Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1933
- Issue
- Heft 13 (31.3.1933)
- Date
- 1933-03-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE WAHRHEIT EIN ERLESCNER6ENDSS sind die nach einem speziellen Verfahren erzeagten, in Geschmack und Bekömmlichkelt unerreichten STRUM MAZZOTH und GRIESS die als vorzüglich, schmackhaft, hygienisch ein. wandfrei erzeugt, »cstbekannt sind und wegen Ihrer OQIe und Billigkell allgemein bevorzugt werden Die vielen tausende Freunde der Qoalitäts- Mazzoth „Strum" lassen sich keine anderen Erzengnisse ac fdrängen. Froher Pessach — nur mit Strum-Mazzoth die als das beste osterr. Fabrikat anerkannt sind. Wer einmal Strnra-Mazzotb genießt, nimmt keine anderen! Die Mazzoth Bäckerei H. STRUM, IL, Rotensterngasse 11, steht unter Aufsicht des ebrw. Rabbinats der israel. Knltnsgemeinde Wien. Besonders in ritueller Hinsicht sind Strom-Mazzoth unbedingt einwandfrei. Die Erzeugung erfolgt mit eigens konstruierten, patentamtlidi geschützten Maschinen (Ofen) auf elektrischem Wege von fachmännisch geschalten jüdischen Arbeitern. Das ganze Maschinenmaterial wird von eigens hiezn bestellten Vertranenspeisonen des Rabbinats viertelstündlich vollständig gereinigt und ausgewechselt. Achten Sie aul die Stampiglie »H. Strome, die auf jedem Paket ersichtlich istl MAZiOTH-BÄCKEREI B. STIMM. WIEN II., Wotensterngassell — Tel. R 4f.8«T1 Befreiung von Juda. Das Mainzer Befreiungsdenkmal, die vom Bildhauer Benno Elkan geschaffene Riesenfigur eines erwachenden Weibes, wurde am 23. März vormittag gemäß Beschluß des Ältestenrates der Stadtverordnetenversammlung von seinem Standort abtransportiert, nachdem es in letzter Zeit Angriffen rechtsgerichteter Kreise ausgesetzt war. Auch das Zentrum hatte gegen das Denkmal Stellung genommen. Kürzlich versuchte man, das Denkmal umzustürzen, wobei es Beschädigungen erlitt Die Entfernung erfolgte „im Interesse der Ruhe und Ordnung in der Stadt . Mit dem Denkmal Benno Elkans. das viel Bewunderung und viel Anfeindung fand, verschwindet aus Mainz das Erinnerungszeichen an den Tag der Befreiung von der französischen Besatzung, wie auch an den Besuch Mindenburgs in der Stadt, der das Denkmal selbst einweihte. Der Schöpfer des Denkmals, Benno Elkan, Autodidakt auf seinem Gebiete, hat es in kurzer Zeit zu einer führenden Stellung in der Wiedererweckung der deutschen Plakettenkunst gebracht Mehrere große Denkmäler, wie das für die Gefallenen im Weltkrieg in Frankfurt a. M., viele Grabmonumente in Dortmund, Karlsruhe usw. und zahlreiche Plaketten berühmter Zeitgenossen, wie auch Bildnisbüsten in den Museen zu Hamburg, Berlin, Dresden, München, Bremen, Rom und Haag zeugen von seiner reichen Schaffenskraft Jim alter Welt Mazzotfa-Aktion — konterrevolutionär. Wie seinerzeit mitgeteilt hat die Moskauer Synagogenverwaltung auf dem jüdischen Friedhof eine Mazzoth-Bäckerei mit modernsten Maschinen zwecks Versorgung des religiösen Teiles der jüdischen Bevölkerung mit Mazzoth zu den kommenden Pessachtagen errichtet. Bis nun aber hat der Moskauer Stadtsowjet die Erlaubnis der Bäckerei nicht erteilt Man führt dies auf die Kampagne der jiddischen kommunistischen Zeitungen zurück, die darauf hinweisen, daß das Warschauer Rabbinat und andere „klerikale" Kreise im Ausland Aufrufe zur Pessachhilfe an die Juden Rußlands veröffentlicht hatten, in denen ein Vergleich mit den Zeiten der „spanischen Inquisition" angestellt wird. Die jiddische kommunistische Presse sieht in den ausländischen Hilfsaktionen eine „planmäßige konterrevolutionäre und antisowjetische Aktton seitens klerikaler Elemente" und ruft zur Verstärkung der Wachsamkeit gegen die „Manöver des Klassenfeindes" auf, von denen eines die „Mazzoth-Aktion" ist Ueber zwei Millionen Juden In New York. Dr. Julius Mahl er von der Columbia University hat festgestellt daß im Jahre 1932 2,001.104 jüdische Seelen in Groß-New York lebten; sie machten 27,7 Prozent der gesamten Bevölkerung New Yorks aus. Während unter der allgemeinen Bevölkerung das Verhältnis der im Auslande