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Die Wahrheit · 1933-03-31 · Heft 13 (31.3.1933) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1933
Issue
Heft 13 (31.3.1933)
Date
1933-03-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 5 Die österreichische Molkerei Union Gegründet 1885 Telephon A 42-0-58 S. & G. PISK Wien XX., NordwestbahnstraBe 71 bringt die unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabblnats der ADAS JISROEL (SCHIFF¬ SCHUL) garantiert verläßliche KOSCHERMILCH während des ganzen Jahres und speziell für PESSACH ,-jdB unter Anwendung aller rituellen Vorschriften seit mehreren Jahren in sämtlichen Bezirken Wiens in geschlossenen Kannen und Flaschen zum Verkauf. Jedes Gefäß ist mit der Marke (Plombe) der Adas Jisroel (Schiffschul) versehen. Wenn daher die Kunden auf verläßliche, einwandfreie Koschermilch reflektieren, empfehlen wir unsere Bezugsquellen, in welchen d ese unsere Milch zum Ausschank gelangt. w. „__4. Nissan 5693 Wien, am mn m3 1 - I Jisa [ TOT Der zionistische Voranschlag für das Verwaltungsjahr 1933. Oesamteinnahmen .......... Gesamtausgaben........... Defizit...... Unbedecktes Defizit der früheren Jahre . . Gesamt-Rekapitulation. s 5,725.045.- 6,134.975. S 409.930.— 185.014.— S 594.944. Kapitel: Kultus- und rituelle Angelegenheiten...... Schul- und Unterrichts-Angelegenheiten .... Friedhof- und Beerdigungswesen....... Gemeindeverwaltung............ Gebäudeverwaltung ........... Kultussteuer .............. Steueramt ............... Technisches Amt............. Materialverwaltung............ Matrikenwesen ............. Büro der Gebäudeverwaltung........ Fürsorgewesen:............. Spenden für den Fürsorgefonds und die Sammel- : aktion zugunsten des Kapitels Fürsorgewesen und die Winterhilfe........... Spenden für Vereine und wohltätige Zwecke . . . Emigrantenfürsorge............ Mehrauslagen für Fürsorgezwecke im Rahmen der Winterhilfe.............. Reserve-Konto ............. Lii'inah.nen: 637.615.— 76.620.— 1,345.525.— 69.960.— 110.750.— 2,000.000.— 17.220.— 2.550.— 4.310.— 29.585.— 220.— 1,250.690.— 80.000.— 100.000.— Ausgaben: 1,140.350.- 603.910.- 917.150.- 457.430.- 117.360.- 260.650.- 32.740.- 24.070.- 55.010.- 3.625.- 2,295.680.- 100.000.- 8.000.- 58.000.- 61.000.- Bleibt der Väter wert! Eine Erklärung des Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland an die Adresse der deutschen Juden. Der Allgemeine Rabbinerverband in Deutschland richtet an die Adresse der deutschen Juden die folgende Erklärung: „Es widerstrebt uns, gegenüber Angriffen, die Versicherung dessen abzugeben, was unser Judentum ist. Der wahre Geist unserer Religion spricht zu jedem, der hören will. Unsere Geschichte zeugt von dem, was wahrhaft in uns lebt. Wir wissen um das, was unser deutsches Vaterland uns ist. Seit altem lehrt uns unsere Religion in Treue dem Staate zu dienen. Unseren Glaubensbrüdern rufen wir zu: Haltet die Treue und die Zuversicht fest! Bewahrt den Stolz und die aufrechte Kraft! Bleibt der Väter wert! Der Allgemeine Rabbiner-Verband in Deutschland." •rab Konditoreiwaren Abraham Leib Pomeranz, IL, Herminengasse 13 Verkaufslokal: II., Floßgasse 7, Telephon A 41-7-78 Filiale: II. Hollandstraße 8 Besteltugea für Hochieiten, Sudes und alle anderen Festlichkeiten, towle verschiedene Zuckerbäckereiwaren für Pessaeh werden prompt und billigst ausgeführt. Unter Aufsicht der Adas Jisroel (SchiffschuP. 60 Jahre Brigittenauer Tempelverein. Im Jahre 1873 taten sich einige wackere Juden der Brigittenau zusammen, um ein Minjan zu bilden, aus dem sich in der Folge der Brigittenauer Israelitische Tempelverein entwickelte. Die wechselvolle Geschichte des jubilierenden Vereines zeigt, daß er mit seinem schönen Gotteshause in der Kluckygasse bald der religiöse Mittelpunkt der Juden der Brigittenau geworden ist und bis auf den heutigen Tag blieb. Das ist ein unvergängliches Verdienst der Männer, die seit der Gründung an der Spitze des Vereines standen und im gegenwärtigen Vereinsvorstand, der unter der umsichtigen Leitung von Obmann Josef Kohn steht, tatkräftige Nachfahren gefunden haben. Dieser Vorstand ließ es sich auch trotz der Schwere der Zeit nicht nehmen, das schöne Vereinsjubfläum festlich