Information dienten im Jahre 1932 344 Juden in der Palästina-Polizei, davon eine Anzahl höherer Polizeibeamter. Die allgemeine Zahl der Polizisten Palästinas beträgt 2584, davon sind 1545 Araber. * Das Budget der Stadt Tel Awiw für das laufende Steuerjahr ist mit 167.000 Pfund veranschlagt. Es ist dies das größte Budget einer Stadtgemeinde in Palästina und übersteigt das der Stadt Jerusalem, die eine weit größere Einwohnerzahl hat als Tel Awiw. Im Zusammenhang mit dem Bombenwurf in Naha 1 a 1, der den Tod des jüdischen Kolonisten David und seines neunjährigen Sohnes zur Folge hatte, wurden zwei Araber verhaftet, die der Tat fast überführt werden konnten, so daß im kommenden Monat die Gerichtsverhandlung gegen sie stattfinden kann. Die Angeklagten sind Ahmad Geliani und Mohamed Khalil Isa. Neun Zeugen sagten aus, daß die in Nahalal gefundenen Bombenteile zu den in der Werkstatt Gelianis gefundenen anderen Bombenteilen paßten. * Das transjordanische Parlament hat in seiner am 31. März abgehaltenen Sitzung mit 13 gegen 3 Stimmen ein von der Opposition tingebrachtes Gesetz, durch das der Verkauf oder die sonstige Ueberlassung von Grund und Boden an Ausländer verboten werden sollte, abgelehnt. Der Vertreter der Regierung hatte beantragt, die Beratung des Gesetzentwurfes auf die nächste Session zu vertagen und so das Problem offen zu lassen. Die Mehrheit bestand jedoch auf sofortiger Abstimm u n g. In jüdischen Kreisen beurteilt man die Ablehnung des Gesetzentwurfes als eine endgültige Niederlage der Oppositon und als Vereitelung des letzten Versuches, die Politik Emir Abdullahs, die durch diese Abstimmung einen entscheidenden Sieg errungen hat, zu durchkreuzen. # Die arabische Presse hat eine Mitteilung „aus besonders zuverlässiger Quelle" veröffentlicht, derzufolge der High Commissioner Sir Arthur Wauchope entschlossen sein sollte, seinen Dienstvertrag nicht zu erneuern und Palästina zu verlassen. In Regierungskreisen wird die Mitteilung auf eine Anfrage der Jüdischen Telegraphen-Agentur als völlig aus der Luft gegriffen und lächerlich bezeichnet. Die gegenwärtige Dienstperiode des High Commissioner läuft erst im Jahre 1937 ab. Im Hinblick auf das bevorstehende N e b i - M u s a - F e s t hat die Leitung der palästinensischen Partei alle Urlaube eingestellt und dte gesamte Polizeimacht mobilisiert. In der Zeit bis zum 23. April bleiben die Polizeileute in ständiger Dienstbereitschaft. Turnusweise wurde ein 24stündiger Dauerdienst eingeführt. Die Regierung hat umfassende Sicherungsinaßnahmen getroffen. Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur von amtlicher Stelle mitgeteilt wird, ist nicht anzunehmen, daß die Zeit des Nebi- Musa-Festes in diesem Jahre weniger ruhig vorübergehen werde als in den vergangenen Jahren. EDERABENDE Am IS. antf 11. April werden im Restaurant SALOMON 6DDNCR iE Scderabende abgehalten. BetdMoitiges res tmahl a la carte Karmei- und Tlsdnvelne sdiei Pessadi. Anmeldungen rechtzeitig erbeten. Juden in der österreichischen Erdölindustrie. Von G. In der „Wahrheit" vom 24. März wird auf die jüdische Abstammung von Johann Strauß hingewiesen. Im „Jüdischen Jahrbuch für Oesterreich", das vor einigen Monaten erschienen ist, wird dieser Gegenstand ausführlich vom (verstorbenen) Dr. Josef S. Bloch behandelt. Anschließend bringt „Die Wahrheit" die Notiz „Ein Jude Urheber der galizischen Petroleumindustrie". Auch diese Tatsache ist bereits von Dr. Bloch in seiner „Oesterreichischen Wochenschrift", 1885, Nr. 7, gewürdigt worden. Im folgenden wird nun eine „Petition der Boryslawer Petroleum-Industriellen an Herrn Anton Prokesch, Oberingenieur und Materialverwalter der k. k. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn um Intervention für Schutz-Zoll" veröffentlicht. Von den Unterschriften werden hier hauptsächlich die jüdischen wiedergegeben, um die Bedeutung dieses Elementes für eine so wichtige Industrie schon in den Tagen ihrer Kindheit anschaulich hervortreten zu lassen. Die Namen sind zum Teil so undeutlich geschrieben, daß die uns vorliegende Abschrift sie offenbar verstümmelt aufweist. Wir *W3 Vegetarische Küche -ran und FrUnstUclcftsnibe auch Peuach geöttnet. Unter Anisicat der Adas Jitroel (Scaiffichnl) Johanna Dentsdi, .... BcrvmHe (Bcko Frz. Hochedlingergasse 19) Lokal für Verein« und Festlichkeiten billigst in vermieten. wären für Richtigstellungen, die an die Schriftleitung der „Wahrheit" erbeten werden, zu Dank verbunden. Euer Wohlgeboren! Qeehrter Herr Oberingenieur und Materialverwalter! Wir unterzeichneten Bürger, Haus-, Qrund- und