Geborenen 33 Prozent betrug, zählte man unter den Juden 46 Prozent im Ausland Geborene. Unter der allgemeinen Bevölkerung betrug die Geburtenzahl 16,5 pro Tausend, in der jüdischen Bevölkerung betrug die Geburtenzahl 17,5 pro Tausend. Die Kindersterblichkeit betrug bei Juden 42 pro Tausend gegen 57 pro Tausend bei Nichtjuden. Auch die allgemeine Sterblichkeit war bei Juden niedriger als bei Nichtjuden (8,5 gegen 10.4). Während die Sterbefälle infolge Zuckerkrankheit bei den Juden höher ist als bei Streng orthodox r?DB b& lEO Prima ungarisches MastgeflQgel, sowie erstklassige Weine per Liter von S 1.10 aufwärts. Auf Wunsch ins Haus gestellt. Adolf Neubauer, II., Neg-arlegasse 2 Ein billiger Pessach wenn Sie bei Ulbert Bartfeld, II., HoEiandstr. 18, einkaufen Wir geben auch telephonisch A 49-0-43 über die billigen Preise Auskunft PrliTia MaZZeS (alle Sorten) von S f.75 per Kilo aufwärts Original Karmel-Welne, Tischweine schel Pessach (1 Liter-Flasche von S 1.60 aufw.) Streng separierte Pessach-Abteilung den Nichtjuden, ist die Sterblichkeit infolge Syphilis bei Juden um 50 Prozent geringer als bei Nichtjuden. Auch die Altersgliederung ist bei der jüdischen Bevölkerung günstiger als bei der nichtjüdischen 40,1 Prozent der jüdischen Bevölkerung stehen im Alter von unter 21 Jahren, während unter der nichtjüdischen Bevölkerung nur 34,9 Prozent in dieser Altersstufe stehen. Zionistischer Handel mit Palästina-Zertifikaten. Wie aus Warschau gemeldet wird, ist die zionistische Vereinigung „Hechaluz" aufgelöst worden, weil die Leitung derselben die ihr zur Verfügung stehenden Zertifikate für die Einreise nach Palästina verkauft hat und die Gelder in ihre Privattasche gelangen ließen. Das Büro der Vereinigung wurde vom zionistischen Zentralvorstand geschlossen und die leitenden Mitglieder derselben ihrer Aemter verlustig erklärt. Eine Synagoge aus dem 6. Jahrhundert auf dem Karmel ausgegraben. Wie offiziell mitgeteilt wird, wurde soeben unter der Aufsicht des Altertums-Departements der Palästinaregierung auf dem Berge Karmel in Haifa eine Synagoge aus dem sechsten Jahrhundert ausgegraben. Zwei Drittel der Grundmauern konnten bereits freigelegt werden, der Rest liegt unter neuerbauten Häusern. Es wurde ein Stück des Mosaikbodens freigelegt, auf dem Darstellungen eines Tierkreises, zweier siebenarmiger Leuchter, umgeben von anderen Gegenständen des Rituals, und zwei Inschriften in hebräischer Sprache zu sehen sind. Die Hebräische Universität leistete der Regierung bei ihrer Arbeit Unterstützung. Die Zahl der Juden in der Türkei. „ Laut der neuesten Mitteilung des staatlichen statistischen Amtes der-Türkei wohnen in der heutigen Türkei 81.872 Juden. Die größte jüdische Gemeinde in der Türkei, dje -in Konstantinopel, zählt 46.698 Seelen, die zweitgrößte, die in Smyrna, 16.501, die drittgrößte, die in Adrianopel, 6098 Seelen. In Konstantinopel machen die Juden 6,76 Prozent, in Smyrna 10,53 Prozent der Gesamteinwohnerschaft aus. In der Türkei gibt es heute 22 jüdische Schulen mit insgesamt 5746 Schülern. Ungarns größter Mathematiker gestorben. In Szeged verstarb im 48. Lebensjahr der hervorragende Mathematiker Dr. Alfred Haar, Professor der Mathematik an der Universität Szeged, korrespon- HQgleiiisdies Hdnldsllehf mm*MMmmMmm*1rtmri Seit vielenjahren dasa..erkannt beste Bä^TJDtM Man achte auf die ges. gesch. Marke „Hyglen. Königslicht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhlrschengassse 3 Telephon R J3-1-87 Den allgemeinen Wünschen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Hygienisches Königslicht" Nummer 2 ein kleines Jahrzeitlicht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. 