zu begehen, und so war am Sonntag, den 26. d. M., abends der Brigittenauer Tempel bis aus das letzte Plätzchen besetzt von Besuchern, die zu dem erhebenden Festgottesdienste gekommen waren. Man bemerkte u. a. den Präsidenten der Kultusgemeinde Dr. D. F r i e d m a n n und Vizepräsidenten Dr. J. Ornstein, die Kultusvorsteher Geza K1 i n g e r, Dr. Paul R a u m a n n und Dr. M. Stiglitz, die Rabbiner Dr. A. Frankfurter, Dr. M. Lewin, Dr. M. G. Mehr er und Dr. M. Rosenmann, sowie Abordnungen von Tempel- und sonstigen jüdischen Vereinen. Die Bedeutung des Gotteshauses für das Judentum erhielt in der formvollendeten Festansprache des Herrn Rabbiners Dr. B. Murmelstein eine SUPPENWÜRFEL Erzeugt unter Aufsicht des ehrwürdigen Herrn Rabbiners H. SCHENK Wm BEACHTEN SIE DIE BLAU-GEISSEN WÜRFELSCHLEIFEN! H| ganz ausgezeichnete Charakteristik, der Redner zeigte auf. was die Synagoge dem Judentum vo» altersher gewesen und unverändert geblieben ist, und zog aus diesem Festhalten an altehrwürdiger Tradition den packenden Schluß, daß das seinem Gotte treue Judentum sein und bleiben wird. Besondere Anziehungskraft gewann die Feier durch die Mitwirkung des Herrn Oberkantors Mann aus Brünn. Man kennt den stimmgewaltigen Sänger in Wien und schätzt seine auch hier oft bewiesenen künstlerischen Qualitäten ungemein. Bei der sonntägigen Feier bewies er wieder seine hervorragende Kunst, alle Stücke, die er zum Vortrage brachte, lösten stärkste Wirkung aus, insbesondere das geradezu klassische „Rezeh". Sei» ursprüngliches Programm erfuhr durch eine Absage des erkrankten Oberkantors Landerer einige Erweiterung, an dessen Stelle übrigens auch I. Kantor Roth das Maariw-Gebet verrichtete. Lobend erwähnenswert ist auch die Leistung des mitwirkenden Chors, der der Führung des Chordirigenten Reisemann seine besondere Güte verdankt. So gestaltete sich die Jubelfeier sehr stimmungsvoll, besonders erhebend aber war s» für jene 15 wackeren Männer, die seit rund 40 Jahren dem Verein als treue Mitglieder angehören und durch die feierliche Ueberreichung einer Ehrenurkunde von Obmann Josef Kohn geehrt wurden. Es sind dies die Herren Jakob Bauer, Sigmund Bemkopf, Nathan Dreikurs, Leopold Fischer, Ignatz Friedmann, Adblf Hauser. Josef Kohn, Philipp Kreisler, Med.-Rat Dr. Kraus, Isidor Pollitzer, Dr. Heinrich Schreiber, Med.-Rat Dr. Jakob Schreiber, Jakob Segal, Leopold Spira, Heinrich Weiner. In ihrem Namen dankte Dr. Heinrich S ehr eiber für die Ehrung in einer meisterhaften Rede, in der er auch auf die Not der Zeit zu sprechen kam, die den vom Haß der Umwelt bedrohten Juden zur Besinnung auf das eigene Ich zwingt. — Viel Beifall fand auch die anläßlich des Jubiläums von Obmann Josef Kohn verfaßte Geschichte des Bethausvereines, die sehr viel interessantes Material für die Entwicklung dieses im jüdischen Wien einen besonders ehrenvollen Platz einnehmenden Tempelvereines enthält. 3fa Henftreire am Wewtk Das sind unsere. Waffen. Das Hamburger „Israelitische Familienblatt" erzählt: Am Tage der Reichstagswahl erschienen vormittags vier Kriminalbeamte im Synagogengebäude zu Lübeck, während das Grundstück von Schupobeamten abgesperrt wurde, und erklärten, daß sie beauftragt seien, die Synagoge nach Waffen zu durchsuchen. Nachdem man ihnen die Synagoge und alle Nebenräume geöffnet hatte, fand die Durchsuchung statt. Als man auch den Oraun Hakaudesch, den Thoraschrank, aufschloß, zeigte ihnen Rabbiner Dr. W i n t e r die darin befindlichen Thorarollen mit den Worten: „Dies sind unsere Waffen." Acht Tage später, beim Ausgang des Purimfestes, erschien plötzlich erneut ein großes Aufgebot uniformierter Leute und durchsuchte die Synagoge. Auch diese Haussuchung verlief genau so ergebnislos wie die erste. Das ist der Dank! In Bad Dürkheim fand zu Ehren der im Weltkriege gefallenen Absolventen des Progymnasiums und der Realschule eine Trauerfeier mit Namensverkündung der gefallenen Lehrer und Schüler statt. Von den 98 Gefallenen der Schule gehörten nicht weniger als 37 dem jüdischen Glaube» an. In seiner Ansprache erwähnte der Bürgermeister die beispiellose Aufopferung; von Angehörigen aller Konfessionen zum Wohle dea deutschen Vaterlandes.

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