Fabriksbesitzer, sowie sonstigen Insassen des Gemeinde' bezirkes Drohobycz in Qalizien erfüllen hiermit eine längst gehegte Pflicht der Dankbarkeit, indem wir den Gefühlen der Erkenntlichkeit, die uns beseelen und in dem wahrhaft segensreichen Wirken Euer Wohlgeboren für unsere Handelsinteressen ihren Grund haben, öffentlich Ausdruck geben. Als Euer Wohlgeboren im Oktober des Jahres 1853 unsere Provinz bereisten, da lagen unsere Handelsbeziehungen noch tief im Argen. Unsere industriellen Erzeugnisse, insoferne die Produzierung der einfachsten Erfordernisse zum eigenen Bedarfe mit diesem Namen belegt werden kann, boten ein mattes Schattenbild handelsmännischer Anforderungen und unsere Verhältnisse, in ökonomischer und wirtschaftlicher Beziehung noch in der Wiege befindlich, nahmen den niedersten Standpunkt ein. Ihnen gebührt das Verdienst, zuerst iür die Aufbesserung unserer materiellen Interessen die Initiative ergriffen zu haben, und als Sie durch unablässige Erforschung unseres heimatlichen Bodens damals zuerst unsere Aufmerksamkeit auf die Ausbeute der eben in unserem Bezirke neu entdeckten Petroleumquellen hinlenkten, da war die Zusammeuwirkung Ihrer, in unserem Interesse verwendeten Anstrengungen eine wahre segensreiche zu nennen.*) .... Wenn mau bedenkt, daß der Eingangszoll für amerikanisches Petroleum so gering bemessen ist, daß hierdurch dem Eindringen des dortigen Handels bis in das Herz Oesterreichs Tür und Tor geöffnet, daß terner die Frachtkosten von Amerika bis in die europäischen Häfen sich noch niedriger stellen, als die Transportkosten unserer inländischen Ware von Drohobycz nach Wien, so muß man offen gestehen, daß in diesem hochwichtigen nationalökonomischen Zweige bis jetzt noch wenig zu unserem Nutz und Frommen geleistet wurde. ... Auch der heimischen Eisenindustrie drohte gleicher Verfall! Schon begann eine fühlbare Kalamität in diesem Produktionszweige sich geltend zu machen, während die meisten Werke feiernd darniederlagen, der andere Teil außerstande, mit den verwohlfeilen Erzeugnissen des Auslandes zu konkurrieren, und dieses überschwemmte uns mit seiner zollfreien Ware, dem Lande dadurch nicht nur seinen Verdienst, sondern auch sein Kapital in großem Maße entziehend. Da tat jedoch die Regierung diesem Mißstande noch rechtzeitig Einhalt und erhöhte den ursprünglich bemessenen Eingangszoll für ausländische Ware in der Weise, daß dadurch der Konsum für fremde Erzeugnisse bedeutend erschwert wird und der ganze Bedarf ausschließlich dem eigenen Lande zugute kommt. HD3 hv "TO3 SfrengrilncllcrOsfcrkaBcc im Cafö Rappaport, X., Kai 45 Die Folge dieser Maßregel war, daß nun die heimische Eisenindustrie einen blühenden Aufschwung genommen, dessen segensreiche Wirkung allen (halben im Lande sich bemerkbar macht. Eine gleiche Abhilfe erwarten auch wir iür unsere berechtigten Wünsche. Drohobycz, im Juli 1868. Osias Sternbach — Imerl — Jacob ülasberg — Oschwadie Kreutzner — Aron Wiesenberg — Samuel Goldhammer, Gemeinderat — Moses Freilich. Gemeinderat — Abraham Waldinger. Gemeinderat — Felix Wainer et Comp. — Isac Gottlieb — Aron Zupnik — Leiser Rothenberg — A. Korn — Elie Kupfermann — Efraim Chamaides — Moses Lieberniann — Dawid Auerbach — Juda Bloch — Majer Wolf Steuermann — Sindel Rothenberger — Ismael Biebermann — Jacob Rosenwiesen — Sehloma D. Singer — Markus Koch — Chaim Schiffmann. Gemeinderat — Bloch — Steinbach — Feuerstein — Elias Feuerstein — Oschwaide Kreutzmann — Marcus Kurmekler — Rafael Pitzele — L. Tiegermann — Isaac Lauterbach — Schäme Held — S. Neubauer — Wilher Aberbach — Hersch Hammermann -• Aba Spitzmann — Josef H. Altmann — Josef Rappaport Samuel Segal — Leiser Hofmann — Salamon Kreppel - Salamon Inselmer - Michael Goldhammer & Co. — Aron Pinkas Kahany — Abraham Wolf Hammermann — Leib Sokal — Berisch Hirschhaut — Aron Hersch Goldhammer — Adolf Zweig — Pelin — Juda Alth — Salomon Steiner — Jacob Kornblüh — Tobias Wohlmann — Marcus Tillemann — Hermann Dernstrauch — Marcus Kirner - Samuel Kleinberg — Isaak Wolfinger — Chuna Wolfinger — Jud;s Brunnengraber — Ine H. Schwarz — Isr. Beer Waagmann — Lische Wohlmann. Der vorstehende Akt befindet sich im Wiener Handelsministerium. Aktzahl 12.091 d. a. 1868 (Registratur der Nordbahn. Akt 3927 fl888]). *) Das amerikanische Petroleum ist erst im Jahre 1862 auf dem europäischen Markte erschienen. Die Nordbahn hatte es nicht mehr notwendig, hievon Gebrauch zu machen, denn sie war bereits seit 1857 mit galizischer Naphtha versorgt worden. Die Benennung „Petroleum" war zu der Zeit noch nicht bekannt.