1 stellt dierendes Mitglied der .Ungarischen Akademie der / Wissenschaften und früherer Dekan an der Szegeder' Universität. Alfred Haar war früher einmal Privatdozent an der Universität Göttingen, dann Professor an der Universität Zürich. Er gehörte mehreren ausländischen gelehrten Gesellschaften als Mitglied an. Die Universität Szeged gibt in einer Kundgebung ihrer tiefen Trauer über den Verlust eines in der Welt hochgeachteten Mitgliedes ihres Kollegiums Ausdruck und veranstaltete in der Halle des Zentralgebäudes der Universität vor der Bahre des Verstorbenen eine Trauerfeier. Die Bestattung fand am 20. März in Budapest auf dem israelitischen Friedhof unter sehr großer Beteiligung statt. Gemeinde ~ ftikromk Ehrung. Sonntag, den 12. d. M., erschien der Gesamtvorstand des Döblinger Tempelvereines in der Wohnung des ersten Tempelvorstehers Michael Tauber, um ihm die prachtvoll ausgestattete Urkunde zu seiner Ernennung zum Ehrenmitgliede zu überreichen. Dem feierlichen Akte wohnten die Gattin, Kinder, Angehörige und Freunde des Geehrten bei. Der Obmann Herr Bela F r ä n k e 1 rühmte in seiner Ansprache die Verdienste des allgemein beliebten und geschätzten Mannes, der trotz seines Alters mit jugendlicher Begeisterung für die Ideale des Judentums wirke und schaffe. Die ganze Gemeinde freue sich, den unermüdlich tätigen Vorsteher ehren und ihm danken zu können. Rabbiner Prof. Dr. A. Frankfurter sagte, die Gemeinde ehrt sich selbst, indem sie ihren opferfreudigen Vorstand Tauber ehrt. Die Gemeinde und der Rabbiner selbst folgen Herrn Tauber gerne auf seinem Wege zur uralten jüdischen Tradition, die alle frommgläubigen Juden zu einer großen Gemeinde vereinigt. Mit Stolz könne Herr Tauber von sich sagen, daß er allezeit getreulich seine jüdische Pflicht getan. Der Rabbiner erflehte reichen Segen für Herrn Tauber, seine edelsinnige Gattin und Kinder. Börsenrat Eduard Rechnitzer zeichnete treffend Michael Taubers ehrenhaften Charakter, die Redlichkeit seines Herzens und sein edles Bestreben, jede Gelegenheit zu benützen, um nach dem Maße seiner Kräfte Gutes zu tun. Opferfreudig stellt er sich in den Dienst für die heilige Sache des Judentums. Herr Tauber erwiderte auf die Ansprachen in formvollendeter Weise, mit Worten herzlichsten Dankes. Der Rabbiner und die Tempelvorsteher verblieben noch lange in dem kultivierten Hause, das als eine Zierde des Judentums und eine Pflegestätte jüdischen Wesens, jüdischen Familien- und Gemeinschaftssinnes gerühmt werden darf. Ed. E. T. Antwerpen. Im Alter von 51 Jahren verstarb der Präsident der Jüdischen Gemeinde Antwerpens, Herr Max Halewy, ein Führer im sozialen und religiösen Leben der Juden Belgiens. Graz. Landesrabbiner Prof. Dr. D. Herzog hat dieser Tage folgendes Schreiben von der Direktion des Akademischen Gymnasiums in Graz erhalten: Der steiermärkische Landesschulrat spricht Ihnen auf Grund der im Jänner 1933 abgehaltenen Inspektion der Anstalt für Ihre langjährige, auf hervorragender wissenschaftlicher Arbeit beruhenden, überaus eindrucksvollen Unterrichtstätigkeit und für Ihre Verdienste um die sittlich-religiöse Ausbildung, der israelitischen Jugend den Dank und die belobende Anerkennung aus. Die unterzeichnete Direktion erfüllt es mit überaus großer Freude. Ihnen diese dienstliche Mitteilung übermitteln zu können. Direktion des Akademischen Gymnasiums in Graz Hofrat Dr. Fr. Pichler, Direktor, e. h: Baden bei Wien. Samstag, den 18. März, feierte Herr Ludwig Lackenbacher, Präses der Chewra Kadischa, seinen 70. Geburtstag. Herr Ludwig Lackenbacher, der seit vielen Jahren in unserer Gemeinde viele Ehrenämter bekleidet, hat sich besonders in seiner Eigenschaft als Chewra-Kadischa-Präsident glänzend bewährt. Durch sein freundliches und liebevolles Entgegenkommen, besonders durch sein warm mitfühlendes Herz für die Armen und Elenden hat er sich die Sympathie aller Menschenfreunde erworben, so daß dieses Fest, das er in vollkommener körperlicher und geistiger Frische feierte, sich zu einem wahren Freudenfeste der Badener Gemeinde gestaltete. Nachdem dem Jubilar im Tempel durch das feierliche Aufrufen zur Thora und durch einen vom Herrn Oberkantor Richter rezitierten Mischeberach hohe Ehre erwiesen worden war, Streng verläßlich orthodox »TOD nilclinndBu«er fiQa bw kostenlos ins Hans gestellt. Alleinvertrieb: Wilhelm Friedmann, IL, GioBe Pfairgasse 24 Telephon A 45-605 '■■-•u.